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Tech-Review.de

  • Mittwoch, 05. August 2020
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Devolo dLAN 650+

Devolo dLAN 650+: Im Test

Einleitung

Die in Aachen ansässige, international agierende und im Bereich der Powerline-Module mit über 18 Mio. verkauften Exemplaren auch marktführende Firma Devolo hat mit dem dLAN 650+ Starter-Kit eine neue Version der Powerline-Adapter in sein Portfolio aufgenommen. Diese Netzwerkadapter bieten die Möglichkeit das haus- bzw. wohnungsinterne Stromnetz in nun noch optimierter Form für die Netzwerkkommunikation und damit das Internet bequem zu nutzen. Und dies mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 600 MBit/s samt einfacher, idiotensicherer Inbetriebnahme der Module.

In den vergangenen Jahren kamen diverse Technologien zutage, mit denen die flexible Kommunikation auch für den Normalsterblichen erschwinglich wurde. Darunter zählen z.B. WLAN oder Bluetooth - also alles Technologien die dem Benutzer einen großen Spielraum bei der Wahl der Positionierung seiner Endgeräte in der eigenen Wohnung ermöglicht. Mittlerweile lassen sich all diese Übertragungstechniken mit wenig Aufwand und geringen Kosten beim eigenen PC nutzen. Es ist vielen Menschen jedoch nicht bekannt, dass das eigene Stromnetz im Haus oder in der Wohnung ebenfalls eine Netzwerkinfrastruktur bilden kann - es fehlen nur die Zugangspunkte in Form der Übertragungsmodule.

An dieser Stelle setzt Devolo mit seinen Produkten und dem Know How an und nutzt die eigene Stromleitung als Datenautobahn. Mittels entsprechender Strom-Adapter wird ein Verbund hergestellt, der gerade für die einfache Montage sowie die flexible Handhabung spricht. Natürlich werden die Daten dabei mit einer 128 Bit AES-Codierung verschlüsselt. Seit die Netzwerkleistung im Gigabit-Bereich angelangte, ist diese Technik auch für Streaming- und andere teils parallel ablaufende, datenhungrige Transfer-Aktionen interessant geworden. Komplexe Entertainment-Systeme lassen sich damit verwirklichen und leiden nicht mehr an Datenverstopfung. Mit dem neuen Starter-Set hat die Firma ein wirklich interessantes Produkt auf den Markt geworfen, das eine genauere Betrachtung unsererseits verdient hat.

Getreu unserem Motto "Wissen was gut läuft!" haben wir uns direkt das Zweier-Starter-Set Devolo dLAN 650+ für Gigabit-Netzwerke in die Redaktion geholt und testen es für Sie auf den folgenden Seiten auf Herz und Nieren. Am Ende wird sich zeigen ob die neue Technik den Datenhunger bewältigen kann oder an Leitungs-Verstopfung leidet.

Der Lieferumfang

Der Anwender erhält einen kleinen, ansehnlichen Karton. Dieser ist im schlichten Weiß gehalten und enthält auf der Rückseite alle wichtigen Produkteigenschaften, sowie die Systemvoraussetzung zur Benutzung der PLC-Module. Auch eine Funktionsskizze ist als Erklärung aufgedruckt. Neben den detaillierten Feature-Beschreibungen hat Devolo die Kernaussagen: "Nr.1 - meist-verkaufte Powerline-Adapter in Deutschland! + 3 Jahre Garantie + Entwickelt in Deutschland" extra hervorgehoben.

Wird das Paket geöffnet, finden sich zwei PLC-Module sowie die beiden CAT5-Netzwerkkabel (RJ-45). Diese Kabel haben eine Länge von zwei Meter und reichen damit für eine einfache Installation aus - wer darüber hinaus weitere Strecken verbinden möchte, benötigt eine längere Variante. Auf die Besonderheiten dieses Kabeltyps und worauf geachtet werden muss, gehen wir im Abschnitt "Installation" auf der nächsten Seite ein. Um nicht den Faden zu verlieren schauen wir weiter, was uns der kleine Karton noch so offenbart. Neben den schon erwähnten Dingen ist auch ein Handbuch für die Installation dabei. Die Inbetriebnahme wird hier schrittweise mit bebilderten Darstellungen gezeigt - gleichzeitig auch die Hinweise für eine eventuell falsche bzw. ungünstige Montage.

