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  Cryorig H7 Quad Lumi - RGB-Kühler im Test
Cryorig H7 Quad Lumi - RGB-Kühler im Test
14.05.2018 von Simon Sternbauer





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Im Detail

Die Basis-Konstruktion hält sich an die klassische Bauweise eines Tower-Kühlers, daher wird von einer Bodenplatte über Heatpipes die Wärme in den Kühlturm, beziehungsweise in dessen Lamellen, geleitet, um dort von parallel zum Mainboard strömender Luft abtransportiert zu werden. Letztendlich wird durch die Anordnung ein Weitertransport der anfallenden Abwärme direkt zu einem Hecklüfter begünstigt. Allerdings hat sich Cryorig auch einige Kniffe einfallen lassen, wie aus dieser bekannten Basis noch einiges an Leistung herausgeholt werden kann.


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Jene Seite des Kühlers, auf welche der Lüfter montiert ist, weißt eine besondere Eigenschaft auf: nämlich eine Wabenform bei den Lamellen. Diese Anordnung geht nachfolgend relativ schnell in die klassischen geraden Flächen über, sollen aber vor allem direkt hinter dem Lüfter den Luftstrom optimieren und für eine verringerte Lautstärke sorgen. Die Rückseite sieht hingegen wieder anders aus, hier gibt es vor allem den großen Einschnitt in der Mitte, vermutlich um Zugriff auf die Schrauben zur Montag zu ermöglichen, sowie mehrere kleine herausstehende Elemente auf beiden Seiten. In wie weit sich das auf die Temperaturen auswirkt, können wir nicht sagen, schick wirkt es auf jeden Fall, vor allem im Zusammenspiel mit der passenden schwarzen Abdeckung auf der Oberseite, also über der letzten Lamelle. Dort sind ebenfalls kleine, hervorstehende Kreise zu sehen, unter welchen die Heatpipes enden und diese somit auch optisch schön eingearbeitet wurden. Mittig hat sich der Hersteller mit seinem Logo verewigt, welches in diesem Fall per RGB-Beleuchtung, nicht umsonst ein namensgebendes Feature, in Szene gesetzt wird.


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Für die "Unterbodenbeleuchtung", oder etwas umständlicher ausgedrückt, die Ausleuchtung unter den Lamellen hin zum Mainboard, kümmert sich ein eigenes Leuchtelement, dass an der untersten Kühlfinne angebracht ist und dort mit der Hilfe von mehreren RGB-Leds für das propagierte Farbspektakel sorgt. Ebenfalls kommt an dieser Stelle auch das USB-Kabel heraus, welches einen freien 2.0-Header des Mainboards in Anspruch nimmt. Darüber laufen dann, unter der Verwendung der CAM-Software, die wir unterhalb vorstellen, alle notwendigen Daten und Steuerbefehle an den Mikrocontroller im Kühler. Die benötigte Spannung wird natürlich ebenfalls über diese Verbindung eingespeist, das Anschließen ist also obligatorisch, wenn man die Beleuchtung in irgendeiner Form auch verwenden möchte - letztendlich wird dieses Feature ein Entscheidungsgrund für den Kauf gewesen sein.

Bei der Bodenplatte hat sich Cryorig nicht lumpen lassen und serviert dem Käufer eine ausgesprochen gleichmäßig geschliffene und vor allem vernickelte Ausführung. Das hat zwar den theoretischen Nachteil, dass durch das zusätzliche Material ein weiterer Wärmeübergang entsteht und die Leistung hierdurch beeinflusst wird. Praxis und Erfahrung zeigen aber, dass durch die nun gleichmäßigere Verteilung der Wärme auf alle Heatpipes, in unserem Fall vier Stück mit sechs Millimeter Durchmesser, die Hitze besser abgeführt und damit eine gesteigerte Kühlleistung erreicht wird. Alle vier Heatpipes sind dafür in eigene Bodenplatte eingelassen, welche vernickelt und plan geschliffen wurde, um den beschriebenen Effekt zu erzielen. Durch die gesteigerte Wertigkeit begrüßen wir diesen Schritt ausdrücklich!


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Leider hat das uns zur Verfügung gestellte Testsample den Transport nicht gänzlich unbeschadet überstanden, obwohl das Paket wirklich gut gepolstert war. Eventuell hatte der Kühler innerhalb der Verpackung etwas viel Spielraum, womit bei Stößen etc. es zu Verformungen kommen kann. Was es auch immer war, auf jeden Fall hat sich uns eine Verbiegung der untersten Lamellen-Reihe offenbart, welche optisch ausgesprochen unschön anzusehen ist. Zwar kann man das wieder relativ einfach zurechtbiegen, wir würden uns aber wünschen, dass derartiges von vornherein nicht möglich ist. Ob, beziehungsweise wie solche Schäden bei anderen Modellen des H7 Quad Lumi aussehen, können wir an dieser Stelle natürlich nicht beantworten. Es ist aber eben leider möglich, dass es mal passieren kann.


