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  • Donnerstag, 27. Januar 2022
Mittelerde: Mordors Schatten

Mittelerde: Mordors Schatten: Ein würdiges Spiel?

Einleitung

Mittelerde - dieses von JRR Tolkien geschaffene Universum begeistert seit einigen Jahrzehnten Jung und Alt, als letztes mit den ziemlich erfolgreichen Hobbit-Filmen. Die ursprünglichen Bücher werden bereits seit ein paar Jahren zu den internationalen Klassikern gezählt. Mittelerde steht für eine mitreißende Geschichte, kontrastreiche Charaktere und ein schlicht großartiges Gesamtwerk. Zudem kann jeder in diesem Universum etwas entdecken, das er selbst favorisiert. Somit stellt allein schon der Titel gewaltige Anforderungen an das Spiel - kann es diese im Gegensatz zu vielen vorherigen Titeln erfüllen? Monolith Games hat bereits einige Knaller wie F.E.A.R. gelandet, schaffen sie es an alte Glanzzeiten anzuknüpfen?

Der Plot klingt vielversprechend: Die Hauptperson, ein Waldläufer namens Talion ,der Hauptmann der Wächter am schwarzen Tor war, wird von dem Turm Mordors, dem Hammer Mordors und der Schwarzen Hand, den direkten Untergebenen Saurons und einer Ork-Armee attackiert. Nach heftiger Gegenwehr wird er zusammen mit seiner Familie, seiner Frau Ioreth und seinem Sohn Dirhael gefangen genommen. Daraufhin werden sie mit den Worten "Komm zurück zu mir Elbenherr" geopfert, unser Hauptcharakter wird jedoch vom Tod aufgrund eines Fluchs zurückgewiesen. Daraufhin wird unser Waldläufer zu einem Schatten Mordors, einem Grabwandler, einem Wesen, von dem selbst die Uruks ehrfürchtig reden......

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Story

Das Storytelling wird am Anfang des Spiels hauptsächlich durch umherschalten zwischen alten Erinnerungen und der Gegenwart realisiert. Nach dem Tutorial endet diese Methode bald und man erfährt das Meiste über den Geist, den man in sich trägt bzw. der den Spieler begleitet. Die Geschichte des Geistes wird über mehrere Artefakte erzählt, die man in einer Nebenquestreihe finden kann. Es wird auch einiges von Verbündeten berichtet, beispielsweise einem alten Kameraden der Hauptperson, der den Widerstand in Mordor anführt, welcher aber nicht sonderlich erfolgreich ist.

Sobald man geholfen hat, ein Monument Saurons zu zerstören, fliehen diese und man trifft eine junge Frau aus dem Land des Meeres, Núrn, namens Litharel. Núrn liegt in Mordor und ist die Hauptnahrungsquelle für Saurons Armeen. Diese sagt, dass ihre Mutter dem Geist, der in unserer Hauptperson haust, etwas anzubieten hat. Darauf geht Talion mit ihr. Wie sich später herausstellt hat die Königin von Núrn ebenfalls einen Mitbewohner in ihrem Körper. In diesem Gebiet gibt es eine separat gegliederte Armee Mordors und man lernt, wie man Gegner unter seine Kontrolle bringen kann. Sobald man eine Armee kontrolliert kann man die übrigen Schwarzen Hauptmänner, also die direkten Untergebenen Saurons, die den Spieler am Anfang getötet haben, gemeinsam mit dieser angreifen. Talion will sich so von seinem Fluch befreien, damit er endlich in Frieden ruhen kann.

Die Steuerung

Die Steuerung unseres heutigen Testkandidaten ist anfangs recht einfach gehalten, aber gerade im Kampfpart wird es nochmal ein gutes Stück komplexer. Es gibt mehrere Fortbewegungsarten: rennen, schleichen und laufen. Später kann man noch Caragor und Graug reiten - mehr zu diesen Tieren später. Die ab Anfang verfügbaren Waffen sind Schwert, ein Dolch(der in diesem Fall eigentlich nur ein gebrochenes Schwert ist) und Bogen. Sobald man eine gewisse Anzahl von Legenden-Aufträgen erledigt hat, wird die jeweilige Waffe neu geschmiedet bzw. erneuert.

