Folgen Sie uns auf Twitter  »  TRV bei Facebook  »  Besuche unseren YouTube-Channel  »  Kontakt  »  Werbung  »  Datenschutz  »  Impressum  »  
Start Reviews/Artikel Forum News Partner
Passwort vergessen?
Artikel » Reviews » Loupedeck Plus: Schaltzentrale für Lightroom & Co im Test
  Seite: 1 2 3 4 5  

  Loupedeck Plus: Schaltzentrale für Lightroom & Co im Test
Loupedeck Plus: Schaltzentrale für Lightroom & Co im Test
19.11.2018 von Simon Sternbauer





Inhalts-Navigation:


Skylum: Aurora HDR 2018

Das grundlegende Prinzip hinter HDR-Fotographie (High Dynamic Range) ist schnell erklärt: Die Kamera schießt mehrere Bilder desselben Motives mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen und legt sie übereinander. Dieser Schritt bewirkt, dass die verschiedenen Details, welche bei einzelnen Fotos mehr herausstechen, in einem Endprodukt zusammenkommen. Für Smartphone-User ist das vielleicht schon ein alter Hut, schließlich ist jedes halbwegs aktuelle Smartphone, egal welche Preisklasse, von Haus aus fähig, HDR-Aufnahmen zu erstellen. Für die großen Kameras mit Spiegel, oder seit Neuerem auch die beliebten spiegellosen Systeme, trifft das automatische Übereinanderlegen und Verarbeiten aufgrund der großen Dateimengen und vielfältigeren Einstellungen nicht direkt zu, dazu benötigt es eigene Programme am Computer. Das freundlicherweise ebenfalls von Tonka PR zur Verfügung gestellte Skylum Aurora HDR kann mehrere Aufnahmen eines Motives eben zu genau der gewünschten, hochdynamischen Aufnahme verschmelzen und gewährt zusätzlich eine Nachbearbeitung, wie man sie von beispielsweise unterhalb behandelten Lightroom kennt. An diesem Punkt kommt auch das Loupedeck+ mit ins Spiel, welches mit den verschiedenen Reglern fleißig mithilft, um schnell und effizient an ein schönes Ergebnis zu kommen.

Für die Bearbeitung hat sich der Redakteur selber daran gewagt, mehrere Bilder aus den verschiedensten Aufnahmen zu erstellen. Exemplarisch führen wir die Bearbeitung an den unten angeführten Einzelaufnahmen durch, welche vom Fenster des Büros aus in der Abenddämmerung aufgenommen wurde. Ein Hinweis: Sämtliche Bilder sind für die Verwendung im Web, auch mit Verlusten, komprimiert, um die Ladezeiten zu schonen. Für das Erstellen des Endproduktes haben wir selbstverständlich die Originalaufnahmen verwendet.


Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern


Direkt nach dem Einstieg stehen alle Funktionen des Programmes zur freien Verfügung, darunter auch der Vorher-/Nachher-Vergleich. Für jenen ist auf dem Loupedeck schließlich auch eine eigene Taste vorgesehen. Zum Verschieben des Sliders bleibt einem allerdings der Griff zur Maus leider nicht erspart. Für die etwas gemütlicheren Benutzer stehen insgesamt neun Presets zur Auswahl, die fast alle über die P-Tasten ausgewählt werden können. Da diese aber insgesamt nur mit acht Stück ausgeführt wurden, sind die Pfeiltasten zum Umstellen unumgänglich. Das ist zugegeben nicht ganz schön, da man dafür umgreifen muss, aber es geht auch ohne Maus. Spätestens beim Umschalten zu den verschiedenen Preset-Kategorien bleibt dem Nutzer aber ein Wechsel des Eingabegerätes nicht mehr erspart.


Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern


Das Arbeiten mit den verschiedenen Bedienelementen ist dafür extrem angenehm und spaßig, so schnell und genau könnte man mit Maus und Tastatur kaum arbeiten. Hier kommen die sehr fein kontrollierbaren Drehregler und Scrollräder sowie das gute Layout voll zum Tragen. Einzig allein das in der Software fehlende Springen zum gerade bearbeiteten Wert in der rechten Spalte (z.B. bei Aurora HDR) fehlt uns, da somit nicht exakt nachvollzogen werden kann, ob man das Ende des Regelbereiches schon erreicht hat und welcher Wert es nun im Detail ist. Dafür werden die Eingaben aber unmittelbar übernommen, weshalb auch die Auswirkungen entsprechend flott zu sehen sind. Aus diesem Grund ist der durchgehende Blick auf die einzelnen Funktionsabschnitte zwar nicht zwingend erforderlich, da die Dreher mit Ausnahme von D1 und D2 sauber beschriftet sind, schön wäre es aber gewesen. An dieser Stelle können Loupedeck respektive Skylum noch etwas daran feilen, was angesichts der bereits angekündigten Verbesserungen hoffentlich bald passiert. Wir sind da optimistisch.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Mit den sehr feinen Scrollrädern für die Farbtöne macht das Abgleichen der einzelnen Farbkanäle wirklich viel Spaß und geht zudem sehr intuitiv von der Hand, auch dank der integrierten Anzeige auf dem Loupedeck, die signalisiert, welcher Modus für die acht Kanäle gerade in der Bearbeitung ist. Lediglich das Zurücksetzen mag durch die sehr leichtgängigen Dreher nicht immer so ganz gelingen, da man beim Drücken und nach dem Zurücksetzen eines Wertes schnell wieder aus Versehen ein kleines bisschen an der Abmischung herumarbeitet. Ein schneller Druck auf die Rückgängig-Taste ist meistens der bessere Weg, erfordert aber auch größere Handbewegung und stört damit ein wenig den Arbeitsfluss.
Das fertige Bild haben wir über die Export-Taste auch entsprechend abgespeichert und uns an einen zweiten Anlauf gewagt, dieses Mal hatten wir uns etwas mehr Farbe zugetraut und das Werk entsprechend auch von den Details her etwas überzeichnet. Mit dem Bearbeiten hatte der Redakteur aber in diesen und allen weiteren Fällen seine helle Freude, da es dank dem Loupedeck+ wirklich flüssig und sehr zügig vorangeht. Kleinere Unzulänglichkeiten, die den Griff zur Maus immer wieder nötig machen, stören in diesem Bild aber leider. Da es sich mit Aurora HDR allerdings um eine eher neue Integration handelt, besteht definitiv noch die Hoffnung, dass dies im Laufe der Zeit weiter verbessert wird.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Adobe Photoshop Lightroom Classic

Das ursprüngliche Loupedeck, ohne den Namenszusatz „Plus“, wurde genau auf das bekannte Bild-Nachbearbeitungsprogramm von Adobe zugeschnitten. Das zeigte sich auch durch eine insgesamt sehr gute und wirklich gelungene Integration in Lightroom. Zum Testen haben wir uns unter anderem die unterhalb aufgeführten Bilder ausgesucht, die einen guten Mix aus Nahaufnahmen, Landschaften, statischen Objekten und Städte-Blicke bieten, um zu testen, wie gut das Loupedeck+ für verschiedene Anforderungen an Bilder geeignet ist. Zur Reduzierung der Ladezeiten sind alle zu sehenden Bilder komprimiert, zur Nachbearbeitung verwenden wir selbstverständlich die volle Auflösung mit höchster Qualität.


Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern Bild vergrößern


Innerhalb der Bibliothek steuert man mit den Pfeiltasten durch die Bilder hindurch, zum Importieren wird jedoch die Maus benötigt. Das ist allerdings sehr verständlich, da sich hier ein Windows-Explorer Fenster öffnet, welches nicht mit dem Loupedeck+ arbeitet und entsprechend auf die Bedingung mittels der bekannten Eingabegeräte zugeschnitten wurde. Zur Bewertung von Bildern stehen die fünf farbkodierten Tasten unterhalb des großen Steuerrades zur Verfügung. Rot respektive der einzelne Strich auf der Shift-Taste steht hierbei für die schlechteste Möglichkeit, namentlich nur einen Stern. Am anderen Ende der Skala sind natürlich, wie hätte man es anders erwartet, fünf Sterne, die auf der ganz rechte Tasten liegt und genauso viele violette Striche aufgedruckt hat. Ein Filter zum Ausblenden der Fotos mit, nach eigener oder fremder Meinung, geringer Qualität steht ebenfalls zur Verfügung. Hierfür muss die Fn-Taste und jene der jeweiligen Wertung gedrückt sein. Durch die Kombination von Fn + Grün (drei Sterne) sieht man beispielsweise nur alle Bilder mit einer gleichwertigen oder höheren Bewertung. All dies hilft bei der Sortierung und Bewertung der Bilder und erleichtert die Favorisierung.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Zwischen der Bibliothek und der Bearbeitung kann mittels Fn + L1 respektive Fn + L3 gewechselt werden. Sobald man sich in letzterer Ansicht befindet, beginnt der eigentliche Spaß mit dem Herumspielen an den Regler schon, denn hier liegt die echte Stärke des Loupedecks in Zusammenarbeit mit Lightroom. Wie bekannt, befindet sich im rechten Bereich eine Übersicht zu allen Reglern und deren Werten. Verändert man nun eine Einstellung, springt die Liste auch zum korrekten Punkt, womit alle Werte durchgehend im sichtbaren Bereich bleiben. Beim Kopieren von Werten oder ganzen Bildern erscheint zudem eine passende Benachrichtigung von Lightroom, welche Aktion nun genau ausgeführt wurde. Dasselbe gilt auch für alle Einstellungen, die sich nicht mit den Reglern beschäftigen. Damit kommt es zu keiner Zeit zu Verwirrungen, welche Aktion gerade am Ausführen ist und ermöglicht einen großartigen Arbeitsfluss. Zudem geht es auch schneller zu Tage als mittels Maus und Tastatur, da das Herumsuchen und Hinscrollen zu den einzelnen Reglern entfällt.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Dank der großartigen und wirklich intuitiven Bedienung haben wir auch sehr schnell unsere ersten Erfolge erzielen können, die sich nicht nur im direkten Vorher-Nachher Vergleich sehen lassen können. Bei einigen Bildern gingen wir etwas vorsichtiger zu Werke, für andere ließen wir die Regler etwas extremere Positionen einnehmen. Durch das integrierte Zurücksetzen mittels drücken des jeweiligen Regler-Elements und der "Rückgangig"-Taste konnten wir schlecht oder falsch gewählte Einstellungen auch gekonnt wieder ausmerzen. Unterhalb gibt es nun auch zwei Bilder zu sehen, welche mittels dem Loupedeck+ deutlich schneller und entspannter entwickelt wurden, als es mit Maus und Tastatur möglich gewesen wäre. Das Endergebnis ist zwar mit und ohne Mischpult gleich umzusetzen, aber mit dem Zusatzgerät haben wir unsere Bearbeitungszeit auf weit mehr als die Hälfte reduzieren können. Dies zeigt, dass man seinen Workflow mit der richtigen Hardware deutlich optimieren kann.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Adobe Premiere Pro

Relativ neu auch ist die Unterstützung zum bekannten Videoschnitt-Programm von Adobe, welches neben Apples Final Cut Pro X oder Blackmagic Davinci Resolve einen der Goldstandards im professionellen Bereich darstellt. In dieser Sparte gibt es auch eigene, spezialisierte Hardware, die ganz und gar darauf zugeschnitten wurde. Preislich rangieren diese Geräte allerdings gerne mal im hohen vier- oder fünfstelligen Betrag. Damit stellt das Loupedeck+ für den Hobby-Filmer eine sinnvolle Alternative dar, wenn die Steuerung gut funktioniert.