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Der Lüfter stammt ebenfalls aus dem Hause Cryorig und hört auf den Namen "QF120 LED" in der Balanced-Ausführung. Dies ist wichtig, wenn man jenen noch ein zweites Mal verbauen möchte. Gesteuert wird der Motor über ein PWM-Signal bei 12 V Spannung, er dreht dabei im Bereich von 330 bis 1600 U/Min. und ist vom technischen Design her, natürlich sehr passend, auf einen Kühlkörper-Betrieb zugeschnitten. Als Besonderheit besitzt der QF120 eine weiße LED-Beleuchtung, welche jedoch nicht abschaltbar und daher im laufenden Betrieb immer weiß leuchtend zu sehen ist.


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Insgesamt gefällt uns sehr gut, was wir sehen, beziehungsweise im Fall von Mängel nicht sehen, wenn man von den verbogenen Lamellen einmal absieht. Wie und warum diese bei uns aufgetreten sind, können wir nicht genau an einer Sache festmachen, es war aber auf jeden Fall unschön. Dafür weiß das generelle Design zu gefallen und fördert unsere Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden in den Leistungstests.


Beleuchtung

Um die RGB-Beleuchtung überhaupt konfigurieren zu können, benötigt man die sogenannte CAM-Anwendung von NZXT, da Cryorig von diesem Hersteller den passenden Controller zugekauft hat. Zu finden ist der passende Installer unter camwebapp.com. Nach der Installation öffnet sich ein kleines Fenster zur erstmaligen Konfiguration, wo zum Beispiel das Farbschema für die Software eingestellt wird. Wir haben es bei einem helleren Blauton belassen, welcher zugleich die Standardauswahl darstellt. Wichtig ist allgemein zu verstehen, dass CAM weit mehr als nur ein einfaches Programm für Beleuchtung ist. So lassen sich CPU, RAM und Massenspeicher übersichtlich in ihrer Auslastung etc. darstellen, dazu kommt ein Game-Overlay, also die Möglichkeit, sich während dem Spielen eine Einblendung mit den vorher aufgezählten Leistungsdaten anzeigen zu lassen. Dazu ist es auch möglich, die System-Details in einer kompakten Ansicht zu erhalten. In den CAM-Einstellungen findet man neben bekannten Möglichkeiten, wie dem Ändern der Sprache bzw. Einheiten und dem Hochfahren der Software beim Windows-Start, auch die Optionen, eine Lüfter-Hystere zu aktiveren. Das bedeutet, dass alle Lüfter, die sich über diesen Weg (PWM) ansteuern lassen, durch Signal-Spitzen nicht beeinflusst werden und diese damit ein ruhigeres Betriebsgeräusch aufweisen sollen. Auch für Beta-Versionen dieser Anwendung kann man sich, sofern eventuell noch vorhandene Software-Fehler nicht stören, eintragen lassen und damit neue Funktionen bereits früher erhalten. Welche genau geplant sind, entnimmt man am besten der CAM-Webseite, natürlich nur sofern aktuell auch welche verfügbar sind.


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Da wir uns beim Cryorig H7 Quad Lumi mehr für die Beleuchtung als die anderen Features der CAM-App interessieren, gehen wir nur auf Ersteres genauer ein. Wählt man den entsprechenden Menü-Punkt aus, entscheidet sich der Benutzer zuerst, ob er alle CAM-kompatiblen Geräte auf einmal ansteuern oder die vorhandenen Elemente einzeln konfigurieren möchte. Der erste Punkt macht vor allem dann Sinn, wenn auch weitere Lüfter oder ähnliches noch vorhanden sind, der zweite Punkt erlaubt dafür auch das Ausschalten von einem oder gar beiden Leuchtelementen am Kühlkörper. Wir haben uns, auch mangels zusätzlichen CAM-Komponenten, für die letztere Methode entschieden, diese Übersicht ist damit auch auf den Bildern zu sehen.


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Bei der Beleuchtung gibt es allerlei Auswahl, welche auf den ersten Blick etwas erschlagend wirken, mit Herumprobieren findet man sich aber erstaunlich schnell zurecht und der Lieblingseffekt ist folgend auch zügig gefunden. Bei Fixed ist der Name wenig überraschend Programm, hier darf man sich für eine einzelne, statische Farbe entscheiden. Dabei sind die meisten Farben sehr schön dargestellt und wirken natürlich, es findet sich auch bereits eine angenehme Vorauswahl aus immerhin 24 Farbtönen inklusive weiß und schwarz (ausgeschaltet) ein. Lediglich bei Weiß müssen wir etwas meckern, da es nicht wirklich sauber ist, sondern je nach Blickwinkel leicht bis stärker bläuliche verwaschen aussieht. Die Farbklassiker wie Rot, Blau und Grün sind dafür sehr intensiv geworden und auf Wunsch lässt sich mit den RGB-Werten spielen, bis man seine Lieblingsfarbe auserkoren hat.


