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Nach über 10 Jahren unseres Bestehens war es Zeit einen kompletten Relaunch zu starten und auf ein neues Design mit vielen tollen Funktionen umzuziehen.
Natürlich klappt auch bei uns nicht immer sofort alles perfekt, zögert daher bitte nicht TRV mal richtig auf Herz und Nieren zu testen. Falls ihr Fehler entdeckt lasst uns bitte
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  • Dienstag, 26. Mai 2020
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TP-LINK Archer C9

TP-LINK Archer C9: Im Test

Einleitung

Mit dem AC 1900 Dualband-Gigabit-W-LAN-Router „Archer C9“ des weltweiten Marktführers TP-LINK leiten wir unsere neue Kategorie "Netzwerk" ein. Wir haben ihn hierfür auf Herz und Nieren getestet. Dieses Modell ist der Nachfolger des Archer C8 und auch eng verwandt mit der Archer D-Serie. Der Name ist Programm! AC lässt erkennen, dass der neueste W-LAN-Standard IEEE 802.11ac unterstützt wird. Das Institute of Electrical and Electronics Engineers veröffentlichte diese Richtlinien Ende 2013 als Nachfolger des 802.11n im Hinblick auf höhere Datendurchsätze im 5 GHz-Bereich. Das „1900“ gibt die kombinierte Spitzenleistung von 1900 MBit/s aus dem 2.4 GHz- und 5 GHz-Bereich an. Diese Zahlen sind leider nur theoretische Maximalleistungen, die praktischen Werte werden später in unserem Test noch genauer ermittelt und besprochen. Der Hersteller bietet im gleichen Atemzug noch bis 31. August 2015 eine Aktion zum Upgraden des Heim-Netzwerks für Kunden in Deutschland an. Bei einem Kauf eines Archer VR200v, Archer C9 oder einem Gigabit-Powerline-Kits gibt es kostenlos einen AC750-Dualband-W-LAN-Repeater dazu.

Das getestete Produkt soll viel Leistung für wenig Geld ins Netzwerk bringen. Laut der Hersteller-Webseite soll es störungsfreies Streamen von HD-Videos, Online-Gaming und andere bandbreitenintensive Anwendungen ermöglichen und somit perfekt für den Heimnetzwerkgebrauch geeignet sein. Die Zielgruppe dürfte aber auch Nutzer einschließen, deren Anbieter-Modem standardmäßig kein W-LAN oder nur das 2.4 GHz Band unterstützt.

TP-LINK verspricht mit diesem Gerät aufgrund des neuen Standards ein Surferlebnis der nächsten Generation. Der AC-Standard unterstützt bis zu acht MIMO-Antennen, jedoch begnügen sich die meisten Modelle, wie auch der Archer C9, mit nur drei Ein-/Ausgängen. Jeder davon kann theoretisch etwa 433 MBit/s, rein rechnerisch kombiniert also 1300 MBit/s, übertragen. Hierbei spielen aber viele Faktoren eine wichtige Rolle, dazu später mehr! Die ausgeschriebenen Maximalwerte werden, wie gesagt, in der Praxis zumeist auf keinen Fall erreicht, ob es aber für ruckelfreies Streamen reicht, werden wir in den nächsten Seiten genauer analysieren. Viel Spaß beim Lesen!

Verpackung

Wie von anderen TP-LINK Produkten bekannt, ist die Verpackung in ansprechendem Grün gehalten. Die Vorderseite enthält neben einer Abbildung auch noch Hinweise zu den Features, wie zum Beispiel der modernen Beamforming Technologie oder der Verwaltungs-App für Android und iOS. Alle Beschreibungen sind dabei jedoch nur in Englisch verfasst. Für Anwender mit weniger guten Englisch-Kenntnissen sind viele Symbole abgebildet, welche gut erkennen lassen, worum es sich handelt. Die Rückseite bietet einen etwas detaillierteren Einblick über die Ausstattungen des Routers. Ebenfalls sind die Unterschiede zu den Vormodellen Archer C8, C7 und C5 tabellarisch dargestellt. An der Oberseite findet man den Garantieaufkleber mit der Beschriftung "3 Year Warranty" (also 3 Jahren Garantie).

