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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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Corsair H50

Corsair H50: Flüssigkeitskühlung in Miniatur

Einleitung

Eine eigens zusammengestellte Wasserkühlung benötigt meist gehörig viel Wartungsaufwand. Schon von vorne herein ist eine Wasserkühlung durch viel verwendete Zeit beim Schläuche zuschneiden, Ausschnitte sägen oder der Befestigung der Einzelteile, ein Zeitfresser. Dabei steht enormer Platzverbrauch ebenfalls auf der Negativliste der normalen Flüssigkeitskühlung. Etwas kleiner müsste sie sein, wartungsfreundlicher. Dies dachte sich Corsair in der Zusammenarbeit mit dem Wasserkühlungshersteller Asetek bei der Entwicklung ihrer neuen Miniaturwasserkühlung bestimmt, das Ergebnis trägt den Namen Corsair H50. Dem Ziel der kompakten, leicht zu montierenden Wasserkühlung, die mit aktuellen Luftkühlern mithalten oder diese gar schlagen kann, ist man etwas näher gekommen. Wie weit dies geschehen ist, oder ob man diesen Vorsatz in die Tat umsetzen konnte, prüfen wir in diesem Review ausführlich.

Die technischen Details

Kühllösungsspezifikationen:

  • 12cm-Radiator: 152 x 120 x 27mm (H x B x T)
  • Kompatibilität: Intel LGA1366, LGA1156, LGA775, AMD AM2(+) und AM3, Backplatemontage bei allen Sockeln erforderlich
  • Wartungsfrei
  • Pumpe in Kühlkörper eingebaut
  • 12V-Pumpe des Durchmessers 74mm und der Höhe 57mm
  • Schlauchlänge: 29cm
  • Schlauchdicke: 8mm

Lüfterspezifikationen:

  • Größe: 120*120*25mm
  • 7 Lüfterblätter
  • 1750rpm
  • Schwarzes, gesleevtes 28cm PWM-Kabel

Mangels Konkurrenz in dieser Klasse lässt sich leider noch keine Vermutung zur endgültigen Kühlleistung treffen. Der 120er Radiator ist mit dem Kühler fest verbunden über zwei knapp dreißig Zentimeter lange, mit Kunststoff ummantelte, recht steife und 8mm dicke Schläuche. Im Kühler ist direkt der Ausgleichsbehälter und die Pumpe integriert. Montieren lässt sich die H50 auf alle aktuellen Sockel. Der Kostenpunkt liegt bei knapp 60Euro. Die maximale Drehzahl des PWM gesteuerten Lüfters liegt bei 1750 u/min. Optimalerweise soll der Lüfter allerdings in das Gehäuse Luft einsaugend montiert werden, so der Hersteller. Dass dies bessere Werte beschert, ist logisch, da Frischluft nachgezogen wird. Inwiefern das aber praktikabel und sinnvoll ist, erläutern wir Ihnen später.

Der Lieferumfang

  • Corsair H50
  • Lüfter
  • Montagematerial LGA1366, LGA1156, LGA775, AM2(+), AM3
  • Vier Schrauben inkl. Unterlegscheiben zur Montage vom Lüfter, Radiator und Gehäuse-Sandwich
  • Quickstart-Guide Englisch
  • Bebilderte Anleitung für einzelne Sockel

Zusatzinfo:
Durch entsprechende Umrüst-Kits werden auch Sockel 1150/1155/2011 sowie AM4 unterstützt.

Corsair strukturiert klar, gibt genug zum Montieren und Betreiben mit, wirft nicht mit Schnickschnack um sich, der gegebenenfalls nicht benötigt werden könnte. Als klarer Vorteil ist hier natürlich der dadurch sinkende Preis zu nennen, größere Abstriche müssen aber auch nicht gemacht werden. Auf einem der Hauptteile der H50, dem Kühlkörper, ist bereits sehr plan und gut dosiert Wärmeleitpaste aufgetragen. Die englischsprachige Anleitung könnte für einige, dieser Sprache nicht mächtigen Anwender zu Komplikationen führen. Corsair bügelt dieses Manko aber durch einen detaillierte, gut verständliche Illustration halbwegs wieder aus.

Die Optik und Verarbeitung

Mit dem komplett schwarzen Look, sämtlichen Metallteile pulverbeschichtet und gesleevten Kabeln, liegt Corsairs Einstieg in die Welt der Kühlung ganz im aktuellen Trend. Das wäre ein Vorteil gegenüber einer Luftkühlung, bei der dies seltener ist. Die einzigen Auffälligkeiten neben der schwarzen Erscheinung sind einmal das Corsairlogo auf dem Lüfter und einmal identisches auf dem CPU-Kühler. Während das Exemplar auf dem Lüfter kaum oder nur selten zu sehen ist, ist das Corsairlogo, neben einer fast vollständig verdeckten silbernen Schraube, an der Oberseite des Kühlers die einzige helle Auffälligkeit. Die Optik ist aber wirklich exzellent, im neuen, schwarzen Design.

