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Tech-Review.de

  • Dienstag, 22. September 2020
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Scythe Kodati Rev.B

Scythe Kodati Rev.B: Im i3-Test

Einleitung

Im Mai diesen Jahres hatten wir die Neuauflage von Scythes Kodati in Revision "B" bereits in unserem Sockel AM1-Check für euch getestet, wo er mit seiner einfachen Montage, niedrigen Bauhöhe und leisem Betrieb überzeugen konnte. Durch seine umfassende Kompatibilität zu anderen Sockeln werden wir ihn heute für euch auf unseren i3-Skylake schnallen. Hier schicken wir den Kühler in unsere neue Testreihe "flache Kühler für i3-gerüstete HTPCs und Mini-Gaming-Cubes", wofür er mit seinen kleinen Maßen und flachen Bauform eine interessante Alternative zu Intels Standard-Kühler darstellt und sich für besonders schmale Gehäuse eignen würde. Wie der Kodati Rev.B sich gegen die anderen Kühler behaupten kann, erfahrt ihr auf den nachfolgenden Seiten.

Da wir den Kodati Rev.B schon einmal im Review hatten und sich seit dem an der Verpackung und dem Kühler selbst nichts verändert hat, wurden diverse Beschreibungen und Bilder des vorherigen Reviews übernommen.

Dieser Kühler wurde auch auf einem i5-6600 getestet. Zum i5-Nachtest: Hier klicken

Verpackung

Die farbliche Verpackung des Kühlers ist relativ kompakt und besteht aus dünner, aber fester Pappe. Im Inneren wird der Kühler nur durch eine Papp-Fixierung gehalten, dennoch sitzt dieser sehr sicher und die Verpackung ist stabil genug, dass dem Kühler praktisch nichts passieren kann. Auf der Außenseite ist eine Abbildung des Kühlers mit einigen Informationen und Hinweisen. Deutsche Texte sind leider keine vorhanden, lediglich ein paar einzeln verteilte deutsche Worte sind auf der Verpackung und in der Tabelle der technischen Daten auf der Rückseite zu finden. Diese Tabelle ist sehr umfangreich und gibt einen schnellen Überblick auf alle wichtigen Informationen und Maße. Einem englischen Satz können wir entnehmen, dass es auf den Kühler eine Garantie von zwei Jahren gibt.

Lieferumfang

Durch die Kompatibilität zu den verschiedenen Sockeln fällt auch das Zubehör sehr umfangreich aus. Wir waren überrascht, wieviel die kleine Verpackung beinhalten konnte. Sehr positiv macht sich die illustrierte Anleitung bemerkbar. Die Abbildungen sind sehr gut erkennbar, leicht verständlich und für jeden Sockel einzeln erklärt. Die wenigen Sätze sind hier auch in deutscher Sprache vorhanden. Auf der Herstellerseite kann man die Anleitung auch als hochaufgelöste PDF-Datei herunterladen. Die Wärmeleitpaste wird in einer kleinen Tüte mitgeliefert. Der Inhalt reicht locker für mehrere Montagen, allerdings ist die Tüte nicht wieder verschließbar. Eine kleine Spritze mit Verschlusskappe wäre hier ein Bonus gewesen.

Zum Lieferumfang gehören:

  • 1x Montage-Halterung für Intel-Sockel 775 / 1150 / 1151 / 1155 / 1156
  • 1x Montage-Halterung für AMD-Sockel AM2(+) / AM3(+) / FM1 / FM2(+)
  • 1x Montage-Halterung für AMD-Sockel AM1
  • 4x Montage-Muttern für Intel-Sockel
  • 4x Montage-Muttern für AMD-Sockel
  • 4x Gummi-Unterlegscheiben
  • 4x Schrauben zur Montage der Halterungen am Kühler
  • 4x Schrauben zur Montage des Kühlers am Mainboard
  • 1x Tüte mit Wärmeleitpaste
Der Kodati Rev.B und sein Lieferumfang