Öffnet man die Schachtel und zieht die Innenbox heraus, sieht man erst nur weiß. Der Router verbirgt sich gut eingepackt hinter einer weiteren Plastikschicht. Anbei:

  • drei Antennen
  • 1.2 m langes CAT5E Netzwerkkabel (gut für kleine Wartungsarbeiten)
  • 12 V Netzteil
  • Installations-CD
  • viel Papier

Wie in den meisten internationalen Firmen ist es auch bei TP-LINK der Fall, dass alle Anleitungen in vielen verschiedenen Sprachen beiliegen. Dies verschwendet sehr viel Papier und trägt nicht gerade zu einem grünen Planeten bei. Die Schnellinstallations-Anleitung bekommt man gleich doppelt; einmal in Handbuch- und noch einmal in Poster-Form. Das Paket enthält weiter noch Ausdrucke der GNU General Public License, der Konformitätserklärung und der Kontaktliste für den technischen Support.

Das beiliegende Zubehör

Technische Details

Abmessungen (B x T x H): 221 mm x 86 mm x 168.5 mm
Anschlüsse: 4 x 10/100/1000 MBit/s LAN Ports,
1 x 10/100/1000 MBit/s WAN Port,
1 x USB 3.0 Port + 1 USB 2.0 Port
Knöpfe / Schalter: WPS / Reset Knopf,W-LAN Ein/Aus Knopf,Ein / Aus-Schalter
Gewicht : - / -
Externe Strom Versorgung: 12 V / 3.3 A
Frequenzen: 2.4 GHz und 5 GHz
W-LAN-Standards: IEEE 802.11 ac/n/a 5 GHz,IEEE 802.11 b/g/n 2.4 Ghz
Signal-Rate: 5 GHz: bis zu 1300 MBit/s
2.4 GHz: bis zu 600 MBit/s
W-LAN-Sicherheitstandards: 64 / 128 bit WEP, WPA/WPA 2, WPA-PSK / WPA-PSK 2
WAN Arten: Dynamische IP / Statische IP / PPPoE / PPTP / L2TP / BigPond
Software-Features: DHCP-Server u. -Client, Bandbreiten-Kontrolle, Port-Weiterleitung (UPnP, DMZ),
Dynamische DNS (DynDNS, No-IP), VPN, Zugriffskontrolle, Firewall
Protokolle: IPv4 und IPv6
Umgebung: Betriebstemparatur: 0°C ~ 40°C
Lagertemparatur: -40°C ~ 70°C
Betriebsraumfeuchtigkeit: 10% - 90 %
Lagerraumfeuchtigkeit: 5% - 90 %
Garantie: 3 Jahre
Preis: ~135 € (Stand 5. Juni 2015)
Preisvergleich: Geizhals Deutschland

Im Gegensatz zu dem sonst baugleichen TP-LINK Archer D9 hat der von uns getestete Router kein integriertes Modem. Dies bedeutet, dass das unterstützte PPPoE nur verwendet werden kann, wenn der Internet-Anschluss direkt über ein RJ45-Kabel erfolgt. Ansonsten muss erst ein externes Modem vorgeschalten werden. Falls das Modem über einen internen DHCP-Server verfügt, erhält der C9 eine dynamische IP-Adresse. Je nach belieben kann auch eine statische IP-Adresse verwendet werden.

Zusammengefasst heißt dies aber nicht, dass er nur als W-LAN-Access-Point (Zugangspunkt) zum Einsatz kommt, sondern seine umfangreichen Router-Fähigkeiten sehr wohl beibehält. Die Aufgabe eines Routers besteht darin, verschiedene Netzwerke miteinander zu verbinden. Ein Access-Point stellt nur eine Schnittstelle von einer Kabelanbindung zu einer Funkverbindung dar, hat also vereinfacht ausgedrückt keinerlei Bestimmrecht was mit Paketen passieren soll.

