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Tech-Review.de

  • Mittwoch, 28. Oktober 2020
Certon Systems dataROCK

Certon Systems dataROCK: Festplatte im Extremtest

Einleitung

Wenn man heute jemanden fragt, welche Eigenschaften eine externe Festplatte mitbringen muss, so sind die Antworten zumeist sehr gleich: Sie muss schnell im Datentransfer sein, aber eben auch genug Platz mitbringen und auf keinen Fall zu schwer sein. Gut, das bieten viele Laufwerke. Interessant werden die Antworten aber, wenn die mobilen Medien herunterfallen und den Geist aufgeben. Dann kommt zu den gewünschten Features hinzu, dass der Datenspeicher auch Stöße vertragen können muss, nicht so empfindlich oder allgemein gesagt eben robust sein sollte. Im großen Sinne schockresistent sind Festplatten-Laufwerke an sich ja sowieso, anders wäre der Versand auch nicht möglich. Solange diese aber eben nicht im laufenden Betrieb den Stößen ausgesetzt werden, passiert selten etwas, da dann der Lesekopf auf die Speicherscheibe (Platter) schlägt und diese beschädigt.

Spätestens hier fallen viele Hersteller mit ihren Produkten durch. Da es aber nicht nur Heimanwender gibt, sondern auch solche die ihre Daten bei Wandertouren, bei der Arbeit oder eben bei nicht immer ganz so materialschonenden Momenten dabei haben möchten, ohne dass das Laufwerk seinen Dienst verweigert, gibt es Hersteller, die sich darauf spezialisiert haben. Es muss also was Robustes sein. Die 2005 gegründete Firma certon systems GmbH mit Sitz in Heidelberg stellt genau für diese Fälle interessante Speicherlösungen her. Die dataROCK ist dabei nur eines der vielen wirklich innovativen Produkte des Unternehmens. Mit der dataROCK ermöglicht es der Hersteller seine Daten auch in extremen Situationen oder bei Unachtsamkeit stets geschützt zu wissen. Ein Medium nichts für Spielkinder.

Sie kann aus einer Höhe von max. 7 Metern herunterfallen, ist wasserfest und liefert perfekte Transfergeschwindigkeiten - soweit die Beschreibung des Herstellers. Eine echte Outdoor-Lösung, so scheint es jedenfalls. Wir haben die Festplatte in die Redaktion gebeten und schauen, ob die bunten Versprechungen auch in der Realität Bestand haben. Dazu haben wir unseren normalen Testparcours um die Eckpunkte "Falltest" und "Tauchtest" erweitert. Einen Test in 6000 Meter Höhe haben wir aber nicht gemacht, hier soll die Festplatte nämlich auch anstandslos ihre Arbeit verrichten können - leider stand uns Nordländern kein geeigneter Berg in nächster Nähe zur Verfügung. Gut, geschätzte 90% von unseren Lesern werden diese Höhe auch nur sehr selten oder gar nicht betreten - außer im Flugzeug, oder wenn bei einigen Leuten am 21. Dezember 2012 die Welt doch irgendwie explodiert ist - von daher sei uns das Fehlen dieses Testes verziehen. Nichtsdestotrotz wünschen wir nun viel Spaß auf den nächsten Seiten.

Der Lieferumfang

Geliefert wird die externe Festplatte in einem stylischen Karton, auf dessen Front ein großflächiges Produktbild aufgedruckt wurde und nicht nur das Medium an sich, sondern durch die Verwendung von Piktogrammen auf die besonderen Features hinweist. So ist hier ein Nashorn abgebildet, der die Robustheit symbolisieren soll. Ein Hai für die Wasserfestigkeit, ein Puma für die Schnelligkeit und eine Ameise als Symbol für die Kompaktheit. Auf der Rückseite finden sich dann noch die technischen Daten. Beim Lieferumfang hält sich die Firma zurück und gibt bis auf einen kleinen Hinweiszettel auf die beschränkte Verbrauchergarantie bei der Verwendung jenseits der Spezifikation keine Zubringsel mit, gebraucht wird hier für den Betrieb eben auch nicht mehr. Ein kleines Produktheft wäre aber dennoch interessant gewesen.