Der Kodati Rev. B glänzt im durchgehenden Silber, was er seiner vernickelten Oberfläche zu verdanken hat. Aber nicht nur die Aluminium-Lamellen auf der Oberseite, sondern auch der aus Kupfer bestehende Kühlkörper, inklusive der Kühlfläche und beide Heatpipes, sind voll vernickelt. Die spiegelglatte Kühlfläche wird mit einer festen Folie vor Kratzern geschützt. Der Aufbau des Kühlers ist fast genauso wie ein Top-Blower-Kühler – aber auch nur "fast". Normalerweise tragen die meisten Top-Blower ihre Lüfter oben auf den Lamellenblock und blasen die Luft durch die Lamellen in Richtung Mainboard. Der flache 80 x 80 x 10 mm - Lüfter des Kodati Rev.B sitzt jedoch zwischen Lamellenblock und Kühlkörper, welcher die Luft von unten durch die Lamellen bläst. Mit dieser Bauweise kann er viel in seiner Gesamthöhe einsparen. Der Lüfter wird von Halteklammern fest fixiert und besitzt einen 4-Pin-Anschluss. Dadurch unterstützt der Lüfter, falls erwünscht, eine aktive PWM-Steuerung. Scythe gibt bei einer Nutzung der PWM-Steuerung eine Freigabe bis 65 W TDP. Wenn man den Lüfter allerdings im ungeregelten DC-Mode nutzt, können auch Prozessoren bis 88 W TDP gekühlt werden. Scharfe Schnittkanten waren bei unserem Modell nicht zu finden.

Mit seinen Maßen von 82,5 x 95 x 34 mm ist der Kühler sehr kompakt und lässt sich auch in sehr niedrigen Gehäusen einsetzen. In unserer i3-Testreihe ist er damit der bisher niedrigste Kühler.

Modellname Kodati Rev. B CPU Kühler
Modell-Nr. SCKDT-1100
Hersteller Scythe Co., Ltd. Japan
Sockel-Kompatibilität Intel-Sockel:775 / 1150 / 1155 / 1156 AMD-Sockel: AM1 / AM2 / AM2+ / AM3 / AM3+ / FM1 / FM2 / FM2+
Gesamtmaße 82,5 x 95 x 34 mm
Gesamtgewicht 180 g
Materialien Kupferboden (vernickelt)
Kupfer-Heatpipes (vernickelt)
Kühllamellen (vernickelt)

Die bebilderte Anleitung führt einen gut durch die einzelnen Arbeitsschritte, die bei jedem unterstütztem Sockel praktisch gleich abläuft. Zuerst wird an dem Kühler die Montage-Halterung für den Sockel 1151 mit vier Schrauben montiert und jeweils eine Gummi-Unterlegscheibe über die vier Mainboard-Montage-Schrauben gesteckt. Nun sollte man überprüfen, mit welcher Ausrichtung der Kühler auf dem Mainboard montiert werden soll. Insgesamt kann man aus vier verschiedenen Möglichkeiten wählen. Je nach Ausrichtung könnte der Kühlkörper bei manchen Mainboards mit seinen Heatpipes zu nah am RAM-Slot liegen. Wer nur einen RAM-Riegel nutzt, den wird dies nicht stören, da man diesen auch in den zweiten Slot stecken könnte. Bei zwei RAM-Riegeln muss man allerdings genauer hinsehen, mit welcher Ausrichtung man ihn montiert. Andere wichtige Anschlüsse wurden von der Baugröße in keinem Fall beeinträchtigt.

Hat man sich für eine Ausrichtung entschieden, legt man den Kühler umgedreht auf den Tisch, setzt die CPU auf dem Mainboard ein und trägt die mitgelieferte Wärmeleitpaste auf. Nun dreht man das Mainboard um und setzt es vorsichtig auf die Kühlfläche des umgedrehten Kühlers. Hilfreich ist ein Blick von oben durch die Montagelöcher des Mainboards, wodurch man es an den Montagelöchern der Kühlerhalterung zentriert aufsetzen kann. Wichtig ist, dass man das Mainboard nach dem Aufsetzen aber weiterhin festhält, damit es nicht kippen kann. Nun schraubt man mit den Fingern die Montage-Schrauben durch die Montagelöcher des Mainboards in die Kühler-Halterung. Durch die dicken Gummi-Unterlegscheiben kann man die Schrauben schon recht gut mit den Fingern anziehen. Hier muss man aber darauf achten, sie gleichmäßig, über Kreuz anzuziehen. Danach werden sie vorsichtig mit einem Schraubendreher nachgezogen. Um ein zu festes Anziehen zu unterbinden, haben die Schrauben einen Endpunkt.

