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Tech-Review.de

  • Sonntag, 24. Oktober 2021
Cooler Master Silent Pro M2 1000 Watt

Cooler Master Silent Pro M2 1000 Watt: Stark, preiswert, gut?

Einleitung

Coolermaster ist wohl einer der bekanntesten Hersteller von PC-Gehäusen und Kühlern. Zudem bietet das Unternehmen auch PC-Netzteile an. Mit der Coolermaster Silent Pro M Serie konnte man Tester wie Kunden überzeugen - faire Preise, leise Kühlung, gute Elektronik, Kabelmanagement, problemlose Messwerte und fünf Jahre Garantie sind schließlich gute Argumente. Nicht zu Unrecht wurde die Silent Pro M Reihe gerne empfohlen und verbaut. Mit der Neuauflage als Silent Pro M2 soll nun dieser Erfolg wiederholt werden. Neue Elektronik und ein Ausbau der bewährten Stärken des Silent Pro sollen auch das neue M2 wieder zum Geheimtipp machen. Das 1000 Watt Modell haben wir daher gleich mal ins Testlabor gebeten.

Spezifikationen und Features

Allgemeine Ausstattungsmerkmale:

  • 80 Plus Silber Zertifizierung
  • Single Rail Design
  • 135 mm Lüfter mit HDB-Lager
  • modulares Kabelmanagement mit Flachbandkabeln
  • Abmessungen: 150 x 86 x 163 mm

Kabellänge und Kabelstränge:
Coolermaster stattet sein Silent Pro M2 mit teilmodularem Kabelmanagement aus. Grafikkarten- und Laufwerksanschlüsse werden daher nur bei Bedarf angeschlossen. Der 24 Pin ATX-Anschluss und die beiden P8 Anschlüsse sind fest verbunden. Die Stromversorgung für die CPU halten wir nicht für optimal: Zum einen werden nicht immer beide Anschlüsse benötigt, es wäre daher sinnvoll, zumindest einen Strang modular auszuführen. Zum anderen sind beide CPU-Anschlüsse nur als 8-Pin ausgeführt. Ein 4-Pin Stecker ist also nicht verfügbar. Falls Bauteile auf dem Mainboard also die Verwendung einer überstehenden P8-Steckers verhindern, ist ein Einbau ohne Adapter nicht möglich. Auch der 24 Pol ATX Anschluss verhindert möglicherweise die Verwendung auf älteren Mainboards. Die Länge des ATX-Anschlusses (ca. 55 cm) und der CPU-Stromversorgung (ca. 60 cm) sind relativ kurz. Ein Einbau in sehr große Gehäuse und optisch gefällige Kabelverlegung hinter dem Mainboard-Tray sind daher nur begrenzt geeignet. Die Grafikkartenanschlüsse sind hingegen mit 65 bzw. 70 cm Länge problemlos. Drei PCIe 6+2 sowie drei weitere PCIe 8-Pin versorgen auch Triple-SLI Gespanne mit High-End Karten. Für die Laufwerke stehen insgesamt 12 SATA, vier Molex und ein Floppy-Anschluss zur Verfügung. Wir würden uns wünschen, dass der Floppyanschluss durch einen Molex-Stecker ersetzt wird und stattdessen ein Adapter von Molex auf Floppy hinzugefügt wird, da der Floppyanschluss nur noch relativ selten Verwendung findet.