Design

Das sehr schlicht gewählte weiße Design fügt sich in jeder Wohnung oder in jedem Büro gut ein. Die vielen Leuchten an der Front machen es dem Administrator einfach, den Status des Routers zu überprüfen. Insgesamt befinden sich acht Statusleuchten auf der Vorderseite: Power, 2.4 GHz, 5 GHz, LAN, WAN, WPS, USB 2.0 und USB 3.0. Die getrennten Leuchten für die verschiedenen Frequenzbereiche bzw. die unterschiedlichen USB-Versionen sind sehr positiv hervorzuheben. Die WAN-LED leuchtet während des Verbindungsaufbaus orange und schaltet nach erfolgreicher Herstellung auf blau um.

Ein leichtgängiges Schraubsystem erlaubt es, die drei W-LAN-Antennen einfach zu entfernen bzw. anzubringen. Da die Kontakte aus stabilem Metall sind, muss man auch keine Angst haben, dass das Gewinde sofort kaputt geht. Der Hersteller erleichtert durch die seitliche Anbringung des W-LAN-Ein-/Aus-Tasters und des USB 3.0 Ports das Anschließen eines USB-Speichers bzw. das Ein-/Ausschalten des Funkmoduls, auch wenn der Router fest verkabelt ist. Der etwas groß geratene Netzstecker bereitet an einer normalen Steckdose keine Probleme, soll der Archer C9 jedoch mit anderen Geräten an einer Steckleiste hängen, hat der Anwender keine andere Wahl, als den Netzstecker aus Platzgründen an die letzte Steckdose anzuschließen.

Etwas schade ist, dass der TP-LINK Router keine Montagelöcher besitzt und somit nur auf ebenen Flächen aufgestellt werden kann.

Web-Interface

Wie die Beschriftung auf der Verpackung so ist auch die Verwaltungsoberfläche des Archer C9 über den Browser nur in englischer Sprache erreichbar. Mit einem Wörterbuch schafft man aber auch ohne fundierte Englisch-Kenntnisse die Basis-Installation des Gerätes. Nachdem eine Verbindung mit dem Router über W-LAN oder Kabel hergestellt wurde, ist das Web-Interface über die interne URL http://tplinklogin.net erreichbar.

Standardmäßig kann man sich mit admin:admin (Username:Passwort) anmelden. Wir empfehlen, diese Konfiguration schnellstmöglich zu ändern. Solche vorkonfigurierten Zugänge machen es Online-Einbrechern in Heimnetzwerken sehr einfach, Änderungen zu deren Gunsten vorzunehmen. Nach dem Login präsentiert sich eine sehr schön aufbereitete und einfach abzulesende Status-Übersicht. Alle wichtigen Informationen, wie etwaig angeschlossene Geräte und deren Konfiguration, sind auf einen Blick erkennbar. Der Hersteller bietet vor allem nicht so belesenen Nutzern eine große Stütze mit einem sehr einfachen und prägnanten Hilfetext. In den jeweiligen Unterpunkten werden wirklich nur die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten geboten, um Neulinge nicht mit zu vielen Möglichkeiten zu verwirren.

Erst im erweiterten Modus kommen die vielen zusätzlichen Konfigurationsmöglichkeiten zum Vorschein. Das geschulte Auge erkennt hier sofort alle getroffenen Einstellungen. Die tabellarische Darstellung macht das Ablesen der Werte viel einfacher, da nicht extra auf Symbole geklickt werden muss. Dies macht die Arbeit für einen fortgeschrittenen Anwender viel effektiver und spart letztendlich Zeit. Sehr erfreulich ist, dass der Hersteller auch an die Hilfe für fortgeschrittene Anwender gedacht hat!

TP-LINK bietet erfahrenen Administratoren mit den sehr detaillierten Einstellungsmöglichkeiten die Möglichkeit, das Netzwerk auf dessen Anforderungen maßzuschneidern. Alle Optionen sind für beide Frequenzbereiche einzeln wählbar, wahlweise kann auch ein Frequenzbereich komplett abgeschaltet werden. Neben Standardjustierungen, wie Name (SSID) und Verschlüsselung, können auch Einstellungen zu dem Übertragungsmodus (802.11 a/b/g/n/ac), der Kanalbreite, Transmit Power, Beacon Interval, RTS Threshold, WMM, Short GI und AP Isolation getroffen werden. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gibt es viele Faktoren für die Übertragungsgeschwindigkeit eines W-LAN-Routers. Die meisten der soeben gelisteten Eigenschaften tragen auch dazu bei. Keine Sorge falls Sie nicht alles verstanden haben. Diese Konfigurationen sind sehr tiefgreifend und spielen im normalen Netzwerkverkehr keine so große Rolle, sind jedoch vorhanden und editierbar, was sehr positiv zu sehen und nicht selbstverständlich ist.