Lieferumfang nochmal im Detail:

  • 2x dLAN 650+ PLC Module
  • 2x CAT5 Netzwerkkabel
  • Installationshandbuch
Der Lieferumfang

Details und technische Daten

Die PLC-Module sind komplett in weiß gestaltet und tragen sehr auffällig das "Devolo"-Logo auf jedem Modul. Darüber hinaus ist der seitliche und hintere Bereich in Klavierlackoptik gefertigt, was leider nicht nur die Fingerabdrücke fördert, sondern auch ziemlich schnell den Staub angezogen hat (statische Aufladung). Als Signalisierung verfügen die 650+ über drei LED-Anzeigen mit denen der Status von Power (an/aus), Power (Stand-by), PLC (verbunden/Aktivität) und PLC (Verbindungsqualität) angezeigt wird. Diese LEDs sind angenehm hell, lassen sich in der optionalen, sowie kostenlosen Software "Devolo Cockpit" aber auch komplett deaktivieren. An der Unterseite ist die RJ45-Schnittstelle für das Netzkabel zu finden, wo dann direkt auch drei Symbole der LEDs abgebildet sind. Das finden wir eher ein wenig unglücklich, denn diese Piktogramme wären direkt bei den LED-Anzeigen sinnvoller positioniert gewesen.

Technische Daten:
Das komplette Set ist für Gigabit-Netzwerke konzipiert, bietet eine Übertragungsleistung von bis zu 600 MBit/s an und überträgt seine Daten erstmalig über drei Kontaktstellen des Anschlusses: Phase (L1), Neutralleiter (N) und den Schutz-/ bzw. Erdungsleiter (PE) - zeitgleich sind die Module abwärtskompatibel zu 10/100Mbit-Netzwerken. Durch die gesteigerte Kontaktstelle soll die Datenstabilität gefördert, sowie die Geschwindigkeit optimiert werden. Dieses Feature nennt Devolo "range+ Technology" und ist eine zum Patent angemeldete Technik, mit der die oben angesprochen Leiter als Datenautobahn effektiver zusammenarbeiten. Devolo hat für dieses Verfahren ein eigenes Schaltungsdesign entwickelt, das die Einkopplung auf den Masseleiter im Gegensatz zum Referenzlayout deutlich verbessert. In der Praxis sendet ein dLAN-Adapter sein Signal sowohl über Phase und Neutralleiter als auch über Neutralleiter und Erdleiter parallel.

Der empfangende Adapter ermittelt permanent, welcher Übertragungsweg der schnellere ist und nutzt diese Daten. So erreichen die dLAN 650 Adapter mit range+ Technology im Schnitt 30 Prozent mehr Leistung als vergleichbare Produkte der 600 Mbit/s Generation und können darüber hinaus weitere Leitungs-Distanzen überwinden. Als Kabel-Anschluss-Typ dient hier die bei Routern und Endgeräten vorkommende RJ-45-Schnittstelle. Auch die meisten Spielekonsolen, Set-Top-Boxen, Smart-TVs oder Media Player verfügen über diese Art des Anschlusses. Dadurch lassen sich mit den Modul-Systemen auch komplexe Netzwerkgeräte in den Verbund implementieren. Egal ob über den PC, das Notebook oder über die Playstation/XBox im Internet gesurft, ob man Multiplayer-Sessions absolviert - alles wird damit machbar. Lediglich in Puncto Datendurchsatz beim Einsatzbereich wird dieses System anhand der Netz-Infrastruktur des Hauses/der Wohnung in ihre Schranken gewiesen.

