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Tech-Review.de

  • Montag, 12. April 2021
Gigabyte E350N-USB3

Gigabyte E350N-USB3: AMDs Kernfusion im Test

Einleitung

Bei der Kernfusion verschmelzen zwei Atomkerne zu einem neuen Kern. In dieser Reaktion entsteht eine beachtliche Menge Energie, welche Wissenschaftler schon einige Jahre versuchen effektiv zu nutzen. Bei AMDs Fusion entsteht zwar keine Energie, aber durch die Verschmelzung von CPU und GPU zu einer Accelerated Processing Unit oder kurz APU kann in erste Linie Energie eingespart werden. Die Zielgruppe dieser APUs sind primär nicht ambitionierte Gamer oder Enthusiasten, sondern sehr sparsame Systeme wie bei Note-/Netbooks, HTPCs oder genügsamen Arbeits-PCs.

Das uns vorliegende Testmuster "E350N-USB3" von Gigabyte kommt dabei als mini-ITX Mainboard daher. Verbaut ist die bis jetzt schnellste APU "E350". Die E350 besteht aus zwei mit 1,6 GHz getakteten CPU-Kernen und einem HD6310 Grafikteil, der 80 Shader-Prozessoren mit 500 MHz beschleunigt. Dank AMDs Hudson-Chipsatz und dem NEC-Controller bietet die Platine auch die neuen Anschlussstandards USB 3.0 und SATA III. Perfekt also für ein kleines Multimediatalent. Ob das Experiment "Kernfusion" gelingt, oder ob es einen kapitalen Fehlstart gibt, werden wir auf den folgenden Seiten klären.

Fusion Übersicht

Mit den Westmere und Sandy Bridge Prozessoren bietet Intel bereits seit Monaten Produkte an, welche CPU und GPU unter einem IHS platzieren. Bei der Lösung für Sandy Bridge wandern beide sogar zusammen in ein "DIE"; CPU und GPU teil sind aber noch deutlich abgegrenzt. Anders sieht es bei den AMD Fusion Prozessoren aus. Klare Abgrenzungen zwischen Haupt- und Grafikprozessor sind nicht mehr auszumachen. Durch diese regelrechte Verschmelzung ergeben sich eine Reihe an Vorteilen, wie das gemeinsame nutzen von Chipbestandteilen ohne große Latenzen und eine bessere thermische Verteilung.

Das Konzept bei AMDs aktuellen Fusion-Produkten zielt eher auf das Mobile- und Einsteigersegment ab, aber für Spieler und professionelle 3D-Anwendungen sieht man aber immer noch eine dedizierte Grafikkarte in Verbindung mit potenteren CPUs vor, zum Beispiel die Cayman GPU und Phenom CPUs. Die bisher erhältlichen APUs basieren alle auf dem Bobcat-Kern und Takten zwischen 1,0 und 1,6 GHz. Die GPU setzt dabei sowohl bei Ontario, als auch bei Zacate auf 80 Streamprozessoren. Lediglich der Takt variiert zwischen 280 MHz und 500 MHz. Die gesamte Fusion-Plattform fasst AMD unter dem Codenamen Brazos zusammen.

AMD selbst möchte damit in erster Linie Intels Atom Prozessoren in Bedrängnis bringen. Deutlich mehr Leistung bei ähnlichem Stromverbrauch soll zum einen eine hohe Akkulaufzeit bei mobilen Geräten sichern, aber dennoch genügend Leistung für 1080p Videos liefern und Casual-Gaming bei niedrigen Details ermöglichen.

Aufgebaut sind die APUs dabei stets gleich. Ein oder zwei x86-Kerne mit je 512 KB L2-Cache werden in 40nm gefertigt. Die TDP liegt aktuell bei 9 oder 18 Watt. Zur Grafikbeschleunigung kommen SIMD-Engines zum Einsatz und ein Unified Video-Controller sorgt für Beschleunigung zahlreicher Videoformate wie h.264, VC1 und DivX/Xvid. Bei dem Arbeitsspeicher werden maximal zwei Module im Singlechannel unterstützt und auch nur DDR3-800/1066, zumindest offiziell. Einige Boardpartner bieten zumindest noch DRR3-1333 durch Übertakten an. Der Chipsatz, namentlich "Hudson" wird in 65 nm gefertigt und liefert neben den Schnittstellen, maximal 14x USB 2.0 und 6x SATA III, auch die digitalen Bildausgänge. USB 3.0 kann durch Zusatz-Controller nachgerüstet werden und ist Sache der Mainboardhersteller. Als TDP für den Chipsatz gibt AMD zwischen 2,7 und 4,7 Watt an.

Im Laufe des Jahres sollen auch noch schnellere Fusion-Prozessoren erscheinen. Unter anderem ist die Rede von einem E450, der mit 1,65 GHz CPU und 600 MHz GPU etwas schneller sein wird als der E350. Gerüchtweise kommt mit dem E2-3250 auch ein Modell mit einer, in Relation hohen TDP von 65 Watt. Dafür könnte die APU aber deutlich schneller Takten und mehr Shaderprozessoren für die GPU besitzen.