Die Verwaltungsoberfläche

Wie bereits an der Verpackung angepriesen, lässt sich neben dem eigenen Heimnetzwerk ein sogenanntes Gast-Netzwerk konfigurieren. Dieses Feature wurde sehr umfangreich umgesetzt. Es sind auch hier beide Frequenzbänder einzeln justierbar. Sehr schön sind die nachfolgenden Beschränkungen für Gäste:

Der Archer C9 besitzt einen integrierten DHCP-Server mit viel Spielraum für den Netzwerkbetreuer. Alle Funktionen eines DHCP-Servers (wie z.B. Adressbereich, Leihdauer, Gateway, Domäne, DNS-Server) sind frei regelbar. Reservierungen von IP-Adressen für bestimmte Geräte sind ebenfalls möglich.

Die Möglichkeit der Freigabe von Dateien und Druckern, welche an dem TP-LINK-Gerät angeschlossen sind, wurde sehr einfach und sicher umgesetzt. Ein USB-Speicher kann per Netzwerkfreigabe oder FTP-Server erfolgen. Der FTP-Server kann dabei so konfiguriert werden, dass er auch aus dem Internet erreichbar ist. Die angesprochene Sicherheit erfolgt durch eine Authentifizierung mit Benutzernamen und Passwort.

NAT oder Network Address Translation (Netzwerk-Adress-Übersetzung) wird eingesetzt, da der IPv4-Adressbereich nicht für jedes internetfähige Gerät auf dieser Welt ausreicht. Hierbei werden in dem Netzwerk hinter einem Router so genannte private IP-Adressen vergeben (meist 192.168.0.x, 192.168.1.x, 10.0.0.x - das x ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich). Eine IP-Adresse muss eindeutig sein, deshalb muss die private IP-Adresse ausgetauscht werden, sobald ein Paket das lokale Netzwerk verlässt. Der Router ersetzt in dem Paket die Absender-Adresse durch seine öffentliche IP-Adresse und sendet so das Paket ins Internet. Kommt nun eine Antwort von einem Server, weiß der Router dank einer internen Tabelle, von wem die ursprüngliche Anfrage kam und ersetzt nun die Zieladresse durch die private IP-Adresse des Empfängers. Der Archer C9 hat ein Feature Namens NAT Boost, welches den eben erklärten Vorgang beschleunigt. Ist diese Zusatzfunktion aktiviert, wird die Bandbreitenbeschränkung aufgehoben und es werden keine Statistiken erhoben. Da solche Statistiken ja nicht laufend benötigt werden, macht diese Funktion durchaus sehr viel Sinn und erhöht die Surf-Performance.

Die Verwaltungsoberfläche

In der Erklärung im letzten Absatz wurde erwähnt, dass der Router weiß, wohin mit der Antwort. Wenn nun aber keine Anfrage von dem lokalen Netzwerk kommt, sondern direkt aus dem Internet, weiß er jedoch nicht wohin mit dem Paket und verwirft es aus Sicherheits- und Performance-Gründen. Hat man nun einen Server in seinem lokalen Netzwerk, ist solch ein Verhalten sehr unpraktisch, da keine Anfragen bis zu ihm durchkommen. Hierfür bietet der von uns getestete Router ein Formular zur Eintragung gewünschter Weiterleitungen, das sogenannte Forwarding.

Das Thema Sicherheit sollte in einem Netzwerk nicht unterschätzt werden. Mit dem Archer C9 bekommt der Anwender auch gleich eine SPI Firewall mitgeliefert, welche nur Pakete von bekannten, offenen Verbindungen durchlässt. Da VPN-Verbindungen (Virtual Private Network [deutsch „virtuelles privates Netzwerk“]) nicht bei dem vorher erklärten NAT funktionieren, unterstützt das Testgerät mehrere Methoden, um die VPN-Nutzung trotzdem zu realisieren. Dieses Feature macht eine sichere Kommunikation möglich, zum Beispiel für interne Firmennetzwerke (Intranet), und ist daher ein großer Pluspunkt vom Gerät.

