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  • Montag, 02. August 2021
Cooler Master CM Storm Spawn

Cooler Master CM Storm Spawn: Die kleine Rote

Einleitung

Wieder einmal macht der Mai alles neu. Bei uns hat er eine weitere Maus aus der Gaming-Serie CM Storm von Coolermaster gebracht: die Spawn. Das jüngste Kind der Nagerfamilie ist entsprechend seines jungen Alters ein echter Winzling. Trotzdem kann er mit einem ergonomischen Rechtshänderdesign, 32 kB „Sentinel“-Speicher und einen 3500 DPI starken Sensor aufwarten. Die vielen Sonder-, Super-, Extra- und Killertasten hat man hingegen in der Hölle gelassen, in die sie gehören. Sieben Knöpfe sollen und müssen einem Spawn-Besitzer reichen.

Grund genug, unsere Hände auf den schmalen Spawn-Schultern abzulegen und ordentlich die Maus - d.h. Sau - rauszulassen. Ob geringe Abmaße hohen Ansprüchen standhalten, können und wieviel Maus man für 30,-€ bekommt erfahren sie auf den nächsten Seiten!

Der Lieferumfang

Geliefert wird die Spawn im - für den Storm-Brand typischen - schwarz-roten Karton. Martialisch beschreibt Coolermaster den Zweck der Maus: „Arming the gaming revolution“. Vielleicht schicken die Herren ja ein paar Mäuse nach Lybien! Die Front lässt sich dabei öffnen und gewährt freie Sicht auf die Maus und eine Abbildung mit den wichtigsten Key-Features samt Spezifikationen. Die finden sich allerdings auch in Auszügen auf Vorder- und Rückseite der Verpackung. Schlecht Informiert soll wohl niemand bleiben – oder es besteht Grund zum zwanghaften Einhämmern der Produktvorzüge.

Darunter fallen auch Omron Micro Switches, die in den Tasten verbaut werden. Sie sollen der Spawn eine extreme Haltbarkeit verleihen: Fünf Millionen Klicks werden als Laufzeit angegeben. Unklar bleibt allerdings, ob dies insgesamt oder für jede Taste einzeln gilt. Der Lieferumfang fällt mit der Maus selbst und einem "Quick Start Guide" eher mager aus. Nicht einmal eine CD mit beigelegter Software hat mehr in den Karton gepasst. Den Hinweis auf den Sentinel-Treiber gibt's außerdem nur im Kleindruck. Unfein.

Die Maus mit dem Lieferumfang.

Technische Daten:

  • 3500 DPI (Stufen: 800/1800/3500)
  • 60 IPS
  • 20 G Beschleunigung
  • 6400 fps
  • 32 Kb Sentinel-X Speicher
  • 1000 Hz USB Transferrate
  • Omron Micro Switches
  • 2 Meter Kabel
  • Ergonomisches Rechtshänderdesign
  • 7 frei belegbare Tasten

Die Optik und Ergonomie

Gegenüber der anderen bei uns getesteten CM Storm Maus, der Inferno, gibt sich die Spawn dezent. Schwarze Tasten und Fingerauflagen, metallicrotes Gehäuse – das ist nicht die Definition von unauffällig, aber ohne LED-Bling-Blings durchaus schick. Die eigentlich schlichte Optik wird dann doch durchbrochen: Zwei weiße Schriftzüge müssen deutlich machen, welches Brand und Modell auf dem Pad dahergleitet. Auf den großflächigen Einsatz von Klavierlack wurde gottlob verzichtet – wir möchten von einer Maus keine Fingerabdrücke nehmen. Lediglich ein kleiner Rahmen um die primären Maustasten glänzt gefährlich schwarz. Allerdings besteht aufgrund der Positionen keinerlei Kontaktgefahr. Auf der Unterseite setzt Coolermaster auf zwei große Mouseglides anstelle der sonst üblichen vier Kleineren.

Lob verdient die Spawn auch für die Tasten. Egal, ob Seite, DPI oder Primärklicker – stets drückt es sich präzise mit mittlerem Tastenweg. Auch bei den Daumentasten gibt sich das Modell keine Blöße. Gut differenzierbar, guter Druckpunkt und vor allem leichtgängig. Trotz des kompakten Äußeren können auch die DPI-Schalter sowohl gut erreicht als auch differenziert bedient werden. Zwar ist es dafür nötig, den Zeigefinger in Richtung der Maus- und Handmitte zu biegen, allerdings muss die Bewegung weniger stark ausgeprägt sein, als bei anderen Nagern.

