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  • Sonntag, 03. Mai 2026
EZVIZ CB8 Lite 4G

EZVIZ CB8 Lite 4G: Eine smarte Outdoor-Kamera mit Solarpanel & LTE-Funktion

Einleitung

Überwachungskameras gehören inzwischen für viele Haushalte ganz selbstverständlich dazu - sei es im Haus zur Beobachtung von Kindern oder Haustieren oder draußen zur Absicherung des eigenen Grundstücks. Ungewöhnlich ist das heute längst nicht mehr. Während früher bei der Installation oft noch größerer Aufwand nötig war, etwa durch Kabelverlegung oder die teils umständliche Einrichtung eines Festplattenrecorders (NVR), hat sich das mit modernen WLAN-Modellen spürbar geändert. Die Einrichtung geht heute wesentlich einfacher von der Hand und auch die Bedienung ist deutlich komfortabler geworden. Selbst ohne große Vorkenntnisse bekommt man solche Systeme inzwischen problemlos ans Laufen und kann sich innerhalb weniger Stunden ein komplettes Kamera-Set einrichten.

Dennoch haben viele dieser Systeme - vor allem rein netzwerkgebundene Modelle - ein grundsätzliches Problem: Sie funktionieren nur dann zuverlässig, wenn am Einsatzort auch ein stabiles WLAN mit ausreichender Signalstärke vorhanden ist. Gerade bei größeren Grundstücken, Garagen, Einfahrten oder abgelegenen Bereichen stößt das jedoch schnell an Grenzen. Reicht die Abdeckung nicht aus, ist die Nutzung eingeschränkt oder fällt im schlimmsten Fall komplett aus.

CB8 Lite 4G Packshot

Genau hier setzen alternative Lösungen an. Inzwischen gibt es Kameras, die zusätzlich über das 4G-LTE-Mobilfunknetz arbeiten und dadurch deutlich flexibler eingesetzt werden können. Unser heutiges Testgerät gehört genau in diese Kategorie.

Mit der CB8 Lite 4G bringt EZVIZ eine schwenkbare Outdoor-Kamera auf den Markt, die genau für solche Einsatzbereiche gedacht ist. Auf dem Papier wirkt das Gesamtpaket durchaus spannend: 2K-Auflösung, ein drehbarer Kamerakopf mit bis zu 340° Sichtfeld, Farb-Nachtsicht sowie ein 5.200-mAh-Akku mit optionaler Solar-Unterstützung - und das Ganze bereits für rund 90,- Euro.

Wir haben uns die Kamera im Alltag genauer angesehen und zeigen Euch auf den nächsten Seiten, wie gut sich das Gesamtpaket in der Praxis schlägt.

Viel Spaß beim Lesen,
Euer Team TRV!

Lieferumfang - das ist dabei

Geliefert wird die Kamera in einem relativ kompakten Hochglanz-Karton, auf dessen Außenseiten die wichtigsten Funktionen bereits vorgestellt werden. Da es sich in unserem Fall um ein Kit mit beiliegendem Solarpanel handelt, fällt der Karton vermutlich etwas größer aus als bei Varianten ohne Panel. Bei der Version mit dem nochmals größeren Solarpanel wird dieses separat beigelegt und befindet sich daher nicht direkt mit im Hauptkarton.

Geöffnet zeigt sich, dass das CB8 Lite 4G-Kit ordentlich und vor allem sicher verpackt ist. Die Kamera selbst sitzt in einem passgenauen Schaumstoffelement und ist dadurch effektiv vor Beschädigungen geschützt.

In einem separaten, flachen Innenkarton darüber befindet sich das 5-Watt-Solarpanel inklusive des rund 3 Meter langen Anschlusskabels. Zum Lieferumfang gehören insgesamt die Kamera, das Solarpanel, zwei Tüten mit Montagematerial, eine Bohrschablone sowie ein USB-C-Netzkabel. Ergänzt wird das Ganze durch eine Schnellstartanleitung und die üblichen regulatorischen Hinweise.

Insgesamt wirkt der Lieferumfang funktional und sinnvoll auf das Wesentliche reduziert. Für die grundlegende Inbetriebnahme ist jedoch alles dabei, was man benötigt.

  • Schwenkbare Kamera
  • Solarpanel mit Anschlusskabel
  • Schraubensatz für die Montage
  • Bohrschablone
  • Schnellstartanleitung
  • kurzes USB-C Kabel zum Aufladen des Akkus

Was allerdings fehlt, sind die mittlerweile bei vielen Herstellern üblichen Hinweis-Sticker zur Videoüberwachung, die man beispielsweise an Türen oder Toren anbringen kann. Gerade im Außenbereich wären diese aus rechtlicher Sicht durchaus sinnvoll gewesen. Schade eigentlich.

Technische Daten

Die CB8 Lite 4G gehört mit ihrer 2K-Auflösung (2304 x 1296 Pixel) nicht zu den ganz hochauflösenden Vertretern, liegt aber klar über einfachen Full-HD-Modellen. Wer mehr möchte, wird bei EZVIZ zwar ebenfalls fündig - etwa mit der EB8 oder EB8 Pro - muss dafür aber auch tiefer in die Tasche greifen. Im Alltag wichtiger ist ohnehin, wie viel die Kamera tatsächlich erfasst. Und hier spielt die schwenkbare Bauweise ihre Stärke aus: Mit bis zu 340° Drehung und rund 80° Neigung deckt sie einen großen Bereich ab, ohne dass man direkt mehrere Kameras installieren muss.

Sobald es dunkel wird, schaltet die Kamera wahlweise auf die klassische Infrarot-Nachtsicht oder auf eine Farb-Nachtsicht mit integrierter Beleuchtung um. Dazu kommen die inzwischen üblichen smarten Funktionen wie Personen- und Fahrzeugerkennung. Erkennt die Kamera eine Bewegung im Sichtfeld, kann sie diese sogar aktiv verfolgen und entsprechend mitschwenken. Ergänzend dazu gibt es noch die sogenannte aktive Verteidigung - im Grunde eine Kombination aus Licht und Sirene, die sich bei Bedarf zuschalten lässt. Beim Thema Speicher bleibt man ebenfalls flexibel: Aufnahmen können lokal auf einer microSD-Karte (bis 512 GB, optional) gespeichert oder alternativ über die herstellereigene CloudPlay-Lösung in der Cloud abgelegt werden. Nach einer 30-tägigen Testphase fallen hier je nach Tarif rund 5 bis 10 Euro pro Monat an.

Auch bei der Verbindung ist die Kamera breiter aufgestellt als viele Mitbewerber. Neben WLAN 6 (2,4 GHz) steht eine 4G-LTE-Verbindung mit optional eingesetzter SIM-Karte zur Verfügung. Zwischen beiden Netzen wird bei Bedarf automatisch gewechselt, etwa wenn das heimische WLAN schwächelt. Zusätzlich lässt sich über das integrierte Zwei-Wege-Audio direkt mit Personen vor der Kamera sprechen. Versorgt wird das Ganze über einen fest verbauten 5.200-mAh-Akku, der entweder klassisch per USB-C geladen oder deutlich praktischer dauerhaft mit dem 5-Watt-Solarpanel betrieben werden kann. Dank des rund 3 Meter langen Verbindungskabels bleibt bei der Montage des Panels zudem etwas mehr Spielraum.