Beim grundlegenden Nahkampfsystem hat sich Monolith anscheinend an anderen Titeln von Warner, wie der Batman-Reihe, inspirieren lassen. Vergleiche unserer Kollegen mit der Assassins Creed-Reihe können wir aber nicht wirklich nachvollziehen. Der Kampf ist anfangs sehr einfach konzipiert: im Nahkampf links Angriff, rechts Block, im Fernkampf visiert man den Gegner mit drücken der rechten Maustaste an und kann einen Schuss durch halten der linken Maustaste aufladen. Man muss dennoch konzentriert sein, denn es wird im Nahkampf gegen einige Uruks, Hauptmänner oder Häuptlinge gleichzeitig eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit gefordert. Bei einem der schwarzen Hauptmänner, also den direkten Untergebenen Saurons, ist dies nochmal besonders wichtig.

Runen werden von Hauptmännern und Häuptlingen fallen gelassen. Diese können in die Sockel von Waffen eingesetzt werden und bringen diverse Boni. Die Sockel muss man jedoch freikaufen. Eine nützliche Fähigkeit ist der Fokus, mit dem man die Zeit für ein paar Sekunden verlangsamen kann, um die Uruks besser mit dem Bogen töten zu können. Bevor man getötet wird, kann man den Todesstoß abwehren, indem man den Mauszeiger in einen markierten Bereich des Bildes bewegt und man eine bestimmte Taste drückt. Später kommen diverse Fähigkeiten und Waffen dazu, wie Dolchwürfe, kurzfristige Lähmung des Gegners oder Finishings nach einer gewissen Kombinationslänge. Die Finishings töten die Häuptlinge aber selbstverständlich nicht, sondern fügen ihnen nur Schaden zu - wenn überhaupt.

Eine sehr praktische Fähigkeit ist das Brandmarken eines Gegners, was ihn auf deine Seite zieht. Diese Gegner greifen den Spieler dann nicht mehr an und können bei Bedarf gegen andere Uruks eingesetzt werden. Häuptlinge und Hauptmänner müssen jedoch meist erst geschwächt werden, ehe der Spieler sie auf seine Seite ziehen kann. Man kann diesen dann beispielsweise befehlen, andere Häuptlinge oder Hauptmänner anzugreifen oder sich einem Häuptling anzuschließen. Selbstverständlich sind dann auch dessen Untergebene auf der Seite des Spielers.

Mittelerde: Mordors Schatten

Controller werden unterstützt, allerdings lässt sich das Spiel auch sehr gut mit Maus und Tastatur spielen.

Die Gegner

Mittelerde: Mordors Schatten

Bis man die Schwarze Hand, die Talion verflucht hat, töten kann, muss man sich durch den Befehlsbaum nach oben schnetzeln. Die unterste Stufe sind die Hauptmänner, die darüber die Häuptlinge. Jeder der Häuptlinge hat eine Eskorte von einem oder mehreren Hauptmännern. Darauf muss man den Hammer Mordors, den Turm Mordors und die Schwarze Hand töten, also die schwarzen Hauptmänner, die Talion am Anfang des Spiels töteten.

Jeder dieser Befehlshaber hat viele besondere sowie individuelle Eigenschaften. All diese Fähigkeiten werden zufallsgeneriert und können dem eigenen Spielstil schwer zu schaffen machen, denn unter den Eigenschaften gibt es auch Immunität gegen Fernkampf, unblockbare Schläge oder die Eigenschaft des Erfahrenen Kämpfers, die ein Finishing zum Töten des Gegners erfordert. Jedoch hat jeder Gegner auch Schwächen, seien es die Furcht vor einem bestimmten Tier oder die Verwundbarkeit für einen Schleichangriff. Wenn der Spieler einen bereits bekämpften Hauptmann oder Häuptling trifft, so erkennt der Uruk Talion wieder. Normale Krieger, Jäger oder Schützen steigen durch einen besonderen verdienst, wie das Töten eines Graugs, eines Häuptlings, Hauptmanns oder eben einem Tod unserer Hauptperson auf.