Bei unserem Testobjekt handelt es sich um die 750 GB-Variante, insgesamt bietet Certon die dataROCK in drei Speichergrößen an, dabei kann der Anwender wählen zwischen 500 GB, 750 GB oder 1 TB. Für die schnelle Übertragung der Daten zum PC oder Notebook sorgt ein USB 3.0 Interface mit einer Transferrate bis zu 120 MB pro Sekunde. Natürlich ist das Laufwerk abwärtskompatibel zu USB 2.0. Das 112 x 50 x 155 Millimeter große Gehäuse ist zwar nicht so dünn wie bei Konkurrenzprodukten, aber durch Anwendung einer 2,5"-Festplatte sehr kompakt. Unterstützt werden hierbei die Betriebssysteme von Windows, MacOS X und Linux.

Die Rückseite der Verpackung

Die technischen Daten

Technische Daten:
Modellname: dataROCK Externe Festplatte
Modellnummer: 520025
Verbaute HDD 2,5" Seagate Momentus ST9750420AS (5WS2H1K6) | SATA II
7200 U/min | 16 MB Cache
Kapazität 750 GB / unformatiert 715,40 GB / formatiert 698 GB
Material: ABS-Kunststoff + 3 cm Spezial-Gel
Formfaktor 2,5"
Abmessungen (BxHxT): 112 x 50 x 155 mm
Gewicht: ca. 530 g
Farbe weiß (verfügbare Farben: schwarz/weiß)
Anschluss: SuperSpeed USB 3.0, kompatibel zu USB 2.0
Stromversorgung: über USB-Port, kein Netzteil erforderlich
Lesen (bis zu): 120 MB/s
Schreiben (Bis zu): 120 MB/s
Systemvoraussetzungen: Windows XP und höher, Mac OS ab Version 10.1, Linux 2.4 und höher
Preis: 109 €
Preis pro GB: 15,6 €-Cent (gemessen an 698 GB real nutzbaren Speicher)
Garantie: 2 Jahre
Shop Certon Online Shop
Hersteller: www.certon.de/
* Herstellerangabe

Die Optik und Verarbeitung

Nachdem wir im letzten Test der Extrememory HDD ein echtes Designschmuckstück vorfanden, muss sich die dataROCK hier leider ganz klar geschlagen geben. Optisch ist das auf Kunststoff bestehende Gehäuse zwar nicht hässlich, lässt sich nach unserem Geschmack aber irgendwie mit einer Brotdose vergleichen. Die fünf Zentimeter hohe Hülle ist in weiß gehalten, wird beidseitig umrandet von einem Gummirahmen, der ein besseres Handling ermöglicht und zugleich der Rutschfestigkeit dient.

Auf der einen Seite, mit eingelassenem "dataROCK"-Logo, ist das USB-Kabel in einer Mulde eingesetzt. Der Stecker sowie das Kabel selbst ist in schwarz gehalten und passt sich so dem Farbkonzept an. Zum Schutz vor Feuchtigkeit, besitzt der USB-Stecker eine gummierte Abdeckkappe, die sehr schwer abzuziehen und so vor Verlust geschützt ist. Links und rechts vom mittig angebrachten Kabel sind zwei längliche Rillen zu finden, die das Stapeln von mehreren dataROCKs einfacher machen sollen.

Dreht man die Festplatte nämlich um, so sind hier zwei ebenfalls aus Gummi bestehende Streifen zu finden, welche zugleich natürlich auch als Standsicherung gegen das Verrutschen dienen und dies auch sehr wirkungsvoll vollziehen.