Technische Daten - Kamera CB8 Lite 4G Kit
Modellname CB8 Lite 4G
Gerätetyp 4G- & Wi-Fi 6 Akku-Überwachungskamera (Outdoor)
Serie EZVIZ Essential-Serie
Bildsensor 1/3" CMOS, 4 MP (2K+)
Objektiv 4 mm @ F1.6
Diagonal: 90° | Horizontal: 75° | Vertikal: 40°
Videoauflösung 2K (2304 × 1296 Pixel)
Bildrate max. 15fps; Selbstadaptiv während der Netzwerkübertragung
Videokomprimierung H.265 / H.264
DNR (DigitalNoiseReduction) 3D-DNR
Schwenk / Neigung Schwenken: 340° | Neigen: 80°
Nachtsicht Farb-Nachtsicht
Reichweite: bis ca. 15 m
KI-Funktionen Personenerkennung, Fahrzeugerkennung
Auto-Tracking
Sicherheitsfunktionen Sirene & Licht
Video-Modus 24/7 AOV-Modus (Always-On-Video)
Audio Zwei-Wege-Audio
Speicher microSD-Karte (bis 512 GB, optional)
EZVIZ CloudPlay (optional)
Konnektivität 4G LTE, WLAN 6 (2,4 GHz Band, Auto-Umschaltung zwischen WLAN & LTE)
Stromversorgung 5.200 mAh Akku
Betrieb über Netzteil oder Solarpanel möglich
Schutzklasse IP65 (wetterfest)
Installation Wand-, Decken- oder Mastmontage
App EZVIZ App (iOS & Android)
Smart Home Amazon Alexa, Google Assistant
Herstellerlink EZVIZ CB8 Lite 4G Produktseite
Garantie 2 Jahre
Preisvergleich Idealo.de (Stand 28.04.2026) ab ~80,- bis 100,- Euro
Solarpanel
Leistung 5 W
Zelltyp Monokristalline Siliziumzellen
Ladeeffizienz bis zu 5 W Peak
Kabellänge ca. 3 Meter
Schutzklasse IP65, wetterfestes Design

Die Kamera im Detail

Bei der CB8 Lite 4G handelt es sich im Kern um eine klassische PTZ-Kamera, also ein Modell mit schwenk- und drehbarem Kamerakopf. Dadurch wird ein deutlich größerer Bereich abgedeckt als bei starren Kameras - allerdings nicht gleichzeitig, sondern je nach Blickrichtung. Der Akku sitzt fest im oberen Gehäuseträger und ist nicht ohne Weiteres austauschbar. Optisch bleibt die Kamera insgesamt eher zurückhaltend. Sie ist fast komplett in Weiß gehalten und verzichtet auf größere Spielereien. Seitlich am Träger findet sich lediglich das AOV-Logo als Hinweis auf die Daueraufnahme-Funktion, oberhalb des Kameramoduls sitzt dezent das EZVIZ-Logo.

Der bewegliche Teil der Kamera ist als eine Art Gondel unterhalb des Trägers angebracht und kann sich um bis zu 340° drehen. Deutlich auffälliger ist dagegen das schwarze, kugelähnliche Kameramodul, dessen Linse sich zusätzlich um bis zu 80° neigen lässt. Durch den dunklen Kontrast hebt sich dieser Bereich klar vom restlichen Gehäuse ab, wodurch sofort ersichtlich wird, wo hier die eigentliche Arbeit stattfindet.

Die Kamera im Detail

Die Verarbeitung ist für den Preis absolut in Ordnung - das merkt man schon, wenn man die Kamera das erste Mal in die Hand nimmt. Im Inneren steckt schließlich nicht nur der Akku, sondern auch die komplette Technik für die Schwenkmechanik samt Motoren, was man auch beim Gewicht merkt. Beim Material setzt EZVIZ komplett auf Kunststoff und bleibt bei den Oberflächen größtenteils matt. Das ist im Alltag angenehm, weil Fingerabdrücke und Schmutz nicht sofort ins Auge fallen. Nur rund um die Linse geht man bewusst einen anderen Weg: Hier kommt eine glänzende Hochglanzoptik zum Einsatz, die sich deutlich vom restlichen Gehäuse absetzt.

Im Zentrum sitzt das 4-mm-Objektiv mit fester F1.6-Blende, das einen Sichtbereich von etwa 75° horizontal und 40° vertikal abdeckt. Dahinter arbeitet ein 1/3-Zoll-CMOS-Sensor. Links daneben sitzt die Status-LED, rechts die Infrarot-LED für die klassische Nachtsicht. Unterhalb davon befinden sich hinter einem leicht milchigen Kunststoffelement die beiden Haupt-LED-Strahler, die bei Dunkelheit den Bereich ausleuchten und so die Farb-Nachtsicht ermöglichen sollen. Selbst das kleine Loch daneben hat seinen Zweck - dahinter sitzt das Mikrofon für die Tonaufnahme. Auf der Rückseite der Gondel hat EZVIZ außerdem noch den Lautsprecher für die 2-Wege-Kommunikation untergebracht.

Der Gehäuseträger beherbergt auch den Anschluss für die Stromversorgung über USB-C sowie unter der rechten Gummiabdeckung den obligatorischen Ein-/Ausschalter. Die Abdeckungen lassen sich teilweise etwas fummelig öffnen, erfüllen aber ihren Zweck und halten Feuchtigkeit zuverlässig vom Inneren fern. Damit trägt das Ganze auch zur angegebenen Schutzklasse IP65 bei, was einen wetterfesten Betrieb ermöglichen soll.

Die Ladebuchse und der Ein-/Ausschalter

Im unteren Bereich des Kameramoduls befinden sich hinter einer verschraubten Abdeckung die beiden Steckplätze für eine microSD-Karte (bis zu 512 GB) sowie für eine Nano-SIM, über die die Kamera per 4G-LTE im Mobilfunknetz betrieben werden kann.

Die Kartenslots und der Reset-Button

Was uns hier allerdings etwas negativ aufgefallen ist: In diesem Bereich sitzt auch der Reset-Button, der zusätzlich nach außen geführt wurde. Dadurch kann im Grunde jeder, der Zugriff auf die Kamera hat, das Gerät durch längeres Drücken einfach zurücksetzen. Gerade im Außenbereich ist das nicht ideal gelöst. Aus unserer Sicht wäre es deutlich sinnvoller gewesen, den Reset-Taster nur unter der Abdeckung zugänglich zu machen, sodass man diese erst abschrauben muss, bevor ein Zurücksetzen möglich ist.

Damit sich die Kamera möglichst vielseitig und vor allem einfach montieren lässt, setzt EZVIZ auf eine abnehmbare Befestigungsplatte, die sich über zwei kleine Arretierungen von der Kamera lösen lässt. Das geht schnell von der Hand und macht die Montage deutlich angenehmer, als wenn man die komplette Kamera die ganze Zeit festhalten muss.

Die Platte selbst ist durchdacht gestaltet. Sie besitzt eine nach innen gewölbte Rundung und mehrere Bohrlöcher, sodass sich die Kamera sowohl an einer Wand oder Decke als auch an einem runden Mast befestigen lässt. Wer an einem Mast lieber auf Kabelbinder oder Schellen setzt, kann das ebenfalls problemlos umsetzen, da die Platte im Bereich der Rundung von innen hohl ist und sich Binder dort einfach durchführen lassen - hier wurde also wirklich sinnvoll mitgedacht.

Das Solarpanel

Das mitgelieferte Solarpanel fällt zusammen mit seiner Halterung angenehm kompakt aus und wirkt insgesamt recht schlicht. Die schwarze, leicht spiegelnde Oberfläche ist wabenartig aufgebaut und besteht aus vielen gut sichtbaren monokristallinen Siliziumzellen, die für eine möglichst effiziente Lichtaufnahme sorgen sollen, um die angegebene Ladeleistung von bis zu 5 Watt Peak (Wp) zu erreichen. Optisch erinnert das Ganze ein wenig an viele kleine, leicht gewölbte Glasflächen, die dicht nebeneinander sitzen.

Mit etwas über 300 Gramm inklusive Halterung ist das Panel angenehm leicht, wirkt dabei aber trotzdem stabil genug für den Außeneinsatz. Die Befestigung am Sockel erfolgt über ein simples Stecksystem, bei dem das Panel einfach in die Halterung eingeklickt wird. Das rund 3 Meter lange Anschlusskabel ist fest mit dem Modul verbunden und lässt sich daher nicht ohne Weiteres verlängern.