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Neben den "personalisierten" Gegnern gibt es mehrere Standardgegner:

Der Jäger greift mit Jagd-Speeren an, denen man ausweichen kann. Sofern dies nicht gelingt, machen diese ordentlich Schaden. Dafür kann er jedoch nicht sonderlich viel einstecken, aber Graugs und Caragor machen nicht sonderlich viel Schaden.

Der Krieger ist der "Standard-Uruk" mit einer Klinge. Seine Schläge lassen sich leicht blocken. Sofern man sich außerhalb seiner Nahkampf-Reichweite aufhält wirft er Äxte. Krieger mit Schilden sind hartnäckig, aber man kann ihn dennoch auf mehrere Arten besiegen: so kann man das Schild zerstören und ihn dann wie einen normalen Krieger besiegen oder über ihn herüberspringen und von hinten attackieren. Eine andere Methode wäre ihn ins Gesicht zu schießen. Sofern man sich außerhalb seiner Nahkampf-Reichweite bewegt, wirft er mit Speeren.

Der Schütze schießt mit einer Armbrust und bewegt sich meist in erhöhten Positionen. Er hat eine größere Reichweite als der Jäger, macht jedoch keinen so großen Schaden wie dieser.

Die Berserker sind im Nahkampf recht gefährliche Kämpfer, die man am besten lähmt, bevor man sie angreift. Sie können viel einstecken und teilen schnell aus. Wenn man sich außerhalb ihrer Nahkampfreichweite befindet, greifen sie ebenfalls mit Äxten an.

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Zudem gibt es mehrere gefährliche Wildtiere:

Ghule findet man meist nachts in felsigeren Gebieten oder ganztags in Höhlen. Sie sind zwar leicht zu töten, aber da sie in großen Mengen vorkommen, können sie dennoch zur Plage werden.

Mittelerde: Mordors Schatten

Der Graug ist ein monströses Tier mit einer dicken Schuppenhaut und kaum vorhandenen Schwachstellen. Lediglich die Ferse ist verwundbar. Wenn man allerdings auf ihnen reiten kann, kann man sich leicht durch Urukhorden metzeln.

Die Caragor sind weit häufiger anzutreffen und treten meist in Rudeln zu mehreren Tieren auf. Sie sind schnelle Reittiere und sind Pferden in anderen Spielen nicht sonderlich unähnlich - allerdings haben diese die Möglichkeit im Kampf zu Boden gestoßenen Gegnern mit ihren scharfen Zähnen den Garaus zu machen.

Fazit

Monolith kennen die meisten wahrscheinlich durch FEAR - und sie melden sich durch Mordors Schatten mit einem großen Knall zurück. Während die meisten bisherigen LotR-Spiele eher langweilige Flops als würdige Mitglieder dieses Universums waren, wird hier bewiesen, dass es auch anders geht.

Die Story ist gut geschrieben und reißt den Spieler zusammen mit den liebenswerten Figuren in ein Universum, das sich zwar anders als die Filme oder Bücher anfühlt, aber dennoch überzeugen kann. Die Orks wirken sehr lebendig und darüber hinaus werden die Häuptlinge und Hauptmänner mit Individuellen Stärken und Schwächen dargestellt. Die Schwarzen Hauptmänner, gerade der Hammer Mordors, zeigen sich als starke Gegner, denen man besser nicht allzu nahe kommen sollte. Speziell das Ende ist sehr überraschend und kann als vielversprechende Startrampe für eine Mittelerde-Spiele-Reihe dienen.

„Mittelerde: Mordors Schatten“ ist ein Titel, der seinen Vollpreis auf jeden Fall wert ist, da man neben einer interessanten Story noch vieles entdecken, sammeln oder befreien kann. Und bei Langeweile kann man leicht Ork-Hauptmänner oder Häuptlinge aufeinanderhetzen.

Mittelerde: Mordors Schatten

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