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Tech-Review.de

  • Dienstag, 22. September 2020
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Gelid Slim Silence AM1

Gelid Slim Silence AM1: Im AM1-Test

Einleitung

Auf dem momentanen Markt gibt es eine erhebliche Anzahl von CPU-Kühlern. Anders sieht es da zurzeit für den Sockel AM1 von AMD aus. Obwohl der Sockel schon seit Anfang des zweiten Quartals 2014 auf dem Markt ist, ist es im Bereich der alternativen Kühlkörper sehr ruhig. GELID Solutions bringt nun etwas Bewegung in diese Sparte. Der seit 2008 bestehende Hersteller ist unter anderem durch seine CPU-Kühler, Lüfter, Wärmeleitpasten auf dem Markt vertreten und dürfte den meisten PC-Schraubern bekannt sein. GELID Solutions ist einer der ersten Hersteller, die einen alternativen CPU-Kühler für den Sockel "AM1" anbietet. Leider ist die Verfügbarkeit in Deutschland bisher nicht gegeben. Dennoch möchten wir euch heute den CPU-Kühler "Slim Silence AM1" vorstellen und ihn für euch testen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Der steinige Weg zum Testsample

Fündig wurden wir bei einem Onlinehandel (FeppaSpot) in Hong Kong. Der Kühler ist derzeit noch nicht in diesem Online-Shop verzeichnet, aber er ist auf Lager. Wenn man per E-Mail anfragt (in Englisch), bekommt man sehr schnell eine Antwort, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Der Mailkontakt war sehr freundlich und der Support sehr hilfsbereit bei Fragen. Preislich lag der Kühler bei USD $11 (ca. 8,65 €) was der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers aus seiner Pressemitteilung entspricht. Hierbei ist aber zu beachten, dass dieses Preisangebot im Onlinehandel zeitlich variieren kann. Weiterhin sollte man bedenken, dass noch der Versand per Luftpost dazu kommt und man das Paket beim Zoll abholen muss (eventuell mit Nachverzollung). Somit kann am Ende preislich schnell das Doppelte rauskommen. Die Ware war zwar innerhalb von zwei bis drei Tagen in Deutschland, aber bis es letztendlich am Zielort – sprich der Redaktion war, vergingen nochmal rund zwei Wochen. Um Zusatzkosten und Stress zu sparen, sollte man vielleicht wirklich warten, bis der Kühler auch von deutschen Shops angeboten wird. Nur wann das sein wird, können wir leider noch nicht beantworten.

Verpackung

Die Verpackung fällt, ebenso wie der Kühler selbst, recht klein und kompakt aus und ist äußerlich schlicht und unauffällig gehalten. Dennoch sind auf ihr alle wichtigen Informationen und technischen Details enthalten, wenn auch nur in englischer Sprache. Positiv aufgefallen ist der Hinweis auf die fünfjährige Herstellergarantie des Kühlers auf der Verpackung. Der Kühler ist im Inneren selbst nicht nennenswert gepolstert. Nur die Unterseite des Kühlers ist durch eine Plastikschale geschützt, wo sich das selbstklebende Wärmeleitpad befindet. Der Kühler und seine Lamellen sind hingegen aber sehr stabil und robust, womit zum Glück keine große Gefahr besteht, dass der Kühler schnell beschädigt wird.

Der Lieferumfang

Im Lieferumfang des Kühlers befinden sich zwei Montageschrauben, vier selbstklebende Abstandshalter-Ringe, ein GELID Solutions-Aufkleber und noch eine kleine bebilderte Montage-Anleitung. Diese ist, zu unserer positiven Überraschung, in sechs Sprachen (auch in Deutsch) gedruckt. Die Bilder der Anleitung sind relativ klein, aber man kann problemlos erkennen, was dargestellt ist. Die Anleitung selbst ist sehr kurz, aber leicht verständlich geschrieben.

