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Tech-Review.de

  • Sonntag, 25. Oktober 2020
Noctua NF-P14

Noctua NF-P14: Zuviel gewagt?

Einleitung

In letzter Zeit konnte man bei Beobachtung des Lüftermarktes so einiges erfahren. Aber auch im Radiatoren und Gehäusemarkt hat sich einiges getan. Denn bei allen hat sich schleichend eine neue Lüftergröße eingeführt. Anstatt der sonst üblichen 120mm-Lüfter werden nun auch immer mehr 140mm-Lüfter zur Gehäusebelüftung eingesetzt. Das Ziel ist natürlich mehr Luftdurchsatz bei geringerer Geräuschkulisse, oder geringere Geräuschkulisse bei gleichem Luftdurchsatz, oder am besten gleich beides. Dass dies sehr schwer zu realisieren ist, spüren die Hersteller bei der Entwicklung. Dies ist bestimmt auch ein Mitgrund, weshalb erst langsam die Ersten 140mm-Lüfter auf dem Markt sind.

Aufgrund dessen setzt Noctua mit seinem neuen NF-P14 nicht auf nur 140mm-Befestigungen, sondern erlaubt dadurch, dass kein üblicher Lüfterrahmen eingesetzt wird, eine Montage an Lüfterplätzen für 12 und 14cm-Lüfter. Und dies natürlich, ohne die Lüfterblätter zu verkleinern. Unseren Erfahrungen nach hatten solche Lüfter immer durch die geringere Rahmenmasse mit stärkeren Vibrationen und somit einer verhältnismäßig hohen Lautstärke zu kämpfen. Die Vorteile einer solchen Konstruktion liegen aber dennoch auf der Hand, und gerade deswegen waren wir besonders gespannt auf diesen Test.

Die Technik

Zum kleinen Bruder, dem NF-P12, gibt es hier nur kleinere Unterschiede. Natürlich müssen an den Lüfterspezifikationen einige Änderungen vorgenommen werden, allerdings fallen diese nur gering aus. Die beim Edelhersteller Noctua üblichen 6Jahre Garantie stechen positiv heraus, wobei man erst beim letzten Punkt wirklich überrascht wird. 40cm ordentlich gesleevtes Kabel gehört bei Noctuas P14 zum guten Ruf. Dies ist gemessen an der Kabellänge der Konkurrenz oder der Vorgänger gemessen, eine großzügige Erweiterung.

  • Größe: 140*140*25 mm
  • 9 Lüfterblätter
  • 1200 RPM, adaptiert 900 bzw. 750 RPM
  • 110,3 m³/h (bzw.83,7 m³/h & 71,2 m³/h)
  • 19,6-10,1db(A)
  • Leistungsaufnahme: 1,2 W
  • Stromstärke: 0,1 A
  • MTBF > 150.000 h
  • 6 Jahre Garantie
  • Schwarzes, gesleevtes 40cm 3-Pin Kabel

Der Lieferumfang

Der Lieferumfang gestaltet sich noctua-typisch, fast vollständig. Denn Noctua fängt schon bei der Montage an, alle Geräusche reduzieren zu wollen. Dies gelingt sicherlich auch. Was das Gesamtbild noch minimal trübt ist, dass wenn man den Lüfter als 140mm-Lüfter montiert, man keine Lüfterschrauben mehr zur Verfügung hat, beziehungsweise der Lüfter dann auch nichtmehr mit Lüfterschrauben und nur noch Gummi-Entkopplern zu montieren ist.

  • Noctua NF-P14 FLX
  • 3-Pin Lüfter zu Molex-Adapter
  • 4 Gummi-Entkoppler
  • 140mm-Montageadapter (Erfordert die 4 mitgelieferten Lüfterschrauben!)
  • 4 Lüfterschrauben
  • L.N.A.(Low-Noise-Adapter, 9V) und U.L.N.A.(Ultra-Low-Noise-Adapter, 7.5V)-Adapter
Der Lieferumfang

Die Optik

Der neue Noctualüfter ist wieder in zwei Farben gehalten. Einmal einem beige und einmal einem dunklem Rot. Hierbei ist der Rahmen heller und auch feiner, während die dunkleren Lüfterblätter eine etwas gröbere Fläche aufweisen. Wir möchten es kurz und bündig beschreiben: Noctua.

Über die Optik lässt sich immer und grundsätzlich streiten. Wie schon im P12-Review beschrieben, gefällt uns die zurückhaltend-elegante Art der Noctualüfter sehr wohl. Denn Noctua wagt hier ein wenig und das wissen wir zu schätzen. Der übliche Einheitsbrei wirkt definitiv nicht gut neben diesem besonderen Exemplar. Die enorm gute Verarbeitung des Lüfters spricht auch für sich und auch das Finish des Zubehörs ist ausgezeichnet. Somit gestaltet sich dieser Punkt recht kurz, weil es einfach nichts zu beanstanden gibt.

Das Testsystem und Testmethode

So gestaltet sich unser Testsystem. Eigentlich wollten wir einen Noctua-CPU-Kühler verwenden, aber weil der große Lüfter auf den Kanten des NH-U12Ps aufgelegen hätte und sich durch nötige Entkopplungen somit Abstandsänderungen zum CPU-Kühler und somit Messungenauigkeiten ergeben hätten, setzten wir für die CPU-Tests in diesem Fall einen Xigmatek Balder ein.

