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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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Arctic Freezer 13 und 13 Pro

Arctic Freezer 13 und 13 Pro: Im Test

Einleitung

Kalt ist die Arktis, und still. Von schmatzenden Eisbären einmal abgesehen, die aber zum Glück recht selten bleiben. Daran will sich Arctic - vormals Arctic Cooling - dem Namen nach orientiert haben: Leise, kalt und ziemlich günstig. Drei Eigenschaften, die selbst in höheren Preisklassen als Ziel ausgegeben - und nicht immer erfüllt - werden.

Ins Rennen geschickt werden die Modelle Freezer 13 mit 92 mm Lüfter und Freezer 13 Pro mit 120 mm Rotor und einem "Cross-Blow-Fan", der Spannungswandler und Northbridge des Mainboards kühlen soll. 18 respektive 23,- € werden aktuell für die beiden Kühlschränke aufgerufen, gut zwei Drittel weniger als bei den derzeitigen Spitzen- und Referenzprodukten. Unsere Eierlegende Vollmilchsau ist in letzter Zeit etwas einsam, weshalb wir uns die beiden Kik-Kühler Budget-Produkte ins Testlabor gestellt haben. Ob dort die Hardware frieren oder doch viel eher schmoren musste, haben wir ausführlich geklärt!

Technische Daten und Lieferumfang

Beide Kühler kommen wie alle Kinder aus gutem Hause im Partnerlook. Nur die eher durchsichtige Plastikkleidung ist eher "naughty". Zum Glück wird die Sicht durch allerlei Infozettel versperrt, auf denen insbesondere die geringe Lautstärke in Verbindung mit erhöhter Kühlleistung - 200 Watt TDP vom Freezer 13, satte 300 Watt beim Pro - gegenüber einem Boxed-Kühler von Intel angepriesen wird. Nun denn, das ist nicht wirklich eine Kunst, weist allerdings gleich auf den bevorzugten Sockel der Kühler hin.

Wie schon die Verhüllung ist auch der Lieferumfang beider Kühler identisch. Beiden Modellen liegt die exakt selbe Halterung samt vier Pushpins und zwei Schrauben für die Montage auf Intel-Mainboards und Halteklammern für den Betrieb auf AMD-Hautplatinen bei. Wärmeleitpaste findet sich bereits auf der Unterseite des Kühlers aufgetragen - hochwertige MX4 aus selbem Hause.

Bei der Freezer-Serie setzt Arctic auf ein kantiges, schnittiges Design, dessen Formgebung an Rasanz und vermutlich futuristische Zukunftstechnologien erinnern soll. Insbesondere der sehr kompakte Freezer 13 erfreut sich einer trapezförmigen Linienführung. Insbesondere zum Mainboard hin lässt der Kühler viel Raum, denn die Lamellen sind im unteren Bereich gerade einmal so breit wie der 92 mm Lüfter ohne seinen Rahmen. Obwohl zwischen der ersten Kühlrippe und dem Mainboard der gleiche Abstand liegt, wie beim größeren Pro und anderen Kühlern, also definitiv keine Kompatibilitätsprobleme drohen, schafft Arctic mehr Platz. Warum? Bei ITX-Mainboards dürfte dies ein handfester Vorteil sein, da die CPU aufgrund der kleinen Bauform fast immer in der Nähe irgendwelcher Anschlüsse sitzen muss. Der eckige "Einschnitt" auf der Rückseite beider Probanden ist hingegen weniger dem futuristischen Design geschuldet, als vielmehr der Montage: Ohne die Aussparung könnte man die Halterung nicht mit einem Schraubendreher erreichen.

Weiterhin setzt das kleinere Modell auf einen weitaus engeren Lamellenabstand von nur 1,5 Millimetern. Das bringt Vorteile bei der maximal möglichen Oberfläche, braucht aber höhere Drehzahlen, weil die Luft mit mehr Druck in die kleinen Zwischenräume gepresst werden muss. Das große Modell lässt mit 2 Millimetern mehr Platz, kann sich das von den Abmaßen her aber auch erlauben. Mit 16,5 cm Höhe gibt der Pro dabei den "langen Lulatsch".