Der Hersteller Devolo hat für die Installation eine maximale Reichweite von 300 Meter angegeben, was jedoch noch von vielen weiteren Faktoren wie unterschiedlichen Stromkreisen, Zustand der Kontaktstellen, verschiedene Leitungspotentiale oder gar Sonderschaltungen abhängig ist. All diese Dinge können die Übertragung in ihrem Leitungsdurchsatz mindern und sogar ein Zustandekommen der Verbindung im Wege stehen. Positiv ist in dieser Hinsicht die oben genannte Zusatzbelegung des Schutzleiters, welche in der Regel innerhalb eines Haushaltes oftmals durchgeschleift wird und somit für die Verbindung sehr förderlich ist.

Wie auf den Bildern zu sehen, handelt es sich bei den Modulen um eine Variante mit integrierter Steckdose. Dadurch geht bei der Verwendung der dLAN 650+-Einheiten keine Steckdose verloren. Desweiteren ist diese Anschluss-Einheit mit einem Störfilter ausgestattet, sodass bei Verwendung von frequenzstörenden Geräten (meist leistungshungrige Geräte) die Übertragungsleistung dennoch mit optimalem Durchsatz arbeiten kann. Konkurrenzgeräte verwenden für die Datenübertragung in der Regel nur die Phase und den Neutralleiter. Devolo verwendet darüber hinaus den Schutzleiter als Datenleitung, welcher bekanntlich über die geringsten Störfrequenzen verfügt. Ein dennoch gestörtes Signal kann mit Hilfe der Entkopplung/Filterung bereinigt werden, da für die Übertragung der Datenpakete die empfangenen Module stets den besten und damit schnellsten Übertragungsweg aller Leiter automatisch auswählen. Für den optimalen und effektivsten Empfang der Daten sorgen die Module also vollautomatisch. Als Schutz für Kinderhände, welche bekanntlich gerne mal mit einem Draht o.ä. die Löcher von Steckdosen erforschen, hat Devolo an eine Kindersicherung gedacht und die Einschublöcher mit Schutzklappen versehen.

Auch beim Thema Netzteil hat der Hersteller die Optimierungsschraube angesetzt und den Stromverbrauch im Standby- und im Betriebsmodus im Vergleich zu seinen Vorgängern reduziert, möglich wird dies durch ein effizienter arbeitendes Netzteil.

Zu besseren Übersicht haben wir alle technischen Daten für Euch zusammengefasst:

Standards: IEEE 802.3, IEEE 802.3u, IEEE 802.3ab, IEEE 802.3x, IEEE 802.1p
Auto MDI/X
HomePlug
Protokolle: CSMA/CA (Powerline)
Reichweite (in m): 300 Meter
Datenrate: Ethernet 10/100/1000 (mbps) Powerline 200/500/600 (mbps)
Geräte-Anschluss: 1 x Ethernet RJ45
Buchse • Stecker: Type F (CEE 7/4) • F (CEE 7/4)
Ausgangsleistung an integrierter Buchse: 16 A
Modulationsschema • Carrier: Powerline OFDM - 4096/1024/256/64-QAM, QPSK, BPSK • Powerline 2880
Verschlüsselung: 128bit AES
QoS: Supportet
IPv6: Supportet
LED-Anzeigen: Power (on/off), Power (stand-by) PLC (conected/activity), PLC (Quality Indicator) ETH (link/activity)
Schaltknopf: Verbundaufnahme
Strom- und Leistungsaufnahme: Maximal W/A: 4.5 / 0.1 Typisch W/A: 3.9 / 0.1 Stand-By W/A: 0.7 / 0.01
Temperatur (Lager • Betrieb): -25°C bis 70°C • 0°C bis 40°C
Umgebungsbedingungen: 10-90% Luftfeuchtigkeit (nicht kondensierend)
Filtercharakteristik: -22 db bis -45 db
Dämpfungsfilter: 2 - 68 MHz
Spannungsversorgung: internal / 196-250 V AC /
Abmessungen: LxBxH: 131 mm x 66 mm x 42 mm
Betriebssysteme: Windows 7 (32 Bit), Windows 7 (64 Bit) Windows 8 (32 Bit), Windows 8 (64 Bit),
Windows 8 Pro (32 Bit), Windows 8 Pro (64 Bit) Ubuntu-Linux 12.04 (32 Bit)
MAC OS X 10.6, MAC OS X 10.7, MAC OS X 10.8, MAC OS X 10.9
Zertifizierung: CE Class B (EU, CH, NO)
Gewicht (ein Modul):