Die Montage der Kamera an unsere Wand

Für den Test haben wir uns für eine feste Installation unter unserem Dachüberstand (Gesims) mit Blick in den Garten entschieden und dabei gleichzeitig eine ältere Kamera ersetzt. Dafür haben wir zunächst die Befestigungsplatte von der Kamera gelöst und direkt an der Wand verschraubt. Natürlich wäre auch eine Montage direkt am Gesims problemlos möglich gewesen, sollte man später aber irgendwann wieder neue Geräte anbringen, lassen sich Bohrlöcher in Fugen deutlich einfacher schließen oder kaschieren als in gestrichenen Holzbrettern.

Auf das mitgelieferte Montagematerial mussten wir in unserem Fall nicht zurückgreifen, da die vorhandenen Bohrlöcher der alten Kamera auch mit der EZVIZ bestens gepasst haben. Entsprechend war die Montage der Halteplatte innerhalb weniger Minuten erledigt.

Anbringen der Montageplatte

Im Anschluss wird die CB8 Lite Kamera einfach auf die zuvor montierte Halteplatte aufgeschoben. Das geht schnell und ohne großen Kraftaufwand. Sobald sie richtig sitzt, rastet sie merklich und auch hörbar ein, sodass man direkt merkt, dass alles sauber fixiert ist. Das Ganze wirkt dabei auch wirklich stabil. Wir haben die Kamera bewusst durch Rütteln, Schütteln und leichtes Ziehen belastet, konnten dabei aber kein Spiel feststellen - hier sitzt alles fest.

Möchte man sie wieder abnehmen, reicht ein Druck auf die beiden seitlichen Rastnasen, dann lässt sie sich genauso einfach wieder von der Halteplatte lösen. Das ist im Alltag schon sehr praktisch.

Endmontage der Kamera - super einfach

Damit der Kamera auch bei Nutzung der 24/7-AOV-Funktion dauerhaft genug Akkuleistung zur Verfügung steht, haben wir das Solarpanel direkt mit montiert - zunächst allerdings nur provisorisch, da wir uns erst einmal ein Bild von der tatsächlichen Leistung machen wollten. Dafür haben wir die Halterung mit Kabelbindern an einem Brett am Gesims befestigt und das Panel anschließend einfach eingeklipst.

Montage und Ausrichtung des Solarpanels

Ein wenig fummelig wird es bei der Ausrichtung. Dafür muss zunächst die Arretierung am Gelenk gelöst werden, danach lässt sich das Panel sowohl in der Neigung als auch in der Drehung erfreulich großzügig einstellen. Zieht man die Arretierung anschließend wieder fest, verstellt sich das Ganze allerdings gerne noch ein kleines Stück. Die Rasterung fällt hier offenbar etwas gröber aus, als man es sich wünschen würde. Da es uns wichtig war, dass das Panel von außen sauber in Waage sitzt, mussten wir am Fuß noch etwas nachjustieren. Kein großes Problem und später kaum sichtbar, eine feinere oder stufenlose Verstellung - zumindest bei der Drehung - wäre an dieser Stelle aber schöner gewesen.

Zuletzt mussten wir nur noch das USB-C-Kabel grob verlegen und mit der Kamera verbinden - schon war die komplette Montage erledigt.

EZVIZ-App: Installation und Einrichtung

Nachdem die Kamera per USB-Kabel verbunden war und damit Strom bekommen hat, startete sie automatisch und war direkt bereit für die Einrichtung. Das machte sie auch unüberhörbar klar - die Sprachansage fällt nämlich ziemlich laut aus. Für unseren Geschmack fast schon etwas zu laut, unsere Nachbarn haben jedenfalls erstmal irritiert geschaut. Hier hätte eine etwas moderatere Lautstärke völlig ausgereicht.

Um das volle Potenzial der Kamera auszuschöpfen, führt der nächste Schritt zwangsläufig in die App. Die CB8 Lite ist nicht für den Betrieb mit einem klassischen NVR (Network Video Recorder) gedacht, sondern speichert Aufnahmen entweder lokal auf einer eingesetzten Speicherkarte oder in der EZVIZ-Cloud.
Entsprechend muss zunächst die EZVIZ-App heruntergeladen und auf dem Smartphone installiert werden. Nach dem ersten Start wird man zunächst nach der Region gefragt, damit Sprache und Dienste korrekt gesetzt werden. Anschließend ist ein EZVIZ-Konto erforderlich - ohne dieses lässt sich die Kamera nicht nutzen. Alternativ kann man sich auch über Google oder Facebook anmelden, im Hintergrund wird dabei jedoch ebenfalls ein entsprechendes Konto beim Hersteller erstellt.

Appstart und Kontozwang

Angekommen auf dem Dashboard der App kann man direkt ein Gerät hinzufügen - das haben wir natürlich sofort gemacht und den Punkt „Kameras“ ausgewählt. Weil EZVIZ inzwischen eine ganze Reihe an Gerätetypen und Modellen vertreibt, ist die Liste der verfügbaren Produkte über die Zeit ordentlich gewachsen, was wir grundsätzlich positiv finden.

Gerät hinzüfügen

Mit der Kamerafreigabe startet automatisch ein QR-Code-Scanner, über den der aufgedruckte Code auf der Kamera eingelesen werden muss. In unserem Fall befand sich dieser auf der Oberseite der Trägereinheit, sodass wir die Kamera zum Scannen noch einmal kurz abnehmen mussten. Im nächsten Schritt muss anschließend per Haken bestätigt werden, dass die Kamera eingeschaltet ist.

Das empfanden wir allerdings nicht als störend - ganz im Gegenteil. Solche sensiblen Punkte wie ein QR-Code zur Gerätebindung sollten aus unserer Sicht nicht einfach von außen erreichbar sein. Insofern geht das hier völlig in Ordnung, und letztlich hätten wir die Einrichtung auch direkt vor der Montage erledigen können. Wer darauf verzichten möchte, kann die Kamera alternativ auch manuell über die Eingabe der Seriennummer hinzufügen, diese ist zusätzlich auf dem Karton aufgedruckt.

Scannen des QR-Codes zur Geräteeinbindung

Je nachdem, wie man die Kamera einbinden möchte, hat man die Wahl zwischen einem Wi-Fi-Netzwerk oder dem 4G-Netz (Mobilfunk/LTE). Eine automatische Umschaltung zwischen beiden Verbindungen lässt sich später problemlos einrichten, dazu aber an anderer Stelle mehr. Zunächst geht es mit der Vergabe eines Gerätenamens weiter.

Hier lohnt es sich, den Namen möglichst einfach zu halten - vor allem dann, wenn man die Kamera später in ein Smart-Home-System einbinden möchte. Befehle wie „Kamera C3PO HyperaktiveTurboBild2026 bitte deaktivieren“ gehen dann doch etwas schwerer über die Lippen.

Wahl der Netzanbindung und des Gerätnamens

Der nächste Part ist besonders interessant, denn hier entscheidet sich, in welchem Aufnahmemodus die Kamera betrieben werden soll. Wählt man zum Beispiel die AOV-Funktion, erscheint direkt ein Hinweis auf den erhöhten Stromverbrauch dieses Modus. Entsprechend sollte man sich schon an dieser Stelle Gedanken über eine dauerhafte Stromversorgung machen, wenn man AOV nutzen möchte. Entweder klassisch über das USB-C-Kabel mit einem Steckernetzteil oder - deutlich komfortabler - über das mitgelieferte Solarpanel. Letzteres würden wir in den meisten Fällen klar bevorzugen, vorausgesetzt natürlich, die örtlichen Gegebenheiten erlauben eine sinnvolle Ausrichtung und damit ausreichend Energiegewinnung. Ohne eine solche dauerhafte Stromzufuhr dürfte der Akku im AOV-Modus vermutlich nur wenige Tage durchhalten.