Leistung:
Selbstverständlich kann das Netzteil die 1000 Watt Nominalleistung auch dauerhaft zur Verfügung stellen. Bis zu 960 Watt davon, also 96% der Gesamtleistung, dürfen dabei auf der 12 Volt Schiene abgerufen werden. Der Hersteller setzt beim M2 auf ein Single-Rail Design, d.h. es gibt nur eine einzige, dafür sehr starke 12 Volt Schiene. Der Vorteil daran ist, dass es nicht möglich ist, dass eine einzelne Schiene überlastet wird und daher sich das Netzteil vorzeitig abschaltet, obwohl das Netzteil insgesamt noch nicht überlastet wird. Zudem können Messwiderstände eingespart werden, was die Fertigung etwas preiswerter macht bzw. die Effizienz erhöht. Der Nachteil an einer einzelnen 12 Volt Schiene ist, dass die Sicherungsschaltung für den Überstromschutz zwangsweise einen sehr hohen Auslösewert haben muss. Daher ist die Absicherung im Vergleich zu einem Multi-Rail Design schlechter. Wir bevorzugen daher durchdacht konzeptionierte Multi-Rail Geräte mit vollständiger Dokumentation der Schienenzuteilung. Extremübertakter werden hingegen ein Single-Rail Netzteil bevorzugen.

Schutzschaltungen:
Der Hersteller stattet das M2 mit allen notwendigen Schutzschaltungen aus.

  • UVP
    (Unterspannungsschutz: Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen unter einen gewissen Toleranzwert fallen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.)
  • OVP
    (Überspannungsschutz: Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen über einen gewissen Toleranzwert steigen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.)
  • SCP
    (Kurzschlusssicherung: Im Falle eines Kurzschlusses verhindert diese Sicherung eine Beschädigung der Kernkomponenten des Netzteils und der einzelnen Systemkomponenten.)
  • OPP
    (Überlastschutz: Wenn das System “überdimensioniert“ ist, also mehr Leistung vom Netzteil beansprucht wird als es leisten kann, wird diese Sicherung ausgelöst.)
  • OCP
    (Überstromschutz: Sollte die Last auf den einzelnen Leitungen höher sein als angegeben, schaltet das Netzteil automatisch ab.)

Zusätzlich verfügt das Silent Pro M2 auch über einen Überhitzungsschutz. Das Schutzschaltungspaket ist daher vollständig, allerdings liegt der Schwellwert für die Auslösung von OCP Single-Rail bedingt sehr hoch. Dies ist jedoch ein genereller Nachteil eines Single-Rail Designs und daher nicht ungewöhnlich. Trotzdem wäre ein Multi-Rail Design mit niedrigeren OCP-Limits aus sicherheitstechnischer Betrachtung etwas besser.

Garantie:
Coolermaster gibt auf die Silent Pro M2 Serie ganze fünf Jahre Garantie. Leider muss man das Netzteil im Falle eines Defekts auf eigene Kosten in die Niederlande senden. Andere Hersteller bieten inzwischen zusätzlich einen Vor-Ort Austausch oder eine deutsche Serviceadresse.

Verpackung und Lieferumfang

Coolermaster liefert sein Silent Pro M2 in einem 33 x 20 x 12 cm kleinen Karton aus. Die optische Gestaltung ist dabei durchaus gelungen. Während das Datenblatt des Netzteils vorhanden ist, vermissen wir eine Abbildung des Kabelbaums.

Beim Öffnen der Verpackung zeigt sich, dass die geringen Abmessungen des Kartons die Schutzfunktion nicht einschränken: Unter einer Schaumstoffabdeckung befindet sich das Handbuch in Form eines Faltblatts und darunter wiederrum das mit einer Folie ummantelte Netzteil. Das Coolermaster Logo in der Mitte des Lüftergitters ist nochmals mit einer Klebefolie geschützt. Das Netzteil ist durch den recht dicken Karton und die feste Position ordentlich gegen Transportschäden gesichert. Die Kabel befinden sich unter der lilafarbenen Kartonabdeckung auf der rechten Seite.

Nach dem vollständigen Auspacken zeigt sich der komplette Lieferumfang: Der Hersteller legt zum Netzteil und den dazugehörigen modularen Kabeln nur Kaltgerätekabel, Schrauben, Garantiekarte und Faltblatt in den Karton. Kunststoffkabelbinder, Klettkabelbinder, Thumbscrews und Gehäusesticker suchen wir vergebens.

