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Tech-Review.de

  • Mittwoch, 23. September 2020
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Cooler Master Storm Stryker

Cooler Master Storm Stryker: Des Troopers neue Kleider

Einleitung

Schon seit längerer Zeit hat Cooler Master ein vielversprechendes Gaming-Gehäuse unter dem Label CM Storm im Programm. Das passend "Trooper" genannte Gehäuse ist nun als "Stryker" auch in einer imperial-weißen Version mit serienmäßigem Seitenfenster erhältlich. Ansonsten hat sich an dem Dickschiff im Todesstern-Format wenig geändert: Viel Platz im Inneren, flexible HDD-Käfige, Front-USB 3.0 sowie eine integrierte Lüftersteuerung nebst zahlreichen Optionen zum Einbau einer Wasserkühlung sollen zusammen mit jeder Menge Bedienkomfort alles bieten, was des Gamers Herz begehrt. Trotz der exklusiven, weißen Farbe sollte das Stryker das allerdings auch, denn mit 150-Euro-Preisschild ist es eindeutig in der Oberklasse behaust. Endor oder Alderaan? Wir haben das neue, nunmehr dank passender Farbe endlich echte Storm Trooper im Feldeinsatz gründlich getestet.

Der Lieferumfang

Wenig überraschend wird der Fulltower in einem Karton geliefert, dessen Abmaße und Rahmendaten den Empfänger zum Erzfeind jedes Postboten machen. Ein echter Nachteil für sonnenscheue Nerds mit Tageslichtallergie - aber hey, das Gehäuse ist ja wirklich cool. Zumindest lässt das die Verpackung durchblicken, dessen Produktbild auf der Vorderseite auch eine Sonnenbrille tragen könnte. Abmaße und die für den Hersteller wichtigsten Features sind wie immer auf der Rückseite versteckt. Dieses Mal im Angebot: Die zahlreichen Lüfter, deren Varianten in der Front über weiße LEDs verfügen, das 2,5"-X-Dock, Tragegriff, Kabelmanagement-Optionen, das Meshdesign und - nahezu alle Features des Gehäuses, die wir auf den nächsten Seiten ohnehin abdecken werden. Großer Tower, prall gefüllt!

Kaum sparsamer war Cooler Master beim Lieferumfang, der neben einer exzellent bebilderten Bedienungsanleitung lediglich einige Kabelbinder, jede Menge schwarzer Schrauben sowie einen 3,5 auf 5,25-Zoll-Adapter samt 8-Pin-Verlängerungskabel für die Stromversorgung des Mainboards enthält - großer Tower machts nötig.

Die technischen Daten

Technische Daten:
Modellnummer SGC-5000W-KWN1-GP
Gehäusetyp Big Tower
Maße (H x B x T) 250 x 605 x 579 mm
Material Gemischt: Stahlbody umkleidet mit Elementen aus Mesh und Kunststoff
Farbe Weiß
Laufwerke ODD ext. 3 (ohne HDD-Käfige: 9)
HDD ext. 1 (2,5"-X-Dock)
HDD int. 8
SSD int. 12 (konvertierte 3,5" Schächte + separater Käfig)
Erweiterungs-Slots 9+1
M/B Micro-ATX, ATX, E-ATX, XL-ATX
I/O 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, je 1x Mikrofon & Headset (HD Audio), Lüftersteuerung
Lüfter Front 2x 120 mm LED, 1200 U/Min, 3-Pin
Oben 1x 200 mm, 1000 RPM, (optional: 2x 120 mm), 3-Pin
Hinten 1x 140 mm, 1200 RPM, 3-Pin (oder optional 1x 120 mm)
Seitenteil Optional: Bei gedrehten HDD-Käfigen, siehe Front
Max. GraKa-Länge 310 mm
Max. CPU-Kühler-Höhe 186 mm
Netzteil Standard ATX PS2 / EPS 12V (optional)
Netto-Leergewicht

13,7 Kg

Preis: ~ 147 €
Preisvergleich Geizhals Deutschland

Außencheck

Bereits auf den ersten Blick wird klar, warum CM Storm das Stryker als "Super-Tower" vermarktet: Das Gehäuse ist wirklich groß, passt aber immerhin noch unter handelsübliche Schreibtische. Über das Design lässt sich zwar streiten, allerdings schlägt in unseren Augen das neutralere Weiß das dunkle Trooper, da die helle Farbe das aggressive Styling etwas abmildert. Die schwarzen Akzente sorgen für einen netten Blickfang, was übrigens auch für den Innenraum gilt: Schwarz wird nur in sehr geringen Mengen eingesetzt, was der Optik eindeutig zu Gute kommt. Verglichen mit dem Trooper fallen außerdem die neu gestalteten Seitenteile auf, die ein Sichtfenster sowie jede Menge Platz für ordentliches Kabelmanagement lassen.