Verpackung und Zubehör

Die Verpackung gestaltet sich Gigabyte typisch weiß mit einigen bunten Eyecatchern. Die Vorderseite wird dominiert durch das "drei mal drei": USB 3.0, 3x USB Power und SATA III schreibt sich der taiwanischer Hersteller nicht nur auf die Fahne, sondern auch gleich auf die Verpackung. Relativ klein am unteren Rand befinden sich Hinweise zu den verwendeten hochwertigen Bauteilen wie Japanese Solid Capacitor, Ferritkernen und lower RDS Mosfets. Daneben reihen sich die DX11, AMD Vision und Dolby Home Theater Logos.

Auf der Rückseite bekommt man etwas detailliertere Informationen zu den Geschwindigkeitsvorteilen der neuen Schnittstellen in exemplarischen Grafiken. Besonders interessant: unter dem Punkt "DualBIOS" ist ein Logo zu sehen, das auf den Support von Festplatten mit 3 Terabyte und mehr aufmerksam macht. Das ist insofern etwas Besonderes, als das die Platine kein UEFI besitzt - also auf ein klassisches Bios setzt, welches im Normalfall maximal mit 2,1 Terabyte Festplatten umgehen kann.

Unter dem Punkt "Ultra Performance" ist eine kleine Leistungseinschätzung ersichtlich. Im 3D Mark 06 gibt Gigabyte selbst 2000 Punkte an und mit einer Übertaktung kann man 2400 Punkte erreichen. Ob dieses Versprechen gehalten werden kann, lösen wir etwas später auf.

Der Lieferumfang umfasst das Nötigste, bietet aber keine Extras. Ein gut beschriebenes und bebildertes Handbuch in Englisch wird flankiert von einer Einbauanleitung in 18 Sprachen. Ein Stück weit unverständlich, denn die Einbauanleitung erklärt beispielsweise bebildert wie ein AM2/3 Kühler montiert wird. Sicher handelt es sich hier um eine allgemeine Mainboardbeilage, die überall mit im Karton liegt, aber einen Mehrwert für diese Platine bringt sie nicht mit sich. Eine Treiber-CD, zwei SATA-Kabel in hellblau und das I/O-Panel komplettieren das Zubehör.

Lieferumfang:

  • E350N-USB3
  • Handbücher & Treiber CD
  • Dolby Home Theater-Aufkleber
  • 2x SATA Kabel
  • I/O Panel

Die Optik und Kühlung

Optisch nichts Neues aus dem fernen Osten. Die Platine ist Gigabyte typisch blau, die Slots für den RAM und die Erweiterungskarte sind hellblau, passend zu den SATA-Kabeln. Das Mainboard an sich sieht recht vollgepackt aus, was einfach ein Resultat des fehlenden Platzes ist - 17 x 17 cm sind nicht viel und bieten kaum mehr Platz als auf einer handelsüblichen DVD-Hülle.

Der Aluminiumkühler ist circa 30 mm hoch und bedeckt sowohl die APU als auch den Chipsatz. Ein kleiner 40 mm Quirl in der Mitte des Kühlkörpers sorgt für den nötigen Luftzug. Für die insgesamt circa 20 Watt Abwärme von APU und Chipsatz absolut ausreichend. Ein guter Anpressdruck ist durch eine Verschraubung des Kühlers mit vier Federschrauben gewährleistet.

Das Platinenlayout macht einen gut durchdachten Eindruck. Die SATA Ports und die für das Front-Panel sind gut erreichbar, wären aber unserer Meinung nach noch besser positioniert am Platinenrand - ähnlich dem H55N-USB3. So müsste die Kabelführung beim Einsatz von längeren Sound- oder anderen Erweiterungskarten quer über die Platine gehen.

Das Testsystem

Bei dem Testsystem gibt es insbesondere zu beachten, dass unser verwendetes Netzteil nicht optimal ist. Die Nennleistung von 300 Watt ist bereits überdimensioniert für die kleinen Stromspartalente. Bei einer Netzteil-Last von 10-20% sind wir fern ab von guten Effizienzbereichen. Ein Pico-ATX-Netzteil mit 100 Watt Nennleistung wäre der optimale Partner gewesen, stand uns aber leider nicht zur Verfügung. Speziell bei den später folgenden Tests zur Leistungsaufnahme, können so mit einem entsprechenden Energiespender unter Umständen mehrere Watt eingespart werden.

Als Vergleichssystem wählen wir einen auch sehr sparsamen Core i3-540. Die CPU-Leistung liegt zwar deutlich über der APU von AMD, aber die IGP bietet eine direkte Konkurrenz. Das restliche Testsystem unterscheidet sich nicht.