Bei der Verarbeitung geben sich beide Modelle keine Blöße. Die Lamellen sind nicht wie sonst üblich nur an einzelnen Stellen, sondern auf ganzer Länge stabilisiert, was gleichzeitig den Luftstrom besser kanalisieren soll. Ein Verbiegen ist nicht einmal mit erheblichem Kraftaufwand möglich - die krummen Segmente des Freezer 13 waren werksseitig vorhanden, offenbar ein kleiner Fehler bei der Herstellung. Die vier Heatpipes beider Kühler mit sechs bzw. acht Millimeter Durchmesser sind ebenso wie ihre Enden unbehandelt, ein Zugeständnis an die Preisklasse. Eher unüblich ist der Verzicht auf das kostensparende H.D.T.-Verfahren (HeatpipeDirectTouch), bei dem die Wärmeröhren direkt auf der CPU aufliegen. Hier sind sie in eine Kupferplatte eingelassen, was der Handhabung und der Effizienz zu Gute kommt.

Der primäre und sekundäre Lüfter des Freezer 13 Pro

Die Lüfter sind wie bei der Freezer-Serie üblich in einem Plastikrahmen montiert, der gleichzeitig ihrer Befestigung am Kühler dient. An einen Tausch braucht man daher nicht einmal denken, da es sich um ein herstellereigenes System handelt. Zum Glück sind die verbauten Lüfter von guter Qualität und frei von Schleif- oder Klackgeräuschen. Auch optikbewusste User werden mit einem mit Gummischlauch gesleevten Kabel zufriedengestellt. Da die Drehzahl zwischen 600 und 2000 rpm für den Freezer 13 mit 92 mm Lüfter und 300 - 1350 rpm für das 120 mm Exemplar des Pros moderat ausfällt, besteht für einen Austausch kein Grund. Auch der 50 mm Cross-Flow-Fan dreht nur zwischen 700 und 2700 Umdrehungen. Zudem werden beide Modelle per PWM geregelt. Zusammen mit dem großen Regelspektrum gute Voraussetzungen für leisen Betrieb.

Technische Daten:

Modell Freezer 13 Freezer 13 Pro
Preis ~18 € ~23 €
Gesamtmaße (B x H x T)
123 x 130 x 96 mm 92 x 165 x 130 mm
Gewicht mit Lüfter
695 g 1005 g
Verdeckte RAM-Slots
0 0
Lamellenabstand
1,5 mm 2 mm
Heatpipes  4 - Ø 6 mm  4 - Ø 8 mm
Lüfter 92 mm Arctic 120 mm / 50 mm Arctic
Anschluss
4-Pin PWM 4-Pin PWM
Geschwindigkeit
600 - 2000 rpm 300 - 1350 / 700 - 2700 rpm
Förderleistung (Gesamt)

61.8 m³/h

96.8 m³/h
dB [A] - Hersteller
0,5 Sone 0,4 Sone
Kompatibilität (Stand August 2020) Intel: 775, 1150, 1151, 1155, 1156, 1200, 1366
AMD: 754, 939, AM2, AM2+, AM3, AM3+, AM4, FM1, FM2, FM2+
Intel: 775, 1150, 1151, 1155, 1156, 1200, 1366
AMD: 754, 939, AM2, AM2+, AM3, AM3+, AM4

Das Testsystem

Für unser Testsystem setzen wir auf ein Lian-Li PC60FN Gehäuse. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine hundertprozentig übertragbaren Werte generiert werden können.

