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Tech-Review.de

  • Samstag, 11. Juli 2020
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Arctic F12 PWM PST

Arctic F12 PWM PST: Im Test

Die Luft im Gehäuse will im Interesse des Eigentümers bewegt werden. Das verhindert Taktdrosselung, Notabschaltung und im gröbsten Fall auch eine dauerhafte Beschädigung der Hardware. Die dafür benötigten Komponenten erzeugen aber, neben den Laufwerken mit bewegenden Teilen, den meisten Lärm innerhalb des PCs. Leise Lüfter sind daher gefragt. Gleichzeitig darf aber auch die Kühlleistung unter der oft geringeren Drehzahl nicht leiden, schließlich muss die Luft ja auch aus dem Gehäuse entweichen! Die optimale Balance ist hier also gefragt. Wenn man den Empfehlungen zu leisen und leistungsstarken Lüftern in den großen und bekannten Foren Glauben schenkt, kostet das meist eine Stange Geld. Besonders leise und langlebige Technik in den Lagern und sogar speziellen Formen der Lüfterblätter, welche aus der Natur abgeschaut sind, finden sich hier wieder. Doch nicht jeder Nutzer will oder kann für einen einzigen Lüfter zehn bis zwanzig Euro ausgeben, weshalb sich bereits auch in den Preisbereichen um fünf Euro interessante Modelle verschiedener Hersteller befinden.

Fast schon ein Klassiker ist dabei der Arctic F12 PWM, welcher 2009 auf den Markt kam und zwischenzeitlich auch in einer PST-Version neu aufgelegt wurde. Bei diesem Lüfter, der mit dem Preis ab fünf Euro sehr günstig ist, handelt es sich aber nicht um einen Standardlüfter, denn er weiß mit einem hochwertigen Lager Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dieses hört auf den Namen "Fluid Dynamic Bearing" und gilt als besonders hochwertig - warum und wieso lesen Sie später. Dazu verfügt der Lüfter auch über einen PWM-Anschluss und kann so von jedem modernen Mainboard problemlos über das gleichnamige Signal gesteuert werden. Das Testmodell hat die sehr gängige Rahmenbreite von 120 Millimeter, womit man ihn in den allermeisten Gehäusen und auf vielen Kühlern verwenden kann. Mittels des "PWM Sharing Technologie" (PST) kann durch den direkt am Kabel angebrachten PWM-Konnektor ein weitere Gerät angeschlossen werden - laut Arctic dürfen damit bis zu fünf Stück nacheinander geschaltet werden. Hinzu kommt noch eine Garantie von ganzen sechs Jahren, was ganz oben in der Lüfterliga mitspielt.

Ob der F12 wirklich ein Wunderkind ist, oder ob es doch einen Haken an der Sache gibt, lest ihr auf den nächsten Seiten. Viel Spaß wünscht euch das TRV-Team und ganz besonders der Redakteur!

Technische Daten

Abmessungen (L x B x H): 120 mm x 120 mm x 25 mm
Anschluss: 4-Pin PWM + PST
Kabel: 40 cm PWM / 50 cm PST, ohne Sleeve
Gewicht :
109 g
Spannung: 12 V
Leistungsaufnahme:
0,25 Ampere / 3 Watt
Drehzahl : 600 - 1350 U/min
Förderleistung: bis 126 m³/h
Geräuschentwicklung: Herstellerangabe: maximal 0,3 Sone
Lüfterblätter: 9
Lager: Hydrodynamisches Gleitlager
Lebensdauer: Keine Angaben
Preis:  ca. 5 Euro + Versandkosten
Preisvergleich:
Geizhals Deutschland

Arctic präsentiert hier einen sehr unauffälligen Lüfter, welcher jedoch auch zwei Besonderheiten bietet: Die "PWM Sharing Technology". Zum einen wird das PWM-Signal durch den am Kabel zusätzlich angebrachten Stecker einfach an einen zusätzlichen Lüfter weitergegeben. Arctic spricht hier von maximal fünf Stück, da einige Mainboards maximal ein Ampere über die Lüftersteuerung zulassen und eine gewisse Stromstärke zum Anlaufen der angeschlossen Lüfter benötigt wird. Der zusätzliche Anschluss ist auf jeden Fall sehr praktisch, auch wenn es sich nur um einen zweiten Lüfter handelt, der am selben Port betrieben werden soll.

Zum anderen wäre das für diese Preisklasse sehr hochwertige und langlebige FDB-Lager zu nennen. Grundsätzlich teilt sich das Lüfterlager in zwei Kategorien: Gleit- und Kugellager. Letztere Version kennen viele Leser sicherlich aus dem Bereich der Automobile oder der Antriebstechnik, diese gelten auch im IT-Sektor als besonders langlebig und hochwertig. Jedoch haben sie, durch den mechanischen Kontakt der Kugeln, auch eine gewisse Mindestlautstärke, welche nicht jedem gefällt. Das wird durch den Einsatz der Gleitlager verhindert. Hier reduziert ein Schmiermittel den Kontakt auf ein Minimum was zumindest zu Beginn für ein sehr leises Betriebsgeräusch sorgt. Leider wird diese Gleitmittel über die Zeit hin aufgebraucht und zugestaubt. Der Lüfter beginnt unruhig zu laufen, gibt störende Geräusche von sich oder stellt gar die Arbeit komplett ein. Um diese Effekt möglichst lange zu verhindern sind die Hersteller dazu übergegangen diese Mittel speziell zu kapseln. Damit wird dem Verlust vorgebeugt und kombiniert so ein geringes Betriebsgeräusch mit einer hohen Lebenserwartung des Lagers. Leider befindet sich keine genaue Angabe zur erwarteten Lebensdauer, jedoch spricht die eingesetzte Technik für den Lüfter.

