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Tech-Review.de

  • Freitag, 04. Dezember 2020
Antec H2O 950 und 1250 im Doppelcheck

Antec H2O 950 und 1250 im Doppelcheck: Zwei Wasser bitte

Einleitung

Während Luftkühler bereits ausgereift sind und nur noch im Hinblick auf Details verbessert werden, steckt die Technik und im Endeffekt auch der gesamte Bereich der vollintegrierten Wasserkühlungen noch in den Teenager-Schuhen. Aufgrund dessen bekommt man ab und zu Kompaktwasserkühler zu sehen, die sich im Design und Aufbau erheblich von denen der Mitbewerber unterscheiden. So auch die Kühler der H2O-Serie von Antec. Diese umfasst insgesamt drei Modelle von denen zwei mit 120mm-Radiator und eines mit 240 mm-Radiator ausgestattet sind. Alle drei weisen dabei die Besonderheit auf, dass die Pumpe, oder im Fall der 240 mm-Variante auch zwei, auf den Lüftern sitzen und fest mit diesen verbunden sind.

Antecs Kompaktwasserkühler liegen derzeit in einem Preisbereich welcher von 59,- €, für das 120 mm-Slim-Modell, bis 77,- €, für die 240 mm-Kühlung, reicht. Wir haben davon gleich zwei von unserem Partner Antec zur Verfügung gestellt bekommen und möchten für euch im folgenden Test analysieren, wie sich der außergewöhnliche, technische Aufbau schlägt und ob die H2O-Kühler ihren Preis wert sind.

Getestet werden von uns die Antec Kühler H2O 950 und 1250, welche über unterschiedliche Radiatoren aber je zwei Lüfter verfügen. Alle Details, unsere Messergebnisse und natürlich auch unsere eigene Meinung findet ihr auf den nächsten Seiten. Viel Spaß beim Lesen!

Verpackung und Lieferumfang

Unsere beiden Testobjekte sind nahezu identisch verpackt, lediglich in der Höhe und in der Breite unterscheiden sich die Umverpackungen um wenige Zentimeter.

Die Vorderseite der Verpackungen ist in blau-weiß gehalten. Nur der gelbe Antec-Schriftzug hebt sich farblich bedingt durch einen hohen Kontrast ab. Ein vernebeltes schwarz-blau-weißes Bild zeigt die enthaltene Wasserkühlung, rechts daneben befindet sich eine tiefblaue Banderole mit dem entsprechenden Produktnamen in Weiß. Unter einem farblich hervorgehobenen Schriftzug im oberen Bereich der Vorderseite, welcher ein „Next Generation Maximum Performance Liquid CPU Cooling System“ verspricht, ist in insgesamt sieben Sprachen von Wartungsfreiheit und einer schnellen Installation die Rede. Ob diese Ansagen seitens Antec auch zutreffen sehen wir später noch. In einer Sprechblase, welche andeutet von der Wasserkühlung zu kommen, sind die kompatiblen Sockel aufgeführt. Zusammengefasst werden von Intel die Sockel LGA 775, 1150, 1155, 1156, 1366 sowie 2011 und von AMD die Sockel AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1 und FM2 aufgeführt. Der neuste Intel Sockel LGA 1151 sollte auf Grund der gleichen Lochabstände zu 1150 auch kompatibel sein.

Am unteren Ende der Verpackungsvorderseite sind einige Besonderheiten der Antec H2O-Kompaktwasserkühler aufgeführt. Dazu zählt das Universal-Mounting-Bracket, was bei Intel- und AMD-Systemen zum Einsatz kommt, die mitgelieferte und nicht zwingend notwendige Steuerungssoftware von Antec namens GRID, eine temperaturgesteuerte LED-Beleuchtung, extra große Pumpen sowie die integrierten PWM-Lüfter.