Das Testsystem (mit montiertem Thermalright HR-02)

Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter ersetzt und an einer Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe MF-12 S2 Luft (650 rpm), ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Dieser ist für einen Intel Core i7 920 im C0-Stepping zuständig. Ein echter Hitzkopf mit 130 Watt TDP, der wie geschaffen für unseren Kühlertest ist. In die Front setzten wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 rpm rotiert. Der hintere Gehäuselüfter wich hingegen einem Noiseblocker Multiframe - 650 Umdrehungen müssen auch hier genügen. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzten, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt. Als Testkarte nutzen wir eine AMD HD3870 im Referenzdesign, die von einem Scythe Musashi gekühlt wird, dessen Lüfter während der Benchmarks auf 5V gedrosselt laufen.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,4 GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • AMD HD3870 (Scythe Musashi)

Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf. Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Core2MaxPerf in der Version 1.7. Hierbei werden alle acht logischen Kerne der CPU belastet. Temperatur und Takt werden dabei mit RealTemp 3.60 beobachtet. Nach Ablauf der Zeit wird ein Mittelwert aus den Ergebnissen der einzelnen Kerne gebildet. Aufgrund der mit zunehmender Differenz zum Notabschaltpunkt ungenauer werdenden Temperatursensoren verzichten wir auf Messungen im Idle-Betrieb. Reicht der Kühler unter Last aus, tut er das ohne erst recht. Dank eines Raumthermometers können wir Delta-T- Werte [K] ermitteln. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, kommt für die Tests ausschließlich MX-2-Wärmeleitpaste von Arctic an CPU und Kühler. Sämtliche Runs werden zweimal ausgeführt: Sowohl mit dem Normaltakt des Prozessors (2,67 GHz) als auch in moderat übertaktetem Zustand (3,4 GHz ohne Spannungserhöhung). Die Geschwindigkeitsstufen mit 100, 75 und 50 Prozent der Maximaldrehzahl werden ebenso wie die Drehzahlmessungen zwischen 500 und 1200 rpm mit der Scythe Kaze Master Lüftersteuerung eingestellt.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mithilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 Zentimetern Entfernung zum offenen Gehäuse auf Höhe des CPU-Kühlers mittels eines Statives fixiert. Abgelesen wurde zur Minimierung von Interferenzen aus einer Entfernung von einem guten Meter vom SL-100. Um Nebengeräusche zu minimieren, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung („Dorf“) vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten.

Für die neuen Testkriterien ziehen wir Durchschnittswerte aus den Messergebnissen heran. Die reine Leistung wird aus dem Mittelwert der Overclocking-Tests mit 100, 75 und 50 % Drehzahl gebildet. Das gleiche Verfahren wird bezüglich der Lautstärke angewendet. Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass diese Kriterien spezielle Einsatzszenarien wie den Ultra-Silent-Betrieb mit wenig oder gar keiner Drehzahl nicht abdecken. Für solche Anwendungsprofile empfiehlt sich ein Blick sowohl in die Charts mit festen Drehzahlen als auch den Passivtest, um selbst einen Favoriten zu wählen. Unsere Rangliste richtet sich dementsprechend an die große Mehrheit der "Standarduser".

Die Montage

Die recht intuitive Montage beider Freezer ist im Großen und Ganzen gelungen. Zu Fragen oder Nebenwirkungen steht der Blick in die internationale Bedienungsanleitung bei, die wohl jede momentan lebendige Sprache abdeckt: Kein Text, nur (viele) Bilder. Das gefällt, denn so wird der Nutzer nicht gezwungen, zwischen diversen Sprachen hin- und herzusuchen. Beide Modelle unterscheiden sich in ihrer Halterung und Befestigung keinen Deut. Sehr einfach ist die Intel-Halterung gelungen, die mit Pushpins befestigt wird. Trotz ihres eher schlechten Rufes erwies sich die Lösung dem Gewicht beider Kühler zwar vollauf gewachsen, dennoch hinterlässt eine derartig einfache Lösung ohne jede Sicherung bei einem 1 Kg schwerem Koloss ein ungutes Gefühl. Vor allem, wenn bei einem etwaigem Transport Kräfte frei wirken dürfen. Die Pins von Arctic sind dabei deutlich bedienerfreundlicher als die von Intel. Beide Versionen sind übrigens austauschbar: Sollte ein Arctic-Pin defekt sein, lassen sich bereits vorhandene verwenden, sofern man ein Intel-System samt Boxed-Kühler hat. Alternativ lässt sich jedes Einzelteil des Kühlers auch nachkaufen.