Das Testsystem:

  • Gigabyte E350N-USB3
  • 2x2 GB DDR3-1333 CL7
  • Silverstone Strider 300W
  • Samsung HD103UJ
  • Windows 7 64bit

Das Vergleichssystem:

  • Gigabyte H55N-USB3
  • Intel Core i3-540
  • 2x2 GB DDR3-1333 CL7
  • Silverstone Strider 300W
  • Samsung HD103UJ
  • Windows 7 64bit

Verwendete Software:

  • Power DVD 10 (Build 14.09.)
  • Avatar (Extended Collector's Edition) [Blu-Ray]
  • Resident Evil - Afterlife [DVD]
  • Catalyst 10.4 Preview

Verwendete Spiele/Benchmarks:

  • Cinebench R11.5
  • x264
  • 3D Mark 01
  • 3D Mark 06
  • Command & Conquer 4
  • Counter-Strike: Source
  • Colin McRae: DiRT 2
  • Call of Duty: Modern Warfare 2
  • Resident Evil 5

Bei den gewählten Benchmarkparcours versuchen wir ein breites Feld an Genres und besonders beliebten Titeln abzudecken. Dass die Grafikleistung keine neuen Rekorde aufstellt war bereits im Vorfeld sicher, deswegen sucht man auch Titel wie Crysis oder Benchmarks wie den 3D Mark 11 vergebens. Die Auswahl richtete sich also nach halbwegs aktuellen und dennoch schön anzusehenden Spielen. Dirt 2 bietet beispielsweise selbst bei runtergeregelten Details noch eine hübschere Optik als manch anderes Game generell.

Mit den 3D Marks 01 und 06 entschieden wir uns bewusst gegen die neueren Ableger 3D Mark Vantage und 11. Diese bieten zwar sehr ansehnliche DX10/11-Effekte, eine flüssige Wiedergabe ist aber nicht möglich. Frames im unteren einstelligen Bereich sind praxisfern und niemand würde sich das freiwillig zumuten. Die Wahl fiel letztlich auf den 3D Mark 01 und 06 da diese mit DirectX 8 respektive 9 arbeiten und repräsentativ für etwas ältere Titel sind.

Eine Sendung aufzeichnen ist kein weit hergeholtes Szenario auf einem Multimedia-PC. Muss das Video dann unter Umständen noch umgewandelt werden, kann das auf solch einem kleinen System schnell eine Ewigkeit dauern. Um eine Einschätzung zu liefern was genau auf einen zu kommt, bilden wir die reine CPU-Leistung mit Cinebench R11.5 und x264 ab.

E350N-USB3 Konnektivität

Anschlüsse im I/O-Panel:

  • PS/2 komboport für Keyboard und Maus
  • 4 x USB 2.0
  • 2 x USB 3.0
  • D-Sub, DVI & HMDI
  • Optischer S/PDIF-Out
  • Gigabit LAN
  • 7.1-Kanal-Audio-Buchsen

Anschlüsse auf der Platine:

  • 4x SATA III
  • 4x USB 2.0
  • 2x DDR3
  • 1x PCI-Express 2.0 x4
  • 1x CPU FAN & 1 System FAN (3pin)
  • Front Audio

Das BIOS

Das Award-BIOS (Basic Input and Output System) von Gigabyte ist gewohnt gut sortiert und einfach aufgebaut. Jedoch ist die Tatsache, dass noch ein BIOS zum Einsatz kommt etwas verwunderlich. Fusion-Mainboards von anderen Herstellern setzen bereits auf das modernere UEFI. Da Gigabyte momentan generell noch auf die neue Technik verzichtet, will man die Zeit vermutlich nutzen solange UEFI noch nicht zwingend erforderlich ist um eine ausgereiftere Lösung zu präsentieren. Lediglich der Support für 3 Terabyte Festplatten basiert auf einem EFI-Workaround für das BIOS. Wenn man an das erste Modell "Kunterbunt" von MSI denkt, vielleicht der richtige Weg.

Unter dem ersten Punkt "MB Intelligent Tweaker" findet man wie gewohnt sämtliche Einstellungen zu Taktraten, Spannungen und Speicherlatenzen. Da die Zielgruppe des E350N-USB3 eher nicht Übertakter sind, fallen entsprechende Optionen auch nicht so üppig aus. Nichtsdestotrotz sollte jeder einen Blick wagen, denn gerade die Settings für den Arbeitsspeicher und den Integrated Graphics Processor sind von Haus aus nicht optimal. Die E350-APU bietet offiziell nur Support für DDR3-1066. Das Gigabyte BIOS erlaubt zwar via Speicherteiler auch DDR3-1333, voreingestellt wird aber immer der offiziell freigegebene Wert DDR-1066 CL 9.

Wer schnelleren RAM nutzt, sollte also auf jeden Fall selber Hand anlegen. Da die IGP ebenfalls auf den Arbeitsspeicher zurückgreift, profitiert auch diese davon. Die Speichermenge, die für den Videospeicher abgezweigt wird, kann ebenso bestimmt werden. Wer das ein oder andere Spielchen wagen möchte, sollte 512 MB wählen, kommt der PC rein zur Medienwiedergabe oder Surfen zum Einsatz reichen auch 256 MB. Die 1024 MB sind nicht zu empfehlen, da die Grafikeinheit gar nicht in der Lage ist, Spiele mit einem derartigen Speicherverbrauch flüssig darzustellen. Und auf 1 GB Arbeitsspeicher müsste dann auch verzichtet werden, da dieser dann exklusiv für den IGP reserviert wird.