Ansonsten handelt es sich hier um recht standardmäßige Eigenschaften. Der Lüfter misst 120 Millimeter in Länge und Breite und ist 25 Millimeter dick, das Kabel erreicht bis zum normalen 4-Pin-Anschluss eine Länge von 40 Zentimeter, womit man eigentlich einen Anschluss für die Steuerung ohne Probleme erreichen sollte. Das Kabel bis zum PST-Konnektor ist 50 Zentimeter lang. In großen Gehäuse wird man aber wahrscheinlich auf Verlängerungen zurückgreifen müssen, etwas mehr Länge wäre wünschenswert gewesen. Maximal ein viertel Ampere an elektrischen Strom darf sich dabei der Lüfter gönnen, was bei 12 Volt einer Leistungsaufnahme von drei Watt entspricht (das ergibt sich durch Leistung = Spannung * Strom). Bei den Lüfterblättern werden neun Stück verbaut.

Lieferumfang

Die Verpackung ist nur unmerklich größer als der Lüfter selbst, was sich durch das sehr kleine Zubehör erklärt, dafür aber durchaus informativ. Auf der Vorderseite befindet sich eine schemenhafte Abbildung des Lüfters in der Mitte, der Name des Produktes steht darunter. Links ein QR-Code für die Produktwebseite und der Hinweis auf die sechs Jahre Garantie. Auf der linken und rechten Seite befinden sich in verschiedenen Sprachen Informationen zum Produkt, auf der Unterseite der Scancode und andere Hinweise. Die Oberseite ist einfach in Blau gehalten und dort wird die Verpackung auch geöffnet.

Die Rückseite schließlich gibt die wichtigen Informationen und natürlich auch etwas Marketing-Gerede preis. Darunter zählt vor allem das PST-System und das FDB-Lager, auf welches Arctic besonders stolz ist. Ansonsten ist auch eine kleine Tabelle im unteren linken Eck vorhanden, die wichtige Informationen enthält, diese ist durchaus hilfreich.

LieferumfangDer Lieferumfang fällt, wegen dem geringen Preis, natürlich sehr schmal aus, aber es ist dennoch alles Wichtige vorhanden. Eine knapp gehaltene, englische Anleitung liegt bei - wobei hier allerdings auch sehr einfach Dinge wie das Anstecken des Lüfters an einem Mainboard erklärt werden. Für Einsteiger in die PC-Welt ist aber der Hinweis, dass man im Bios die PWM-Steuerung aktivieren soll, sehr hilfreich. Hier kann bei einer falschen Einstellung der Lüfter zum Beispiel nicht anlaufen oder die Regelung erfolgt nur in groben Stufen. Außerdem liegen noch vier Schrauben für die Befestigung bei. Auszusetzen haben wir durch den geringen Preis nichts.

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Umgebungstemperatur lag in diesem Test um die 23° Celsius.

CPU: Intel Core i7 2600 @3,60 Ghz
CPU-Kühlkörper: ETS-T40F-RF
Mainboard: Gigabyte GA-Z68XP-UD3
Arbeitsspeicher: 2 x 4 GB Hynix 1600 Mhz
Grafikkarte: Intel HD Graphics 3000
SSD/ Festplatte:
Kingston SSD370 MSata 32GB
Netzteil: Seasonic Platinum Fanless 400W
Bildschirm:
Belinea EnergyStar

Um die Lautstärke möglichst differenziert zu messen, haben wir auf komplett passive Komponenten zurückgegriffen. Vor allem das Netzteil erweist sich hier gerne als Störfaktor, daher haben wir uns für ein passiv gekühltes Modell entschieden. Bei der Grafikkarte ging die Wahl auf die integrierte Grafikeinheit von Intel. Die ausgesuchte SSD besitzt zudem keine beweglichen Teile und ist damit komplett geräuschlos. Die Lautstärkemessungen haben wir mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt, das Schallpegel-Messgerät wurde zudem in einem Abstand von 30 cm vom Lüfter positioniert.

Die CPU wird mit Prime95 in Small FFTs belastet, damit lassen sich möglichst hohe Temperaturen erreichen und das volle Potenzial des Kühlers austesten.

Das ein Lüfter alleine nicht zum Kühlen einer CPU ausreicht, wird wohl jedem klar sein. Deshalb verwenden wir den Kühlkörper des Enermax ETS-T40RF, welcher sich vor allem durch die Unterstützung von zwei Lüftern auszeichnet und gut mit 120 und 140 Millimeter Vertretern umgehen kann. Netterweise hat uns Arctic gleich zwei F12 PWM PST zur Verfügung gestellt.