~ 380g

Preis: ~ 110 €
Garantie: 3 Jahre
Hersteller: Devolo
Preisvergleich: Geizhals Deutschland
* Herstellerangabe

Die Installation

In diesem Abschnitt kommen wir zu Installation der Powerline-Module. Diese gestaltet sich denkbar einfach; In der Nähe des Routers oder des Netzwerkswitches muss das erste Modul mit dem Stromnetz verbunden werden. Da die Steckdose durchgeschleift wird, geht dem Anwender keine Anschlussmöglichkeit verloren. Anschließend kommt das Patchkabel aus dem Lieferumfang zum Einsatz und stellt die Verbindung zwischen dem ersten PLC-Modul und dem Router dar.

Um einen störungsfreien Betrieb des Signals zu sichern, empfehlen wir einen direkten Anschluss an eine Wandsteckdose, also auf die Verwendung von kabelgebundenen Steckleisten beim Einsatz der Module zu verzichten. Darauf wird auch noch einmal explizit im Installations-Guide hingewiesen. Der Grund ist denkbar einfach: jede physikalische Steckverbindung bedeutet für den Datenfluss zugleich immer einen Widerstand, den es zu überwinden gilt. Gerade bei vielen und oftmals auch älteren Steckleisten kann sich durch Staub und Rußanhaftungen am Steckkontakt die Übertragungsgeschwindigkeit stark reduzieren, was in der schlechten Leitfähigkeit dieser Kontakte begründet ist. Darüber hinaus stellen Steckerleisten mit Ein/Aus-Schalter samt Glimm-Lampe bereits eine Störquelle dar.

Ebenso sollte man bei einem altem Hausnetz keine Wunder erwarten, denn nur bei entsprechender Netzpflege durch einen fachkundigen Elektrobetrieb mit dem E-Check lässt sich ein intaktes Stromnetz im Haus bewahren. Umbauten, stillgelegte Verbindungen oder gar durch Überlasst/Überhitzung beanspruchte Leitungen können ein Grund für schlechte oder damit mangelnde Übertragung sein. Deswegen gibt es bei der Angabe der Leistung immer ein "bis zu".

Vergewissern Sie sich also z.B. vor einer komplexen Netzwerkplanung, ob das eigene Stromnetz auch über die dafür notwendigen Eigenschaften verfügt. Um Sie nun aber nicht abgeschreckt zu haben, fügen wir als Information hinzu, dass dies auf die meisten Hausnetze zutrifft, die entweder neu installiert oder in regelmäßigen Intervallen gewartet werden. Wir finden es aber wichtig, den potenziellen Kunden solcher Geräte auf eben diese Eventualitäten hinzuweisen. Womit wir nun aber wieder zum eigentlichen Thema, der Installation, kommen.