Übertakten ist natürlich auch nicht ganz ausgeschlossen, denn sowohl der CPU- als auch der GPU-Teil lassen Takterhöhungen zu. Die CPU-Kerne lassen sich über den Host Clock bis zu 20% overclocken. Klingt wenig, aber wie sich herausstellt ist die Kühlung bereits vorher ein limitierender Faktor. Bei Standardtaktraten sind 70°C und mehr schon in einem Bereich wo Vorsicht geboten ist. Die GPU lässt theoretisch eine Vervierfachung des Taktes zu und die wichtigsten Spannungen lassen sich in einem mehr als ausreichenden Rahmen anheben oder absenken. Undervolting ist also auch möglich. Positiv: Der Anwender wird durch eine farbliche Kennzeichung vor gefährlich hohen Spannungen gewarnt.

Wichtige Einstellungsbereiche:

  • CPU Host Clock 100-120 MHz
  • VGA Core Clock 300-2000 MHz
  • CPU Voltage -0,6 V bis +0,6 V
  • CPU NB VID -0,6 V bis +0,6 V
  • PCIE PLL 1,8 V - 2,2 V
  • FCH Voltage 1,1 V - 1,6 V
  • DDR3 Voltage 1,2 V - 2,1 V

Das restliche BIOS bietet natürlich die sonst wichtigen Einstellungen. Unter "Advanced BIOS Features" verbergen sich Settings zur Bootreihenfolge, Integrated Graphics Processor (die gleichen wie im Intelligent Tweaker) und Stromsparmechanismen. "Integrated Peripherals" öffnet Tür und Tor zu den Controllern auf der Platine. Die USB-Ports, SATA-, sowie der LAN-Controller lassen sich konfigurieren. Der SATA-Controller lässt sich beispielsweise in den AHCI-Modus setzen, aber RAID ist nicht möglich.

"Power Management Setup" beinhaltet Optionen zum Ruhezustand, Soft-Off, etc. Unter "PC Health Status" hat man einen Überblick über die wichtigsten Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehzahlen. Eine Lüftersteuerung fehlt hier leider gänzlich. Weder der CPU- noch der System-Lüfter lassen sich steuern. Zumindest für den verbauten Lüfter können wir aber Entwarnung geben, denn dieser ist leise genug das es keiner Regelung bedarf.

Praxis

Die Praxis ist praktisch das Wichtigste und hier leistet sich die Gigabyte Platine keine großen Patzer. Da die Software-Sammlung im Gegensatz zu anderen Mainboards des fernöstlichen Herstellers doch stark abgespeckt ist, gibt es hier nicht viel zu berichten. Das bekannte Overclocking-Tool "EasyTune6" liefert in Verbindung mit dem E350N-USB3 nur noch Systeminformation zu CPU, RAM und Temperaturen, die Reiter zum Übertakten sind ausgegraut und nicht nutzbar. Die Lüftersteuerung, welche sich normalerweise unter "Smart" verbirgt, ist leider auch nicht vorhanden, da das Mainboard schlichtweg keine Steuerung besitzt. Der kleine 40 mm Quirl auf dem Kühlkörper dreht mit konstant 4000 Umdrehungen pro Minute und der optionale Fan-Anschluss lässt sich auch nicht regeln.

Im Falle des verbauten Lüfters können wir aber Entwarnung geben. Auch wenn dieser mit einer sehr hohen Drehzahl dreht und nicht geregelt wird, bleibt die Geräuschkulisse auf unglaublich angenehmen Niveau. Im verbauten Zustand hört man gar nichts, lediglich bei einem offenen Aufbau vermag man ein leichtes Summen zu registrieren, aber auch nur wenn man sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Dennoch ist es schade, dass der System-FAN nicht regelbar ist. Gerade in HTPCs ist Stille angesagt und so ist man gezwungen, einen eventuell vorhanden Gehäuselüfter auf anderem Wege, wie zum Beispiel via 5 Volt Adapter, zu drosseln.

Wiedergabe von Medien & Leistungsaufnahme

Anders als bei hochgezüchteten High-End Systemen ist es bei sehr kleinen und stromsparenden PCs nicht selbstverständlich, HD-Inhalte flüssig wiederzugeben. Gerade der weit verbreitete Atom-Prozessor, welcher in nahezu jedem Netbook verbaut ist, ist mit der Wiedergabe von HD-Inhalten gänzlich überfordert - es sei denn ihm steht die ION-Plattform zur Seite. Hier macht es das Fusion-Paket von AMD besser, denn dank dem Grafikpart HD 6310 ist auch Hardwarebeschleunigung möglich. Wichtig ist aber, dass hierfür die nötige Software vorhanden ist, sonst rechnet die CPU alleine und stößt dann schnell an ihre Grenzen. Zum Abspielen von Blu-rays verwenden wir deswegen CyberLinks Power DVD 10 in der Ultra Version. Leider ist die Hardwarebeschleunigung nicht von Haus aus aktiviert, so dass ein manueller Eingriff unabdingbar ist.