Zum Lieferumfang gehören:

  • eine mehrsprachige Anleitung mit Bildern (auch deutscher Text)
  • ein GELID Solutions-Aufkleber
  • vier Abstandshalter-Ringe
  • zwei Montageschrauben
Der Kühler mit seinem Zubehör

Technische Details

Sehen wir uns nun den Slim Silence AM1 und den Standard-Kühler von AMD genauer an. Das Kühlsystem der beiden Kühler ist im Prinzip dasselbe. Beide Kühler sind aus Aluminium und haben einen Lüfter, der die Luft von oben ansaugt, durch die Aluminium-Lamellen nach unten bläst und somit die Wärme von den Lamellen abtransportiert. Gleichzeitig wird die Luft auch über das Mainboard geblasen, um diese auf der Mainboard-Oberfläche in Bewegung zu halten und oberflächlichen Wärmestau abzutransportieren. Mit seinen 79 mm in Länge und Breite ist der Slim Silence AM1 jeweils beachtliche 24 mm in beide Richtungen größer als der Standard-Kühler. Allerdings ist er, durch seinen im Kühlkörper versenkten 65 mm-Lüfter, ganze 13,4 mm niedriger gegenüber dem Standard-Kühler (dieser ist 39,4 mm hoch) und kommt somit auf eine Gesamthöhe von nur 26 mm! Damit ist er in seiner Höhe minimal niedriger als unser eingesetzter RAM-Riegel, was optimal für sehr flache Gehäuse ist. Auf der Rückseite befinden sich zwei Befestigungs-Bolzen und ebenfalls ein vorgeklebtes Wärmeleitpad, wie auch beim Standard-Kühler. Während dieser nur mit einem 3-Pin-Lüfteranschluss ausgerüstet wurde, befindet sich am Slim Silence AM1 ein 4-Pin-Anschluss, wodurch eine PWM-Steuerung unterstützt wird.

Modellbezeichnung Slim Silence AM1
Kühlertyp TopBlow
Maße (HxBxT) 26 x 79 x 79 mm
Material Aluminium
Besonderheiten 4-Pin-Anschluss / PWM-Kontrolle
Lüfter (Durchmesser x Höhe)
65 x 15 mm
DC Spannung (V) 12
Garantie 5 Jahre
Gewicht ~ 132 g
Geräuschniveau (dBA) 15 - 27.2
Kabellänge 250 mm
Lüftergeschwindigkeit RPM (+/- 10%) 1200-2600
Lager Kugellager
Lebenszeit MTTF bei 40C° (h) 50.000
Luftstrom (CFM / CMH) 20 / 34
Statischer Druck (mmAq) 1.25
Stromstärke (A) 0.2

Montage des Kühlers

Die Montage des Kühlers ist sehr einfach und in wenigen Minuten erledigt. Die Anleitung ist mit kurzen Sätzen und ihren Bildern verständlich formuliert und sehr anfängerfreundlich. Durch diese und den sehr geringen Montageaufwand kommt selbst ein Anfänger problemlos damit klar. An jedem der beiden Kühler-Montagelöcher im Mainboard wird jeweils von beiden Seiten einer der selbstklebenden Abstandshalter-Ringe angebracht. Diese schützen das Mainboard vor versehentlichen Beschädigungen oder Kratzern bei der Montage. Als nächstes legt man den Prozessor-Kühler umgedreht, mit dem Lüfter nach unten, auf den Tisch und platziert das ebenfalls umgedrehte Mainboard mit den Montagelöchern auf den Befestigungs-Haltern des Kühlers.

Achtet vorher darauf, auf welcher Seite ihr das Lüfterkabel nach der Montage haben wollt, damit ihr den Kühler nicht nochmal entfernen und drehen müsst. Nun werden nur noch die beiden Montageschrauben reingedreht und vorsichtig gleichmäßig angezogen. Zum Schluss muss lediglich noch das Stromkabel am entsprechenden Port angeschlossen werden. Bauteile vom Mainboard wurden vom Kühler nicht blockiert. Die Entfernung zum ersten RAM-Slot ist sehr kurz, aber der Arbeitsspeicher kann problemlos eingesetzt werden.

Einstellung im BIOS:
Wenn man einen PWM-fähigen 4-Pin-Lüfter hat und die automatische Drehzahlsteuerung nutzen möchte, muss man diese Funktion bei manchen Mainboards eventuell im BIOS aktivieren. Die Einstellung bei unserem Asus-Board findet ihr in den "Erweiterten-BIOS-Menüs", dem "Advanced-Mode". Dort geht ihr unter dem Menüpunkt "Monitor" auf die Einstellung "CPU Q-Fan-Steuerung" und wechselt vom DC-Mode zu PWM-Mode. Dadurch nutzt der Lüfter nun die vorgegebenen Drehzahlen von 1200~2600 rpm.