Da das Stryker als typisches CM-Storm-Produkt direkt auf "Gamer" und Enthusiasten zielt, wurde ein Schwerpunkt auf die Kühlleistung gesetzt. Deshalb ist die Front durchgängig mit Mesh-Blenden bestückt, was gleichzeitig den Einbau von 5,25"-Laufwerken oder Radiatoren ermöglicht. Am Boden findet sich außerdem eine Schublade, in der Einbauzubehör oder Gadgets wie USB-Sticks ihren Platz finden, was für den Besuch einer LAN-Party sinnvoll erscheint. Besonders schön: Deren Blende ist mit Sprungfedern anstelle der Plastikbügel bei den Frontblenden gesichert, was Haptik und Komfort deutlich aufwertet. Die Meshgitter hingegen dienen der Belüftung der Festplatten, die quer zum gewohnten Luftstrom liegen, was ihre Abwärme aus dem Gehäuse direkt entfernt.

Das I/O-Panel am Gehäuse zeigt sich zeitgemäß bestückt. Neben je zwei USB-2.0- und 3.0-Ports bietet die Anschlussstelle einen Kopfhöreraus- und einen Mikrofoneingang. Direkt unterhalb des großen Powerbuttons liegen die Kontrollelemente der integrierten Lüftersteuerung. Diese bietet wie schon beim Luxusliner Cosmos II (Test bei Tech-Review) die Möglichkeit, Lüfter in fünf Stufen zu regeln und die integrierte Beleuchtung zu deaktivieren. Für diese Funktionalität müssen die verwendeten Ventilatoren allerdings neben dem normalen 3-Pin-Anschluss einen weiteren mit zwei Pins besitzen, was derzeit nur auf die verbauten Exemplare zutrifft - die immerhin im Cooler-Master-Ersatzteilshop nachgekauft werden können.

Einen gravierenden Nachteil hat die Steuerung jedoch, denn mehr als die bereits mitgelieferten Lüfter lassen sich nicht anschließen. Ob das Modell etwa per Y-Stecker mehr der luftigen Wedler vertragen kann, bleibt mangels Angaben über die exakten Leistungsdaten der Steuerung unklar. Dafür wird immerhin ein Startboost gegeben, was Probleme mit hohen Anlaufspannungen umgeht und bei Lüftersteuerungen zu den gehobenen Ausstattungsmerkmalen gehört. Direkt unterhalb des I/O-Panels liegt außerdem das "X-Dock", ein Hot-Swap-Bay für 2,5"-Festplatten oder eher SSDs, mit dem sich Daten schnell und einfach sichern lassen. Die optische Integration erweist sich dabei durchaus als gelungen.

Ganz eitel Sonnenschein ist gerade die Lüftersteuerung im Betrieb aber nicht. Über die akustische Rückmeldung - ein lautes Piepen - kann man Hinwegsehen, über die Beleuchtung nicht. Denn die HDD- und Power-LEDs sind deutlich schwächer als die der übrigen Bedienelemente, was sie, von sehr dunklen Räumen abgesehen, unsichtbar werden lässt. Im Dunkeln zeigt sich außerdem der Sinn der Kombination von Power-LEDs mit dünnem Plastik. Hier scheint großzügig rotes Licht aus allen Ritzen.