Die alternativen Modi werden innerhalb der App ebenfalls gut erklärt und zeigen übersichtlich, welche Aufgaben sie jeweils übernehmen. Für die meisten Anwender dürfte der „Standardmodus“ die beste Wahl sein, da hier sowohl Akku als auch Speicherkapazität geschont werden. Aufgenommen wird dann nur, wenn tatsächlich eine Erkennung stattfindet. Zusätzlich lässt sich auch ein individueller Betriebsmodus konfigurieren. So können bestimmte Einstellungen an feste Zeitpläne gekoppelt werden - etwa Energiesparmodus, solange man zu Hause ist, und automatischer Wechsel auf AOV, sobald das Haus verlassen wird.

Aufnahme Modi - alles auch eine Frage des Stromverbrauchs

Richtig gut ist auch der Assistent zur Einstellung der Erkennungsempfindlichkeit. Die Übersetzung ist hier - wie auch schon an einigen anderen Stellen in der App - etwas eigen. Mit „Debugging starten“ lässt sich jedoch ein akustisches Signal auslösen, sobald einen die Kamera erfasst hat. Das hilft dabei, die optimale Empfindlichkeit für das eigene Grundstück zu finden. Schließlich soll die Kamera nicht jedes Mal reagieren, wenn auf der Straße vor dem Haus jemand vorbeiläuft oder im Wohnzimmer der Nachbarn der Fernseher flackert. Die Einrichtung funktionierte insgesamt ordentlich, reagierte stellenweise aber mit leichter Verzögerung.

Ist außerdem die Firmware auf Updates überprüft, hat man die Grundeinrichtung damit zunächst erfolgreich abgeschlossen und bekommt auf dem Dashboard der App das zuletzt im Livebild aufgenommene Bild zu sehen. Ein Klick darauf genügt und die Kamera öffnet wieder den Livestream, über den sich dann natürlich weitere Funktionen nutzen lassen.

Entfernungsempfindlichkeit einstellen und Fertigstellung der Grundeinrichtung

Zusätzlich weist die App noch auf eine integrierte Widget-Funktion hin - zumindest unter Android. Ob das auch unter iOS möglich ist, konnten wir leider nicht testen. Über ein solches Widget lässt sich die Ereignisanzeige direkt auf dem Homescreen platzieren, sodass man neben den klassischen Push-Benachrichtigungen auch dort sofort per Videoscreenshot sieht, wenn eine Bewegung erkannt wurde.

Die Widget-Funktion

Sonne, keine Sonne.... wieviel bringt das Panel?

Etwas, das uns direkt bei der Montage des Solarpanels in den Kopf kam - beziehungsweise was wir uns in der App besonders gewünscht hätten - wäre eine Anzeige der aktuellen Ladeleistung des Panels sowie des momentanen Verbrauchs der Kamera. Gerade am Tag der Installation hatten wir ständig wechselnde Lichtverhältnisse, mal mit viel Sonnenschein, mal eher bewölkt, und zu keinem Zeitpunkt wusste man wirklich, ob die erzeugte Leistung gerade ausreicht.

Wieviel Watt sind realistisch?

Man probiert also zunächst eher nach Gefühl aus, ob Positionierung und Ausrichtung des Solarpanels passen, ohne wirklich beurteilen zu können, ob am Ende genügend Energie für einen dauerhaft stabilen Betrieb der Kamera erzeugt wird. Eine entsprechende Anzeige in der App würde hier deutlich mehr Sicherheit schaffen und die optimale Ausrichtung spürbar erleichtern.

Beim mitgelieferten Solarpanel gibt der Hersteller eine Leistung von 5 Watt (Peak - Einheit Wp) an. Dieser Wert beschreibt allerdings nur die maximal erreichbare Leistung unter Idealbedingungen bei direkter Sonneneinstrahlung, optimalem Einfallswinkel und günstigen Temperaturen. In der Praxis liegt die tatsächliche Ladeleistung meist spürbar darunter.

Wir haben das an einem sehr sonnigen Tag zwischen 12 und 16 Uhr mithilfe eines USB-Meters überprüft, das zwischen Solarpanel und Kamera angeschlossen wurde. Dabei bewegte sich die Ladeleistung überwiegend - allerdings auch stark schwankend - im Bereich von rund 1 bis 2,9 Watt. Bei stärkerer Bewölkung und allgemein schlechteren Lichtverhältnissen fiel sie zeitweise sogar auf 0 bis 0,7 Watt ab.
Trotzdem sank der Akkustand der Kamera während des gesamten Testzeitraums nur selten unter 80 Prozent, und das, obwohl auch mehrere regnerische Tage dabei waren. Das mitgelieferte Panel liefert damit grundsätzlich genügend Energie, um die Kamera zuverlässig zu versorgen - ein wirklich gutes Ergebnis.

Für den Fall, dass die Sonneneinstrahlung am Montageort dennoch nicht ausreichen sollte, bietet EZVIZ im eigenen Shop auch noch eine größere Panel-Variante an - ebenso ein Modell mit zusätzlich integriertem Akku als Kapazitätserweiterung. Damit lassen sich Ladeleistung und Kameralaufzeit weiter verbessern.

Die Bildqualität - alles Pixel oder was?!

Wir haben die Kamera sowohl bei sehr starker Sonneneinstrahlung, bei leichter Bewölkung als auch nachts mit verschiedenen Beleuchtungsmodi getestet. Für rund 90,- Euro liefert sie am Tag insgesamt ein ordentliches Bild ab. Die 2K-Auflösung bietet ausreichend Details, die Farben wirken kräftig, stimmig und weitestgehend auch farbgetreu. Selbst auf größere Distanz von über 20 Metern bleiben Personen oder Objekte noch immer erkennbar - jedenfalls so lange die Belichtung im Rahmen bleibt.

Auch wenn die allgemeine Bildqualität unserer Meinung nach wirklich in Ordnung ist, zeigen sich im Alltag dennoch ein paar Schwächen, auf die wir nachfolgend noch genauer eingehen.

Gute Bildqualität bei Stillstand und ausreichend Beleuchtung

Zoomt man im Bild etwas weiter hinein, zeigt sich eine typische Schwäche fester Brennweiten - die Entfernung. Gerade bei weiter entfernten Bereichen merkt man, dass das feste Objektiv und die insgesamt begrenzte Auflösung irgendwann an ihre physikalischen Grenzen stoßen.

Detailansicht auf Entfernung

Gut zu sehen ist das oben links im Bild am Beispiel der Taube oder auch beim Schuppen. Diese Bereiche wirken deutlich detailärmer und stellenweise leicht verschwommen. Das lässt sich technisch eigentlich gut einordnen: Die Kamera arbeitet mit einem festen 4-mm-Objektiv, einer festen Blende (F1.6) und einem 4-Megapixel-Sensor. Für ein solides Gesamtbild reicht das völlig aus, doch sobald man digital „näher rangeht“, fehlen schlicht die feinen Bildinformationen für eine wirklich saubere Detaildarstellung.

Auch wenn die KI-Bildoptimierung versucht, das etwas zu kaschieren, merkt man schon, wie die Kamera dynamisch nachschärft und Bereiche immer wieder neu „aufbereitet“. Je nach Szene wirkt das mal etwas künstlich nachgezogen, in anderen Momenten eher weichgezeichnet oder leicht verwaschen.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass dieses Verhalten bei vielen Kameras mit vergleichbaren Objektiven auftritt. Gerade in der Fernsicht stößt man hier schlicht an physikalische Grenzen - das ist also kein spezielles Problem dieses Modells.

Beispielvideo - Tagsüber mit Persontracking (Bewegung)

Wir haben Euch nachfolgend mal ein kurzes Video erstellt, das die Bildqualität mit und ohne aktives Tracking ganz gut veranschaulicht und gleichzeitig zeigt, dass der Spagat zwischen möglichst hoher Qualität und gleichzeitig starker Kompression nicht immer sauber gelingt. Gerade während der aktiven Nachverfolgung wird das besonders deutlich.

In ruhigen Szenen passt die Schärfe und auch die Detailmenge ist absolut in Ordnung. Sobald jedoch die Personenverfolgung aktiviert wird, wird es ziemlich unruhig. Das Tracking läuft spürbar ruckelig, wodurch das Bild nach jedem Schwenk kurzzeitig in eine Art Pixelbrei kippt, der anschließend wieder softwareseitig nachkorrigiert wird.