Drehen wir den Karton um und schauen uns die Rückseite an, finden wir neben einem Werbetext, der untereinander aufgereiht in acht Sprachen zu lesen ist, die Besonderheiten der unteren Vorderseite noch einmal ausführlicher und mit Bildern versehen aufgeführt. Auch hier hat man sich die Mühe gemacht und den Text in die bereits bekannten acht Sprachen übersetzt. Neben der beschriebenen Kupferkühlplatte, welche hervorragende Wärmeleiteigenschaften verspricht, lässt uns vor allem die außergewöhnliche und vor allem große Pumpe auf eine leise, leistungsstarke Kompaktwasserkühlung hoffen. Die Werbetexte beider Kühllösungen verstärken diese Hoffnung zusätzlich.

Auf der linken Stirnseite der Verpackung finden wir die Spezifikationen. Welche sich aus Lüfterdrehzahl, Radiatorabmessungen, der Größe der Lüfter samt Pumpen, der eigentlichen Lüftergröße, der Höhe des Kühlkörpers und der Schlauchlänge, dem Gesamtgewicht sowie einer Umschreibung des Kühlmittels zusammensetzt. Auch bei den Spezifikationen wurde auf eine Auflistung in mehreren Sprachen zurückgegriffen.

Auf der rechten Verpackungsseite befindet sich ein Balkendiagramm, welches verschiedene Kühllösungen miteinander vergleicht. Aufgeführt sind die Antec Kühler H2O 650, 950 und 1250 sowie „andere“ Wasserkühler und der Standardkühler von Intel. Laut diesem Diagramm sollen die Kühler von Antec mit den Nummern 950 und 1250 rund 30°C bessere Temperaturen hervorrufen, wobei von einer maximal möglichen Auslastung des Prozessors ausgegangen wird. Als Referenzprozessor hat Antec den Intel Core i7-3960k genutzt, welcher eine TDP von 130 Watt aufweist. Unter dem Diagramm finden wir noch eine mehrsprachige Auflistung des jeweiligen Lieferumfangs. Hervorzuheben ist dabei die beigelegte CD, auf welcher wir die optionale Steuerungssoftware finden werden.

Auf der Oberseite der Kartonverpackung wurden einige interessante Zusatzinformationen abgedruckt, welche sich allesamt am rechten Rand dieser Verpackungsseite orientieren. Als erstes wird eine Herstellergarantie von drei Jahren genannt. Um den Support kontaktieren zu können wurden unter der Garantielaufzeit direkt verschiedene Telefonrufnummern sowie E-Mail-Adressen für verschiedene Länder abgedruckt. Dies bewerten wir als sehr vorbildlich, weil es die ewige Suche in der Bedienungsanleitung erheblich verkürzt. Neben diesen doch sehr nützlichen Informationen erfahren wir auch, dass die uns vorliegenden Antec-Produkte in Kalifornien entworfen, aber in China hergestellt und oder gedruckt werden.

Nachdem wir beide Packungen geöffnet haben, fielen uns direkt die bebilderten Bedienungsanleitungen entgegen. Durch eine Polsterfolie abgedeckt und geschützt, liegen die Wasserkühlungen in einer Form aus eierkartonartiger Pappe. Um die beiden Kompaktwasserkühler nochmal zusätzlich vor Fremdkörpern zu schützen, sind diese in je zwei Folienbeutel eingetütet.

Das Montagezubehör in Form der Schrauben, Brackets und bei der 950er Wasserkühlung noch der optionale 120-mm-Lüfter, sind in mehreren, wiederverschließbaren Plastikbeuteln neben der Wasserkühlung zu finden.

Der zusätzliche Lüfter der Kühler H2O 950 trägt keinerlei Typenbezeichnungen oder sonstige Spezifikationen. Lediglich auf der Verpackung finden wir die Angaben, dass es sich um PWM-Lüfter handelt, welche in einem Bereich zwischen 600 und 2400 Umdrehungen in der Minute regelbar sind. Auch auf der Homepage des Herstellers sind keine detaillierten Spezifikationen zu den Lüftern, beziehungsweise zu den Kühlern, im Allgemeinen zu finden.