Ein weiteres Feature des CM Storm Stryker sind die großzügig verteilten Staubfilter. Lediglich die Meshgitter der Seitenteile wurden nicht bedacht, ansonsten sind alle Öffnungen abgedeckt worden. Die Säuberung der Filter erfolgt dabei dank guter Zugänglichkeit im Handumdrehen. Am Gehäuseboden erfreuen zudem die vier gummierten Standfüße, die das Gehäuse so vom Zimmerboden entkoppeln. Auf der Rückseite fallen vier Dinge ins Auge: Drei Schlauchdurchführungen für eine externe Wasserkühlung, neun Erweiterungsslots, die sich bei Systemen mit drei oder mehr Grafikkarten bemerkbar machen. Außerdem setzt Cooler Master auf einen 140 Millimeter breiten Lüfter, wobei Bohrungen für ein 120er-Exemplar ebenfalls zu finden sind. Besonders bei Wasserkühlungen ist das praktisch, wenn ein bereits vorhandener Radiator im kleineren Format im Inventar liegt.

Das Gitter wurde allerdings fest ins Gehäuse integriert, was in dieser Preisklasse aufgrund der damit verbundenen Luftverwirbelungen negativ auffällt. Schlussendlich besitzt das Stryker noch einen vertikal platzierten Erweiterungsslot, der werksseitig mit dem "Storm Guard"-Feature ausgestattet wird. Hierbei handelt es sich um eine gelochte Slotblende, mit der auf LANs die Kabel von Eingabegeräten verflochten werden können. Der Diebstahlschutz bleibt jedoch dank nicht abschließbarer Seitenteile zwangsläufig unvollständig. Alternativ lassen sich hier wie bei unserem Testsystem prima Lüftersteuerungen unterbringen - also durchaus eine sinnvolle Idee.

Innovativ auch der Deckel: Neben den zahlreichen, stilisierten Kühlrippen besitzt das Stryker hier auch einen gummierten Tragegriff, der zwar nicht leicht zu reinigen, dafür aber enorm griffig ist. Angesichts der 13 Kilogramm Leergewicht eine exzellente Idee, zumal das Gehäuse die Verwendung einer Wasserkühlung sehr einfach macht - und diese Form der Kühlung wiegt gerne viel. Die zum Anheben schwerer Hardware notwendige Stabilität wird durch die Verschraubung des Griffelementes mit dem Gehäusecorpus aus Stahl gewährleistet, das Plastik-Top dient hierbei nur der Zier. Allerdings gilt es zu beachten, dass auch die Front des Stryker mit Laufwerken beschwert sein will, um beim Tragen ausbalanciert zu sein. Unser Testsystem mit nur einer Festplatte samt DVD-Laufwerk führte zu einer recht ungleichen Gewichtsverteilung.

Die äußere Verarbeitung kann jedoch mit dem rasanten Erscheinungsbild nicht Schritt halten. Zwar bringt der Einsatz von Plastikelementen immer das Risiko von suboptimalen Spaltmaßen, beim Stryker stimmen die Übergänge zwischen Metall und Kunststoff aber mürrisch. Denn die schiefen Spalte sind sowohl zum Deckel als auch an der Front, hier sogar in Bogenform, meist mit bloßem Auge in normalem Sichtabstand zu erkennen. Das ist in dieser Preisklasse ungehörig und für einen Trooper erschreckend disziplinlos. Zur Erinnerung: Nicht 50 sondern 150 Euro möchte CM Storm auf dem Tisch des Hauses sehen. Auch der Lack hätte mit etwas mehr Liebe verarbeitet sein dürfen. Stellenweise, an den Pfalzen der Seitenteile etwa, wirft bereits blankes Metall einen Blick ans Tageslicht, an anderen Orten finden sich Lacknasen oder abgeplatzte Farbe. Da wir unser Testexemplar weit vor Verkaufsstart in der Redaktion eintraf, tippen wir hier auf Fehler eines Vorserienexemplares. Ein zweites Gehäuse, das uns zum Verkaufsstart erreichte, wies keinen der beschriebenen Mängel auf.

Innencheck

Im Innenraum des weißen Troopers liegen weite Welten vor des Betrachters Auge. Allein für das Netzteil, das auf zumindest vom Gehäuseboden entkoppelt wird, stehen 230 Millimeter Platz bereit - sofern der Lüfter im Boden genutzt wird. An dessen Position findet sich zunächst aber ein HDD-Käfig für vier 2,5"-Festplatten oder SSDs. Das sieht zwar ungewohnt aus, macht aber unter Umständen trotzdem Sinn und hält flexibel. Eine weitere "Lüfterposition" liegt unter dem Geheimfach in der Front. Das lässt sich nämlich komplett entfernen, wodurch sich ein 240er-Radiator im Gehäuseboden unterbringen lässt. Ein weiteres Modell gleicher Größe passt außerdem direkt gegenüber in den Deckel.