Anlass zur Kritik gibt jedoch das Mausrad. Obwohl auch hier der Taster gut gelungen ist und den positiven Eindruck der Spawn mit gutem und leichtgängigem Druckpunkt fortsetzt, kann sich die Rasterung derartige Qualität nicht rühmen. Sie ist zwar spürbar, präzise und leichtgängig, klappert allerdings bei starker Nutzung. Bei Spielen, etwa zum Waffenwechsel, ist das kein Problem, denn hier nutzt man nur ein oder zwei Rasterstufen auf einmal. Beim Arbeiten oder Surfen mit hohem Scrollanteil wird allerdings ein recht lautes Geräusch erzeugt. Davon ist die Bewegung „rauf“ stärker betroffen als „herunter“. Das ist schade, denn klappern sollte bei einer 30,-€ teuren Maus nur noch das Gebiss des begeisterten Users!

Die an den Seiten verwendeten "Grip-Gummis" werden zumindest im Klammergriff gelegentlich rutschig, vor allem im Hochsommer oder bei langen Spielesessions - da helfen auch die "Abflusslöcher" nichts. Ein grundsätzlicher Nachteil dieser Verfahrensweise, der im Gegenzug mit erhöhtem Gripniveau im „trockenen“ einhergeht.

Die Software

Dass die Maus möglicherweise eine Software benötigt, um eingestellt zu werden bzw. überhaupt Möglichkeiten zum Feintuning bietet, erschließt sich dem geneigten Nutzer nicht direkt. Eine CD mit entsprechendem digitalem Datenmaterial liegt nicht bei und das Handbuch, d.h. der Quick Start Guide erklärt im Wesentlichen die Tastenbelegungen und listet neben einer Beschreibung der Maus noch einmal die Features auf – die man mittlerweile schon einmal irgendwo gesehen haben sollte. Lediglich beim Punkt „Package Contents“ gibt Coolermaster einen winzigen– sowohl in Umfang als auch Schriftgröße - Hinweis auf Software, die man auf http://www.cmstorm.com herunterladen kann (Stand Januar 2021: Die Seite gibt es leider nicht mehr). Dass eine solche Möglichkeit bestehen muss, verrät dem geschulten Auge ansonsten nur der Hinweis auf die 32 kB Speicher. Diesen füllt man nämlich in der Regel mit Custom-DPIs und Makros.

Die Übersichtsseite der Software

Der Hauptbildschirm des Konfigurationsprogrammes gewährt Zugriff auf die für den Normaluser wichtigsten Funktionen: Tastenbelegung sowie Zeigerbeschleunigung und Scrollgeschwindigkeit. Die Belegungsmöglichkeiten sind allerdings begrenzt. Neben den Standardfunktionen kann man alternativ ein Tastaturkommando pro Taste oder ein Marko wählen. Die Option "Angel Snapping" soll die sichere Interpretation der Sensorsignale in jedem Modus auch abseits des Mauspads sicherstellen. Darunter fallen z.B. unebene Untergründe wie Stoff, ein Bettlaken oder das heimische Sofa - ideal für den Betrieb an mobilen Geräten.

Die Macroerstellung ist super-simpel gehalten. Im Prinzip besteht nur die Möglichkeit, ein oder mehrere Profile zu benennen und anschließend eine Reihe Tastaturkommandos aufzuzeichnen. Das funktioniert gut und ist völlig ausreichend. Im Reiter "Custom" verbergen sich die Feinkonfiguration der DPI-Einstellungen sowie die Zeigergeschwindigkeit samt Polling-Rate, also die Anzahl der Zeigerabfragen des Systems pro Zeitintervall, was theoretisch die Reaktionszeit verkürzt.

Im letzten Menüpunkt "Updates/Support" wird lediglich auf das Supportforum von Coolermaster verlinkt. Zudem besteht die Möglichkeit, direkt aus der Software Firmware-Updates einzuspielen.