Nachdem wir nun endlich beide Prozessorkühler aus ihrer Verpackung befreit haben, werfen wir einen ersten Blick darauf. Sofort fallen uns schon die angekündigten großen Pumpen auf. Während die 950er-H2O-Kühlung nur eine besitzt, kommt die 1250er mit zwei voll ausgestatteten Pumpen daher. Da unter jeder Pumpe ein Lüfter fest montiert ist, hatten wir direkt die Vermutung, dass Pumpen und Lüfter sich die Stromversorgung teilen, da die Lüfter per PWM gesteuert werden. Dies wurde uns auch von Antec bestätigt, jede Pumpe läuft permanent mit 12 Volt. Generell unterscheiden sich die beiden uns vorliegenden Modelle nur im Hinblick auf die Radiatoren und die Lüfterbestückung. Der Kühler H2O 950 besitzt einen 45 mm dicken 120 mm-Radiator sowie einen fest installierten Lüfter. Ein zweiter wird zur optionalen Montage mitgeliefert. Die Kompaktwasserkühlung des Typs 1250 besitzt im Gegensatz dazu zwei fest installierte, nicht wechselbare Lüfter und einen 30 mm starken 240 mm-Radiator.

Im Bereich des Kühlblocks, der Zuleitungen sowie der Kabel sind beide Modelle absolut identisch. Die Kühlfläche selbst besteht aus Kupfer und wird von insgesamt 12 Schrauben an dem Grundkörper gehalten, welcher aus ABS-Kunststoff besteht. Die Abdeckung des Kühlblocks besteht aus einem anderen Kunststoff wie der Grundkörper. Darin eingelassen ist eine milchig, durchsichtige Kunststoffscheibe mit schwarzem Antec-Schriftzug, welche von innen in einer beliebigen Farbe beleuchtet werden kann. Die Schläuche bestehen bei den Kompaktwasserkühlern von Antec aus Vollgummi und besitzen geklebte Anschlüsse, wovon sich der Schlauch dementsprechend nicht abziehen lässt. Auf eine Öffnung zum Nachfüllen oder wechseln des Kühlwassers muss man verzichten. Je nachdem wie dicht das System in Bezug auf Osmose und die Bildung von Ablagerungen ist, kann der Einsatzzeitraum variieren. Am Kühlblock der uns vorliegenden Kompaktwasserkühler befindet sich eine Besonderheit, welche sie von denen anderer Hersteller deutlich unterscheidet. Dort sind nämlich die kompletten Anschlüsse und Kabel, welche zum Betreiben des Kühlers benötigt werden vom Hersteller platziert. Dazu gehören das USB-Kabel für den internen Anschluss am Mainboard, das dreipolige Lüfterkabel für die Stromversorgung der Lüfter und Pumpen und zu guter Letzt ein Y-Kabel für den Anschluss der PWM-Lüfter am Kühlblock.

Das Zubehör-Set beider Kühler

Der Lieferumfang der Antec Kühler H2O 950 und 1250 gestaltet sich übersichtlich aber vollständig. Beide Kühlungen beinhalten alle benötigten Montageschrauben für Radiator, Lüfter und Kühlkörper, sowie eine Backplate für alle aktuellen Intel- und AMD-Systeme. Weiterhin findet man im Lieferumfang den Montagering des Kühlkörpers, welcher vier bewegliche Ausleger aufweist um für alle Systeme universell einsetzbar zu sein. Um die Kompaktwasserkühler der Kühler H2O-Serie so betreiben zu können wie der Hersteller es vorsieht, liegt jeweils noch eine CD mit der entsprechenden Steuerungssoftware bei. Als Goodie, welches wir als durchaus gelungen betrachten, sind zwei unscheinbare Metallschienen im Paket des Kühlers H2O 1250, welche im Notfall dafür gedacht sind, den Radiator in Richtung der langen Seite versetzt einbauen zu können. Dies ist beispielsweise dann hilfreich, wenn das Mainboard sehr große Kühlkörper im Bereich der oberen Spannungsversorgung besitzt.