Ansonsten findet der Nutzer auch im Inneren des Stryker eine Wüste in Weiß vor, die sogar XL-ATX-Mainboards und mit etwas Mühe auch 31 Zentimeter lange Grafikkarten aufnehmen kann. Schwarz wird hier lediglich punktuell aufgetragen. Ob der konsequenten Umsetzung - selbst die Lüfter sind komplett in Weiß gehalten - gewinnt die Farbgebung daher enorm an Wirkung. Beendet wird die Konsequenz erst am Kabelbaum. Der bietet viele Strippen unter anderem aufgrund der integrierten Lüftersteuerung und einem internen USB-3.0-Anschluss, nutzt aber nicht durchgehend schwarze Adern. USB-2.0- und Front-Audio-Strippe bleiben bunt, was nicht ganz in das Farbschema passen will. An dieser Stelle überrascht außerdem das Hot-Swap-Dock, welches vom Nutzer selbst verkabelt werden will und nicht einmal über verlängerte Anschlusskabel verfügt. Durchdacht ist dafür wieder das Kabelmanagement: Die Durchführungen sind zwar nicht extrem zahlreich, dafür aber groß und mit festen, sicher sitzenden Gummiummantelungen verkleidet. Zudem stehen genug Möglichkeiten zum Einsatz von Kabelbindern bereit.

Auf der Rückseite des Strykers zeigt sich noch einmal der aufgeräumte Aufbau. Für Kabelmanagement stehen an der dünnsten Stelle immerhin 1,7 Zentimeter Platz zur Verfügung, wobei das Seitenteil selbst ebenfalls noch einmal Raum zur Verfügung stellt. Gut zu erkennen ist an dieser Stelle auch der Grund für die Stabilität des Gehäuses: Cooler Master nutzt den Mainboard-Tray und die 5,25"-Schächte als durchgehende Einheit zur Verstärkung der Chassis-Struktur.

Ein besonderes Feature des CM Storm Strykers sind die drehbaren Festplattenkäfige. Diese können samt Lüfter entweder quer zum normalen Luftstrom montiert werden, was die HDDs als Wärmequelle aus dem Gehäusekreislauf entfernt, oder im klassischen Sinne ins Innere des Troopers zeigend montiert werden. Letzteres sorgt außerdem für zusätzliche Frischluft im Inneren des Cases, da die Lüfter nun unterstützend wirken. Wer mag, kann auch einfach die HDD-Käfige entfernen und an ihrer Stelle 5,25"-Laufwerke einsetzen. Der Umbau geht dank Thumbscrews fix von der Hand und dauert kaum eine Minute. Positiv fällt hierbei die saubere Kabelführung der Lüfter auf, welche zu einem netten und aufgeräumten Erscheinungsbild enorm beiträgt. Entkoppelt wird allerdings kaum etwas: Zwar sind die Seitenpanele per Gummipin eingestöpselt, die Festplatten in ihrem Quickmounts entkoppelt, der Ventilator aber lediglich angeschraubt. Neben den zwei an den HDD-Käfigen montierten Exemplaren hat Cooler Master mit dem 140-Millimeter-Modell im Heck und seinem größeren 200 Millimeter breitem Bruder im Deckel damit zumindest dem Normalnutzer eine Vollbewedlung ins Haus gestellt. Mehr Rotoren werden nicht gebraucht.