Wie eingangs erwähnt muss das erste Gerät mit dem Zugang zum Internet oder einem Server etc. über das beigefügte Netzwerkkabel verbunden werden. Das Starter-Set ist ab Werk aufeinander eingestellt, sodass beide Module sich bereits nach der Montage gegenseitig erkennen und einen Netzwerkverbund bilden. Funktioniert dies nicht, reicht eine kurze Paarbindung durch das Drücken der jeweiligen Bindungstaste an beiden PLC-Modulen. Ist das enthaltene Kabel für eine Installation zu kurz, ist bei der Verwendung eigener Kabel auf dessen Gigabit-Tauglichkeit zu achten. Das Kabel hat die Typen-Bezeichnung CAT5 mit der eingeklammerten Erweiterung (E). Cat-5-Kabel werden heutzutage als Standardinstallation bei Rechnernetzen für Fast- und Gigabit-Ethernet verwendet und nutzen bei der Übertragung alle acht Adern, statt wie bisher bei der 10BASE-T oder 100Base-T Variante nur 4 Adern. Sie sind jedoch abwärts kompatibel zu 10/100Mbit-Netzwerken. Das E in der Bezeichnung steht dabei für zusätzliche Normen, die das Kabel für Gigabit-Tauglichkeit aufweisen muss. Dieser Zusatz wird seit 2002/2003, als die Normen neu gefasst wurden, jedoch nicht mehr als notwendige Angabe auf Produktbezeichnungen verwendet. Damit sind alle nach diesem Datum gekauften und mit Cat-5-betitelten Kabel auch Gigabitfähig. Wegen der hohen maximalen Signalfrequenzen dieses Kabeltyps bis zu 100 MHz muss bei der Verlegung und Montage besonders sorgfältig gearbeitet und ein starkes Knicken vermieden werden.

Obwohl die Installation kein Problem darstellt, lohnt es sich vorher stets einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen, um wertvolle Informationen zu erhalten. In Zeiten des "grünen" Denkens spielt natürlich auch der Stromverbrauch eine wichtige Rolle. Vor allem bei Geräten, die durch ihre Konzeptionierung ständig am Stromnetz hängen und damit auch permanente Verbraucher darstellen. Im Betrieb verbrauchen die Adapter laut Hersteller beim maximalen Datentransfer lediglich 6,60 Watt. Ohne Datenauslastung sollen es nur 6,05 Watt und im Stand-By Betrieb sparsame 2,4 Watt sein. Wir messen hier natürlich noch im Praxistest genau nach.

Zur besseren Veranschaulichung hat Devolo ein tolles Video erstellt, welchen die Funktionsweise der Module nochmal visuell erläutert.

Video abspielendevolo dLAN® 650+ (Deutsch)

Die Testmethodik

In diesem Abschnitt möchten wir Euch aufzeigen, wie wir beim Test der Komponenten vorgegangen sind. Da wir nur über ein Stockwerk verfügen und kein bekanntes Haus in der Nähe war, welches über ein Gigabit-Netzwerk verfügt, mussten wir uns mit dieser Tatsache zufrieden geben. Dadurch, dass in jedem Haus und jeder Wohnung ein anders verlegtes Stromnetz zu finden ist und damit auch kein Test zu 100% beim Anwender reproduzierbar wäre, dienen unsere Testergebnisse lediglich als grobe Einschätzung.

Getestet wird in sieben Szenarien:

  • 1. Durchsatzmessung zweier PLCs direkt an einer Steckerleiste (kürzeste Verbindung) ohne Router oder Switch
  • 2. Durchsatzmessung PLC am Router => Steckdose Büro
  • 3. Durchsatzmessung PLC am Router => Steckdose Flur
  • 4. Durchsatzmessung PLC am Router => Steckdose Küche
  • 5. Zeitmessung Kopiervorgang einer 2GB Datei von PLC Router => PLC Büro
  • 6. Zeitmessung Kopiervorgang einer 2GB Datei von PLC Router => PLC Küche