Das Betreiben eines Servers in seinem lokalen Netzwerk wird durch das so genannte ALG oder Application Layer Gateway noch sicherer. Protokolle, wie zum Beispiel TFTP, öffnen viele Ports in ein Netzwerk, welche wiederum eine große Angriffsfläche bietet. ALG ermöglicht eine dynamische Port-Öffnung, sodass auch wirklich nur gebrauchte Ports offen bleiben. TP-LINK hat darüber hinaus eine Filter-Liste bekannter DoS (Denial of Service)-Angreifer mit in ihre Software gepackt, um das Netzwerk vor lästigen DoS-Angriffen zu schützen. Mit Hilfe dieser DoS-Attacken wird durch permanente Anfragenüberflutung an den Server versucht, diesen zu überlasten und damit die betreffende Webseite oder Funktion offline gehen zu lassen. Der Archer C9 bringt also durchaus von Haus aus sehr praktische Sicherheitsfunktionen mit in das Netz des Anwenders!

Der Schutz von Kindern im Internet ist ein sehr heikles Thema. Der chinesische Hersteller will mit seinem Produkt die Eltern unterstützen. Dafür werden sogenannte "Eltern-PCs" in den Optionen festgelegt und für alle restlichen Geräte gelten selbst definierbare Regeln. Diese können eine Datums-/Uhrzeit-Angabe, oder gewisse Webseiten, die erreichbar sein bzw. geblockt werden sollen, enthalten. Dies dürfte zum Beispiel für arbeitstätige Eltern ganz praktisch sein, um den Internet-Zugang zu kontrollieren, wären die Kinder alleine zu Hause sind. Leider fehlt hier aber die Möglichkeit, nach gewissen Schlüsselwörtern auf einer Webseite oder in der URL zu filtern.

Positiv zu betrachten ist die einfache Unterstützung von Dynamic DNS Anbietern. Dies ermöglicht es auch ohne feste IP eine Domain auf seinen Server im lokalen Netzwerk oder der DMZ umzuleiten. DMZ steht in diesem Fall für „Demilitarized Zone“ und stellt nichts anderes als eine öffentliche IP-Adresse samt Port deines Netzwerks dar. So kann der Nutzer zum Beispiel festlegen, dass ein bestimmter Rechner für Jedermann im Netz zugänglich ist, da dort beispielshalber ausschließlich ein Webserver läuft und natürlich von außen verfügbar sein muss. In dieser Zone wird die Firewall deines Routers umgangen, so dass der Rechner entweder völlig ungeschützt ist oder dieser sich hinter einer eigenen Firewall befindet.

Durch das integrierte IPv6 Protokoll ist der TP-LINK Router fit für die Zukunft. Ein einfaches File-Upload-Formular macht es dem Administrator einfach, Sicherheitslücken zu schließen und auf dem neuesten Stand der Firmware zu bleiben. Wie in unserer News zum Thema NetUSB-Schwachstelle erwähnt, gibt es bereits ein Update für den Archer C9. Dieses lässt sich einfach von der Hersteller-Homepage herunterladen, entpacken und auf den Router aufspielen. Man muss nur darauf achten, das passende Paket für seine Hardware-Version auszuwählen.

CD-Software

Wie zu erwarten ist auch die Software auf der mitgelieferten CD nur in Englisch verfügbar. Nach dem Starten der Autorun.exe wird ein Fenster mit dem Vorgängermodell, dem Archer C8, und dem aktuellen Archer C9 gezeichnet. Darin kann man dann eine Anleitung zum Freigeben eines Druckers oder dem Router selbst auswählen. Der Printer Setup Guide ist eine simple Anwendung die einem Schritt für Schritt erklärt, was man zu tun hat. Die CD ist also durchaus eine sehr gute Hilfe oder Infoquelle für Anwender ohne Erfahrungen mit dem Einrichten eines Netzwerks bzw. einem Netzwerk-Druckers.