Das Testsystem

Motherboard Asus P6TD Deluxe
CPU Intel Core i7 920 (3400 MHz)
RAM 3 x 2048 MB Apogee GT
Grafikkarte ATI Radeon HD 3870 (Scythe Musashi)
Betriebssystem Microsoft Windows 7 64bit
CPU-Kühler Cooler Master Hyper 412 Slim
Festplatte 1 x 640GB Western Digital Caviar Black 7200 U/Min
Netzteil Antec True Power 550W

Die montierte Hardware

Schnell, unkompliziert und insgesamt einfach: Der Bestückung von Trooper Stryker stellt dank des Platzangebotes und der Verwendung von Thumbscrens wenig Herausforderungen bereit. Lediglich Laufwerke im 5,25"-Format müssen verschraubt werden. Das ist nicht unbedingt schön, stört aber auch nicht massiv - diese Laufwerksgröße wird ohnehin eingebaut und dann vergessen. Eine Größe kleiner klappt das deutlich besser; Festplatten werden einfach in die Quick-Mounts geklipst und anschließend in ihre Käfige geschoben. Nur beim 2,5"-Format muss der Nutzer, wie bei anderen Hersteller ebenfalls, zu Schrauben greifen.

Nett gelöst wurde ebenfalls das Entfernen der Slotblenden, die sich mit einem Griff ausbauen lassen. Besonders fein ist hier die Haptik, denn statt normalem Plastik trägt das Stryker hier eine edlere Abart, deren Oberfläche leicht an Gummi erinnert - aber dennoch relativ glatt wirkt. Lange Rede, kurzer Sinn: Es fasst sich prima an! Vermisst wird lediglich eine Frontblende für optische Laufwerke, da diese unter Umständen die einheitliche Optik aufreißen können - in dieser Preisklasse wird auch solches "Zubehör" langsam relevant, da der Kundenkreis nicht mehr nur auf Features sondern eben gerade auf das Design achtet. Ebenfalls ein edles Detail ist das "sliden" der Seitenteile, welche nicht nur ohne Spiel eingesetzt werden, sondern sich dennoch leichtfüßig schieben lassen.

Mit aller Hardware zeigt sich zweierlei: Das gut platzierte Seitenfenster einerseits und die schiere Größe des Gehäuses andererseits, die ein ATX-Mainboard sowie unseren 160 Millimeter hohen CPU-Kühler erstaunlich klein wirken lässt. Rückseitig abgebildet zeigt sich außerdem noch einmal plastisch das Kabelmanagement, welches ohne großen Aufwand - wie bei unserem Testsystem - selbst "rattig" gut funktioniert.

Die Lautstärke

Prinzipiell überzeugt die Lautstärke des Stryker sowohl dank der moderat gewählten Maximaldrehzahl der Lüfter als auch der integrierten Steuerung. Praktisch stört jedoch der große Deckelrotor durch Klackern und Surren, die entstehende Geräuschkulisse übertrifft die restlichen Komponenten ohne Schwierigkeiten. Bei einem zweiten Testmuster lief der Großrotor allerdings nebengeräuschfrei, weshalb im günstigsten Falle die Serienstreuuung etwas größer ausfällt. Die übrigen Exemplare laufen jedoch nebengeräuschfrei und angenehm. Komplett lautlos wird der Weißling zwar auch auf der niedrigsten Steuerungsstufe nicht, sehr leise hingegen schon und liegt etwa auf dem Level einer ungedämmten Festplatte. Das ist mehr, als man bei vielen Konkurrenten erwarten kann, zumal dank der fünf Modi ein breites Regelspektrum zur Verfügung steht - wenn da der klackernde Lüfter nicht wäre. Die eher schwach aussehende Entkopplung der HDDs stellt weniger ein Problem dar, das verwendete Exemplar blieb auch im Betrieb recht ruhig. Alle Messungen erfolgten mit einem Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerät aus 30 Zentimetern Entfernung zum geschlossenen Gehäuse. Die Lüfter des CPU- und GPU-Kühlers wurden für die Aufnahme deaktiviert.