Technische Daten

Um euch noch einmal diese Fülle an Informationen kompakt zur Verfügung zu stellen, hier die gesamten technischen Details im Überblick.

Modell Antec Kühler H2O 950 Antec Kühler H2O 1250

Kühlblock

Kompatibilität LGA 2011 (-3), 1366, 1156, 1155, 1151, 1150, 775,  FM1, FM2 (+), AM3 (+), AM2 (+) 
Material Kühlblock Kupfer (Kühlfläche), Kunststoff (Deckel)
Anschlüsse Kühlblock geklebt

Pumpe

Pumpenanschluss in Lüfteranschluss integriert
Pumpe steuerbar nein
Pumpengeschwindigkeit nicht messbar
Durchfluss keine Angabe
Wassersäule keine Angabe

Radiator

120-mm-Radiator 240-mm-Radiator
Radiatorgröße 159 mm x 120 mm x 50 mm 280 mm x 120 mm x 27 mm
Material Radiator Aluminium (Lamellen, Vorkammern, Rahmen)
Lüfterplätze 1 (einseitig), 2 (beidseitig) 2 (einseitig), 4 (beidseitig)
Anschlüsse Radiator geklebt

Lüfter

120-mm-Lüfter
Lüftergröße 120 mm x 120 mm x 25 mm (ohne Pumpe),
120 mm x 120 mm x 50 mm (mit Pumpe)
Lüfteranschluss 4-Pin-PWM
Statischer Druck keine Angabe
Luftdurchsatz keine Angabe
Lüftergeschwindigkeit ~600 - 2100 U/min
Lautstärke keine Angabe* , 35 dB(A) bis 58,4 dB(A) (gemessen)
Garantie 3 Jahre (Auf Teile und Verarbeitung)
Preis ~65 € ~77 €
Preisvergleich Geizhals Deutschland Geizhals Deutschland
Hersteller www.antec.com

Der Ersteindruck den die Antec Kühler H2O 950 und 1250 bei uns hinterlassen ist erst einmal recht positiv. Die Verpackung ist gut und vor allem zweckmäßig gestaltet. Sie zeigt uns sehr schön auf, was wir vorfinden werden und beinhaltet auch die, zumindest für den Normalnutzer, wichtigsten technischen Details. Die Kühler selbst wirken in unseren Händen sehr wuchtig und robust, was uns ein qualitativ hochwertiges Produkt suggeriert, welches dann hoffentlich auch von der Leistung her genau dem entspricht.

Die Wasserkühlung im Detail

Nun möchten wir uns mit euch zusammen die Wasserkühlung etwas genauer anschauen. Dabei richten wir unseren Blick verstärkt auf die beiden größten Komponenten: Einmal auf die Kühler-Pumpeneinheit als auch auf den Radiator.

Die Kühlfläche der beiden Wasserkühler

Unsere genauere Betrachtung beginnen wir mit den Kühlblöcken. Wie bereits erwähnt besteht die eigentliche Kühlfläche, welche die Wärme des Prozessors aufnimmt, aus Kupfer und somit auch die feinen Lamellen im Inneren, welche von der Kühlflüssigkeit durchströmt werden. Die Kühlfläche ist nicht auf Hochglanz poliert, ist aber im Gegensatz zu anderen Modellen glatt und eben. Dies soll für eine bessere, lückenfreie Auflage auf dem Prozessor sorgen. Mit insgesamt zwölf Inbusschrauben wird die Kupferplatte im Grundgerüst gehalten. Dieses Chassis besteht aus einer Art gegossenem ABS-Kunststoff und erfüllt seinen Zweck. Aufgrund des vermuteten Herstellungsverfahrens wirkt das Material etwas instabil. Hier können wir aber die besorgten Gemüter schon etwas beruhigen, denn alles ist sehr stabil konstruiert und hat auch eine mehrmalige Montage unbeschadet überstanden.