An dieser Stelle hätten wir uns definitiv einen ruhigeren, „smootheren“ Bewegungsablauf beim Schwenken gewünscht, damit die interne Software auch genug Zeit für die Bildaufbereitung hat. So wie es aktuell läuft, wirkt es leider eher störend, weil die Schärfe immer wieder kurz einbricht.

Bildbereiche „brennen aus" - das Problem mit der Überbelichtung

Sobald dann auch noch sehr helle Bereiche ins Bild kommen, wird es leider auch hier wieder etwas schwieriger mit der Aufnahme. Auf dem nachfolgenden Bild (leicht herangezoomt) kann man das gut erkennen: Bereiche mit direkter Sonneneinstrahlung „brennen förmlich aus“. Das heißt, die feinen Strukturdetails verschwinden und bleiben nur noch als helle Flächen zurück.

Ausgebrannte Bereich durch Überbelichtung

Das liegt aber an der Bauweise mit fester Brennweite und fester Blende - die Kamera kann hier schlicht nicht mehr flexibel gegensteuern. Auf Sensorebene bedeutet das konkret: Die Pixel laufen in die Übersättigung, es liegen für die Darstellung also keine verwertbaren Bildinformationen mehr vor.

Hier würde ein echtes HDR-System ansetzen, wie es bei vielen kabelgebundenen und meist auch teureren Kameras zum Einsatz kommt. Dabei werden mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen miteinander kombiniert, um sowohl helle als auch dunkle Bereiche mit deutlich mehr Details in einem Bild darzustellen. Der Dynamikumfang wäre dadurch spürbar höher und das bekannte Ausbrennen heller Flächen ließe sich deutlich besser vermeiden.
Weil die CB8 Lite und viele ihrer Modellkollegen aufgrund des damit verbundenen höheren Strombedarfs auf eine echte HDR-Funktion verzichten müssen - zumindest in diesem Preisrahmen unter 200 Euro - bleiben diese ausgebrannten Bereiche leider sichtbar bestehen.

Was zunächst etwas enttäuschend klingt, ist bei einer akkubetriebenen Kamera dieser Klasse allerdings auch nachvollziehbar. EZVIZ muss hier Stromverbrauch, Akkulaufzeit und Verkaufspreis unter einen Hut bringen. Irgendwo müssen dafür Kompromisse gemacht werden - in diesem Fall eben beim Thema HDR und damit auch bei der maximal möglichen Bildqualität.

Dynamische Bildkompression und KI-Nachbesserung

Parallel dazu greift die Kamera deutlich in die Bild-Kompression ein, um den Spagat zwischen möglichst hoher Bildqualität, niedriger Datenrate sowie geringem Speicher- und Energieverbrauch hinzubekommen. Genau das wird im nachfolgenden Video mit deutlich weniger verfügbarem Umgebungslicht beim Heranzoomen ganz gut sichtbar - vor allem dann, wenn zusätzlich Bewegung ins Spiel kommt, etwa bei der aktiven Nachverfolgung.

Wie man sehr schön sehen konnte, bricht gerade in den Momenten der Bewegung die Detaildarstellung kurz ein, das Bild wird deutlich pixeliger und typische Artefakte treten auf. Man sieht aber förmlich, wie die Kamera anschließend versucht, die Szene „on the fly“ zu verarbeiten und das Bild wieder zu korrigieren, was an sich auch wirklich gut gelingt - zumindest ohne starken Zoom.

Sobald wieder etwas Ruhe in die Bewegung kommt, stabilisiert sich die Qualität. Die Details bauen sich neu auf, Artefakte verschwinden nach und nach. Die Kamera passt die Bildverarbeitung also dynamisch an die jeweilige Bild- und Helligkeitssituation an. Technisch ist das absolut nachvollziehbar, sorgt aber leider auch dafür, dass die Bildqualität während der Nachverfolgung sichtbar schwankt.

Der farbige Nachtsichtmodus - LED-Punktstrahler im Einsatz

Die CB8 Lite bietet nicht nur die klassische Schwarzweiß-Nachtsicht mit einer Reichweite von bis zu 15 Metern, sondern auch eine Farb-Nachtsicht. Möglich wird das durch einen zusätzlichen LED-Strahler, der als Aktivbeleuchtung zugeschaltet wird, sobald die Kamera eine Person oder ein Fahrzeug erkennt.

Wie gut das in der Praxis funktioniert und welchen Einfluss das auf die Bildqualität hat, seht ihr im nachfolgenden Beispielvideo.

Verwendet man die Nachtsicht rein über die eingebaute Infrarot-LED in Schwarzweiß, ist die Person an sich gut zu erkennen. Klar, feine Details darf man hier nicht erwarten, aber für Erkennung und eine grobe Identifizierung reicht das völlig aus - vor allem im Nahbereich der Kamera.

Etwas enttäuscht waren wir hingegen von der Farb-Nachtsicht. Die reine Bildqualität ist dabei gar nicht das Hauptproblem, sondern eher das Verhalten in bestimmten Situationen. Trägt eine Person Kleidung, die sich farblich nicht deutlich vom dunklen Hintergrund abhebt, beginnt der Körper sich stellenweise „aufzulösen“. Es kommt zum sogenannten Ghosting-Effekt, bei dem sich Bildinformationen überlagern und die Person dadurch teilweise durchsichtig wirkt.

Zusätzlich hatten wir in der App die Funktion „Intelligente Belichtungskompensation“ aktiviert, bei der der LED-Strahler seine Helligkeit vollautomatisch anpassen sollte. In der Praxis hat das bei uns allerdings nicht sauber funktioniert. Besonders wenn sich eine Person näher an der Kamera befindet, wird das Gesicht schnell überbelichtet. Genau hier hätte die Kamera die Lichtleistung eigentlich reduzieren müssen. Trotz mehrerer Versuche konnten wir dieses Verhalten nicht gezielt steuern.

Der Erkennungsbereich

Damit die Kamera vernünftig arbeiten kann, ist es wichtig, den sogenannten Erkennungsbereich sauber festzulegen. Das hatten wir bei der Einrichtung bereits kurz angerissen. Gemeint ist damit der Bereich, in dem Personen oder Fahrzeuge überhaupt erkannt werden sollen - ebenso wie die Entfernung, ab der eine Erfassung stattfinden soll. Je genauer man diese Grenzen setzt, desto zuverlässiger arbeitet das System später im Alltag. So lässt sich vermeiden, dass die Kamera bei jeder Bewegung im Hintergrund anspringt oder Bereiche überwacht, die eigentlich gar nicht relevant sind.

Festlegen des Erkennungsbereiches

Echt praktisch bei der Einrichtung dieser Grenzen sind die optischen und akustischen Hilfsmittel, mit denen die Kamera signalisiert: „Hey, ich habe dich gesehen!“. So kann während der Grundeinstellung etwa ein Piepton abgespielt werden, sobald man in den Erkennungsbereich der Kamera hineinläuft. Hierdurch sieht man recht schnell, ab welcher Position die Kamera tatsächlich auf einen reagiert und wo die gesetzte Wahrnehmungsgrenze beginnt oder endet.

Signalisierung der aktiven Erkennung durch Einschalten der LED

Später in der Detailkonfiguration funktioniert das Ganze auch nochmal über das Einschalten des LED-Strahlers, was vor allem bei größerer Entfernung oder in lauter Umgebung hilfreich sein kann.

In der App wird die Empfindlichkeit anschließend bequem per Schieberegler angepasst - je nachdem, wie sensibel das System reagieren soll. So kann man recht einfach festlegen, ob bereits kleine Bewegungen erkannt werden oder ob die Kamera erst bei klareren Bewegungsmustern anspringt.