Optisch bietet das Laufwerk keine weiteren Highlights, weswegen wir direkt weiter zur Verarbeitung und zum Handling übergehen. Auch wenn die Festplatte in der Hand doch einen eher wuchtigen Charakter hinterlässt, ist sie schön griffig und hinterlässt einen äußerst robusten Eindruck. Das Gehäuse ist aus ABS-Kunststoff gefertigt, ABS steht in diesem Fall für Acrylnitril-Butadien-Styrol und ist ein extrem schlag- und kratzfestes Misch-Material, kann hohen Temperaturen standhalten und gehört zur Gruppe der amorphen Thermoplasten - bekanntere Einsatzgebiete sind hierbei die Auto- und Elektroindustrie. So kommt dieser Werkstoff auch bei Motorradhelmen oder den belasteten Gehäusen von Elektrogeräten zum Einsatz. Sogar die Seitenwangen von in Sandwichbauweise gefertigten Ski- und Snowboards sind aus diesem Material gefertigt, was nochmal verdeutlicht, welche Belastungen es vertragen kann.

Damit aber nicht nur die Hülle schützend wirkt, hat die Firma certon im Inneren die schockresistente 2,5" Seagate-Festplatte zusätzlich mit einem ca. drei Zentimeter dicken Spezial-Gel umhüllt, das weitere Bewegungsenergie (z.B. beim Sturz) absorbieren soll. Darüber hinaus wurde bei der Fertigung darauf geachtet, keine Sollbruchstellen zu erzeugen. Das Gehäuse ist per Ultraschall-Verfahren zusammengeschweißt und weist deswegen eben auch eine entsprechende Robustheit auf.

Das USB-Kabel gewinnt mit knappen 29 Zentimetern zwar keinen Längenrekord, ist aber ausreichend lang dimensioniert um angenehm in der Anwendung zu sein. Man muss dazu halt nur eine USB-Buchse in der Nähe der Ablagefläche haben. Ein zusätzliches und separates Netzteil wird nicht benötigt, den notwendigen Betriebsstrom zieht sich die dataROCK aus dem USB-Port. Um sicher verstaut zu sein, ist das Kabel als Flachbandvariante konstruiert und einmal um das Gehäuse "gewickelt". Es liegt dabei in einer Führungsrille und ist gut geschützt.

Ein bisschen nervig und sehr fummelig ist das Herauslösen des USB-Steckers aus der Steckermulde, da hier zwar eine leichte Abschrägung zum Einfassen angebracht ist, diese aber nicht bis unter den Stecker reicht und damit auch keine greifbare Kante zum einfachen Rausziehen entsteht. Das hätte bequemer gelöst sein müssen, denn man muss hier zum Teil schon auf die gegenüberliegende Seite hauen, damit man den Stecker heraus bekommt, unschön. Ansonsten gibt es hier nichts Negatives zu vermelden, die Qualität und die Verarbeitung sprechen eben für sich selbst. Wie sich die Festplatte nach der Materialschau nun aber von ihrer technischen Seite zeigt und wie der Extremtest bewältigt wird, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

Der Sturz- und Wassertest

Test-Vorwort
Neben den obligatorischen synthetischen Benchmarks zur Ermittlung der maximalen Transferleistung haben wir die Tests um praxisnahe Anwendungen erweitert. So haben wir ein eigenes Bench-Programm erstellt, welches uns die Kopierzeiten eines Messauftrages in einer Log-Datei ablegt. Insgesamt 250 Bilder in der Auflösung 3264x2448 (8 Megapixel) wurden zusammen mit einer 700 MB-Videodatei auf und vom Medium kopiert. Dabei haben wir die Transferzeit gemessen. Diese Prozedur wurde insgesamt 3-mal je Vorgang (Bilder und Video) wiederholt und aus den Zeitdifferenzen der Mittelwert gebildet. Mit diesem Test simulieren wir den Kopiervorgang eines Anwenders und können so eine Aussage über die reale Geschwindigkeit geben.