Durch die Pushpin-Montage kann das Mainboard im Gehäuse verbleiben. Dabei darf bei selbigem sogar die Rückseite geschlossen bleiben, denn die Montage ist komplett "von vorne" möglich. Weniger schön ist die zwingend notwenige Demontage des Lüfters, denn ohne kann man die Schrauben nicht an die Halteklammer ansetzen. Leider wird dafür zwingend ein Schraubendreher benötigt. Beim kleinen Freezer 13 saßen die Haltenasen des Lüfters zudem extrem straff, weshalb die Demontage etwas fummelig wurde. Der große Bruder hatte das Problem nicht. Dennoch wäre ein kleiner Handgriff und eine Befestigung mit einer statt zwei Nasen pro Seite deutlich einfacher in der Handhabung. Für das Verschrauben des Kühlers empfiehlt sich gerade beim höheren Freezer 13 Pro ein Schraubendreher mit flachem Griff, denn verschraubt wird mit den inneren Löchern - die Äußeren sind für die Befestigung der AMD-Halterung gedacht. Das Eindrehen selbst bleibt dank eines Anschlages simpel. Stichwort AMD: Hier nutzen die Freezer die AMD-Backplate samt Halterung. Leider lässt sich die Ausrichtung der Kühler so nicht verändern. Beide Kühler schaufeln bei AMD-betriebenen PCs Luft in Richtung des Gehäusedeckels. Grundsätzlich von Vorteil sind die kompakten Abmaße. Selbst der Freezer Pro überdeckt keinen einzelnen RAM-Slot, sodass selbst Module mit großen Kühlanlagen problemlos verbaut werden können.

Die Temperaturen 1 - Standardtakt & Passiv

Bei Normaltakt unserer CPU, also mit einer TDP von 130 Watt, sind die Abstände verschwinden gering. Nimmt man den Freezer 13 Pro mit 120 mm Lüfter als Referenz, liegen die Ergebnisse zwischen bestem und schlechtestem Kühler in einem Rahmen von 5 Grad, mit dem normalen Freezer sind es immer noch nur 8 Grad. Letzterer fällt allerdings bei sinkender Drehzahl stark in der Leistung ab. Bei einem 92 mm Lüfter ist das allerdings kein Wunder, da hier aufgrund des kleineren Durchmessers pro Umdrehung einfach viel weniger Luft als mit größeren Exemplaren gefördert werden kann. Der große Bruder schafft es hingegen vor allem bei 75 und 100 % Drehzahl, den Anschluss an das Testfeld zu halten. Dabei skaliert er mit sinkender Drehzahl überaus gleichmäßig und kann sich bei halbierten Umdrehungen am Xigmatek Aegir vorbeischieben. Beide Kühler sind unter dem Strich zu jeder Zeit in der Lage, unsere CPU auch in einem praxisfernen Anwendungsszenario zu bewältigen. Nicht schlecht angesichts des Preises!

Wie eigentlich zu erwarten, vermag keiner der beiden Freezer unseren i7 komplett passiv zu betreiben. Hier fehlt es an Heatpipes und Lamellen, also Oberfläche. Damit finden sie sich in guter Gesellschaft mit dem überwiegenden Teil unseres Testfeldes, das ebenfalls nicht für den Passivbetrieb ausgelegt ist.