Das Netzteil mit seinem Lieferumfang

Details und Verarbeitung

Äußeres
Coolermaster setzt beim Silent Pro M2 auf klassisches Design. Die Kombination aus dunklem Lack, großen, perfekt sitzenden Aufklebern mit Modellbezeichnung und hellerem Lüftergitter schaut immer wieder gut aus. Der Aufkleber mit dem Datenblatt befindet sich auf der Oberseite. Die Länge des Netzteils ist mit 16,3 cm für ein derartig leistungsfähiges Gerät mit Kabelmanagement gut, allerdings sollte man noch weitere 3 cm für die Kabelverlegung einplanen.

Die Verarbeitung des Netzteilgehäuses ist einwandfrei. Lackqualität, Beschriftung, Materialstärke, Passgenauigkeit und Kanten des Netzteilgehäuses sind problemlos. Auch die Qualität der Stecker und des modularen Kabelmanagementsystems sind gut. Der Kabeldurchlass für die fest verbundenen Stränge ist korrekt mit Kunststoff gesichert. Die Kabelummantelungen sind qualitativ brauchbar, der Sleeve könnte aber durchaus dichter sein. An den Sleeve eines derzeitigen Enermax Oberklasse-Netzteils kommt Coolermaster noch nicht ran. Die Flachbandkabel sind hingegen auch optisch ein Hingucker.

Technik
Nach dem Lösen der Schrauben und dem Öffnen des Netzteils fällt unser Blick auf die Elektronik.
Wie immer gilt: Nicht nachmachen - Lebensgefahr!

Die Elektronik des Silent Pro M2 wird von Enhance gefertigt. Typisch für Enhance-Layouts und insbesondere die Coolermaster Silent Pro Serie sind die sehr ausladenden Kühlkörper. Zur Belüftung wird ein schwarzer 135 mm Lüfter DFS132512M von Young Lin Tech verwendet. Bei 12 V erreicht der Lüfter seine Nenndrehzahl von 1500 Umdrehungen pro Minute und nimmt dabei bis zu 2,4 Watt auf. Das von Coolermaster mit HDB bezeichnete Lager ist weder ein normales HDB-Lager noch ein Gleitlager sondern ein sog. Hysint-Lager. Im Vergleich zu Gleitlagern ist die erwartete Lebensdauer höher, gleichzeitig sollen die für Kugellager typischen Laufgeräusche verhindert werden.

Die Eingangsfilterung beginnt direkt an der Eingangsbuchse mit zwei Y- und zwei X-Kondensatoren. Nach einem Ferritring folgen dann auf der Hauptplatine zwei Spulen, zwei X- und zwei Y-Kondensatoren sowie der MOV. Die Eingangsfilterung ist damit vollständig. Als Primärkondensatoren werden zwei Matsushita/Panasonic 105 Grad Modelle(390μF, 420V) verwendet - eine sehr gute Wahl. Auf der Sekundärseite werden mit Ausnahme eines einzelnen Nippon Chemi-Con Elkos ausschließlich 105 Grad Elektrolytkondensatoren von Teapo verwendet.

Weitere 105 Grad Elkos von Teapo finden sich auf der Zusatzplatine für das modulare Kabelmanagement. Die Bestückung auf der Sekundärseite ist insgesamt gut. Auffällig ist, dass auf der Zusatzplatine (Position C50) eine Lücke bleibt, bei der beim Silent Pro M2 1000 Watt der Kollegen von techpowerup.com ein großer Nippon Chemi-Con Elko verbaut ist. Als Sicherungschip wird ein SITI PS232S verwendet. Dieser stellt die versprochenen Schutzschaltungen zur Verfügung.

Die Lötqualität ist in Ordnung. Auch die Kabelenden sind gründlich gekürzt.