Die Hardwarebeschleunigung muss von Hand aktiviert werden

Ohne Unterstützung des Grafikparts ist die 1,6 GHz Dual-Core CPU bei der Wiedergabe unserer Test Blu-Ray "Avatar (Extended Collector's Edition)" ständig zu 100% ausgelastet. Das Abspielen ist zwar noch relativ flüssig und das Filmvergnügen wird nur durch wenige Ruckler getrübt, aber spätestens beim schnellen Spulen sieht die CPU dann kein Land mehr. Teilweise stockt sogar das gesamte System für einige Sekunden. Mit GPU-Beschleunigung sieht die Welt aber direkt ganz anders aus. Die CPU-Auslastung fällt auf 10-20% und die Kerne gehen über große Stellen gar in den Stromsparmodus und takten nur noch mit 800 MHz. Vorspulen und Schnellvorlauf lassen sich auch ohne Denkpausen nutzen.

Bei unserem Vergleichssystem samt Core i3-540 ist keine GPU-Beschleunigung möglich, da der IGP dazu schlicht nicht in der Lage ist. Also muss die CPU die ganze Last Schultern, was kein Problem darstellt, aber deutlich ineffizienter vonstatten geht. Die CPU-Auslastung ist hier bei der Blu-ray-Wiedergabe stets auf circa 20% während sich beide Kerne die meiste Zeit auf der höchsten Taktstufe, also 3,067 GHz, bewegen. Das hat seinen (Strom-)Preis. So zieht das schon sehr sparsame Intel-System sagenhafte 50% mehr aus der Steckdose.

Bei der DVD-Wiedergabe ist die Differenz ähnlich groß, aber die Fusion-APU liefert dank upscaling eine deutlich bessere Bildqualität. Durch upscaling sind moderne Grafikprozessoren in der Lage nicht-HD-Inhalte, und hier sind besonders DVDs gemeint, bis auf 1080p hoch zurechnen. Damit kann eine alte DVD-Sammlung deutlich aufgewertet werden, auch wenn die Qualität eine Blu-ray natürlich nie erreicht wird.

Gerade durch YouTube werden HD-Videos quasi für alle frei zugänglich gemacht. Mittlerweile gibt es dort immer mehr Videos mit 720p oder gar 1080p Auflösungen. Seit dem Adobe Flash Player in der Version 10 hat auch die GPU-Beschleunigung in die Flash-Welt Einzug erhalten. Die YouTube-Videos in 1080p machten mit der zum Testzeitpunkt aktuellen Version 10.2.153.1 leider noch Probleme im Vollbildmodus und stockten reproduzierbar. Das ist aber ein bekannter Fehler an dem gearbeitet wird. Im normalen Fenstermodus laufen 1080p Videos und sämtliche Auflösungen darunter jedoch bereits absolut problemlos mit der Hardwarebeschleunigung und belasten damit nicht mehr die CPU.

Benchmarks

Auch wenn sich die Fusion-Lösung im Wohnzimmer als Wiedergabe-Gerät deutlich wohler fühlt, kann man durchaus ein Spielchen wagen. Von der Couch aus auf einem großen TV-Gerät gepflegt eine Runde zu daddeln kann auch seinen Reiz haben. Da von vorneherein klar ist, dass die 3D-Leistung überschaubar ist, beschränken wir uns bei sämtlichen Spiele Benchmarks auf die Auflösung 1280×720 (720p). Die 720p-Auflösung ist ein gängiges Format, da neben den Konsolen auch sehr viele andere HD-Inhalte diese nutzen. Selbst gestreckt auf 1920x1080 Pixel entsteht kein verzerren oder ähnliches, also genau richtig.

Cinebench und x264:
Um die reine CPU-Leistung abzubilden, ziehen wir einmal den Cinbench R11.5 und einmal den x264 HD-Benchmark heran. Der Cinebench basiert auf derselben Engine wie das 3D-Grafikprogramm Cinema 4D von Maxon und ist damit für dieses Aufgabengebiet durchaus repräsentativ. Der x264 Benchmark fasst das Encodieren von Videos auf und wandelt ein Video in das x264 Format um. Die Quelldatei wird dabei mitgeliefert und weitere Einstellungen sind nicht möglich - also perfekt für uns. So ist eine gute Vergleichbarkeit zwischen den Systemen anderer Anwender gegeben. Als Ergebnis geben wir je den Mittelwert der vier ersten Tests (max. FPS) und der letzten vier Tests (min FPS) an. Beide Programme sind sehr gut Multithread-optimiert.

Das Ergebnis sieht niederschmetternd aus - der Core i3-540 rechnet 4-5 mal so schnell wie die AMD APU. Der Vergleich ist aber aus mehreren Gründen nicht so recht fair. Der Core i3-540 braucht zum einen deutlich mehr Strom, taktet fast doppelt so schnell, besitzt dank SMT insgesamt 4 Kerne und ist dazu auch deutlich teurer in der Anschaffung. Dazu kommt noch das der AMD E350 für sein Einsatzgebiet einfach nicht so viel CPU-Power benötigt.