Auch die drehbaren Anschlüsse bestehen aus eben genanntem Material. Anscheinend wurde viel Wert auf eine gute Beweglichkeit der Anschlüsse gelegt, um die Installation und Positionierung zu vereinfachen. So geschmeidig wie in diesem Fall konnten wir zumindest noch keine Anschlüsse drehen. Kommen wir jetzt zu den Kabeln: Dort stört uns am meisten der recht unschön und improvisiert wirkende Kabelbinder, der die einzelnen Stränge direkt am Gehäuse zusammenhält. Generell stellen wir uns an dieser Stelle die Frage ob es wirklich nutzerfreundlich und auch optisch ansprechend ist, so viele Kabel im Zentrum des PC´s zu haben, wenn auch noch auf Grund der bunt beleuchteten Abdeckung der Blick genau dorthin gezogen wird. Hier sind wir der Meinung, dass man das Ganze besser hätte designen können.

Die Lüfter sind fest integriert

Wie wir bereits erwähnten, besitzen die Wasserkühler der Kühler H2O-Serie von Antec auffällig große Pumpen. Die 950 ist dabei mit einer, die 1250 gleich mit zweien ausgestattet. Wahrscheinlich um ein Patent von Asetec zu umgehen, entschied man sich bei Antec dazu die Pumpen auf den Lüftern zu montieren, anstatt wie üblich im Kühlblock der Wasserkühlung. Dies hat für den Endnutzer allerdings zur Folge, dass er die Lüfter unter den Pumpen bei Nichtgefallen nicht tauschen kann. Hier hoffen wir dementsprechend auf eine hohe Qualität und einen geräuscharmen Betrieb. Trotz der konstruktionsbedingten Verbundenheit von Lüftern und Pumpen sind diese weder mechanisch noch elektrisch miteinander verbunden. Schaut man sich die Verkabelung etwas genauer an, stellt man fest, dass Pumpe und Lüfter jeweils Parallelgeschaltet sind, wobei die Pumpe aber nur zwei der vier Adern des Lüfterkabels bekommt. Dies sind die Kabel für die 12-Volt-Leitung und den Nullleiter. Das bedeutet auch, dass über die integrierte PWM-Steuerung der H2O-Wasserkühler nur die Lüfter geregelt werden, aber nicht die Pumpen. Verkabelt man alles nach Anleitung, laufen diese permanent auf 12 Volt, also auf höchster Stufe.

Theoretisch könnte man Lüfter und Pumpen parallel steuern indem man die vierpoligen Lüfteranschlüsse an das Mainboard direkt oder an eine optionale Lüftersteuerung anschließt und diese per Spannung kontrolliert. Aufgrund der Parallelschaltung von Lüftern und Pumpen würde dann also auch die Betriebsspannung und damit zeitgleich die Geschwindigkeit und Lautstärke der Pumpe gesenkt werden können. Wir raten davon allerdings ab, da die Drehzahl der Pumpen nicht ausgelesen werden kann. Im schlimmsten Fall bleiben diese stehen oder laufen gar nicht erst an und sorgen damit für ein Überhitzen des Prozessors. Sollte dann die Notabschaltung des Mainboards nicht funktionieren, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass mindestens der Prozessor das Zeitliche segnet.

Testumgebung

Unsere Tests wurden auf einen frisch installierten PC mit Windows 7 (64 Bit) als Betriebssystem, samt den nötigsten Treibern durchgeführt. Belastet wurde die CPU mit Prime95 in der Version 28.5 mit dem Small FFT Test, welcher jeweils 20 Minuten andauerte. Die Temperaturen wurden mit der AiSuite 3 ausgelesen und mit HWinfo sowie SpeedFan gegengeprüft. Getestet wurde die Kühlleistung jeweils bei Minimaldrehzahl, 50 %, 75 % und 100 %. Weiterhin wurde die Lautstärke mit Hilfe eines Voltcraft SL100 gemessen, welches in 50 cm Abstand zum Testsystem aufgebaut wurde.