Das Testsystem

Ein guter Netzteiltest setzt eine gewisse Ausrüstung voraus. Da es mit handelsüblichen PCs nicht möglich ist, bestimmte Lasten für das Netzteil zu produzieren, verwenden wir daher professionelle elektronische Lasten der Firma Chroma. Die Chroma belastet das Netzteil mit den von uns gewählten Einstellungen. Dabei können auch sehr leistungsfähige Netzteile voll ausgelastet werden. PFC-faktor, Spannungen und Effizienz lassen sich daher präzise bestimmen. Damit können wir eine sehr hohe Vergleichbarkeit der Netzteile sicherstellen. Zur Messung der Restwelligkeit verwenden wir ein Vierkanal-Oszilloskop von Tektronix (Tektronix TDS 3014C, 100Mhz, 1,25 GS/s).

Die Chromastation

Die Chroma im Detail:

  • Chroma Digital Power Meter 66202
  • Chroma Measurement Test Fixture A662003
  • Chroma 6314A DC Electronic Load Mainframe mit 63102A und 63106 Lastmodul
  • 2x Chroma 6314 mit insgesamt acht 63103 Lastmodulen
  • Enermax-Anschlussplatine und Kondensatoren für normgerechte Messung
  • Kalibrierung am 26.10.2010, Rekalibrierung am 26.10. 2011
  • Messung bei 230 Volt Eingangsspannung
Die Enermax Anschlussplatine

Testablauf:

  • 40 Watt feste Last
  • 10% Last
  • 20% Last
  • 50% Last
  • 100% Last
  • Crossloadtest (wie 100% Last, aber minimale Belastung der 3,3 und 5 Volt Schienen)
  • wird vom Hersteller eine dauerhafte Überlastfähigkeit garantiert, wird diese zusätzlich geprüft

Wir möchten an dieser Stelle offen darauf hinweisen, dass wir als Gäste auf der Chroma der Firma Coolergiant Computers Handels GmbH in Hamburg testen. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, da eine solche Ausrüstung sehr teuer ist. Wir sind immer selbst vor Ort, bringen unsere Testmuster mit, führen unsere Messungen durch und lassen nicht "remote-testen". Zudem testen wir bei jedem Termin zahlreiche Netzteile - eine systematische Abweichung nach Oben oder Unten würde dann alle Netzteile betreffen. Sollten wir trotzdem auch nur den geringsten Zweifel an unserer Unabhängigkeit haben, werden wir auf weitere Tests an der Chroma verzichten.

Aufgrund der Lautstärke der elektronischen Lasten ist eine Lautstärkemessung an der Chroma wenig sinnvoll. Wir lasten die Netzteile daher auch mit gewöhnlichen Computern in festgelegten Szenarios aus. Damit können wir dann die Lüfterdrehzahl und die Lautstärke messen. Während der Lautstärkemessung mit unserem Voltcraft SL100 Schallpegelmessgerät werden natürlich die Lüfter des Testsystems kurz angehalten.

Testsystem 1:

  • Xilence Netzteiltester
  • DVD-Laufwerk
  • zur Simulation von sehr geringen Lasten (Lasttest 1) und zur Bestimmung der PG-Time

Testsystem 2:

  • verwendet für Lasttests zwei bis vier
  • AMD Phenom II X4 920
  • Scythe Mugen
  • 4 GB DDR2-1066 RAM
  • Asrock A770 Crossfire Mainboard
  • Sapphire AMD/ATI HD 4870X2 2x1024 MB (AMD-Referenzdesign)
  • zwei Festplatten, zwei optische Laufwerke
  • zwei Sharkoon Silent Eagle 1000 LED Fan
  • Rebel 9 Economy
  • Windows-Leerlauf, 3D-Strategiespiel (R.U.S.E), OCCT PSU Test

Testsystem 3 (wie Testsystem 2 plus zusätzlich):

  • verwendet für Lasttests fünf
  • Sapphire AMD/ATI HD 4870X2 2x1024 MB (AMD-Referenzdesign)
    und PALIT HD 4870 X2 Revolution 700 Deluxe 2x1024 MB im CrossFireX Modus
  • OCCT PSU Test

Messwerte

PG-Time
Mit einem Netzteiltester führen wir eine kurze Funktionsprüfung durch und bestimmen dabei die PG time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Unser Silent Pro M2 meldet pünktlich seine Einsatzbereitschaft. Die weiteren Tests finden an der Chroma statt.