Im Anschluss an diese Tests haben wir als synthetische Mess-Software die Tools SiSoftSandra (Version 2012), CristalDiscMark (Version 3.0.1) sowie HD-Tune Pro in der Version 5 genutzt. In jeweils drei Durchläufen je Programm (Schreiben und Kopieren) notierten wir uns die Transferleistungen. Aus allen Messungen haben wir dann unseren Durchschnitt gebildet. Damit umgehen wir die programmabhängige Fehlermessung, bzw. reduzieren diese auf ein sehr niedriges Maß. Als Spezialtest für die dataROCK haben wir das Medium ins Wasser getaucht sowie die Festplatte zehnmal aus Höhen zwischen 1 und 5 Metern fallen gelassen. Direkt im Anschluss wurde mit HD Tune Pro ein Fehler-Block-Test durchgeführt.

Sturztest

Auch nach einem Sturz aus einer Höhe von fünf Metern lieferte uns die dataROCK beim HD-Tune-Fehlerscan ein fehlerfreies Bild. Als Hinweis sei aber erwähnt, dass sich Fehler nach Stürzen zumeist erst bei Langzeittests über Monate oder Jahre zeigen. Da wir natürlich nicht so lange das Medium testen können, sind die Ergebnisse nicht garantiert.

Wassertest

Video abspielendataROCK Wassertest

Unseren Wassertest haben wir natürlich im laufenden Betrieb gemacht und die Festplatte konnte den Test mit Bravour bestehen.

Synthetische Benchmarks und Kopiertests

Beurteilung der Ergebnisse:
Beim Praxistest musste die Festplatte sowohl fünf Stürze aushalten und über 20 Minuten die Luft anhalten um unter Wasser nicht zu ertrinken. Alles klappte reibungslos, die Fehlerdiagnose nach jedem Test war ohne jeden Hinweis auf einen Defekt - so soll es sein. In Puncto Schreib- und Leserate konnte die dataROCK durchaus überzeugen und lag in so gut wie jeder Disziplin fast gleichauf mit dem Vergleichsmodell von Extrememory. Der Hersteller Certon Systems hat hier als Transfer-Maximum ca. 120 MB/Sekunde angegeben, diesen Wert haben wir zwar nur leicht verfehlt - dennoch kommt unser Messergebnis der Aussage von Certon sehr nahe und liefert durchweg gute Leistungen ab.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Die besondere Festplatte von Certon hat sich in unserem Test sehr gut geschlagen und ist mit 750 GB Speicherplatz, einer schnellen Übertragungsgeschwindigkeit und der gebotenen Robustheit in unserem Testfeld zur Zeit führend. Das spezielle Kunststoffgehäuse mit Spezialgel erwies sich als perfekter Stoß-Absorber, damit eignet sich das Laufwerk natürlich herstellergewünscht für den manchmal auch extremen Einsatz im Freien. Gerade für Menschen die sich privat oder beruflich häufiger an nicht so materialschonenden Orten aufhalten, bietet die dataROCK eine perfekte Alternative zu den meist in der Speichermenge begrenzten USB-Sticks. Der Preis von rund 110 Euro ist dabei auch keineswegs überteuert, sondern passt zum Gesamtergebnis unseres Tests.

Dennoch hat der Datenfels ein kleines Manko: die oft sehr fummelige Art den USB-Stecker aus seiner Schutz-Mulde zu entnehmen. Auch die Abdeckkappe könnte deutlich griffiger sein. Das Design ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber mit Bedacht vom Hersteller so gewählt worden. Ob es nun gefällt oder nicht muss der Anwender für sich selbst entscheiden, die Leistung und die Robustheit haben wir hier deshalb auch in den Fokus unserer Tests gestellt. Alles in allem konnte sich die Festplatte in unserem Testparcours behaupten. Aus diesem Grund können wir die dataROCK auch uneingeschränkt den Leuten empfehlen, die auch in extremeren Arbeitssituationen einen verlässlichen Daten-Speicher brauchen.

  • Positiv
  • Sehr robust, schockresistent und wirklich wasserfest
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gute Transferleistung
  • Akzeptabler Preis pro GB
  • Outdoor geeignet
  • Neutral
  • Negativ
  • Fummelige Entnahme des USB-Steckers
  • Die Abdeckkappe könnte griffiger sein

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