  • Intel E8400@1,375V, 3,6GHz @Xigmatek Balder
  • Asus P5Q-E
  • 4GB DDR2 OCZ @1GHz, 2,1V
  • BeQuiet! Straight Power Netzteil
  • ATI HD3870@Xigmatek Bifrost
  • 2*WD 3200AAJS(eine im 5,25"-Schacht im Scythe QuietDrive)
  • Nexus Edge, NB XK1 in Front, NB S1 in Heck, Testlüfter in Heck und Deckel
  • Scythe Kaze Master Lüftersteuerung

Die Testmethode:
Das System wird mit Prime95 und Furmark jeweils unter Volllast gesetzt und dann die Temperatur gemessen an der Lüfterdrehzahl, an diversen Punkten oder an der CPU ausgelesen. Messpunkte im Gehäusetest sind über das ganze Gehäuse verteilt, aber auch an CPU und Grafikkarte platziert. Alle Tests ausgenommen der Lautstärke werden bei geschlossenem Gehäuse durchgeführt.

Die Drehzahlen

Wie vermutet, kann der auf Druck und somit für Lamellen optimierte Luftkühlung spezialisierte Lüfter genau hier Punkten. So klar, wie der P14 den kleineren P12 in die Grenzen weist, hat es kein anderer Lüfter mit 12cm-Befestigungslöchern geschafft. Dass vergleichbare 14cm-Lüfter mit dem P14 ähnlich aufliegen könnten, stört wohl wenig, denn diese sich normalerweise nur mit Kabelbindern zu befestigen, während der P14, opfert man ein wenig mehr Platz, auch auf jeden 12cm-Kühlkörper passt.

Die Lautstärke

Die Lautstärke des P14s ist unserer Meinung nach der große Überzeugungspunkt des Lüfters. Konnte er bei den Gehäusetests nicht vollends überzeugen, stellte es bei den CPU-Tests wieder klar. Genauso überzeugend, wie in den meisten anderen Testpunkten ist der P14 aber definitiv in Punkto Lautstärke. Der Lüfter verfügt egal in welchen Drehzahlbereichen über praktisch keinerlei Nebengeräusche. Oder diese werden bei hohen Drehzahlen vom enormen Luftstrom übertönt. Auf jeden Fall konnten wir keine Nebengeräusche wahrnehmen, ausgenommen eines minimalen Brummens bei niedrigen Drehzahlen. Ansonsten konnten wir den Lüfter ab Drehzahlen von 700rpm nicht mehr aus dem Gehäuse, ab Drehzahlen unter 580rpm garnicht mehr wahrnehmen. Das empfinden wir, gemessen an der Lüftergröße, als sehr gutes Ergebnis.

Die Temperaturen

Wie unsere Messergebnisse beweisen, kann sich der P14 auch im Gehäusebereich sehr gut mit der Konkurrenz halten. Hier und dort gibt es minimale Schwankungen in den Messkurven, die mal für und mal gegen den Lüfter sprechen. Im Mittel kann er und dann aber durch die Lautstärke bei hohem Druck überzeugen, hierzu aber im nächsten Punkt mehr.

Gordian Hoffmann meint …

Gordian Hoffmann

In all unseren Tests und Beobachtungen konnten wir den Lüfter als angenehm und hochwertig empfinden. Optik und Lieferumfang entsprechen unseren Vorstellungen aber auch hoch angesetzten Erwartungen seitens Noctua fast vollständig. Einzigst, dass keine Lüfterschrauben beim 140mm-Einsatz verwendet werden können und somit auch mitgeliefert werden, trübt unseren sonst durchweg guten Eindruck. Ausgesprochen gut ist ebenfalls die Verarbeitung, die keinerlei Mängel an den Tag legt.

Nicht durchweg zufriedenstellen konnte uns die Gehäuse-Kühlleistung, während die Leistung auf einem CPU-Kühler definitiv als hervorragend einzustufen ist, zumal er weiterhin mit 120mm-Befestigung auf den meisten handelsüblichen Kühlkörpern ohne weitere Umstände installiert werden kann. Das "Wechselkonzept" legte die uns bekannten Schwächen definitiv nicht an den Tag, ja, widerlegte diese fast schon. Somit ist der Lüfter enorm laufrund. Das Konzept könnte ebenfalls Benutzer ansprechen, die noch ein 120mm-Gehäuse haben, aber Planen, auf ein größeres Gehäuse umzusteigen und von vorne herein hochwertigste Lüfter verwenden wollen. Aufgrund der starken, besonders qualitativen Ergebnisse, erhält der Noctua NF-P14 FLX-Lüfter unseren Qualitycheck-Award.

  • Positiv
  • Kompatibel mit 120mm und 140mm-Befestigungen
  • Umfangreiches Zubehör
  • Weites Kompatibilitätsspektrum
  • Sauberste Verarbeitung
  • Recht gute P/L
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • 140mm-Montage mit Lüfterschrauben nicht möglich

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