Für unseren Geschmack setzt Corsair bei der Auswahl der Materialien etwas zuviel auf Kunststoff, trotzdem können wir an der allgemein guten Verarbeitung nichts monieren. Bei häufiger Montage verlieren die Schrauben leider etwas an ihrer Ursprungsfarbe. Leicht störend wirken auf uns die vielen Schrauben auf der Kupferunterseite des Kühlers. Hier setzt sich leicht Wärmeleitpaste fest und ist nicht mehr allzu leicht zu entfernen. Hier wäre zumindest eine Minimierung auf die wichtigsten Schrauben schön, oder eine Abdeckung. Zu wenig Schrauben sind hingegen zur Lüftermontage dabei. Mit den vier Schrauben ist nur ein Lüfter montierbar. Für eine spätere Push/Pull Montage ist dies eher suboptimal.

Die Installation

Besonders bei der vorangegangenen Revision wurde das Montagesystem zutiefst bemängelt. Corsair reagierte mit einer neuen Revision, die optimierte Teile beinhaltet. Im direkten Vergleich mit einem normalen Luftkühler gestaltet sich die Installation der H50 etwas kniffliger. Der zusätzliche Zeitaufwand hält sich aber in Grenzen. Speziell wird auch hier wieder auf Backplatemontage gesetzt, die Konstruktion auf der gegenüberliegenden Seite des Motherboards ist etwas komplexer. Ein kleines Kunststoffteil wird in das runde Metallteil gesteckt, durch das Kunststoffteil werden Schrauben geschoben. Diese werden leicht an der Backplate fixiert, nun kann man den Kühler einschieben, ein wenig drehen, bis er einrastet und dann die Schrauben schlussendlich in die Backplate drehen. Der Halt ist sehr gut, allerdings ist auch kein hohes Gewicht zu tragen.

Der Radiator und ein Lüfter werden einfach mit vier Schrauben am Gehäuse befestigt, optimaler weise am Heck. Leider ist man durch Schraubenmangel nicht so flexibel. Die Befestigung erfolgt natürlich recht leicht, mit dem sehr steifen Schlauch muss man noch ein wenig kämpfen. Dies ist und bleibt der einzige aufzuzeigende Kritikpunkt. Dennoch ist die Montage sehr intelligent gestaltet und man merkt das Wissen und die Erfahrung dahinter. Ein wenig mehr Installationszeit muss eingeplant werden.

Die Testmethodik

Die Tests werden wie üblich durchgeführt. Wir halten eine Raumtemperatur von 22°C. Sobald dies nicht exakt der Wert ist, wird die gemessene Raumtemperatur von dem Messergebnis subtrahiert und 22°C addiert. Somit erhalten wir anschauliche, exakte Werte. Im Allgemeinen messen wir die Last-Temperatur. Diese wird simuliert indem alle Kerne vollständig mit Prime 95 ausgelastet werden.

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Intel E8400@~1,38V, 3,6GHz; Passiv-Tests: 1,3V, 3GHz
  • Asus P5Q-E
  • 4GB DDR2 OCZ @1GHz, 2,1V
  • BeQuiet! Straight Power Netzteil
  • ATI HD3870
  • 2*WD 3200AAJS
  • Nexus Edge, inkl. Noiseblocker XL1 Frontlüfter und Noiseblocker Multiframe S1 Hecklüfter

Die Testlüfter:

  • 500rpm: Noiseblocker S1
  • 800rpm: Noiseblocker S1
  • 1300rpm: Noctua P12
  • 1800rpm: Noiseblocker S3HS

Tests: Beigelegter Lüfter

Mit dem beigelegten Lüfter performt die H50 recht gut. Im geringen Drehzahlbereich kann die Flüssigkeitskühlung dadurch, dass nur ein Lüfter zum Einsatz kommt, aber nicht mit der Doppellüfterkonstruktion des Noctua-Riesen mithalten. Corsair lässt aber eine höhere Drehzahl zu, sodass er ab 80 Prozent Lüfterdrehzahl wieder aufholt und schlussendlich mit 100 Prozent vorne im Testfeld ist. Der Boxedkühler bildet konstant das Schlusslicht, die Tests bei 40 Prozent Lüfterdrehzahl müssen abgebrochen werden.

Tests: semipassiv

Etwas kompliziert gestalteten sich die Tests mit der H50 im Semipassiven Bereich aufgrund der Bauweise. Ein Hecklüfter bedeutet ja einen Aktivtest, kein Hecklüfter einen totalen Passivtest. Somit sind die Werte nicht wirklich mit denen der Luftkühler vergleichbar. Wir legen dennoch die Ergebnisse vor. Gänzlich passiv kann die H50 sogar noch den NB Twintec und den Noctua NH-U12P inklusive Hecklüfter schlagen, bei 800rpm Hecklüfterdrehzahl kann der Testkandidat aber nicht mehr mithalten. Bei den Tests mit Hecklüfter, die ja praktisch ein aktives Kühlsystem bedeuten, kann die H50 gegen die Kühler, denen ein Hecklüfter mit etwas Abstand bereitgestellt wurde, erwartungserfüllend klar gewinnen.