Die Temperaturen 2 - Overclocking

Billig oder günstig? Mit erhöhtem Takt bleibt der große Freezer zwar weit hinten, aber immer in Schlagdistanz und immer in akzeptablen Temperaturregionen. Mit 50 % Drehzahl fällt der Pro dann ein Stück ab. Das allerdings verwundert wenig, schließlich wird nur noch bei 675 Umdrehungen pro Minute Luft gefördert. Die Konkurrenz mit teils deutlich schneller drehenden Lüftern hat damit hier Vorteile - z.B. beim Xigmatek Aegir mit einer Maximaldrehzahl von 2000 rpm. Über ähnliche Umdrehungsgeschwindigkeiten samt ähnlicher Lüfterbestückung verfügt im Testfeld primär der HR-02 von Thermalright samt MF-12 S2 Lüfter von Noiseblocker. Der allerdings kostet in der getesteten Konfiguration das Drei bis Vierfache des Freezers. Für eine eher einfache Konstruktion mit Single-Lüfter sind die Leistungen aber beachtlich!

Der kleinere Freezer 13 schlägt sich vor allem angesichts der kompakten Abmaße immer noch ordentlich. Bei maximaler Drehzahl hält er noch gut mit, fällt dann aber rapide ab. Bei halbierter Drehzahl vermochte er unsere CPU jedoch nicht mehr zu kühlen - sie drosselte um der Überhitzung zu entgehen.

Die Temperaturen 3 - Mit festgelegten Drehzahlen

Mit festen Drehzahlen liegt der Fullsize-Freezer in Riechweite des Testfeldes. Bei 1200 rpm liegt er nicht einmal vier Grad vom Spitzenreiter entfernt. Dieser Abstand wird mit sinkendne Drehzahlen zwar größer, den Anschluss verliert der Kühler jedoch nie. Das mag bei extremen Abwärmewerten wieder anders aussehen, allerdings stellen solche kein realistisches Anwendungsszenario dar. Nur bei 500 rpm rennt der Pro-Freezer in die Schutzschaltung der CPU, bricht also ein.

Sein kleiner Bruder kennt sich mit Einbrechen schon viel besser aus. Weniger im räuberischen Sinne als vielmehr mit der Bedeutung des Versagens. Der Abstand zum übrigen Testfeld zeigt sich mehr als deutlich, zudem ist unterhalb von 1200 rpm im Prinzip kein Betrieb unter unseren Testbedingungen mehr möglich. Natürlich sind die "schlechten" Ergebnisse zu einem Gutteil dem geringeren Luftdurchsatz im Vergleich zu den Kühlern mit einem oder gar mehreren 120 bzw. 140 mm Lüftern geschuldet.

Die Temperaturen 4 - "Cross-Blow-Fan"

Eine Besonderheit des Freezer 13 Pro ist der sogenannte "Cross-Blow"-Lüfter. Damit möchte Arctic den Nachteil herkömmlicher Tower-Kühler kompensieren: Namentlich handelt es sich dabei um die im Vergleich mit den "Top-Blow"-Kühlern schlechtere Luftversorgung des Mainboards und dessen Spannungswandlern. Turmkühler bewegen Luft immer parallel zur Hauptplatine, während hingegen z.B. ein Boxed-Kühler von Intel das "Kühlmittel" in Richtung des Mainboards schaufelt. Damit versrogt er nicht nur die CPU, sondern auch gleichzeitig alle Bauteile, die um den Prozessor herum angeordnet sind.