Um möglichst praxisnahe Ergebnisse zu bekommen, haben wir uns für ein Durchsatzbenchmark mit dem Tool JPerf entschieden, welches zur Ermittlung der Durchsatzleistung zum Einsatz kommt. Der Vorteil dieses Programms ist das Vorhandensein des Dual-Modes, welches gleichzeitiges Senden und Empfangen vom "Client=>Server & Server=>Client" durchführt und hiermit ein simultaner Datenstrom bewertet werden kann. Dieses Tool lassen wir je Messung drei Mal a´ 120 Sekunden durchlaufen und bilden daraus den Mittelwert. Jede Messung wird einmal mit und einmal ohne ein störendes Verbraucherszenario (PLC Modul in Steckerleiste mit Glimm-Lampe sowie ein 1600 Watt Staubsauger in einem der Module) durchgeführt. Desweiteren kopieren wir zu der leitungsmäßig entferntesten Stelle noch eine 2 GB große RAR-Datei über das Netzwerk von einem PC auf den anderen und vergleichen dies mit einer Zeitmessung zwischen Leitungszugang (Router) und der ersten Steckdose im Büro.

So kann man sehen, wie lange ein Download benötigt und welche Kopierleistung erbracht wird. Für die Strommessung haben wir einen der Module an unser Voltcraft Energy-Logger 4000 geklemmt und im Test einmal den Standby-Verbrauch ermittelt, wenn keine Geräte (z.B. Notebook) angeschaltet sind, anschließend während einer normalen Internetnutzung und natürlich zur Ermittlung des maximalen Verbrauchs bei der Übertragung großer Datenmengen. Die Temperaturmessung fand dann mit einem Voltcraft IR 260-8S IR-Thermometer aus ca. 10 cm direkt auf das jeweilige Modul statt.

Als Host kam im Test zum Einsatz:

  • Motherboard: MSI DKA790GX (Platinum)
  • CPU: QuadCore AMD Phenom II X4 Black Edition 965, 3300 MHz
  • Betriebssystem: Microsoft Windows 7 64bit
  • RAM: 6 GB (DDR2-800 DDR2 SDRAM)
  • Gehäuse: Cooler Master Stalker
  • Gigabit LAN

Als Client nutzen wir:

  • Amilo PA 3553
  • Prozessor: AMD Turion X2 Ultra - Mobiltechnologie ZM - 80 / 2.1 GHz ( Dual - Core )
  • RAM: 4 GB (installiert) / 4 GB (Max) - DDR2 SDRAM - 800 MHz - PC2 - 6400 ( 2 x 2 GB )
  • Netzwerk: Netzwerkkarte - Ethernet, Fast Ethernet, Gigabit Ethernet, IEEE 802.11b, IEEE 802.11g, IEEE 802.11n (draft)
  • Betriebssystem: Microsoft Windows 7 64bit

Und als Router/Switch nutzen wir:

  • AVM Fritzbox Fon 7320 mit 10/100/1000 Base-T

Die Messungen

Unser Diagramm zeigt deutlich, dass unsere Wohnung bzw. unser Stromnetz nicht mehr das Jüngste ist (das Haus ist Bj. 1970) und somit auch nicht die vollen Durchsatzraten erreicht werden konnten. Dennoch haben wir an jeder Messposition entsprechende Werte erhalten, um parallel mit der vollen vom Provider zur Verfügung gestellten Leistung im Internet zu surfen, über das gut ausgelastete Netzwerk einen Film zu streamen oder Dateien zu tauschen. Auffallend ist hierbei natürlich die schnelle Herabsetzung der Leistung bei vermehrter Leitungsstrecke. Im Vergleich zum Büro haben wir Leistungseinbuße von stolzen 40 MBit/s. Wer dann über mehrere Stockwerke gehen will, sollte damit rechnen dass leitungsbedingt eine noch weitere Strecke zurückgelegt werden kann, als man anfangs vermutet, da die Schaltungen nicht immer den direkten Weg nehmen. Devolo nennt hier maximal gute 300 Meter bei optimalen Bedingungen. Dennoch liefern die Module bei unserem Test trotz manuell zugeschaltete Störsignale durchweg brauchbare bis sehr gute Leistungen ab - die Nutzung des dritten Leiters (Schutzleiter) hat sich also gelohnt.