Tests: 500rpm

Nun bewegen wir uns zum aktiven Bereich. Während die H50 mit einem Lüfter bis zu zwei Grad schlechter ist als die beste Konkurrenz, kann sie mit zwei Lüftern auf derselben Drehzahl um einen halben Grad sogar den Noctua NH-D14 schlagen.

Tests: 800rpm

Der 800rpm-Bereich ist klar von zwei Kühlern dominiert. Der H50 und dem leistungsstärksten Kühlkörper aus dem Hause Noctua. Sie liegen beide noch eine Nuance vor dem Megahalems. Deutlich geschlagen werden der NH-U12P und der Noiseblocker Twintec.

Tests: 1300rpm

Hervorragend liegt dem Testexemplar offensichtlich der Drehzahlbereich zwischen 1300 und 1400rpm. Hier wird die gesamte Konkurrenz deklassiert.

Tests: 1800rpm

In dem Drehzahlbereich von 1800rpm, der dem Prolimatechkühler "Megahalems" immer sehr gut lag, operiert dieser weiterhin an der Spitze. Wird allerdings ein zweiter Lüfter zugeschaltet, kann der Megahalems im Verhältnis zur Konkurrenz nicht mehr so überzeugend skalieren und die Corsairkühlung nimmt den ersten Platz ein.

Die Lautstärke

Die Lautstärke, welche für jeden Benutzer interessant sein sollte, weicht konstruktionsbedingt von einer Luftkühlung ab. Der Unterschied ist die mechanisch arbeitende und somit schallerzeugende Pumpe. Dies bedeutet aber zwangsweise auch, dass es im Passivbetrieb zu einer gleichbleibenden Geräuschentwicklung der Pumpe kommt. Die beobachteten Ergebnisse zum Lüfter fielen recht eindeutig aus. Bei den jeweiligen Drehzahlen erreichte er gute Werte und erzeugte kaum Nebengeräusche. Betrachten wir spezifisch die Pumpe, merken wir, dass ab und zu ein kleiner "Wasserschuss" zu hören ist.

Dieser findet am Anfang häufiger, nach einer gewissen Laufzeit der Pumpe kaum oder gar nicht mehr statt. Ein solcher Schuss ist aber innerhalb der ersten Minuten eines Systemstarts immer zu hören. Vond er Pumpe geht ein gewisses Grundbrummen aus, das sich gelegentlich willkürlich verstärkt. Die dicht stehenden Lamellen wirken sich bei hohen Drehzahlen deutlich negativ auf die Geräuschkulisse aus. Für eine spätere Revision der H50 würden wir uns einen auf niedrige Drehzahlen ausgelegten Radiator wünschen.

Gordian Hoffmann meint …

Gordian Hoffmann

Letztendlich weist die H50 wertvolle positive, aber auch einige negative Aspekte auf. Erfreulich ist die interessante und passende Technik und der vollkommene Lieferumfang. Die komplett schwarze Optik begeistert uns. In unseren Tests empfanden wir die Verarbeitung durchweg als gut, obwohl der Kunststoffanteil relativ hoch ist. Aufgrund der recht kurzen, starren Schläuche lässt sich Corsairs Flüssigkühlung etwas schwerer montieren als ein konventioneller Luftkühler. Dies wird auch durch eine recht gut beschreibende Kurzanleitung ermöglicht.

Die Lautstärke der Gesamtkonstruktion ist angemessen. Logischerweise erzeugt die Pumpe ein gewisses Grundgeräusch, welches aber in der Geräuschkulisse der meisten Rechner untergeht oder zumindest enorm reduziert wird. Kritischer müssen wir den eingesetzten Lüfter bewerten. Als besonders laut können wir ihn nicht beschreiben, dennoch kann er sich nicht mit den Klassenprimi messen. Abschließend bleibt die Leistung zu bewerten. Egal ob passiv oder im Drehzahlbereich um 1300-1800rpm, niemals verliert die Corsair Kühlung den Anschluss an die Spitze beziehungsweise kann sich an selbiger positionieren.

Der Preis ist mit etwa sechzig Euro für die kompakte Flüssigkeitskühlung angemessen. Wer wenig Platz rund um die CPU hat, oder einfach die Optik bevorzugt, sollte unverzüglich zugreifen.

  • Positiv
  • Lieferumfang
  • Optik
  • Installation
  • Kühlleistung Passiv, 1300-1400rpm
  • Nachrüst-Kits für Sockel 1150/1155/2011 sowie AM4
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Grundbrummen der Pumpe
  • Eingestreute, seltene Lautstärkeperioden der selbigen
  • Hohe Lautstärke durch enge Lamellen bei hohen Drehzahlen
  • Befestigungsschrauben nur für einen Lüfter

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