Effizienz:

Die Effizienz des Coolermaster Silent Pro M2 ist einwandfrei. Da wir im 230 Volt Stromnetz messen, muss man im Vergleich zur Messung bei 115 Volt Eingangsspannung (z.B. 80plus.org und viele US-reviews) noch etwa 1 bis 2 Prozentpunkte abziehen. Der 80 Plus Silber Standard wird trotzdem leicht übertroffen. Lediglich das 40 Watt Szenario zwingt die Effizienz des Silent Pro M2 1000 Watt in die Knie. Bei sehr geringen Lasten ist das Netzteil eher wenig effizient, aber bereits bei 10% Last werden immerhin 83,6% Wirkungsgrad erreicht. 80 Plus Gold oder gar Platin zertfizierte geräte sind jedoch noch effizienter.

Leistungsfaktor (PFC)
Ein PC-Netzteil verhält sich im Stromnetz anders als gewöhnliche (ohmsche) Lasten wie z.B. eine Glühlampe. Die nicht Sinus-förmige Stromaufnahme bedeutet, dass neben der Wirkleistung sog. Blindstrom entsteht. Dies führt zum einen zu einer höheren gemessenen Scheinleistung, zum anderen zu einer Belastung für das Stromnetz. Ein Messwert von "1" an dieser Stelle würde bedeuten, dass das Netzteil sich perfekt verhält und kein Blindstrom entsteht. In der Realität werden wir immer geringere Ergebnisse messen.

Die Leistungsfaktorkorrektur ist nicht die Stärke des Coolermaster Silent Pro M2. Mit Werten zwischen 0,67 und 0,96 überzeugt das Netzteil in dieser Disziplin nicht. Da Verbraucher in Deutschland aber stets die Wirkleistung und nicht die Scheinleistung bzw. für den Blindstrom bezahlen, ist das für den Nutzer eher sekundär.

Spannungen
12 Volt:

5 Volt:

3,3 Volt:

Alle Spannungen des Coolermaster Silent Pro M2 1000 Watt sind problemlos innerhalb der Spezifikation, nicht einmal die Hälfte des Toleranzbereiches wird genutzt. Auch die Crossload steckt das Netzteil problemlos weg. Insgesamt ist die Spannungsregulation sehr gut.

Restwelligkeit
Restwelligkeit bei 20% Last:

Restwelligkeit bei 50% Last:

Restwelligkeit bei 100% Last:

Restwelligkeit bei Crossload:

Übersicht:

Die Messwerte des Coolermaster Silent Pro M2 sind problemlos in der Spezifikation. Da wir routinemäßig zwei 12 Volt Anschlüsse messen und das Ergebnis mitteln, fielen uns aber noch die Messwerte am ATX Stecker auf (nicht in den Screenshots): Die Werte an diesem Stecker sind signifikant erhöht, aber immer noch im Rahmen des Erlaubten. 80 mV werden auch auf diesem einzelnen Strang auf 12 Volt nicht überschritten. Möglicherweise ist am ATX Anschluss weniger Glättungskapazität vorhanden. Wir haben daher den Mittelwert aus zwei anderen 12 Volt Leitungen tabellarisch erfasst. Insgesamt ist die Restwelligkeit des Netzteils als "gut" einzustufen.

Anhang: Lastkalkulation
Für die Messungen an der Chroma wurde folgende Lastkalkulation verwendet:

Hinweis: Dass in der Lasttabelle mehrere 12 Volt Schienen aufgeführt sind, bedeutet, dass mehrere 12 Volt Lastmodule der Chroma verwendet werden. Durch die Verwendung mehrerer Anschlüsse und Lastmodule lässt sich die Messgenauigkeit verbessern. Die Gesamtbelastung der 12 Volt Leitung ergibt sich durch Addieren der Einzelbelastungen.