Temperaturen

Werfen wir einen Blick auf die Temperaturen. Schließlich soll ein Lüfter ja in erster Linie viel Luft bewegen und damit den PC kühl halten.

Wir waren durchaus überrascht, dass der Unterschied zwischen dem Standardlüfter und dem F12 bzw. den beiden Arctics so groß ist. Ganze neun Grad respektive fünfzehn Kelvin Differenz sprechen bei der niedrigen Drehzahl für sich und zeigen ganz klar das Potenzial des F12 auf. Gut so!

Freuten wir uns gerade noch so über den gigantischen Vorsprung, schmilzt dieser gerade vor unseren Augen weg. Natürlich, der F12 bleibt weiterhin vorne, jedoch sind nur mehr vier beziehungsweise sechs Grad Differenz ein ganzes Stück weniger. Dennoch ist das Ergebnis absolut zufriedenstellend.

Die Kombination aus zwei F12 unterschreitet hier die magische Marke von 60 Grad Celsius und mit der Einfachbestückung kratzt auch dieser an jener Grenze. Sehr gute Ergebnisse in unseren Augen.

An der Kühlleistung haben wir absolut nichts auszusetzen, vor allem bei einem kleinen PWM-Signal ist das Ergebnis phänomenal. Hoffentlich schlägt sich das nicht in der Lautstärke nieder.

Lautstärke

Schauen wir einmal, welcher Lüfter im Vergleich der Lautstärke die besseren Resultate liefert. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 dB(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 dB(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 dB(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 dB(A) Störend laut

Es war fast abzusehen, dass hohe Kühlleistung durch höhere Lautstärke erkauft wird. Hier können wir aber beruhigen: Es ist zwar im Detail lauter, aber dennoch insgesamt deutlich leiser als erwartet, auch mit zwei Lüftern.

Der Arctic F12 liefert praktisch die gleiche Lautstärke wie der Stock-Lüfter von Enermax, kühlt dabei aber etwas besser. Werden jedoch zwei Lüfter verwendet, macht sich hier ein sehr unangenehmes Geräusch bemerkbar, was offenbar durch die saugende Anordnung (Pull) des zweiten F12 kommt. Das wird, in den Augen und Ohren des Redakteurs, nicht gänzlich in den Diagrammen wiedergegeben und deshalb explizit angesprochen.

Wir hätten es fast nicht gedacht, aber Arctics Produkt ist tatsächlich hörbar leiser als die Standardlösung. Das heißt keineswegs, dass Enermax hier der Buh-Mann ist, aber der F12 liefert klar die bessere Leistung in der Lautstärke und der Kühlung ab. Ein Leisetreter ist er aber trotzdem nicht, über 37 dB(A) sind schon klar wahrzunehmen! Das Nebengeräusch im Pull-Betrieb verstärkt sich hier deutlich und avanciert zum nervigsten Nebengeräusch welches uns untergekommen ist - außer vielleicht den Fiepgeräuschen von Netzteilen. So muss man diese Art des Betriebes leider als nur bedingt geeignet einstufen.

Simon Sternbauer meint …

Simon Sternbauer

Der Arctic F12 PWM PST ist ein sehr gutes Produkt geworden, welches kaum Schwächen hat. Auffallend war hier die offensichtliche Abneigung des Lüfters auf Pull-Betrieb, was mit einem hässlichen Nebengeräusch quittiert wurde. Auch das nur durchschnittlich lange Kabel hätte etwas spendabler dimensioniert sein dürfen, um auch in großen Gehäusen ohne Verlängerung genutzt werden zu können.

Ansonsten steht sehr viel auf der Haben-Seite. Viele Käufer finden sicherlich den niedrigen Preis attraktiv und hier verschwendet man sicherlich keine hart verdienten Euros, denn man bekommt hochwertige Technik als Gegenwert. Außerdem überzeugt die Leistung, vor allem bei 50% PWM-Drehzahl spielt der F12 seine Stärken aus, aber auch sonst weiß der Lüfter zu gefallen. Die Lautstärke hält sich in Grenzen und die Kühlleistung ist ebenfalls eine Steigerung zum Standardlüfter des Kühlkörpers.

Eine Empfehlung ist der F12 allemal Wert und das nicht nur in der niedrigen Preisklasse. Auch die Käufer, die vielleicht eher zu den teureren Produkten anderer Marken greifen würden, sollten einmal ein Auge auf den F12 PWM PST werfen. Deshalb eine klare Kaufempfehlung, vor allem durch das unschlagbaren Verhältnis aus Preis und Leistung.

  • Positiv
  • Ausgezeichnet bei geringer Drehzahl
  • Außerdem durchgehend gut in allen Geschwindigkeiten
  • Sehr günstig
  • Hochwertiges Lager
  • PST-Stecker am Kabel
  • Neutral
  • Negativ
  • Für den Pull-Betrieb ungeeignet
  • Kabel könnte etwas länger sein

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