Bildquelle: Arctic

Da bei einer derartigen Bauweise der Platz für Lamellen und Heatpipes, also Oberfläche, mit der Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann, begrenzt ist und zudem der Luftstrom im Gehäuse weniger gut genutzt werden kann, sind solche Kühler schon lange nicht mehr im Spitzensegment zu finden. Der letzte Versuch dieser Art, der Scythe Susanoo (zum Test bei Tech-Review) konnte zwar das erste Problem umgehen, kämpft aber mit diversen Kompatibilitätsproblemen, einem Haufen Betriebsvoraussetzungen und einer in normalen Gehäusen angesichts seiner Größe sehr mäßigen Leistung. Um trotzdem nicht auf die extra-Kühlung verzichten zu müssen, hat man bei Arctic einen 50 mm -Lüfter auf die Bodenplatte des Kühlers geschraubt. Der Zweck: Luft in Richtung der Sockelumgebung zu schaufeln! Wir haben deshalb einen Temperatursensor der Kaze-Master-Lüftersteuerung unseres Testsystems an den Finnen der Spannungswandler-Kühlkörper befestigt und wie bei den anderen Benchmarks nach 15 Minuten mit dem Programm Core2MaxPerf ausgelesen. Zusätzlich wurde der System-Sensor des Mainboards mit dem Tool HWMonitor überwacht. Zum Vergleich der Temperaturen haben wir einen normalen Tower-Kühler herangezogen, den Hyper 212 Plus von Cooler Master, da sich die beiden Fans am Freezer nicht einzeln betreiben ließen. Damit wurde der kleine Cross-Flow Fan immer über den Hauptlüfter gesteuert.

Die Ergebnisse verwundern etwas: In unserem Testszenario bleibt die große Wirkung des Cross-Flow Lüfter aus. Das mag an der effizienten Heatpipe-Kühlung des P6TD-Mainboards liegen oder am geringen Luftdurchsatz des 50 mm-Fans - auf jeden Fall hilft's nicht übermäßig. Nutzer günstiger Hauptplatinen, also Sparfüchse, mit ungekühlten Bauteilen dürften sich dennoch freuen, denn das verschafft minimal mehr Luft beim Übertakten.

Die Lautstärke

Je geringer die Drehzahl, desto besser pflügen beide Kühler durch das Testfeld. Waren sie bei der Leistung hinten zu finden, ist das Bild nun umgekehrt. Die Pro-Version bleibt durch ein niederfrequentes Betriebsgeräusch durchweg die angenehmere. Die maximale Drehzahl kann man bei beiden Modellen allerdings nicht empfehlen. Hier werden die Lüfter leicht brummig. Der Cross-Flow-Fan geht im Betriebsgeräusch des 120 mm Lüfters völlig unter und ist nicht als einzelne Geräuschquelle auszumachen.

Bereits mit 1200 rpm wird der Freezer 13 Pro im Vergleich zur maximalen Geschwindigkeit deutlich leiser und damit angenehmer, bleibt aber auch bei 1000 Umdrehungen noch im hinteren Bereich des Testfeldes. Erst mit noch geringerer Leistung kann er sich weit nach vorne schieben. Mit 500 rpm ist er als Geräuschquelle nicht mehr auszumachen. Sein kleiner Bruder liefert bei fixen Drehzahlen Bestleistungen: Da kaum Luft gefördert wird, können auch keine Strömungsgeräusche entstehen.

Eine zusammengefasste Bewertung

Wie Urmel aus dem Eis springen die beiden Freezer aus dem hautengen Ei. Mission accomplished und das ohne Nachspiel. Die große Version, der Freezer 13 Pro, entpuppt sich zum Sparpreis von 23,- € als vollwertiger Tower-Kühler, der selbst für Übertaktungsvorhaben definitiv genug Luft nach oben hat. Auf minimale Lüftergeschwindigkeiten muss man dann allerdings logischerweise verzichten. Bei identischen Drehzahlen kann er jederzeit den Anschluss an das Testfeld halten, bei prozentualer Umdrehungsbetrachtung fällt er etwas ab. Das ist dem harmonisch abgestimmten Lüfter zu verdanken, dessen Maximaldrehzahl erfreulich "niedrig" liegt. Auch qualitativ bleibt hier wenig zu wünschen übrig. Dank des großen Regelspektrums und der PWM-Steuerung kann der Kühler in Alltagssituationen das versprochene Lautstärkelevel einhalten, denn gerade unterhalb von 1000 rpm ist der Rotator wirklich leise. Nur bei gesteigerten Taktraten und minimaler Drehzahl muss das Produkt kapitulieren.