Der Lautstärketest erfolgte dabei in einem nicht schalltoten Raum, aber ohne Nebengeräusche, aus 50 cm Entfernung. Das Grundrauschen lag bei unseren Testreihen bei 31,6 dB(A), die Raumtemperatur bei 21 °C.

Prozessor: AMD Athlon 860k
Mainboard:

Asus Crossblade Ranger

Arbeitsspeicher: 2x AMD R9 Gamer Series 4GB
Festplatte: SanDisk 64GB SSD
Netzteil: be quiet!® Straight Power L8 530W - CM
Betriebssystem: Windows 7 Ultimate 64 Bit
Gehäuse: Fractal Design Define R5 (offen)
CPU-Kühler XSPC Raystorm D5 EX240
Wärmeleitpaste: Arctic MX-4
Gehäuselüfter hinten: Nicht vorhanden
Gehäuselüfter vorne: Nicht vorhanden
Gehäuselüfter unten: Nicht vorhanden

Bevor wir mit unseren Testreihen beginnen, muss erst einmal die gesamte Wasserkühlung installiert werden. Aufgrund der bereits installierten Lüfter beider Modelle, war der Einbau schnell erledigt. Die Anwenderfreundlichkeit und die Montage bewerten wir dementsprechend als gut. Die Kühler H2O 1250 mit ihrem 240-mm-Radiator wurde im Deckel des Gehäuses, die kleinere 950 mit dem 120-mm-Radiator im Heck verbaut.

Die Montage an sich geht sehr einfach von der Hand und kann selbst bei einem bereits im Gehäuse befindlichen Mainboard von einer Person ohne Probleme durchgeführt werden. Hierbei helfen uns zum einen die sehr ausführliche Bedienungs- und Aufbauanleitung, sowie die sehr langen Befestigungsschrauben für den Kühlblock, welche zu Beginn direkt mit der Hand fixiert werden können.

Zu guter Letzt haben wir die Software installiert. Diese verwendeten wir auch zur Steuerung der Lüfter für unsere Tests, da ein Ansprechen der Lüfter über die Asus AiSuite 3 auf Grund der Verkabelung nicht möglich war. Die Software ist simpel aber absolut ausreichend. Während unserer Tests haben wir festgestellt, dass sie einen fix eingestellten und nicht deaktivierbaren Überhitzungsschutz hat. Auf Grund dieses Schutzmechanismusses war es uns nicht möglich, die maximale Temperatur bei minimaler Drehzahl der Lüfter zu ermitteln. Der Prozessor wurde der Software zu warm, welche automatisch die Drehzahl dementsprechend nach oben korrigierte.

Temperaturwerte

Als Referenz für unsere Tests im Wasserkühlungsbereich dient das Raystorm D5 EX240-Set von XSPC. Mit einem 240-mm-Radiator und einer nicht entkoppelten Pumpe, welche auf 2500 Umdrehungen in der Minute reguliert wird, ist diese ideal dafür geeignet. Da unsere Testräume nur schwer zu klimatisieren sind, haben wir uns im Bereich der Wasserkühlungen dazu entschieden, nicht die Gesamttemperatur der zu kühlenden Komponente anzugeben und zu bewerten, sondern den Temperaturunterschied zwischen Raum- und Komponententemperatur. Dieser Wert wird als Δt bezeichnet und ist in der Einheit Kelvin (k) angegeben, wobei ein Kelvin einem °C entspricht. Dementsprechend ist zu den von uns gemessenen Werten immer noch die Raumtemperatur, in diesem Falle 21 °C, hinzuzurechnen, was dann den Realwert ergibt.