3D Mark 01 und 3D Mark 06
Stellvertretend für die synthetischen Benchmarks nutzen wir mit dem 3D Mark 01 einen der ersten Benchmarks überhaupt und mit dem 3D Mark 06 einen nicht ganz aktuellen, aber dennoch beliebten. Auch wenn synthetische Benchmarks kaum ein repräsentatives Anwendungsszenario darstellen, liefern sie dennoch eine Leistungseinschätzung - die man grob auf die Praxis übertragen kann.

Spielt nicht nur die CPU-Leistung eine Rolle, sondern auch die des Grafikteils, ändert sich das Bild deutlich. Die integrierte HD6310 der Fusion-APU macht eine gute Figur und stellt sich als ausgewogener Partner heraus. Liegt der Core i3 im 3D Mark 01 noch wegen seiner im Vergleich hohen CPU-Leistung in Front, wendet sich das Blatt im 3D Mark 06. Die reinen CPU-Punkte sind zwar mehr als dreimal so hoch wie für den E350, aber in den SM2- und SM3-Tests setzt sich der Fusion-Prozessor deutlich ab. Und das soweit, dass die AMD-Lösung am Ende bei der Gesamtpunktzahl komfortable 22% in Front liegt.

Command & Conquer 4:
Ein Strategiespiel auf einem großen Fernseher zu spielen, kann schon recht beeindruckend wirken. Auf einem 44" TV-Gerät erreicht das Mittendringefühl nie dagewesen Ausmaße. Auch wenn Command & Conquer 4 nicht an die Erfolge seiner Vorgänger anschließen kann, bietet es für Strategiespiele aktuelle Technik. Wie eingangs erwähnt, setzen wir als Kompromiss auf die Auflösung 1280x720. Bei den Details setzen wir einmal die Voreinstellungen auf "sehr niedrig" und einmal auf "mittel". Für alle Durchläufe setzen wir stets auf ein selbst erstelltes Replay und zeichnen die letzten 60 Sekunden mit Fraps auf.

Bei minimalen Details auf beiden System absolut spielbar, aber das Intelsystem setzt sich durch die höhere CPU-Leistung bei den minimum FPS leicht in Front. Mit steigenden Details kommt der stärkere IGP des AMD-Systems zum Tragen, die Fusion-APU platziert sich recht deutlich vorne. Allerdings fallen die FPS soweit ab, dass der Spielspaß sehr getrübt wird.

Counter-Strike Source:
Kaum ein Shooter erfreut sich über so lange Zeit einer solch hohen Beliebtheit wie Counter-Strike. Der aktuellste Sprössling in Form von Counter-Strike: Source ist zwar annähernd sieben Jahre alt, aber der Entwickler Valve arbeitet ununterbrochen an der Engine weiter und implementiert immer wieder neue Features. Die zu Grunde liegende Source-Engine kommt dabei in verschiedenen Formen in einer Vielzahl an Valve Spielen zum Einsatz - unter anderem Left 4 Dead 1+2, Half Life 2 oder Alien Swarm. Nach wie vor nutzen wir 1280x720 als Auflösung, die Details belassen wir auf "sehr hoch", da das Spiel diese ohnehin automatisch wählt - zu recht.

Durch die schlechte Treiberunterstützung disqualifiziert sich das Core i3 System quasi selber. Keinerlei Kantenglättung ist möglich, weder via Treiber, noch direkt im Spiel. Das ist sehr schade, denn es wäre von der Leistung noch genug Luft für 2x MSAA oder 4x MSAA. Das Fusion-System macht hier eine durchweg gute Figur. Ohne Kantenglättung liegt der Core i3 etwa 18% zurück. Mit Kantenglättung bricht der E350 kaum ein und liefert selbst mit 4x MSAA im Durchschnitt noch absolut flüssige 48,7 FPS.

Colin McRae: DiRT 2:
Das Rally-Spiel Dirt 2 erfreut sich immer noch einer großen Fangemeinde. Tolle DX11-Optik in Form von Ambient Occlusion für schicke Beleuchtung und Tesselation für Zuschauer, Fahnen und Wassereffekte sind integriert worden. Leider bleibt davon nach dem Absenken der Details nicht mehr viel übrig. Die Auflösung belassen wir wieder auf 720p und als Voreinstellungen wählen wir einmal "sehr niedrig" und "mittel". Der integrierte Benchmark liefert uns dann die nötigen Ergebnisse.

Leider bleiben die ganzen hübschen Effekte wie Tesselation und Ambient Occlusion aus, denn der Core i3 ist zum einen nicht DX 11 fähig und zum anderen werden diese Effekte erst ab der Einstellung "Hoch" genutzt. Aber das ist auch gut so. Auf "sehr niedrig" ist Dirt 2 auf beiden Systemen spielbar, wobei der Intel aufgrund der CPU-Power wieder mehr minimale FPS liefert. Im Durchschnitt ist aber die Fusion-APU etwas flotter. Erhöhen wir die Details auf "mittel", sinken die Frames leider in einen nicht spielbaren Bereich ab, dabei liefert der E350 jedoch im Durchschnitt noch rund 24% mehr Frames.