Zeitmessung:

  • PLC Router => PLC Büro = 3 Minuten 5 Sekunden => Ø 11,7 MByte/s
  • PLC Router => PLC Küche = 5 Minuten 20 Sekunden => Ø 7,5 MByte/s

Bei der Zeitmessung sehen wir, dass unsere Datei ausreichend schnell übertragen werden konnte, nur in der Küche musste man aufgrund des weiteren Leitungsweg mit etwas mehr Zeit klarkommen. Hier brachen die Übertragungswerte entsprechend ein.

Stromverbrauch:

  • (Deep-)Stand-by: 0,6 Watt - Ø 2,4 VA Scheinleistung
  • Kein Datenaustausch: 2,4 Watt - Ø 5,5 VA Scheinleistung
  • Normaler Betrieb*: 3,34 Watt - Ø 6,1 VA Scheinleistung
  • Maximal: 3,8 Watt - Ø 6,7 VA Scheinleistung

Beim Thema Eco-tauglichkeit ist alles im Lot. Die einzelnen Module verbrauchen sehr wenig Strom und selbst unter voller Beanspruchung erreichen wir nur 3,8 Watt je Modul und liegen damit bei allen Messungen unterhalb der Herstellerangaben. Der Grund hierfür kann jedoch auch sein, dass wir eben nicht die volle Leistung ausnutzen konnten.

Temperatur (Raumtemperatur 21°C):

  • (Deep-)Stand-by:
    Messung auf der Vorderseite: 22,1 °C
    Messung beim Netzteil: 26,8 °C
  • Normaler-Betrieb (Internet & YouTube):
    Messung auf der Vorderseite: 27,3 °C
    Messung beim Netzteil: 40,2 °C
  • Maximal:
    Messung auf der Vorderseite: 31,4 °C
    Messung beim Netzteil: 50,7 °C

Bei der Temperatur ist auch alles noch im grünen Bereich. Die Module erhitzen sich auf maximal 31 °C und sind damit voll innerhalb der Spezifikation. Anders sieht es beim Netzteil jedes Moduls aus, hier erreichen wir bei Volllast Temperaturen von knapp 51 °C. Diese sind zwar nur punktuell auf den Netzteilbereich reduziert, jedoch gibt es sie eben. Es ist also darauf zu achten, dass die PLC-Module nicht neben oder über einer Heizung montiert werden, oder diese gar mit Gardinen verdeckt sind. Genügend Luft zum Kühlen der Gerätschaften ist erforderlich. Ebenfalls weisen wir darauf hin, dass diese hohen Temperaturwerte nur bei permanenter, hoher Belastung präsent und üblich für diesen Komponentenbereich ist.

Mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden und kommen damit auf der nächsten Seite auch schon zum abschließenden Fazit und der Schlussbewertung.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Der Test der Devolo dLAN+-Module war doch sehr umfangreich und wir mussten viele zusätzliche Informationen über die Netzinfrastruktur mit einbauen. Es gibt viele Dinge, die bei der Verwendung dieser Übertragungstechnologie in die Leistungskurve mit einspielen und diese natürlich dementsprechend auch mindern können. Daher war es uns wichtig, sie als Anwender über einen Großteil der Bedingungen aufzuklären.

Die beiden Module haben in unserem Test überzeugen können. Nicht nur das die Installation binnen weniger Minuten abgeschlossen ist, sondern auch dass die 650+ es schaffen alle unsere Räume mit ausreichend Datendurchsatz zu versorgen, sodass Internet & Co. kein Problem darstellen. Möglich wird dies durch die Verwendung des dritten Leiters (Schutzleiter) sowie der cleveren Datenpaketverwaltung. Die Frage, die sich bei einem Kaufpreis von rund 110,- Euro für das Set stellt, ist, ob es sich eben für den Anwendungsbereich lohnt. Mit WLAN hat mal schnell und kabellos Internet, ist aber noch stärker auf die baulichen Gegebenheiten angewiesen. Nicht selten passiert es nämlich durch dicke Mauern mit viel enthaltenen Eisenstangen, dass schon einen Raum weiter vom Router das WLAN-Signal nicht mehr für eine nutzbare Verwendung ausreicht. Wenn dann noch ältere Standards mit geringeren Netto-Leistungen zum Einsatz kommen ist auch hier sehr schnell Schluss mit dem Entertainmentvergnügen.