Den Betriebmodus kann man bei Bedarf umstellen

Achtung:
Für den Test lassen wir die Einstellung auf "DC-Mode"! Dadurch können wir den Lüfter noch langsamer und somit auch leiser drehen lassen. Zudem haben wir damit einen flexibleren Drehzahlbereich, wenn man sich eine eigene Lüfterkurve anlegen möchte.

Testverfahren

Als Testverfahren zur Temperaturmessung nutzten wir folgendes Lastszenario:
CPU-Auslastung mit Prime95. Hierbei wird eine eher unrealistische, sehr hohe Temperatur erreicht, die bei einer normalen Nutzung des Systems nicht zustande kommt.

Die Lautstärke des Kühlers wird mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt. Hierbei messen wir die Lautstärke bei 100%, 75%, 50% Drehzahlen des Lüfters. Die Messung erfolgt in einem Abstand von 50 cm über dem Kühler. Um möglichst alle Geräuschquellen bei den Lautstärke-Messungen zu vermeiden, nutzen wir ein passives Netzteil und eine SSD-Festplatte. Bei allen Messungen liegt das Mainboard mit Gummi-Abstandhaltern entkoppelt frei auf dem Tisch, ohne weiteren Nebenlüfter. Die umgebende Raumtemperatur des nicht schalldichten Raums beträgt ~21°C. Alle Kühler werden mit der selben Wärmeleitpaste (Noctua NT-H1) betrieben.

Das Testsystem

Als Testsystem kommen folgende Komponenten zum Einsatz:

Netzteil Fortron Aurum Xilenser 500 W (passiv)
Mainboard Asus AM1I-A
Prozessor AMD Athlon 5350 (2.05 GHz Standard)
Grafikkarte APU
Arbeitsspeicher Kingston HyperX Fury 1600 MHz (4 GB)
Festplatte / SSD TeamGroup Dark L3 SSD 60GB
Betriebssystem Windows 7 Prof. (64 bit)
Asus-Software zur Lüftersteuerung
AI Suite 3
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100

Achtung:
Für den Test des Kühlers ließen wir die Einstellung auf "DC-Mode", damit wir für unseren Test die Drehzahlen flexibel einstellen konnten. Dadurch war es uns möglich, den Lüfter noch langsamer und somit auch leiser drehen zu lassen.

Drehzahlen

Sehen wir uns jetzt die Drehzahlen, Lautstärke und Temperaturen vom Slim Silence AM1 und dem Standard-Kühler an. Für den Test ließen wir die Kühler im "DC-Mode" antreten und steuerten die Lüfterdrehzahl mit der "AI Suite 3"-Software von Asus. Bei dem Test hatten wir beide Kühler mit verschiedenen Lüfterdrehzahlen laufen lassen und die Lautstärke sowie Temperaturen unter Last (durch Prime95) gemessen. Dabei lag das Mainboard offen auf dem Tisch (mit Gummifüßen entkoppelt), ohne separaten Lüfter, bei einer Raumtemperatur von ~21°C. Man sollte bei dem Test auch die unterschiedlichen Drehzahlen der Kühlerlüfter bei der prozentualen Steuerung beachten.

Als erstes betrachten wir die unterschiedlichen Drehzahlen der Lüfter, die große Unterschiede aufweisen. Der Slim Silence AM1 ist langsamer und muss sich mit weniger Drehzahlen gegen den AMD-Standard behaupten können. Ob der Lüfter des Slim Silence AM1 dies durch seinen größeren Lüfter ausgleichen kann, werden wir im weiteren Verlauf herausfinden.

Lautstärke

Als nächstes betrachten wir die Lautstärke des Kühlers. Diese haben wir mit einem Schallpegel-Messgerät gemessen, wobei der Messpunkt in einer Entfernung von 50 cm über dem offen liegenden Mainboard war.

Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem
geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Als nächstes sehen wir uns die Lautstärke der beiden Kühler an. Diese haben wir mit einem Schallpegel-Messgerät gemessen, wobei der Messpunkt in einer Entfernung von 50 cm über dem offen liegenden Mainboard war. In den hohen Drehzahlen geben sich die Kühler kaum etwas, wobei der Slim Silence AM1 bei den prozentual höheren Drehzahlstufen etwas lauter als der AMD-Standard ist. Dies könnte an dem offenen Aufbau um den Lüfter liegen. Bei dem AMD-Standard ist die Flanke um den Lüfter geschlossen, während sie beim Slim Silence AM1 offen ist. Möglich wäre, dass es dadurch an den Lamellen zu Luftverwirbelungen und somit zu höherer Geräuschentwicklung kommt. Aus diesem Grund werden die niedrigen Drehzahlen umso interessanter. Bei 40 % bis 50 % ihrer Leistung sind beide Kühler praktisch kaum bis gar nicht zu hören. Außerhalb eines Gehäuses wären sie lautlos.

Temperaturen unter Last

Als letztes schauen wir auf die Temperaturen unter Last (Prime95). Hierbei erkennt man, dass der Prozessor selbst nie wirklich mit großen Temperaturen kämpfen muss. Solange die Drehzahlen im oberen Bereich arbeiten, gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Generell bewegen sich die Temperaturen bei beiden Kühlern in guten Bereichen. Erst ab niedrigen Drehzahlen merkt man den Temperatur-Vorteil des Slim Silence AM1. Dabei sollte man (wie schon erwähnt) beachten, dass der Lüfter des Slim Silence AM1 bei der prozentualen Drehzahleinstellung zumeist 1/4 bis 1/3 weniger Drehzahl hat. Gegenüber dem AMD-Standard profitiert er sichtlich von seinem größeren Kühlkörper und Lüfter, womit es ihm möglich ist, die CPU effizienter kühl zu halten.

Die Wärmeverteilung

Wie sieht es mit der Wärmeverteilung aus? Dazu betrachten wir das Mainboard mit einer Thermalkamera. Zuerst vergleichen wir die beiden Kühler im Leerlauf (Idle) mit ihren Lüfterdrehzahlen von 100 % und 40 %. Hierbei sieht man schon leicht den Vorteil des Slim Silence AM1 durch seinen größeren Lüfter. Mit diesem kann er besonders bei langsamer Drehzahl die Abluft etwas besser über dem Mainboard verteilen und zum Abtransport der Wärme beitragen.

Zum Schluss sehen wir uns das Ganze unter Volllast an, ebenfalls mit den Lüfterdrehzahlen von 100% und 40%. Hier punktet der Slim Silence AM1 bei langsamen Drehzahlen und spielt seine Stärken aus. Der große Lüfter trägt die Wärme noch effizienter ab und hält auch die umliegenden Komponenten kühler, als es dem AMD-Standard möglich ist.

Johannes Wehner meint …

Johannes Wehner

Der GELID Slim Silence AM1 konnte mit seinem Versprechen "Slim" und "Silence" durchaus überzeugen, wenn auch letzteres leider erst bei niedrigeren Lüfterdrehzahlen. Aber selbst dabei punktet er mit seiner besseren Kühlleistung der CPU und des Mainboards. Allerdings zeigt der Test auch, dass der Standard-Kühler sich nicht verstecken muss! Auch er reicht mit seiner Leistung und Lautstärke für den normalen Betrieb und für die meisten User voll aus. Wo liegen nun eigentlich die Vorteile für den GELID Slim Silence AM1? Besonders durch seine sehr niedrige Bauhöhe ist er ideal und attraktiv für sehr flache Gehäuse, wo es vielleicht mit dem AMD-Standard zu eng oder unpassend werden könnte. Ebenso könnte der Kühler für Übertakter interessant sein, die noch etwas mehr aus der CPU herauskitzeln und das Volt anheben wollen. Eine ausgeschriebene Herstellergarantie von vollen fünf Jahren macht das positive Gesamtbild komplett.

  • Positiv
  • Sehr geringe Höhe
  • Blockiert trotz seiner Breite keinen Ram-Slot
  • Fünf Jahre Garantie
  • Gute Kühlleistung
  • Kühlt effizient auch umliegende Komponenten
  • Minimaler Montageaufwand
  • Sehr leise...
  • Neutral
  • Negativ
  • ...aber leider erst bei niedrigen Drehzahlen
  • Zum Review-Zeitpunkt noch nicht in Deutschland erhältlich

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