Dieses Vorgehen macht auch einen Vergleich für euch realistischer, da ihr anhand des Hinzurechnens eurer eigenen Raumtemperatur, den zu erwartenden Realwert ermitteln könnt.

Beginnen wollen wir nun mit unserem Testdurchlauf im Desktopbetrieb, bei der kleinstmöglich einstellbaren Lüfterdrehzahl, welche bei den Antec Kompaktwasserkühlern bei rund 600 U/min liegt.

Wie von uns im Vorhinein erwartet, liegen die Temperaturen der Wasserkühler aus dem Hause Antec im Desktopbereich nicht außerhalb der normal üblichen Werte. Mit einer Differenz von 6 K und 7 K, kühlen die H2O 950 und 1250 den Prozessor in diesem Setting genauso gut wie die Konkurrenz mit jeweils gleich dimensionierten Radiatoren.

50 % der Gesamtdrehzahl entspricht bei den uns zur Verfügung gestellten Samples ungefähr 1100 Umdrehungen in der Minute. Dank der circa 200 Extra-Umdrehungen setzt sich dabei die H2O 1250 knapp vor unsere Referenzkühlung. Mit einer Temperaturdifferenz von 30 Kelvin positioniert sich die 950 hingegen nur im Mittelfeld, weist aber zu unserem aktuell Listenletzten immerhin eine Verbesserung der Temperatur von 6 K auf.

Ähnlich geht es auch bei unserem Test der Kühlleistung bei 75 % der Maximaldrehzahl, also respektive 1650 U/min zu. Das größere Modell erkämpft sich hier mit zwei anderen Konkurrenten den zweiten Platz hinter unserer DIY-Kühllösung, weshalb die Kühlleistung hier als gut zu bewerten ist. Zwei Grad schlechter ist dabei die kleinere H2O 950, welche mit einer Differenz von 29 K zur Raumtemperatur auf dem dritten Platz landet.

Im Letzten unserer Tests zur Ermittlung der Kühlleistung, erhöhen wir die Drehzahl noch einmal auf die höchstmögliche Stufe und erreichen dabei eine Geschwindigkeit von rund 2100 Umdrehungen in der Minute. Das sind ganze 500 Umdrehungen mehr wie bei unserer Referenzwasserkühlung von XSPC. Trotz dieser drastisch höheren Geschwindigkeit und der zwei verbauten Pumpen erreicht auch hier der Antec Kühler H2O 1250 nur den zweiten Platz, wobei sie 1,1 K hinter unserer Referenz liegt. Auch mit zwei Lüftern mit derselben Geschwindigkeit, aber einer minimal kleineren Radiatorfläche ausgestattet, erreicht die 950er Kühler H2O den vierten Platz, wobei sie aber den besten Wert von allen bisher getesteten Kompaktwasserkühlern mit 120-mm-Radiator abliefert.

Lautstärke

Bei Kompaktwasserkühlern wird immer noch sehr oft die zu hohe Lautstärke kritisiert. Maßgebend sind das in vielen Fällen die Lüfter, aber auch manchmal die viel zu laut arbeitenden, nicht entkoppelten Pumpen. Antec geht mit seinen Kühlern der H2O-Serie einen ganz eigenen Weg und positioniert die Pumpen auf den Lüftern, was uns darauf hoffen lässt, dass diese halbwegs entkoppelt und entsprechend leise sind.