Die Lautstärke

Lüfterdrehzahlen

Lautstärkemessung
Hinweis: Das Xilence XQ ist ein semi-passives Netzteil. Wir haben die Lautstärkemessung daher für dieses Vergleichsnetzteil nur für Lasten durchgeführt, bei denen die Lüfter genutzt werden. Zudem messen wir in 5 cm Abstand. Daher sind diese Messergebnisse nicht mit denen anderer Seiten vergleichbar.

Subjektive Einschätzung
Das Silent Pro M2 zählt zu den leiseren Vertretern seiner Leistungsklasse. Das vorhandene leichte Elektronikrauschen ist mit einem Meter Abstand auch bei angehaltenem Lüfter nicht mehr wahrnehmbar. Der Lüfter selbst macht eine gute Figur. Zwar kommt das Lagergeräusch noch nicht ganz an die derzeit besten Netzteillüfter von be quiet! und Enermax heran, im Vergleich zu den Konkurrenten mit normalem Gleitlager oder gar Kugellager ist das Laufgeräusch aber leiser. Auch insgesamt ist das Silent Pro M2 bis zum Lastszenario 3 angenehm, erst bei sehr hoher Last fällt es gegenüber dem Enermax Revolution87+ zurück.

Philip Pfab meint …

Philip Pfab

Coolermasters Silent Pro M2 hinterlässt im Vergleich zur damaligen Silent Pro M Reihe einen anderen Eindruck: Während das klassische Silent Pro beim Erscheinen ein teures Luxusnetzteil war, wurde die Performancekrone inzwischen an die Silent Pro Gold und Hybrid Modelle abgegeben. Das Silent Pro M2 braucht sich deswegen aber keineswegs zu verstecken: Auch wenn inzwischen natürlich Gold- und Platin-zertifizierte Netzteile verfügbar sind, erfüllt das M2 immerhin mühelos den Silber-Standard. Die Spannungsqualität überzeugt durch gute statische Spannungsregulation und niedrige Restwelligkeit. Dass alle Schutzschaltungen vorhanden sind, ist natürlich selbstverständlich. Mit der Auslegung als Single-Rail Netzteil sind wir nicht wirklich glücklich.

Für die meisten Anwender dürfte ein Multi-Rail Gerät aufgrund des potentiell wirksameren Überstromschutzes vorteilhafter sein. Nicht, dass Single-Rail Netzteile an sich gefährlich wären - aber in der Leistungsklasse 1000 Watt ist eine Verteilung der 12 Volt Leistung auf mehrere Schienen aus unserer Perspektive begrüßenswert. Übertakter werden uns da natürlich widersprechen und ein Single-Rail Netzteil bevorzugen. Die Elektronik und die Verarbeitung des Netzteils überzeugen. Auch die Kühlung ist mit niedrigen Lautstärken bei mittleren Lasten ganz gut gelungen. Erst bei hoher Auslastung wird das Silent Pro M2 etwas lauter und positioniert sich auf dem Niveau des Xilence XQ Platin und des OCZ ZX 850 Watt.

Teurere Netzteile machen gewisse Dinge dann natürlich doch noch besser. Längere Kabel und blickdichter Sleeve sind aber für viele Käufer nicht entscheidend. Und die 30 bis 80 Euro, die man als Kunde bei Coolermaster im Vergleich zu echten Luxusklasse-Netzteilen spart, reichen lange, um den geringen Mehrverbrauch zu finanzieren. Aus unserer Sicht überzeugt daher das Preis-/Leistungsverhältnis!

  • Positiv
  • gute Elektronik
  • hohe Effizienz (für 80 Plus Silber)
  • gute Spannungsqualität
  • Flachbandkabel
  • problemlose Messwerte
  • fünf Jahre Garantie
  • preiswert
  • relativ leise (außer bei Volllast)
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • CPU- und Mainboard-Anschlüsse könnten länger sein
  • Sleeve nicht blickdicht
  • Nachteile eines Single-Rail Designs

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