Android-Theter-App

Update 4. Januar 2016: Die App ist nun auch in deutscher Sprache verfügbar!

Wie schon zu erwarten, ist auch die App nicht in deutscher Sprache erhältlich. Nachdem man den gewünschten TP-LINK Router aus einer Liste im Netzwerk gefundener Geräte ausgewählt hat, präsentiert sich auch in der mobilen App unter Android und iOS eine Übersicht der verbundenen Medien. Durch einfaches Tippen auf eines der Symbole erhält man zusätzliche Informationen zum jeweiligen Gerät. Die „Application“ bietet auch noch Gelegenheiten zur Auswahl des Internet-Verbindungs-Typen und zur eingeschränkten Konfiguration der Eltern-Zugriffs-Kontrolle. Sie ist ein nützliches Gadget für jeden Netzwerk-Administrator, um eine schnelle Diagnose zu stellen, aber nicht geeignet, um damit sein ganzes Netzwerk zu verwalten.

Geschwindigkeit und Stabilität

Der Archer C9 ist mit drei Antennen ausgestattet, schafft somit also theoretisch eine Übertragungsrate von 3 x 433 = 1300 MBit/s im 5 GHz-Frequenzbereich. Um diese enorme Leistung auch wirklich übertragen zu können, benötigt der Empfänger ebenfalls drei Empfangseinrichtungen. Die meisten aktuellen Laptops, Smartphones, etc. besitzen allerdings nur zwei oder gar eine einzige Antenne. In unserem Testsystem haben wir die ASUS PCE-AC68 AC1900 W-LAN-Karte verbaut. Diese verfügt ebenfalls über drei Antennen und kann somit rein rechnerisch das volle Potential aus dem Router locken.

Zum Messen der Übertragungs-Geschwindigkeit wurde die eigens für TRV programmierte Software "NetworkBench" verwendet. Der Testaufbau bestand aus zwei Rechnern, wobei der erste Rechner über eine Gigabit-Schnittstelle direkt über Kabel mit dem Archer C9 und der zweite PC per W-LAN (PCE-AC68) verbunden waren.

Test 1 - Geschwindigkeit

Bei unserem ersten Test befanden sich beide Testrechner und der TP-LINK Router im selben Raum. Das Testgerät wurde auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Werkseinstellungen

Wie bereits erwähnt sind die angegebenen 1300 MBit/s nur theoretische Zahlen. In der Regel kann man real mit zirka 30-40% davon rechnen. Im Durchschnitt erreichte das Gerät in unserem Test einen Durchsatz von akzeptable 295 bzw. 446 MBit/s (UDP / TCP), liegt somit im Mittelfeld. Es gibt viele Gründe für die starken Abweichungen zu den Herstellerangaben. Zum einen können Störsignale durch andere W-LAN-Geräte verursacht werden und zum anderen Protokoll- oder Übertragungsfehler auftreten. Die vielen Features des W-LAN-Routers tragen ebenfalls zu den Verzögerungen bei. Dies ist bei AC-Routern aber durchaus normal. Keines der heutigen Geräte schafft es wirklich, Konkurrenz mit einer Kabelverbindung aufzunehmen.

Test 2 - Optimierungen

In unserem zweiten Test haben wir versucht, die volle Leistung aus dem TP-LINK Gerät heraus zu holen. Wir haben die Einstellungen so weit wie möglich verändert und alles abgedreht, was nicht übertragungsnotwendig war. Im Detail haben wir das alles gemacht:

  • IGMP, Wireless Security, die Firewall, VPN-Durchleitungen, ALG, DoS Protection und Parent Control abgeschaltet
  • das ganze 2.4 GHz Frequenzband abgedreht
  • die Kanalbreite auf das Maximum von 80 MHz gestellt
  • den Beacon Interval auf 1000 festgelegt
  • WMM und Short GI eingeschaltet
  • und den Packets Statistics Interval auf 60 Sekunden verlängert.
Optimierte Einstellungen

Erstaunlicherweise haben all diese Änderungen nur einen Datendurchsatzanstieg von 30 MBit/s bei UDP bzw. 10 MBit/s bei TCP veranlasst. Dies lässt darauf schließen, dass die ganzen Funktionen im C9 sehr ressourcensparend implementiert wurden und er auch bei aktiven Unterstützungs- und Sicherheits-Features eine sehr gute Performance leistet.