Call of Duty: Modern Warfare 2:
Kaum eine Spielereihe ist so beliebt wie Call of Duty. Millionen und Abermillionen verkaufte Exemplare nehmen wir zum Anlass, auch einen Sprössling dieser Serie mit aufzunehmen. Der aktuellste Titel "Black Ops" machte leider reproduzierbare Probleme. Vermutlich treiberbedingt endete das Laden eines Spielstandes auf einem weißen Bildschirm. Da sich nicht viel an den Hardware-Anforderungen geändert hat, greifen wir einfach auf Modern Warfare 2 zurück. Als gescriptete Szene verwenden wir den Anflug auf die Festung im Level "Gulag". Die Auflösung ist weiterhin 1280x720 und bei den Settings deaktivieren wir einmal alles (in der Grafik "low") und einmal aktivieren wir sämtliche Effekte und stellen die Texturen auf mittel (in der Grafik "mid").

Die Scriptsequenz stellt ein wenig das Worst-Case-Szenario dar, denn im Anflug scheppert es quasi ununterbrochen. Jets feuern ihre Raketen ab, Kugeln fliegen umher und Rauch verdeckt die Sicht. Nichtsdestotrotz liefern beide Systeme auf den niedrigen Einstellungen sehr gute Ergebnisse. Erstaunlicherweise setzt sich die Fusion-APU bei durchschnittlichen und vor allem minimalen FPS doch deutlich in Front. Mit Zuschalten der Effekten und Erhöhen der Texturauflösung fallen zwar beide Systeme für dieses Szenario in einen unspielbaren Bereich ab, aber im normalen Soldatenalltag lässt es sich ohne das pausenlose Effektfeuerwerk noch angenehm spielen.

Resident Evil 5:
Zombi-Hetzjagd à la Resident Evil - macht es auf einem HTPC Sinn? Wer nach einem Resident Evil Filme-Abend vielleicht noch Lust verspürt selber Zombies zu erlegen, könnte dazu geneigt sein eine Runde Resident Evil 5 zu spielen. Als ein klassischer Konsolenport kann man davon ausgehen, dass bis zu einem gewissen Maß auch für schwächere Hardware optimiert wurde. Für den Fall, dass ein flüssiges Spielvergnügen möglich ist, könnte die gute Controller-Unterstützung vielleicht sogar eine Konsole ersetzen. Als Auflösung ist wieder 720p im Programm und bei den Details macht mehr als die Voreinstellung niedrig im DX 9-Modus keinen Sinn, also belassen wir es dabei.

Trotz Konsolenportierung kaum spielbar. Der Core i3-540 produziert zwar im Durchschnitt noch gut 25 FPS, aber die Einbrüche trüben den Spaß aber deutlich. Die angepriesene Unterstützung der Intel "Core" CPUs verhilft hier dem Intel-CPU zu einem deutlich Vorsprung. Der AMD E350 liefert im Durchschnitt nur 17 FPS, was absolut nicht spielbar ist - da kommt kein Spaß auf.

Die HD 3000 IGP der Sandy Bridge-Prozessoren liefert circa die gleiche Leistung wie die Fusion-APU, wird aber nur in den K-CPUs verwendet und bringt ein unverhältnismäßig schlechteres Preis-/Leistungsverhältnis mit sich. Bei den nicht K-CPUs kommt nur die HD 2000 Grafikeinheit zum Einsatz, welche deutlich langsamer ist.

Overclocking

Beim Übertakten waren keine riesen Sprünge zu erwarten. Das BIOS lässt gerade was den Host Clock angeht nicht viel zu, da gerade mal 120 MHz können eingestellt werden können. Aber die Temperatur limitiert auch bereits. Bei hoher Auslastung und Standardtakt verzeichnen wir bereits um die 70°C auf den Kernen. Das Overclocken muss also ohne Spannungserhöhung vonstattengehen, damit wir den kleinen Chip nicht an das thermische Limit treiben. Beim langsamen erhöhen des Host Clock in 2 MHz-Schritten erreichten wir das Maximum schlussendlich bei 110 MHz. Daraus resultiert nicht nur ein Gesamttakt von 1760 MHz (+10%), sondern bei Verwendung des höchsten RAM-Teilers auch ein Speichertakt von 1466 MHz. Klingt wenig beeindruckend, ist aber gar nicht so unwichtig, denn der Grafikpart der APU missbraucht schließlich den RAM als Video-Speicher. So macht sich die Übertaktung gleich doppelt bemerkbar.

Die integrierte Grafikeinheit zeigte sich deutlich taktfreudiger. Ausgehend von 500 MHz lässt sich die HD 6310 um 50% auf 750 MHz beschleunigen. Einen Bildbeweis müssen wir an dieser Stelle leider schuldig bleiben, da zum Testzeitpunkt kein Tool die Werte des IGP korrekt auszulesen vermochte. GPU-Z in der Version 0.5.2 zeigt bei den Taktraten stets 0 MHz an. Die Nachfolgenden Benchmarks zeigen jedoch die Leistungssteigerung.