Unter dem Punkt „Intelligente Erkennung“ lässt sich der Erkennungsbereich zusätzlich verfeinern. Befindet sich zum Beispiel ein größerer Strauch im Bild, kann es passieren, dass die Kamera bei jeder Bewegung durch Wind eine Aufnahme startet und der Nutzer entsprechend benachrichtigt wird. Um solche Falscherkennungen zu reduzieren, lassen sich in der App per Finger sogenannte Zonen einzeichnen. Nur wenn innerhalb dieser Bereiche eine Person oder ein Fahrzeug erkannt wird, löst die Kamera auch tatsächlich aus. Positiv finden wir, dass dabei nochmals zwischen Personen und Fahrzeugen unterschieden werden kann. So lässt sich etwa der Bereich vor der Garage nur für Autos definieren, während die übrige Zone auf die Erkennung von Personen reagiert.

Einzeichnen individueller Zonen

Nachverfolgung und Personentracking

Wie schon mehrfach angesprochen, verfügt die CB8 Lite über eine integrierte Personennachverfolgung, bei der erkannte Personen nach dem Betreten des definierten Erkennungsbereichs automatisch im Bild gehalten werden sollen.

Personentracking

Registriert die Kamera eine Bewegung, schwenkt der Kamerakopf selbstständig in Laufrichtung mit, sodass die Person möglichst dauerhaft im Fokus bleibt und nicht direkt aus dem bis zu 340° großen Sichtbereich verschwindet.

Gerade bei langen Einfahrten, Vorgärten oder größeren Grundstücksbereichen kann diese Funktion ein echter Vorteil sein, da nicht nur ein starrer Bildausschnitt überwacht wird, sondern Bewegungen aktiv mitverfolgt werden. Überwacht man beispielsweise das Tor an der Einfahrt, kann eine Person bei sinnvoller Kameraposition im besten Fall vom Betreten des Grundstücks bis in Richtung Haus begleitet werden.

Wie gut funktioniert das?

Die eigentliche Personenerkennung samt Nachverfolgung arbeitet im Test insgesamt zuverlässig. Bewegungen innerhalb des eingerichteten Erkennungsbereichs wurden meist direkt erkannt und die Kamera begann selbstständig mit dem Schwenk in Laufrichtung. Hin und wieder vergingen zwischen Erkennung und Reaktion zwar ein paar Sekunden, insgesamt funktionierte das Tracking im Alltag aber ordentlich.

Während der aktiven Verfolgung zeigt sich allerdings auch die Kehrseite des Systems. Die gespeicherten Aufnahmen wirken dann unruhiger, ruckelig und durch die stärkere Kompression sichtbar pixeliger. Genau diesen Effekt konnten wir auf der vorherigen Seite bereits im Video zeigen. Positiv ist jedoch, dass die interne Bildverarbeitung recht schnell nachzieht. Sobald die Bewegung nachlässt, baut sich das Bild wieder sauber auf, sodass eine Identifizierung meist trotzdem möglich bleibt. Schwieriger wird es nachts im Infrarot-Modus, wenn die IR-LEDs beim Schwenken auf helle Wände oder stark reflektierende Flächen treffen. Dann dunkeln andere Bildbereiche sichtbar ab, was die weitere Erkennung erschweren kann.

Sehr praktisch ist dagegen die Bedienung innerhalb der App. Dort kann nicht nur eine feste Rückkehrposition gespeichert werden, zu der die Kamera nach abgeschlossener Verfolgung automatisch zurückkehrt, sondern auch mehrere Favoriten. So lassen sich Bildausschnitte wie „Garage“, „Einfahrt“ oder „Haustür“ abspeichern und später per Fingertipp direkt anfahren.

Audio & Kommunikation - da sucht jemand Kontakt!

Die CB8 Lite 4G kann natürlich auch Audio aufnehmen, dafür sitzt vorne neben dem Objektiv ein kleines Mikrofon. Wir wollten im Test wissen, wie gut die allgemeine Tonqualität der Aufnahmen ausfällt, sowohl bei der reinen Aufzeichnung als auch dann, wenn man mit einer erkannten Person, etwa dem Postboten, direkt über die Kamera interagieren möchte.

2-Wege-Audio-Funktion

Darüber hinaus besitzt die Kamera eine 2-Wege-Audio-Funktion. Der Ton an der Kamera kann live in der App wiedergegeben werden, gleichzeitig ist es auch möglich, über das Smartphone zu sprechen. Die eigene Stimme wird dann über den Lautsprecher am Heck der Kameragondel ausgegeben. Für kurze Ansagen an Besucher, Paketboten oder Personen auf dem Grundstück ist das grundsätzlich eine praktische Zusatzfunktion.

Im ersten Moment dachten wir im Test allerdings, dass die Tonqualität eher enttäuschend ausfällt. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich jedoch, dass es stark darauf ankommt, wo die Aufnahme abgespielt wird.
Direkt in der App wirkt der Ton häufig blechern, bei lauteren Geräuschen teils übersteuert und insgesamt eher schrill abgestimmt. Hört man sich dieselbe Aufnahme dagegen als heruntergeladene Datei am PC an, ergibt sich ein deutlich besserer Eindruck. Übersteuerungen fallen geringer aus, Stimmen sind klarer verständlich und der gesamte Klang wirkt ausgewogener. Ein Teil der Schwäche scheint also weniger an der Hardware selbst zu liegen, sondern eher an der Audioverarbeitung innerhalb der App.

Vermutlich wird seitens der App eine recht hohe Audiokompression genutzt, was sich in den oben beschriebenen Effekten bemerkbar macht. Hilfreich wäre daher entweder ein entsprechender Hinweis oder eine zusätzliche Einstellung in der App, über die sich die Wiedergabequalität von Ton und Bild selbst festlegen ließe.

Aufnahme- und Wiedergabequalität:

#1 – Tonwiedergabe in der App
Qualität der Tonwiedergabe in der App
#2 – Mikrofonqualität - Originaldatei
Aufnahme aus 2 m Entfernung
#3 – Lautsprecherwiedergabe
Aufnahme aus 2 m Entfernung

Darstellung der Clips in der App

Die Clipansicht innerhalb der EZVIZ-App ist angenehm übersichtlich aufgebaut und im Alltag schnell verstanden. Erkannte Ereignisse werden mit Vorschaubildern angezeigt, sodass man direkt sieht, ob sich ein Blick auf den Clip überhaupt lohnt. Praktisch sind zudem die Filterfunktionen, mit denen sich Aufnahmen gezielt nach Personen- oder Fahrzeugerkennung sortieren lassen, statt sich durch alle Clips einzeln durchzuklicken. Jeder Clip kann außerdem direkt aus der App heruntergeladen oder bei Bedarf natürlich geteilt werden.

Hilfreich ist ebenso die integrierte Kalenderansicht. Tage mit vorhandenen Aufnahmen werden dort über einen kleinen Punkt markiert, sodass man sofort erkennt, wann überhaupt etwas gespeichert wurde. Ergänzt wird das Ganze durch zwei Ansichten: eine klassische Clipansicht mit einzelnen Videos sowie eine Zeitstrahlansicht, in der erkannte Ereignisse im Tagesverlauf übersichtlich zusammengefasst dargestellt werden.

Unterm Strich ist das gut gelöst und spürbar komfortabler, als wenn einfach alle Aufnahmen wahllos untereinander stehen würden. Besonders interessant wird das Ganze dann im nächsten Schritt beim AOV-Modus, bei dem die Aufzeichnungsdarstellung nochmals eine etwas andere Rolle spielt.

Die Clipdarstellung in der App

Die Kamerainhalte mit Personen teilen

Unter dem Punkt „Gerät freigeben“ kann der Zugriff auf die Kamera auch an weitere Nutzer freigegeben werden. So müssen nicht mehrere Personen denselben Hauptaccount verwenden, sondern jeder greift bequem über das eigene EZVIZ-Konto auf die Kamera zu.

Das ist vor allem dann praktisch, wenn mehrere Personen im Haushalt auf Livebild, Benachrichtigungen oder gespeicherte Aufnahmen zugreifen sollen. So kann etwa auch der Partner, ein Familienmitglied oder jemand während des Urlaubs einen Blick auf das Grundstück werfen, ohne dass man ständig selbst nachsehen muss. Die Freigabe ist schnell eingerichtet und deutlich komfortabler, als Zugangsdaten untereinander weiterzureichen. Bei Bedarf lässt sie sich später natürlich auch jederzeit wieder zurücknehmen.