Gerade ohne Übertaktung ist der Kühler für 130 Watt TDP also eine günstige und leise Lösung, zumal z.B. aktuelle Sandy-Bridge Prozessoren nur 95 Watt an Wärme abführen. Der kleine Freezer kann ebenfalls überzeugen. 200 Watt TDP vermag er zwar nur bei maximaler Geschwindigkeit und damit eher weniger erfreulicher Lautstärke abführen, im Alltag bleibt er dank der PWM-Steuerung gottlob aber ruhiger. Für die nicht bestandenen Benchmarks bekommen allerdings beide Kühler Abzüge. Ansonsten gelten aufgrund der ähnlichen Ausführung die Aussagen zum Freezer 13 Pro. Der "Cross-Fan" bleibt allerdings nur schmückendes Beiwerk, er hält sich von der Lautstärke wie von der Leistung dezent im Hintergrund. Beide Kühler teilen eine ähnliche, sehr gut gemachte Anleitung ebenso wie die Push-Pin Montage. Das ist beim größeren Freezer aufgrund des höheren Gewichtes bei häufigem Transport eher ungünstig.

Bei beiden Modellen gefällt die einfache und schnelle Montage. Weniger ins Gewicht fällt die unfreie Lüfterwahl, da bereits gute Exemplare beiliegen. Dabei lohnt der geringe Aufpreis für die Pro-Version immer, sofern es die Platzverhältnisse im heimischen Gehäuse zulassen - in der Gesamtwertung kann der Kühler dem teureren Mugen 3 gefährlich werden! Für Kompaktsysteme in beengten Gehäusen bietet der kleine Freezer aber ausreichende Leistung, auch für den übertakteten Betrieb stromhungriger CPUs. Nur leise kann er dann nicht mehr. Trotzdem bleibt bei einem Preis von nur 18,- € nichts anderes übrig, als einen Preis-Leistungs-Award zu verleihen. Der größere Kühler bietet zwar auch eine exzellente Kosten-Nutzen Relation, ist absolut gesehen in dieser Hinsicht etwas hintenan - oder anders gesagt: 15 % besser, 27 % teurer.

Arctic Freezer 13

Max Doll

Für den Fazittext des Freezer 13, siehe Seite "Zusammengefasste Bewertung".

  • Positiv
  • Gute Leistung ohne Übertaktung und bei hoher Drehzahl
  • Geregelt leise
  • Angenehmes Betriebsgeräusch
  • Erfreulich niedrige Maximaldrehzahl
  • Einfache Montage
  • Sehr kompakt / klein
  • Lässt viel Platz um den CPU-Sockel
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Einbruch bei reduzierter Drehzahl
  • Wenig Reserven
  • Maximaldrehzahl gut hörbar
  • Lüfter nicht entkoppelt
  • Lüfter nicht austauschbar
  • Keine Wärmeleitpaste in Reserve
  • AMD-Montage

Arctic Freezer 13 Pro

Max Doll

Für den Fazittext des Freezer 13 Pro, siehe Seite "Zusammengefasste Bewertung".

  • Positiv
  • Gute Skalierung
  • In Reichweite teurer Kühler
  • Geregelt sehr leise
  • Angenehmes Betriebsgeräusch
  • Erfreulich niedrige Maximaldrehzahl
  • Einfache Montage
  • Kompakt in der Breite
  • Keine universellen Lüfterklammern
  • Neutral
  • Recht hoch
  • Negativ
  • Reduzierte Reserven
  • Hörbar ab 1000 rpm
  • Lüfter nicht entkoppelt
  • Recht hoch
  • AMD-Montage
  • Push-Pin Montage

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