Die Kompatibilität mit dem Arbeitsspeicher ist in der Regel kein Problem. Wenn der Kühler so montiert wurde, dass die Heatpipes nicht zum RAM-Slot zeigen, ist genügend Abstand vorhanden.

Der Abstand zum ersten RAM-Slot ist problemlos

Grundlegende Information und Philosophie bezüglich des Testsystems

Auf diesem i3-System werden wir uns überwiegend mit Kühlern beschäftigen, die für HTPCs (Home Theater Personal Computer) und kleinen Gaming-Cubes von Interesse sind und sich somit speziell für kleinere Gehäuse eignen. Darunter gehören Kühler, die eine Höhe von maximal 100 mm nicht überschreiten.

Aber nicht nur neue Kühler werden getestet! Auch auf diverse ältere Produkte, die eventuell in Vergessenheit geraten sind, werden wir den einen oder anderen Blick werfen. Somit entdeckt man vielleicht ein Modell erneut, der für das eigene, neue Multimedia- oder Gaming-System interessant sein könnte.

Testverfahren

Als Testverfahren zur Temperaturmessung haben wir uns zwei Lastszenarien ausgesucht:
Szenario 1: Konvertieren eines Films mit "xMedia Recode" in ein anderes Format. Dies ist ein Szenario, welches einem PC mit hoher, aber realistischer CPU-Auslastung entspricht. Dabei werden ebenfalls realistische Temperaturen unter starker Last erreicht, die der Kühler bewältigen muss.

Szenario 2: CPU-Auslastung mit Prime95 (Small FFTs). Hierbei wird eine eher unrealistische, sehr hohe Temperatur erreicht, die bei einer normalen Nutzung des Systems nicht zustande kommt.

Die Lautstärke des Kühlers wird mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt. Hierbei messen wir die Lautstärke bei 100%, 75%, 50% sowie bei der minimal möglichen Drehzahl des Lüfters. Die Messung erfolgt in einem Abstand von 50 cm über dem Kühler. Um möglichst alle Geräuschquellen bei den Lautstärke-Messungen zu vermeiden, nutzen wir ein passives Netzteil und eine SSD-Festplatte. Bei allen Messungen liegt das Mainboard mit Gummi-Abstandhaltern entkoppelt frei auf dem Tisch, ohne weiteren Nebenlüfter. Die umgebende Raumtemperatur des nicht schalldichten Raums beträgt ~23°C. Alle Kühler werden mit der selben Wärmeleitpaste (Noctua NT-H1) betrieben.

Das Testsystem

Als Testsystem kommen folgende Komponenten zum Einsatz:

Netzteil Fortron Aurum Xilenser 500 W (passiv)
Mainboard Asus Z170I Pro Gaming
Prozessor Intel i3-6100 (2x 3.7 GHz)*
Grafikkarte iGPU
Arbeitsspeicher Kingston HyperX Savage 8 GB (2800 MHz)
Festplatte / SSD M.2 SanDisk Z400s 128 GB
Betriebssystem Windows 10 Pro. (64 bit)
Asus-Software zur Lüftersteuerung
AI Suite 3
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100
* Hinweis zur CPU: Unser i3-6100 weist unter Volllast bei Prime95 eine Vcore-Spannung von durchschnittlich 1.218 Volt auf, was für einen Skylake-i3 recht hoch ist. Allerdings haben wir diesen, vom Mainboard selbst bestimmten Wert, zu Gunsten der Transparenz unverändert gelassen.

Drehzahlen

Beginnen wir mit den Drehzahlen des mitgelieferten Lüfters und seiner Lautstärke. Bei diesem Test ließen wir den Kodati Rev.B gegen die bisherigen Kühler unserer Testreihe antreten, die wir im Voraus schon auf diesem System getestet hatten. Die Kühler traten im "PWM-Mode" gegeneinander an, wobei die Lüfterdrehzahlen mit der "AI Suite 3"-Software von Asus ermittelt und gesteuert wurden. Dabei haben wir die Kühler mit verschiedenen Drehzahlen laufen lassen und die Lautstärke, sowie Temperatur in den beiden Belastungs-Szenarien gemessen.

Allgemeiner Hinweis: Im normalen Nutzungsbetrieb erreichen die Lüfter von CPU-Kühlern nie den Drehzahlbereich von 100%.