Positiv ist zudem, dass EZVIZ an dieser Stelle nicht einfach nur den Stream oder die Inhalte freischaltet, sondern zusätzliche Sicherheitsmechanismen in Form einer Videoverschlüsselung nutzt. Je nach Zugriffssituation - etwa bei einem neuen Netzwerk oder einem anderen Gerät - kann die Eingabe eines Verifizierungscodes notwendig sein, damit Livebild und Aufnahmen nicht ohne Weiteres von Dritten eingesehen werden können. Das erhöht die Sicherheit spürbar und lässt sich ebenfalls über die App konfigurieren.

Zugriff und Inhalte mit Familie oder Gästen teilen

Daueraufnahme versus AOV-Modus - worin liegt der Unterschied?

Auf dieser Seite schauen wir uns kurz die sogenannte AOV-Funktion der Kamera etwas genauer an. Die Abkürzung steht für „Always On Video“ und klingt erstmal nach einer klassischen 24/7-Daueraufnahme. Ganz so funktioniert es hier aber nicht. Bei einer echten Daueraufzeichnung wird der Videostream permanent mit voller Bild- und Tonqualität gespeichert, meist auf einem NVR-Rekorder mit großer Festplatte. Das benötigt entsprechend viel Speicherplatz und dauerhaft Energie.

Der AOV-Modus der CB8 Lite 4G arbeitet dagegen mit einem einstellbaren Aufnahmeintervall und trennt zwischen Hintergrundaufzeichnung und echten Ereignissen. Im Hintergrund speichert die Kamera - je nach Einstellung - nur einzelne Bilder in festen Zeitabständen. Stellt man das Intervall zum Beispiel auf eine Sekunde, wird praktisch jede Sekunde ein Kamerabild aufgenommen. In der Wiedergabe wirkt das fast wie ein normales Video, technisch bleibt es aber eine Folge einzelner Bilder. Im empfohlenen Auto-Modus der App passt die Software die Intervalle selbstständig an, um Speicher und Energie zu sparen. Und weil die CB8 Lite 4G eben eine Akkukamera ist, sollte man dieses Thema nicht unterschätzen. Ohne feste Stromversorgung dürfte der Akku bei zu kurz gewählten Intervallen deutlich schneller leer sein als gewollt, worauf auch die App nochmals hinweist.

Meldung über erhöhten Stromverbrauch bei AOV

Parallel dazu bleibt die Bewegungserkennung aktiv. Sobald eine Person, ein Fahrzeug oder eine andere relevante Bewegung erkannt wird, wechselt die Kamera automatisch von der Einzelbildaufzeichnung in den normalen Videomodus und speichert einen zusammenhängenden Clip. Diese Ereignisaufnahmen laufen dann mit der maximalen Bildrate von 15 FPS, also so, wie man es von einer normalen Videoaufnahme kennt. Die volle Bildrate und Datenrate stehen damit nur bei erkannten Ereignissen zur Verfügung, nicht im eigentlichen AOV-Betrieb.

In der App wird das zusätzlich über zwei Ansichten dargestellt. In der normalen Clip-Ansicht erscheinen nur erkannte Ereignisse als einzelne Videos. Im AOV-Zeitstrahl sieht man dagegen den kompletten Tagesverlauf mit den Intervallaufnahmen und markierten Ereignissen. Praktisch ist dabei, dass mehrere Ereignisse zunächst zusammengefasst angezeigt werden, damit alles übersichtlich bleibt. Erst wenn man näher in die Zeitachse hineinzoomt, werden diese Gruppen nach ihrer tatsächlichen Uhrzeit aufgelöst und einzeln sichtbar. Gerade an Tagen mit vielen Meldungen ist das sehr angenehm, weil man den Überblick behält und trotzdem gezielt zu einzelnen Momenten springen kann.

Die AOV-Zeitstrahlanzeige

Verbindungsqualität - funktioniert die automatische Umschaltung?

Bei der Netzanbindung zeigte sich die Kamera im Test erfreulich flexibel, denn wir konnten sie sowohl per WLAN als auch über das integrierte 4G-LTE-Mobilfunknetz nutzen. Gerade die mobile Verbindung ist praktisch, wenn am Montageort mal kein stabiles Heimnetz verfügbar ist. Wie schnell der Zugriff dann wirklich läuft, hängt allerdings vom jeweiligen Anbieter, Tarif und dem Empfang vor Ort ab. In unserem Fall nutzten wir zu Hause eine 100-Mbit-WLAN-Anbindung und mobil einen 25-Mbit-Datentarif im D1-Netz. Der Start des Livestreams dauerte im mobilen Betrieb natürlich etwas länger, funktionierte insgesamt aber problemlos. Allgemein würden wir hier eher zu reinen Datentarifen mit großzügigem Inklusivvolumen raten, denn gerade Livestreams und das Abrufen gespeicherter Clips können auf Dauer einiges an Daten verbrauchen.

Besonders gut gefiel uns auch die vollautomatische Umschaltung zwischen den Netzen. Sobald das WLAN wegfällt, wechselt die Kamera selbstständig in den 4G-Modus und ist dadurch weiterhin online. Kommt das Heimnetz später zurück, verbindet sie sich automatisch wieder mit dem WLAN. So eine Umschaltung erhöht die Sicherheit im Alltag spürbar, denn selbst wenn Router oder Hausstrom mal ausfallen sollten, bleibt die Kamera dank Akku und Mobilfunk weiterhin erreichbar und kann natürlich auch weiter aufzeichnen.

Interessant: Findet die Umschaltung während eines laufenden Livestreams statt, erscheint nur eine kurze Meldung und das Bild friert ein. Eingaben wie das Schwenken der Kamera standen bei uns in diesem Moment dann nicht mehr zur Verfügung. Der Stream musste danach aber nur kurz neu geöffnet werden, was durch die geänderte Netzwerkverbindung technisch absolut nachvollziehbar ist.

Privatsphäre? Leider nicht für den Nachbarn...

Im Test haben wir in der App lange nach einer Möglichkeit gesucht, bestimmte Bereiche im Bild komplett auszublenden - leider ohne Erfolg. Eine echte Privatsphären-Maske, wie sie bei vielen anderen Modellen inzwischen zum Standard gehört, fehlt derzeit noch komplett.

Fehlende Privatsphärenmaske = fehlender Schutz gegen ungewoltte Aufnahme

Gerade in Deutschland mit seinen strengen Vorgaben rund um Datenschutz kann das schnell zum Problem werden. Besonders im Außenbereich ist das aus unserer Sicht alles andere als nur ein kleiner Kritikpunkt.

Sobald Teile des Nachbargrundstücks oder öffentliche Bereiche im Sichtfeld liegen, kann das schnell dazu führen, dass der Nachbarschaftsfrieden belastet wird - oder es im Zweifel auch mehr Ärger nach sich zieht. Schließlich möchte nicht jeder dauerhaft im Blick einer Kamera sein - zumindest auf dem eigenen Grundstück.

Wir haben das Thema deshalb direkt beim Hersteller angesprochen. EZVIZ teilte uns dazu mit, dass eine entsprechende Privatsphärenfunktion aktuell noch nicht integriert ist. Intern befinde sich das Thema jedoch bereits in Prüfung und sei für künftige Updates fest eingeplant. Das ist grundsätzlich eine positive Rückmeldung, ändert zum jetzigen Zeitpunkt aber leider nichts daran, dass man bei der Montage den Kamerawinkel besonders sorgfältig wählen muss. Gerade für eine Outdoor-Kamera bleibt das aus unserer Sicht weiterhin ein spürbarer Dämpfer.

Was ist uns noch aufgefallen?