LAN-Kabel sind was den Datendurchsatz anbelangt natürlich unschlagbar, haben aber das Problem mit der umständlichen Verlegung. Gerade Anwender in Mietshäusern oder -Wohnungen können und dürfen oftmals nicht mal ein eben paar Löcher in die Wände bohren oder gar Kabelkanäle unter Putz verlegen. Somit rückt diese Variante eher in den Hintergrund.

Die Variante drei stellt das dLAN dar, was ohne viel Arbeit die bestehende Infrastruktur des Hauses bzw. der Wohnung nutzt. Es ist damit nicht nur sehr vorteilhaft was den Arbeitsaufwand anbelangt, sondern kann die Hindernisse, welche ein WLAN-Signal hat, meist deutlich überwinden. Aber auch hier gibt es natürlich den Negativ-Fall, dass das Stromnetz eben nicht geeignet ist für solche Module, dann bleibt dem Anwender nur Variante 2 mit LAN-kabel. Es gibt aber noch einen weiteren, nicht zu vernachlässigenden Aspekt für die Entscheidung zu den dLAN-Modulen: die Sicherheit. WLAN-Signale lassen sich nicht wirklich auf bestimmte Bereiche festlegen und bieten damit den Zugriff von außen eine Angriffsfläche. Da das Stromnetz jedoch in den allermeisten Fällen auf die eigenen vier Wände begrenzt ist, kann sich hier kein Dritter einfach so einklinken. Darüber hinaus verfügen die 650+-Module über eine eigene 128bit AES-Verschlüsselung. Ohne "paaring" an allen Modulen kann man nicht einfach ein weiteres Modul in einen Netzverbund einfügen, sondern die Module müssen sich über einen manuellen Tastendruck an jedem Modell verbinden. Auch kann der Anwender sein Netzwerk in der Cockpit-Software mit einem Kennwort sichern. Praktisch und sehr kundenfreundlich bei der Verwendung der optionalen Software ist die zeitgleiche Versorgung mit passenden Firmware-Updates für die Module - so bleibt man in dieser Hinsicht stets auf dem aktuellen Stand.

Die 650+er-Reihe von Devolo bietet also nicht nur eine bequeme Montage, sondern auch sehr gute Übertragungswerte sowie die gewünschte Sicherheit im Vergleich zum WLAN. Sie sind vielseitig einsetzbar, erweiterbar und auch was den Stromverbrauch anbelangt sehr sparsam.

So bleibt uns neben der definitiven Kaufempfehlung nur festzuhalten, dass sich jeder potentielle Käufer vor dem Erwerb seine Gedanken über die vorhandene Infrastruktur machen sollte und auf jeden Fall versucht eine Rückgaberegelung beim Händler zu erwirken, falls es eben nicht so klappt wie gewünscht. Uns haben die Module in jedem Fall überzeugt und können wir uneingeschränkt empfehlen.

  • Positiv
  • guter Datendurchsatz
  • große Reichweite im Vergleich zu Konkurrenzprodukten
  • einfache Montage und Installation
  • perfektes Handbuch durch bebilderte Darstellung sowie Nennung von möglichen Fehlerquellen
  • lange Garantiezeit
  • praktische Datenverschlüsselung per Knopfdruck
  • geringer Stromverbrauch
  • Temperatur der Module zwar leicht erhöht, aber noch im Rahmen
  • viele Anwendungsmöglichkeiten
  • einfache, optionale und kostenlose Software Devolo Cockpit auf der Homepage zu bekommen
  • Neutral
  • Negativ
  • -/-

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