Zuerst werfen wir einen Blick auf die Drehzahlen des Kühlerlüfters. Den Diagrammen kann man entnehmen, dass der Kodati Rev.B für seine kleine Bauform recht hohe Drehzahlen im Bereich von 100 bis 50% vorzeigen kann. Bei niedrigeren Drehzahlen liegt er hingegen auf gleichem Drehzahl-Niveau mit den anderen im Testfeld.

Lautstärke

Als nächstes betrachten wir die Lautstärke des Lüfters. Diese wurden mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt, wobei der Messpunkt in einer Entfernung von 50 cm über dem offen liegenden Mainboard lag.

Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem
geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Der Kodati Rev.B ist bei sehr hohen Drehzahlen deutlich zu hören, was aber bei den meisten Lüftern nicht ungewöhnlich ist. Im normalen Nutzungsbetrieb sollten solche Drehzahlen meist nie erreicht werden. Bei 50% lag das Rauschen immer noch in einem gut hörbaren Bereich. Aus einem Gehäuse heraus wäre er noch wahrnehmbar, was bei einer Entfernung von ein bis zwei Metern allerdings noch akzeptabel wäre. Positiv hervorzuheben ist die Geräuschentwicklungen unterhalb von 50%. Hier wurde der Lüfter sehr leise. Auf der minimalsten Drehzahlstufe verringerte sich die Geräuschentwicklung so weit, dass er unter den möglichen Messwert fiel, den der Redakteur gerätetechnisch messen konnte. In dieser Einstellung war er praktisch nicht mehr wahrnehmbar. Wir sind gespannt, wie sich die Temperaturen dazu verhalten.

Temperaturen unter Last - Szenario 1

Dieser Kühler wurde auch auf einem i5-6600 getestet. Zum i5-Nachtest: Hier klicken

Kommen wir nun zu den interessantesten Teilen unseres Tests, die Temperaturen unter Auslastungen der CPU. Als erstes starten wir mit Szenario 1, die Temperaturentwicklung beim Konvertieren von Medien.

Für seine geringe Höhe leistet der Kodati Rev.B gute Arbeit. Bei 100 und 75% haben wir dasselbe Phänomen, welches wir schon beim NT06-Pro beobachten konnten – die Temperaturen bleiben hier konstant. Daraus lässt sich auch hier schlussfolgern, dass die Wärmeaufnahmekapazität des Kühlers bei mindestens 75% Drehzahl die Wärmeabgabe des Prozessors übersteigt. Einzig bei den minimalen Drehzahlen wird er unter Volllast zu warm. Bereits bei eingestellten 50% zeigt er gute Werte, wodurch man die Lüfterdrehzahl und somit Geräuschentwicklung nicht weiter steigern müsste. Bei geringeren Temperaturen, zum Beispiel im Leerlauf oder geringer Prozessorlast, reichen stets die minimalen Drehzahlen aus, um einen lautlosen Betrieb zu genießen.

Temperaturen unter Last - Szenario 2

Kommen wir nun zum Szenario 2, der Temperaturentwicklung beim Prime95-Small FFTs, was somit einen der härtesten (wenn auch unrealistischen) Tests für einen Kühler darstellt.

Auch hier fällt auf, dass bei 75 und 100% PWM-Drehzahl die gleiche Temperatur bestand, was der Wärmeaufnahmekapazität des Kühlers zu verdanken ist. Trotz seiner niedrigen Bauart zeigt er, dass er einiges leisten kann.

Johannes Wehner meint …

Johannes Wehner

Scythe liefert mit dem Kodati Rev.B einen wahren Sockel-Allrounder (der sogar die Unterstützung von Sockel AM1 anbietet), den man schon ab 19,90 € erwerben kann. Mit seiner niedrigen Bauhöhe von 34 mm ist er sogar 11 mm kleiner als Intels Standard-Kühler und für sehr flache Gehäuse äußerst interessant. Nahezu lautlos bekommt man ihn zwar leider erst mit langsameren Drehzahlen, seine Geräuschentwicklung ist aber selbst bis 50% in einem normalen Bereich und die Kühlleistung auf unserem i3 gut.

  • Positiv
  • Gute Verarbeitung
  • Hohe Sockel-Kompatibilität (sogar AM1)
  • Einfache Montage
  • Gute Kühlleistung für seine Höhe
  • Preis
  • Bei minimaler Drehzahl praktisch lautlos...
  • Neutral
  • Negativ
  • ... dafür aber bei höheren Drehzahlen laut

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