Folgen Sie uns auf Twitter  »  TRV bei Facebook  »  Besuche unseren YouTube-Channel  »  Kontakt  »  Werbung  »  Datenschutz  »  Impressum  »  
Start Reviews/Artikel Forum News Partner
Passwort vergessen?
Artikel » Reviews » MSI Core Frozr S: Towerkühler aus der Mainboard und GPU-Schmiede
  Seite: 1 2 3 4 5 6  

  MSI Core Frozr S: Towerkühler aus der Mainboard und GPU-Schmiede
MSI Core Frozr S: Towerkühler aus der Mainboard und GPU-Schmiede
29.11.2019 von Simon Sternbauer





Inhalts-Navigation:


Im Detail

Die Basis-Konstruktion hält sich an die klassische Bauweise eines Tower-Kühlers, daher wird von einer Bodenplatte weiter über Heatpipes die Wärme in den Kühlturm, beziehungsweise in dessen Lamellen, geleitet, um dort von parallel zum Mainboard strömender Luft abtransportiert zu werden. Letztendlich wird durch die Anordnung ein Weitertransport der anfallenden Abwärme direkt zu einem Hecklüfter begünstigt. Bei MSI kommen jedoch noch weitere Kniffe wie eine asymmetrische Formgebung und unterschiedlich dicke Heatpipes hinzu, um für den Preis ein rundes Gesamtpaket abzuliefern.


Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern


Bei den Abmessungen selbst erwarten uns keine Überraschungen, mit einer Höhe von 152 Millimetern passt der Core Frozr S in ziemlichen jeden Mini-Tower auf dem Markt. Zudem ist der Testkandidat auch nicht übermäßig breit oder lang, womit Probleme mit den RAM-Modulen oder Spannungswandler-Kühlblöcken gar nicht erst auftreten sollten. Um auch für Erweiterungskarten, vor allem einer Grafikkarte im ersten Erweiterungsslot, genug Platz zu bieten, entschied sich MSI für eine asymmetrische Formgebung des Kühlturmes. Hierbei sind die Lamellen nicht mittig über der Bodenplatte, sondern - frontal betrachtet - nach rechts versetzt.

Die Materialfrage ist beim Core Frozr S relativ schnell geklärt, so fertigt man die Lamellen aus Aluminium und setzt bei den Heatpipes auf Kupfer. Eine teure Vernickelung kommt aufgrund des Preises nicht zur Anwendung, MSI hat sich zudem gegen eine farbige Lackierung entschieden. Um jedoch auch für das Auge etwas Besonderes zu bieten und sich optisch in die Reihen der herstellereigenen Produkte einzugliedern, verfügt der Kühler über eine wuchtig wirkende Kunststoffabdeckung in Silber-Grau mit dem Drachenlogo auf rotem Hintergrund. Auf RGB-Spielereien muss beziehungsweise darf, je nach Betrachtungswinkel, jedoch verzichtet werden - das Erscheinungsbild ist aber auch so schon wenig zurückhaltend gewählt und durchaus ein Hingucker. Vorausgesetzt, man kann mit dem MSI-Logo etwas anfangen und/oder hat schon weitere Produkte des Herstellers im eigenen Rechner verbaut.


Bild vergrößern


Für den Wärmetransport stehen, sehr standesgemäß, vier Heatpipes zur Verfügung. Der Verlauf durch den Kühlturm und die Abstände zueinander erscheinen uns sehr sinnvoll gewählt. Äußerst interessant ist in unseren Augen jedoch, dass die beiden äußeren Exemplare mit sechs Millimeter Durchmesser ausgeführt sind, während die inneren Pendants acht Millimeter Materialdicke spendiert bekommen haben. Dieser Umstand erinnert uns stark an Kühllösungen von Grafikkarten, was bei MSI allerdings niemanden wundern dürfte, immerhin bauen die Taiwanesen nicht erst seit gestern am Markt erfolgreiche Pixelbeschleuniger. Die Bodenplatte setzt auf Heatpipe Direkt Touch, alle Wärmerohre befinden sich demnach über die Wärmeleitpaste in direktem Kontakt zum CPU-Heatspreader. Prinzipiell erleichtert dies die Weiterleitung der Wärme, da keine weitere Zwischenschicht die Übertragung behindern kann. Auf der anderen Seite kommt es zu keiner optimalen Verteilung der Hitze auf die Heatpipes. Immerhin sind die stärker belasteten, mittleren Komponenten ohnehin schon großzügiger dimensioniert. Insofern stehen wir der getroffenen Entscheidung, obwohl wir eine zusätzliche Materialschicht bevorzugen, neutral gegenüber, da zumindest Vorkehrungen gegen potenzielle Probleme getroffen wurden.


Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern


Der 120 Millimeter Lüfter kommt ebenfalls aus dem Hause MSI und hört auf den Namen „Torx Fan“. Als Eigenentwicklung ist er auch einzeln für knapp 16 Euro erhältlich, wenn man die Option auf einen weiten Lüfter für die Rückseite des Kühlkörpers wahrnehmen will. Angesteuert wird er über ein PWM-Signal und den damit verbundenen 4-Pin-Stecker. Der Regelungsbereich startet bei 500, maximal sind 1800 U/min in der Minute bei hohen 15% Toleranz möglich. Branchenüblich wären für den letzten Kennwert 10% (schlimmstenfalls: 450 – 1980 U/min), die gesteigerte Schwankungsbreite (schlimmstenfalls: 425 - 2070 U/min) hinterlässt daher ein leicht mulmiges Gefühl bei der Qualität. Für die Entkopplung stehen, neben den vorbildlich gummierten Ecken des Lüfters, noch vier kleine Gummi-Pads auf dem Kühlkörper bereit, womit eine Übertragung von Schwingungen auszuschließen ist. Auffällig ist zudem die hohe Anzahl and Impeller-Blättern, wir zählen 14 Stück. Zum Vergleich: Noctuas NF-A12x25, NF-P12 und Arctic Coolings F12 PWM PST weisen jeweils nur 9 Stück auf, generell sind mehr als zehn eher selten.

Positiv stimmt uns hingegen das HDB-Lager (Hydro Dynamic Bearing). Praktisch folgt jenes dem FDB-Prinzip (Fluid Dynamic Bearing). Grundsätzlich teilt sich das Lüfterlager in zwei Kategorien: Gleit- und Kugellager. Letztere Version kennen viele Leser sicherlich aus dem Bereich der Automobile oder der Antriebstechnik, diese gelten auch im IT-Sektor als besonders langlebig und hochwertig. Jedoch haben sie, durch den über das Rollen entstehenden mechanischen Kontakt der Kugeln, auch eine gewisse Geräuschentwicklung, welche nicht jedem gefällt. Das wird durch den Einsatz der Gleitlager verhindert. Hier reduziert ein Schmiermittel den Kontakt auf ein Minimum, was zumindest zu Beginn für ein sehr leises Betriebsgeräusch sorgt. Leider wird dieses Gleitmittel über die Zeit hin durch Austritt reduziert und das Lager zusätzlich etwas zugestaubt. Der Lüfter beginnt unruhig zu laufen, gibt störende Geräusche von sich oder stellt gar die Arbeit komplett ein. Um diesen Effekt möglichst lange zu verhindern, sind die Hersteller dazu übergegangen, diese Mittel spezieller als üblich zu kapseln. Damit wird dem Verlust vorgebeugt und kombiniert so ein geringes Betriebsgeräusch mit einer hohen Lebenserwartung des Lagers. Diese Kombination nennt sich, wie bereits vorhergehend erwähnt, Fluid Dynamic Bearing / Hydro Dynamic Hearing und ist in unseren Augen eine ausgezeichnete Wahl. Mit einer MTBF (mittlere Ausfallszeit) von 150.000 Betriebsstunden unter optimalen Bedingungen bleiben auch in den erhitzen PC-Gehäuse unserer Einschätzung nach noch einige Jahre Dauerbetrieb übrig, ohne dass der Torx-Fan ausfallen sollte. Außerdem: Bei wem läuft der Gaming-Rechner schon durchgehend das ganze Jahr durch? Von Zeit zu Zeit bekommt auch der Rechenknecht einmal seinen verdienten Kurz-Urlaub.


Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern


Grundsätzlich haben wir an den technischen Rohdaten und der Verarbeitung wenig auszusetzen. Scharfe Kanten oder andere gefährliche Stellen konnten wir nicht ausfindig machen. Die Grundkonstruktion mit vier Heatpipes, einer angemessenen Lamellenanzahl und dem 120 Millimeter Lüfter sieht sehr solide aus und lassen auf gute Ergebnisse hoffen. Als einzige Auffälligkeit ist der hohe Drehzahl-Toleranzbereich des Lüfters anzusehen, wo wir angesichts der sonst branchenüblichen Werte von weniger ausgegangen sind.