Nachdem wir unser Testsystem aufgebaut und die Software installiert hatten, kommt allerdings ein wenig Ernüchterung auf. Erstens sind die Pumpen trotz ihrer Bauart noch hörbar aber nicht nervig. Zweitens bleiben wir euch an diesem Punkt die Messung der genauen Pumpenlautstärke schuldig. Dies ist der Bauart und vor allem der elektrischen Anbindung der Lüfter und Pumpen geschuldet, da wir die Lüfter nicht per Software unabhängig von der Pumpe anhalten konnten. Ein erzwungenes, händisches Anhalten der Lüfter und einen damit einhergehenden Tod der Pumpen oder Lüfter wollten wir nicht riskieren, da uns die genauen elektrischen Zusammenhänge nicht bekannt sind. Dennoch haben wir für euch die Lautstärke der Lüfter, beziehungsweise in dem speziellen Fall der gesamten Kühlung, genauer unter die Lupe genommen.

Schon bei der kleinstmöglichen Drehzahl bekommen wir die Lautheit Antecs Kompaktwasserkühler zu hören. Mit 35 und 35,9 dB(A) hängen sie sich an das untere Ende unserer Liste und weisen dabei einen Unterschied von minimal 3,4 dB(A) in Bezug auf unsere Referenz auf.

Bei halber Geschwindigkeit werden generell die Unterschiede unter den einzelnen Testkandidaten kleiner. Dennoch belegen hier die Kühler H2O 950 und 1250 mit 39,9 beziehungsweise 41,5 dB(A) aktuell den fünften, sowie den letzten Platz unseres Rankings.

Nach der Steigerung auf 75 % des PWM-Signals wechselten unsere Antec-Samples die Reihenfolge unter sich. Während das 1250er Modell mit 50,9 dB(A) zwei Plätze gewann, rutschte die H2O 950 um zwei Plätze nach unten, was den durchaus lauten 51,3 dB(A) geschuldet ist.

Unter der maximal möglichen Lüftergeschwindigkeit verändert sich nichts mehr an der Positionierung unserer beiden Testmuster. Mit 58,3 und 58,4 dB(A) belegen sie wie auch schon bei unserem vorherigen Testdurchlauf die Plätze fünf und sechs. Die größte Differenz von 15,1 dB(A) im Hinblick auf unseren DIY-Kreislauf zeigt auf, dass die Kühler H2O Serie von Antec nicht gerade die leiseste Kühllösung auf dem Markt ist.

Christian Gäbler meint …

Christian Gäbler

Bei der Bewertung der uns zur Verfügung gestellten Samples der Antec Kühler H2O 950 und 1250 tuen wir uns etwas schwer. Auf der einen Seite überzeugen uns die Verarbeitung, die Grundidee der außergewöhnlichen Konstruktion und auch die Leistung beider Kühler, vor allem die der 1250er kann sich durchaus sehen lassen und ermöglicht ohne Probleme auch ein Übertakten des Prozessors. Auf der anderen Seite wird dies, wie es leider oft üblich ist, durch hochdrehende Lüfter und einer damit einhergehenden hohen Lautstärke erkauft. Zwar ist prinzipiell der Betrieb mit einer maximalen Drehzahl von 50% möglich, aber auch dort sind die fest installierten Lüfter der Kompaktwasserkühler deutlich hörbar.

Für wen sind also diese Kühler geeignet? Unserer Meinung nach für all diejenigen, die Ihren Prozessor ans Limit der Möglichkeiten kurzzeitig Übertakten wollen, Headset-Spieler oder für diejenigen, denen die Lautstärke ihres Systems auf Grund andere Umstände egal ist. Aber vielleicht ist auch die außergewöhnliche Optik für den ein oder anderen schon ein Kaufgrund. Unsere Meinung nach sind die aktuell von Antec veranschlagten 65,- € für die 950er und 77,- € für 1250er minimal zu hoch gegriffen. Hier bekommt man bei anderen Anbietern bessere und leisere Kühllösungen für den heimischen PC.

  • Positiv
  • Vorbildliche Kompatibilität
  • Gute Verarbeitung
  • Gute Kühlleistung
  • Einfache Montage + Software
  • Neutral
  • Negativ
  • Zu hohe Lautstärke
  • Kein Austauschen der Lüfter möglich
  • Keine Regulierung der Pumpe möglich

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