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Bei Breathing wird die ausgewählte Farbe, welche generell bei fast allen Effekten selbst einstellbar ist, pulsierend dargestellt, zusätzlich darf noch an der Geschwindigkeit gedreht werden. Fading wechselt zwischen drei vorausgewählten Farben durch. Bei Marquee "dreht" sich das Licht um den Kühler in Laufrichtung des Lüfters mit, zum Glück allerdings nicht mit derselben Geschwindigkeit wie dieser. Die Covering Marquee lässt sogar noch eine zweite Farbe zu, wobei hier immer abwechselnd zwischen den beiden Auswahlen nach jedem Umlauf gewechselt wird. Die Geschwindigkeit ist natürlich auch wieder auswählbar. Pulse arbeitet ähnlich zu Breathing, allerdings leuchtet zuerst nur eines und danach das andere Leuchtelement auf, möchte also einen Pulsschlag nachstellen. Spectrum ist die einzige Ausnahme bei der Farbauswahl, da hier eine RGB-Welle über den Kühlkörper zieht und man somit keine Entscheidung zu treffen braucht. Zuletzt wechseln bei Alternativ zwei Farben stetig ihre Plätze auf den Leuchtelementen, der Übergang ist dabei sehr abgehakt und erinnert ein bisschen an blinkende Schilder vor Bars mit Sportautomaten oder ähnlichen Räumlichkeiten, die möglichst viel Aufmerksamkeit erregen wollen. Damit man sich einen etwas besseren Eindruck verschaffen kann, wie sich diese Effekte am Kühlkörper machen, haben wir einen kleinen Video-Clip zusammengestellt, der bei Interesse gerne angeschaut werden kann. Ein Hinweis: Eine Tonspur gibt es nicht, daher bitte nicht wundern, wenn die Lautsprecher oder Kopfhörer stumm bleiben.




Als eine besonders lustige und auch sinnvolle Idee sehen wir die Möglichkeit an, den Kühler je nach CPU-Temperatur unterschiedlich leuchten zu lassen und damit, wenn der PC neben einem auf dem Tisch steht, ein optisches Signal zu erhalten, wie warm oder kalt der Prozessor ungefähr zum Zeitpunkt ist. Dafür sind 10° Celsius Schritte vorgesehen, jedem kann dabei eine eigene Farbe vorgegeben werden, wie es einem gefällt. Zu guter Letzt gibt es auch eine Sound-Visualisierung am Kühlkörper. Das kling kurios, ist es zugegeben auch ein bisschen, aber macht doch Laune. Zumindest hat es etwas sehr Befriedigendes, wenn der PC, oder in unserem Fall der CPU-Kühler, mit der Musik / dem Spielesound mitblinkt/mitleuchtet. Einziger Wehrmutstropfen ist natürlich, da somit bei stummen Lautsprechern auch der Kühler dunkel bleibt.


Montage

Für all jene, welche sich das untere Video nicht anschauen können/wollen, eine Kurzfassung: Die Backplate wird mit den passenden Montagestiften vorbereitet und am Mainboard angebracht. Nun erfolgt die Montage der Haltebrücken auf der Vorderseite des Mainboards mittels Rändelschrauben. Abstandshalter kommen dabei nicht zum Einsatz, das wirkt sich unserer Meinung nach aber nicht negativ auf die Stabilität oder Ähnliches aus. Um den Kühlkörper verschrauben zu können, muss der Lüfter vorher abgenommen werden. Das Anbringen der Wärmeleitpaste und Abziehen der Schutzfolie ist spätestens jetzt unbedingt erforderlich, da sonst die Kühlleistung erheblich leidet oder zumindest unzureichend werden kann. Das Anziehen der Schrauben an der Bodenplatte ist am besten abwechselnd zu bewerkstelligen, da ansonsten die Kräfte sehr ungleichmäßig auf die CPU wirken können. Nachdem dieser Schritt erledigt ist, wird der Lüfter wieder über die Halte-Klammern angebracht, alle Kabeln für RGB- und PWM-Signal am Mainboard angeschlossen und fertig ist die Montage. Insgesamt geht sie einfach von der Hand, komplizierte Stellen gibt es nicht, die Anleitung ist zudem mit ihrer bebilderten Darstellung der einzelnen Schritte verständlich und gut gelungen.






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