Bei der CB8 Lite 4G merkt man recht schnell, dass die Kamera klar auf die Nutzung innerhalb des EZVIZ-Ökosystems ausgelegt ist. Einrichtung, Livebild, Aufzeichnungen und die meisten Einstellungen laufen zentral über die App, was im Alltag angenehm einfach funktioniert. Wer dagegen gehofft hat, die Kamera wie eine klassische IP-Kamera frei in bestehende Systeme von Drittanbietern einzubinden, stößt hier eher an Grenzen.

Eine offizielle Unterstützung für ONVIF oder ein frei zugänglicher RTSP-Stream werden für dieses Modell derzeit nicht angeboten. Damit ist eine direkte Einbindung in viele NAS-, NVR- oder andere Überwachungslösungen nicht ohne Weiteres möglich. Für Nutzer, die ohnehin alles über die Hersteller-App steuern möchten, ist das kaum relevant. Wer bereits ein eigenes Kamera-System einer Fremdmarke betreibt und dieses nur um eine weitere Kamera ergänzen will, sollte diesen Punkt vor dem Kauf jedoch beachten.

Beim Thema Smart Home werden laut Hersteller Amazon Alexa und Google Assistant unterstützt. Der Umfang bleibt dabei eher grundlegend, etwa für das Anzeigen des Livebilds. Größere Automationen oder eine tiefere Integration sollte man hier eher nicht erwarten.

Beim WLAN setzt EZVIZ auf offiziell unterstütztes Wi-Fi 6, allerdings ausschließlich im 2,4-GHz-Band. Für eine Außenkamera ist das wegen der besseren Reichweite durchaus sinnvoll, ein 5-GHz-Netz kann dadurch aber nicht genutzt werden. Die WPA3-Verschlüsselung fehlt aktuell ebenfalls noch, bleibt zu hoffen, dass auch dieses später per Update nachgereicht wird. Unterm Strich ist die Kamera damit klar auf einfache Bedienung und stabile Nutzung ausgelegt - weniger auf maximale Offenheit für Bastler und Fremdsysteme.

meint: flexibel, autark und umfangreiche Ausstattung …

Die EZVIZ CB8 Lite 4G hat im Test insgesamt einen guten Eindruck hinterlassen, vor allem wenn man den Preis von rund 80 bis 100 Euro im Hinterkopf behält. Man bekommt an diese Stelle keine High-End-Kamera, dafür aber ein doch umfangreiches Gesamtpaket aus Akku-Betrieb, Solarpanel, PTZ-Funktion, WLAN, 4G-Mobilfunk, Personenerkennung, Tracking und einer AOV-Funktion für eine Art 24/7-Dauerüberwachung. Gerade in dieser Kombination findet man im Einstiegsbereich nur wenige direkte Konkurrenten - zumindest mit dem Gesamtpaket.

Ihre größte Stärke ist klar die Flexibilität. Die Kamera eignet sich eben besonders für Orte, an denen klassische WLAN-Modelle schnell an Grenzen stoßen - etwa an Garagen, Einfahrten, Gartenhäusern, abgelegenen Grundstücksbereichen oder überall dort, wo kein stabiles Netz und auch kein Stromanschluss vorhanden ist. Dank Akku, Solarpanel und vollautomatischer Umschaltung zwischen WLAN und 4G bleibt die Kamera selbst dann erreichbar, wenn das heimische Internet mal ausfallen sollte. Genau das macht sie zusätzlich für Outdoorbereiche wie zum Beispiel beim Campen wirklich interessant.

Auch die allgemeine Bedienung gefiel uns im Test. Die EZVIZ-App bietet viele Funktionen, ist insgesamt übersichtlich aufgebaut und ermöglicht einen schnellen Zugriff auf Livebild, Clips und Einstellungen. Die Personenerkennung samt Tracking arbeitete meist zuverlässig, ebenso die Solarlösung, die im Test genug Energie lieferte, um den Akkustand dauerhaft auf einem guten Niveau zu halten.

Man merkt aber ebenso schnell, wo der Preisbereich beginnt. Die Bildqualität bei Tag ist ordentlich, aber leider nicht überragend. Besonders bei aktivem Tracking während des Schwenkens wirkt das Bild sichtbar unruhiger, die Kompression greift stark ein, es wird pixelig und die Schärfe bricht kurzzeitig weg, bevor sich das Bild wieder neu aufbaut. Wer also häufig Szenen mit viel Bewegung überwachen möchte, wird das merken. Leider ebenso bei starkem Zoom oder schwierigen Lichtverhältnissen, hier stößt die Kamera technisch an Grenzen.

Nachts reicht die Infrarot-Sicht für Erkennung und Orientierung gut aus. Die Farb-Nachtsicht konnte uns dagegen bedauerlicherweise nicht überzeugen. Trägt eine Person kontrastarme Kleidung, wurden wir teilweise regelrecht unsichtbar, weil die Kamera dann zum Ghosting-Effekt neigte. Zudem überstrahlte der LED-Scheinwerfer stellenweise deutlich, obwohl wir die automatische Regelung auch in der App aktiviert hatten. Hinzu kommt der wohl größte Kritikpunkt: die fehlende Privatsphären-Maske zum Ausblenden fremder Bereiche/ Grundstücke. Gerade bei einer schwenkbaren Outdoor-Kamera ist das in Deutschland halt auch aus rechtlicher Sicht ein wichtiges Thema. EZVIZ hat uns zwar mitgeteilt, dass diese Funktion per künftigem Update nachgereicht werden soll - zum Testzeitpunkt fehlte sie jedoch noch. Aus technischer Sicht zieht aber gerade dieser Punkt unsere Bewertung spürbar nach unten, was wir ehrlich gesagt schade finden.

Auch technisch bleibt die Kamera eher im eigenen EZVIZ-Ökosystem gebunden. ONVIF oder RTSP werden nicht angeboten, eine freie Einbindung in viele NAS- oder NVR-Systeme von Drittanbietern fällt damit aus.

Verglichen mit Modellen von Reolink, Tapo oder Eufy gibt es durchaus Kameras, die einzelne Disziplinen besser beherrschen - etwa bei der Bildqualität, Nachtleistung oder Systemoffenheit. In diesem Preisbereich findet man jedoch nur wenige Modelle, die gleichzeitig die bei der CB8 gebotene Kombination aus PTZ, 4G, Akku und Solarpanel mitbringen. Erst wenn man deutlich mehr Geld investiert, weitet sich das Modellfeld.

Unterm Strich ist die CB8 Lite 4G keine Kamera für Perfektionisten, aber doch eine starke Preis-Leistungs-Lösung für schwierige Einsatzorte. Wer maximale Bildqualität sucht, muss mehr investieren, und da reden wir schnell von höheren dreistelligen Beträgen pro Einheit. Wer dagegen eine flexible Außenkamera mit viel Ausstattung sucht, bekommt hier unserer Meinung nach ein insgesamt rundes Gesamtpaket.

  • Positiv
  • Einfache Installation
  • Ideal für schwierige Montageorte
  • Solide Bildqualität am Tag
  • Solide Nachtsicht über Infrarot
  • Gute Personen-/Fahrzeugerkennung
  • Breites Sichtfeld durch PTZ
  • Praktischer AOV-Modus
  • WLAN + 4G Umschaltung
  • Übersichtliche App
  • microSD- & Cloud-Speicherung möglich
  • Audioqualität der Org.-Datei gut
  • Neutral
  • Fokus auf EZVIZ-App
  • Nur 2,4-GHz-WLAN
  • Negativ
  • Keine Privatsphären-Maske
  • Teils starke Kompression
  • Unruhiges Bild beim Tracking
  • Farb-Nachtsicht nicht überzeugend
  • Kein ONVIF / RTSP
  • Kein WPA3 aktuell
  • Starke App-Audiokompression - Ton daher blechern

Weiterführende Links

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Transparenzhinweis: Für diesen Test wurde uns das Produkt als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Es bestand keine Verpflichtung zur Berichterstattung oder Einflussnahme auf Inhalt und Bewertung. Der Artikel spiegelt ausschließlich unsere eigene, unabhängige Meinung wider.

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