Die Temperatur

Angesichts der Armada weißer Lüfter-Trooper erreichen die Temperaturen unseres Testrechners keinesfalls kritische Temperaturen. Ein Absenken der Drehzahl ist somit nicht nur möglich, sondern angesichts der ansonsten gut hörbaren Geräuschkulisse empfehlenswert. Zwar leidet der Prozessor etwas stärker als die Grafikkarte unter der reduzierten Frischluftzufuhr, durch die Zwischenstufung der Steuerung kann aber ohne Probleme ein individueller Kompromiss zwischen Leistung und Lautstärke gefunden werden. Um die Maximaltemperaturen der jeweiligen Komponenten zu ermitteln, wurde jeweils mit Prime 95 beziehungsweise Furmark im Xtreme Burning Mode gearbeitet. Beide Programme liefen eine Viertelstunde, zum Auslesen wurden Real Temp (3.40) und GPU-Z (0.62) genutzt. Maßgeblich war der höchste in diesem Zeitraum erreichte Wert.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Endor oder Alderaan? Ganz zurückschlagen kann das Imperium jedenfalls nicht, dafür krankt der neue Trooper trotz der neuen Kleider noch Ecken und Kanten. Zu den Stärken des Big-Towers gehört eindeutig das Platzangebot: Raum ist für große Mainboards, eine Wasserkühlung, lange Grafikkarten, viele Festplatten und Laufwerke vorhanden. Auch der Montagekomfort ist hoch, zumal sich viele Komponenten werkzeuglos verbauen lassen und Kabelmanagement auch ohne Planung einfach ermöglicht wird. Der Tragegriff stellt angesichts des hohen Gewichtes ebenfalls einen großen Pluspunkt dar und erleichtert den Transport gerade vollbestückt enorm. In die Reihe der exzellent durchdachten Features gehören auch die Haptik sowie die Verarbeitung des nützlichen "Geheimfaches". Auch das Farbkleid samt konsequent durchgesetztem Farbschema erfreut selbst schwarze Herzen und das neue Seitenteil ist im Vergleich zum ersten Trooper aus der subjektiven Perspektive visueller Sprung nach vorne. Für die Zukunft sollte der Hersteller allerdings analog etwa zu Lian Li seinen Zubehörkatalog hinsichtlich beispielsweise vernünftiger Laufwerksblenden erweitern - derlei gehört zu einem Oberklasse-Produkt wie der Fisch ins Wasser.

Licht und Schatten finden sich allerdings bei der Kühlung. The good: Die Lüftersteuerung an sich ist gerade dank des großen Regelbereiches mit fünf Stufen mehr als nur ein Gadget und gerade in Verbindung mit dem Startboost auf dem Niveau höherwertiger Modelle aus dem Handel. Zudem gefällt die Vollausstattung mit Lüftern sowie die abschaltbaren LEDs. Exzellent in dieser Hinsicht ist auch die wirklich geringe Lautstärke des Gehäuses bei reduzierten Drehzahlen. The bad: Die LED-Steuerung funktioniert nur mit Lüftern von Cooler Master, zudem fehlen Leistungsangaben zur Steuerung. Da die Kabellage nur für die mitgelieferten Exemplare ausreicht, macht das die Erweiterung zum Glücksspiel. The ugly: Nicht nur klackert der Lüfter im Deckel gerade bei reduzierter Drehzahl laut und vernehmbar vor sich hin, die LEDs der Lüftersteuerung schimmern im großen Bereich um die Schalter herum durch den Deckel!

Darth Vader vs. Trooper: Der dunkle Lord würde das Gehäuse wohl nicht gleich mit dem Würgegriff beglücken, ein paar Power-Blitze aber auf jeden Fall vom Stapel lassen. Prinzipiell ist das CM Storm Stryker ein richtiggehend exzellentes Gehäuse mit einem Haufen wirklich durchdachter Features - sofern das Design und die Größe des Gehäuses Bedarf und Geschmack des Nutzers treffen. Kleinere Mängel wie die unklare Erweiterbarkeit der Lüftersteuerung verbinden sich allerdings mit Ärgerlichkeiten wie dem lichtdurchlässigem Plastik im Gehäusedeckel und dem klackerndem Lüfter im Deckel. Gerade die letzten beiden Punkte sind für den stolzen Preis von 150 Euro für ein Oberklasse-Produkt nicht mehr angemessen. Sofern Cooler Master hier nachbessert, liegt einer uneingeschränkten Kaufempfehlung kein Stein mehr im Weg.

  • Positiv
  • Platzangebot
  • Tragegriff
  • Farbschema
  • Lüftersteuerung mit fünf Stufen & Startboost
  • Leise!
  • Kabelmanagement-Optionen
  • 2,5"-X-Dock, SSD-Käfig
  • HDD-Käfige flexibel ausrichtbar
  • USB 3.0
  • Neutral
  • Negativ
  • LEDs am I/O Panel schimmern durch das Plastik
  • Gewicht
  • Lüftersteuerung nicht erweiterbar

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