Die Praxiserfahrungen

Im Alltagseinsatz machte die Storm Spawn keinerlei Schwierigkeiten. Trotz und wegen der geringen Größe hatten wir sie immer gut im Griff. Gutes Stichwort, denn der angepriesene „Claw Grip“, also die Auflage der Finger auf den Primärtasten nur mit Spitzen erwies sich als eine extrem gezwungene Haltung. Für unsere eher (unter)durchschnittliche Handgröße funktionierte die normale Griffmethode, der "Palm Grip", besser. Durch die Breite dürften aber auch die Fleischerhände ihren Platz auf der Maus finden.

Die Strom Spawn im Praxistest.

Durch die kompakten Abmaße war die Spawn überaus folgsam und ließ sich federleicht über unser Mauspad dirigieren. Neben der Geschwindigkeit – durch das geringe Gewicht bedingt – überzeugte dabei auch die Präzision. Egal ob in einigen Partien klassischer Adrenalin-Shooter wie Serious Sam oder dem aktuellen Battlefield: Bad Company 2, auch in Strategiespielen wie Warcraft 3 funktionierte das Konzept einwandfrei. Wir waren jederzeit Herr der Spawn und damit der Lage. Wie groß der Anteil der IPS, FPS, Megapxiel und G Voodoozutaten daran ist, war nicht festzustellen.

Die "nur" 3500 DPI erwiesen sich als völlig ausreichend, sowohl mit niedriger als auch mit hoher Sensivität. Gerade für die sogenannten "low-senser" ist die Maus wegen ihrer kompakten Abmaße und des geringeren Gewichts gut geeignet. Auch nach längerem Spielen blieben - dank des ergonomischen Designs - Ermüdungserscheinungen an der Hand aus. Im alltäglichen Officebetrieb machte die Maus ebenso eine gute Figur, auch wenn die Mausradrasterung bei häufiger, intensiver Nutzung ein wenig an den Nerven nagt.

Neue Käfige konnten den Nager ebenso wenig irritieren. Mauspads wie das HeatoN-Pad oder ein Razer Pro Solutions wurden ebenso wie Holz, Stoff oder Pappe kommentarlos unter die Füße genommen. Wie in der "Packungsbeilage" versprochen, spielte dabei die Distanz zur Unterlage keine Rolle. Bis zum Erreichen der Lift-Off Distance von etwa einem halben Zentimeter blieben Sprünge aus - die Maus blieb trotz des Abstandes zum Boden nutzbar. Allerdings verfügen andere Mäuse ebenso über diese Eigenschaft, bewerben sie aber nicht gesondert. Möglicherweise spielt Coolermaster hier allerdings auf den "Mobile-Effekt" an, denn als Kompaktgerät eignet sich der Testkandidat natürlich ideal als Zuspieler für Note- oder Netbooks,die teils auf eher unüblichen Unterlagen genutzt werden.

Max Doll meint …

Max Doll

"Spawn", das ist die Ausgeburt der Hölle - oder aber der Fischleich. Klar, dass Coolermaster die erste Übersetzung bevorzugt und in Farbgebung sowie Produktbeschreibung untermalt: rot, aggressiv, böse. Das ist die handzahme Maus dann zum Glück doch nicht. Da ist der Fischnachwuchs treffender, denn der Spawn begeisterte durch geringes Gewicht sowie der den kompakten Abmaßen geschuldeten Agilität. Damit einher ging hohe Präzision, die dank der guten Tasten zu jeder Menge Spaß führt. Sieben Tasten samt Macrofunktion sind im Alltag völlig ausreichend, ebenso die 3500 DPI mit problemlosem Sensor - kleine Ausstattung mit großer Wirkung.

Auch bezüglich der Kritikpunkte bleibt die Wassertier-Metapher griffig: Die gummierten Seiten sorgen zwar für sicheren Halt, sind für glitschige Nutzer aber kein optimales Territorium. Sind sie ersteinmal feucht, wirds mit den Fingern unangenehm. Dabei ist das doch eigentlich anders... Ebenso rappelt's beim Mausrad. Das Klappergeräusch ist weniger fein, dafür stimmen Rasterung und Wiederstand.

Für die veranschlagten 30,-€ macht man bei der Storm Spawn also insgesamt einen guten Fang, der sich auf das wesentliche konzentriert. Das kommt der Qualität eindeutig zugute, wofür die kleine Maus unseren großen Preis-Leistungs-Award bekommt!

  • Positiv
  • Ergonomie und Erreichbarkeit der Tasten
  • Sauber verarbeitet
  • Hochwertige Tasten
  • Übersichtliche Software
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Klappriges Mausrad
  • Gummierte Seiten

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