Test 3 - Entfernung

Da TP-LINK auch hohe Leistung auf weitere Entfernung ermöglichen will, haben wir auch dies getestet. Wir haben den per W-LAN verbundenen Rechner und unseren Prüfling ca. 10 Meter voneinander getrennt, innerhalb dieser Entfernung befand sich zusätzlich noch eine wohnungstypische Ziegelwand als real-wirkendes Signal-Hindernis.

Anderer Raum, Werkseinstellung

Die Übertragungsrate beträgt nur noch 1/3 der zuvor gemessenen Werte! Dies mag zwar sehr drastisch wirken, war aber durch die Mauer durchaus zu erwarten. Hindernisse absorbieren oft viel des gesendeten Signals und dadurch kommt es dann zu Paketverlusten, welche gerade bei TCP, wegen der Überprüfung auf Datenverluste, schnell zu geringeren Durchsatzraten führen. 100 MBit/s über W-LAN sind aber, unter Einberechnung des Hindernisses, ein beachtlicher Wert und ist schneller als die meisten Internet-Anbindungen. Somit werden sie mit dem Archer auch über Funk die volle Internetleistung genießen können!

Signalstärke

Diese wurde mit der App Wifi Analyzer analysiert. Wie bei den obigen Tests wurde einmal aus nächster Nähe gemessen:

Und aus zirka zehn Metern Entfernung mit der Ziegelmauer dazwischen:

Die Signalstärke wird in dBm (Dezibel Milliwatt) angegeben. Ein Abfall von rund 30 dBm bei 10 Meter Entfernung und einer Mauer ist durchaus ein guter Wert. Als Faustregel gilt: Pro Wand halbiert sich die Signalstärke. Resümiert bedeutet dies, dass der TP-LINK Router akzeptable Werte liefert, jedoch keine überdurchschnittliche Reichweite bietet. Hier sei jedoch nochmal die Beamforming-Technik erwähnt, welche durch Orten der Empfänger und richtungsorientiertes Senden der Pakete die Verbindungsqualität deutlich verbessert, da sich das Signal nicht in alle Richtungen hin verliert.

Software-Link: Wifi Analyzer im Google Play Store

Daniel Morawetz meint …

Daniel Morawetz

Um sein Zuhause mit einem guten W-LAN-Netz zu versorgen, ist der TP-LINK Archer C9 eine richtig gute Wahl. Er besticht mit seinem sehr schlicht gehaltenen Design und überzeugt mit den sehr gut verarbeiteten Materialien. Mit einem Verbrauch von 10 Watt im Ruhezustand bzw. 12 - 13 Watt unter Volllast ist er zwar kein Stromsparmeister, aber irgendwo muss auch die Leistung her kommen. Der Hersteller bietet vor allem für Laien in seiner übersichtlichen Verwaltungssoftware einen sehr guten Hilfetext, vergisst dabei aber auch die Profis nicht. Bei einem Marktführer wie TP-LINK würden wir aber durchaus erwarten, dass die Software auch in Deutsch erhältlich ist. Die sehr gut eingepflegten Features bremsen den Datenfluss kaum und somit kann der Router auch bei hoher Sicherheit eine tolle Performance präsentieren. Ein zweites kleines Manko sind die fehlenden Montagelöcher und der nicht abnehmbare Standfuß. Dies verhindert leider eine platzsparende Anbringung an der Wand.

Alles nochmal kurz zusammengefasst: der Archer C9 hält alle realistischen Versprechungen und man bekommt für einen guten Preis von rund 130 € ein spitzen Netzwerk-Gerät, welches bereits für die Zukunft gerüstet ist!

  • Positiv
  • Übersichtliche Konfigurations-Software
  • schlichtes Design
  • hochwertige Materialien
  • gute Geschwindigkeit auch bei größeren Distanzen
  • Neutral
  • Negativ
  • Software nur in Englisch
  • Fehlende Montagelöcher

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