Montage

Für den ersten Schritt der Montage gilt es, die Multi-Sockel Backplate einsatzbereit zu machen. Dazu gehört unter anderem, die passenden Löcher für die Schrauben zu finden und Letztere mittels kleiner Plastik O-Ringe zu fixieren. Schade nur, dass keines der vier Stück wirklich halten wollte, an eine Montage auf ein eingebautes Mainboard muss also verzichtet werden. Zudem ist die Aussparung für Intel 115x/1366/775 ein und dieselbe, wodurch auch hier selten etwas in Position bleibt. Darum empfehlen wir die Backplate unbedingt auf eine Fläche zu legen und das Mainboard darauf zu platzieren, damit alle vier Schrauben durch die dafür vorgesehenen Bohrungen hindurchkommen. Von der Vorderseite ziehen vier metallene Abstandhalter mit eingelassenem Gewinde die Backplate dafür endgültig in Position, ab diesem Punkt hält die Konstruktion dann auch. Um auf allen Sockeln eine gedrehte Montage in 90 Grad Schritten zu ermöglichen, gibt es, statt wie so oft zwei Brückenelemente, eine große metallene Platte. Mittels vier kleiner Schrauben wird diese wiederum auf den Abstandshaltern festgezogen.


Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern


Bevor nun der Metallklotz seinen Platz findet, muss man die Schutzfolie von der Bodenplatte entfernen und die Wärmeleitpaste auf dem Heatspreader der CPU verteilen. Ohne diese beiden Schritte ist keine ausreichende Kühlleistung garantiert. Sobald das erledigt ist, darf auch schon der Kühlturm auf seinen Platz, wo er mittels zweier Schrauben angebracht wird. Durch die asymmetrische Form heißt es jedoch aufpassen, ansonsten verdeckt der Turm erst recht die PCIe-Slots. Bei einer senkrechten Montage mit den RAM-Slots rechts und dem IO-Panel links sollte das MSI-Logo mit der Schildspitze nach unten zeigen.

Während die Montage mittels einer entsprechenden Brücke mittlerweile fest etablierter Standard ist, gehört es auch zum guten Ton, jene bereits fest mit dem Kühlturm zu verschrauben. Das erspart vor allem nervige Feinarbeit und verhindert ein Verrutschen mitten im Einbau. Warum MSI hier ein separates Bauteil als Hürde in die Montage eingeplant hat, ist uns daher unverständlich. Aufpassen heißt es zudem bei den Schrauben für das Festziehen, je nach Sockel muss entweder das schwarze oder das silberne Paar verwendet werden, welche sich in der Gewindelänge unterscheiden. Auch hier wäre ein einzelnes, unter Umständen schon fix mit der Montagebrücke verbundenes Element deutlich besser gewesen. Andernfalls riskiert man einen zu locker oder zu festsitzenden Kühler, die Problemspanne reicht von Überhitzungen zu einer Boot-Verweigerung, da die in der CPU integrierten Speicherkontroller oftmals schlecht auf erhöhten Druck reagieren.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Als letzte Hürde vor der vollständigen Montage drängten sich noch die Lüfterklammern in den Vordergrund. Hängt man sie zuerst am Kühlkörper ein und will sie dann in die Montagelöcher am Lüfter ziehen, hängen sich die Klammern fast immer am Tower wieder aus. Bei umgekehrter Vorgehensweise neigt das weiche Material zu einer temporären Verformung und kann nur unter Aufwand in die Aussparung am Kühlkörper eingehängt werden. Zudem sollte eine Hand immer den Lüfter festhalten, da ansonsten die Klammern wieder herausspringen und der Spaß von vorne beginnt. Unter allen getesteten Kühlern war dies die mit Abstand schwierigste Lüftermontage. Abschließend gilt es noch, das PWM-Kabel am Mainboard anzustecken.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Der Abstand zu den Erweiterungsslots ist in der Tat sehr gut, auch eine aufwändige Backplate auf PCIe-Karten im ersten Erweiterungsslot würde noch nicht mit dem Core Frozr S kollidieren. Beim RAM gibt es zumindest in der ersten Bank eine kleine Einschränkung in der Höhe. Verschiebt man den Lüfter noch etwas nach oben, ergeben sich gute 40 Millimeter Freiraum. Die restlichen Slots sind natürlich unbeeinträchtigt.

Insgesamt hinterlässt die Montage leider einen negativen Eindruck. Während die vielfältige Sockelkompatibilität als großer Pluspunkt heraussticht, machen viele Teile, hakelige Konstruktion und schlichtweg veraltete Einbautechniken auf dem Stand von vor 10 Jahren das Anbringen zu einer nervenzerreißenden Arbeit. Die dazugehörige Anleitung stufen wir als neutral ein. Während alle Schritte klar durchnummeriert und verständlich sind, hätten einzelne Schritte etwas größer bebildert sein können.




Inhalts-Navigation:





  Druckansicht
 

Seite: 1 2 3 4 5 6
Seitenanfang
nach oben

Copyright © 2009 - by Tech-Review.de

Diese Webseite wurde mit PHPKIT Version 1.6.1 erstellt
PHPKIT ist eine eingetragene Marke der Gersöne & Schott GbR - Copyright © 2002-2004

Anzeige