Der andere Weg - sprich undervolten - ist natürlich auch immer eine Option. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Zum einen bleiben die Komponenten kühler und zum anderen spart man Strom und damit auch wertvolles Geld. Da die Fusion-APU bereits speziell auf Stromsparen und Effizienz getrimmt ist, ist der Erfolg leider recht überschaubar. Durch Absenken der Kernspannung von 1,3 V (Standard) auf 1,2 V verringert sich der Stromverbrauch in alltäglichen Situationen um ein rundes Watt. Bei hoher Auslastung, wie wir sie mit dem Cinebench erzeugen, steigt die Ersparnis auf etwa drei Watt.

OC-Benchmarks

Um die erreichten Übertaktungsergebnisse zu verifizieren, jagen wir die APU noch einmal durch sämtliche Benchmarks. Dafür belassen wir CPU, GPU und Speicher auf deren jeweiligen höchst möglichen Werten. Also laufen die beiden CPU-Kerne mit 1760 MHz, der Arbeitsspeicher mit DDR3-1466 und die IGP mit 750 MHz. Wunder bewirkt das Overclocking nicht, aber Performancesteigerungen gibt es durch die Bank weg überall.

3D Marks und Programme:

Der Cinebench und x264 können natürlich nur von dem höheren CPU-Takt profitieren, was sie auch tun. Die 10% Übertaktung wird ebenso in 10% mehr Leistung umgesetzt. Die beiden 3D Marks profitieren dank des übertakteten IGP noch etwas mehr. Der 3D Mark 06 noch etwas besser, denn hier steigen die Punkte von 2286 auf 2557. Damit übertreffen wir sogar recht deutlich die Vorgaben von Gigabyte auf der Verpackung, wo im übertakteten Zustand 2400 Punkte angegeben werden.

Spiele:

Bei den Spielen zeigt sich durchweg eine Performancesteigerung von 10-20%. Die Spiele, die vorher bereits flüssig liefen, tun das natürlich immer noch. Leider verhilft der Performanceschub in keinem Fall über die Nicht-Spielbar-Grenze hinweg, sodass man sich zurecht nach dem Sinn fragen kann. Natürlich kann es im Einzelfall schon lohnen zu Übertakten, wenn das gewünschte Spiel dadurch annehmbarer läuft. In den allermeisten Fällen wird es aber keinen oder kaum einen Unterschied ausmachen. Wer mit seinem System wirklich richtig spielen möchte, sollte eher in potentere Hardware investieren. Kleine Zocker-Ambitionen für zwischendurch bietet das Fusion-Board aber schon.

Sebastian Latz meint …

Sebastian Latz

Kleiner, sparsamer, leiser HTPC mit Ambitionen für Gelegenheitsspieler? So kann man die Fusion-APU von AMD am besten beschreiben. Das mit dem E350 kein Highend-PC entstehen kann, ist wohl jedem klar, aber im Wohnzimmer fühlt sich der kleine richtig wohl. Ob DVD-Wiedergabe oder HD-Inhalte, alles kein Problem. Lediglich die aktuellen Flashprobleme, die das Abspielen von 1080p Videos im Vollbildmodus stocken lassen, trüben den Eindruck etwas. Der Fehler ist allerdings bekannt und ein Update des Flashplayers soll sehr bald das Problem beheben.

Das Gigabyte E350N-USB3 kann hier als eines der ersten AMD Fusion-Mainboards von sich überzeugen. Die Platine ist gerüstet für die neuen Schnittstellen USB 3.0 und SATA III und viel wichtiger: Es ist sehr leise! Eine Lüftersteuerung hätte das Paket noch abgerundet, aber sofern man eventuell vorhandene Gehäuselüfter nicht oder anders regelt, kann das vernachlässigt werden. Ein etwas größerer Lüfter auf der Platine hätte es vielleicht noch ermöglicht, eine niedrigere Drehzahl zu wählen und so das System absolut unhörbar zu machen. Das ist aber Kritik auf sehr hohem Niveau, denn der verbaute 40 mm Lüfter ist nur im offenen Aufbau und in direkter Umgebung auszumachen. Das Übertaktungspotential, insbesondere der IGP, ist mit 750 MHz besonders beeindruckend.

Der Preis von aktuell rund 127,-€ (Stand 29.03.2011) ist gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass das Mainboard eine CPU und eine GPU quasi mit sich bringt. Vergleichbare Systeme sind unter Umständen deutlich teurer, wenn die Preise für CPU, GPU und Mainboard zusammen berücksichtigt werden oder sind lauter und brauchen mehr Strom.

Wer sich einen sparsamen und leisen HTPC bauen möchte, ist mit der Fusion-Plattform und der passenden Gigabyte-Lösung genau richtig bedient und sollte zugreifen.

  • Positiv
  • Klein (ITX)
  • Sparsam
  • Leise
  • USB 3.0 und SATA 3
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Keine Lüftersteuerung
  • Probleme mit Flash-Wiedergabe im Vollbild Modus

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