Bevor wir allerdings zu viele Hoffnungen schüren, müssen wir leider sagen, dass viele Griffe zu Maus und Tastatur gerade in dieser Anwendung nicht erspart bleiben. Das Platzieren von Elementen, Hinüberziehen in andere Fenster oder Auswählen von einzelnen Dateien lässt sich einfach intuitiver bewerkstelligen, wenn man zum Nager greift. Zum Navigieren in der Zeitleiste oder Zusammenschneiden von Einzelclips eignet sich das Loupedeck+ hingegen ausgezeichnet und erleichtert den Alltag. Durch das einfache Setzen von Schnittmarken im Quelleditor und dem schnellen Springen durch die Zeitleiste mittels dem Regler D2 und den Pfeilkasten kommt ein angenehmer Workflow auf, der jedoch durch den spätestens beim Hinüberziehen in das eigentliche Haupt-Bearbeitungsfenster wieder unterbrochen werden muss. Zwischen Quelleditor, Haupteditor und Zeitleiste ist ein Wechsel dank P1 bis P3 entspannt möglich, leider kommt man aber über die restlichen P-Schalter nicht in den Medienbrowser.


Bild vergrößern Bild vergrößern


Insgesamt ist die Komplexität von Premiere Pro fast etwas zu viel für das Loupedeck+, da dieses Programm viele Einstellungsfenster bietet, wo die Tastatur einfach nicht ignoriert werden kann. Loupedeck hat viele Funktionen belegt und diese auch in der hübschen Anleitung dazu aufgelistet, leider scheitert eine durchgehende oder zumindest nicht ständig unterbrochene Bedienung aber an der Komplexität von Premiere Pro und der damit einhergehenden hohen Einstiegshürde bei der Bedienung mittels des Loupedeck+. Mit der Maus kommt man in vielen Fällen schneller zum Ziel, sei es durch den schnellen Sprung zwischen den einzelnen Flächen, beispielweise Zeitleiste und Medien-Browser, oder mit dem einfacheren Platzieren von Clips und so weiter. Praktisch bleiben, hier kann man definitiv nicht streiten, weiterhin die Schalter für den Vorher-Nachher Vergleich, zum Anschauen des Videos im Vollbild und Export. Ganz im eigenen Element ist das Loupedeck bei den Lumetri-Farbeinstellungen, wo das Konfigurieren sehr angenehm von der Hand und es definitiv schneller von Statten geht als noch mit der Maus.


Bild vergrößern


Man merkt leider, dass mit dem Loupedeck+ eigentlich ein spezialisiertes Gerät für die Bildbearbeitung geschaffen wurde, jedoch nicht zum Videoschnitt. Die Integration in Premiere Pro ist natürlich löblich und in einzelnen Bereichen auch praktisch, insgesamt bleiben unserer Meinung nach für diese Anwendung Maus und Tastatur aber weiterhin die bessere Wahl, sofern man sich nicht einer bisher ungewöhnlich hohen Lernkurve hingibt und auch einiges an Einarbeitungszeit in die Erlernung der unterschiedlichsten Funktionen steckt. Es fehlt leider an der bisher so viel vorhandenen Intuition, womit die Erlernung vieler Eigenschaften auch Frust verursachen kann und die bereits erlernten Griffe mittels Maus und Tastatur halt genauso schnell zum Ziel führen. Insgesamt ist eine Unterstützung von Premiere Pro eine interessante und auch prinzipiell gut durchdachte Idee, scheitert aber unserer Meinung nach an einer zu hohen Einstiegshürde und Komplexität der Befehle.




Inhalts-Navigation:


  Druckansicht
 

Seite: 1 2 3 4 5
Seitenanfang
nach oben

Copyright © 2009 - by Tech-Review.de

Diese Webseite wurde mit PHPKIT Version 1.6.1 erstellt
PHPKIT ist eine eingetragene Marke der Gersöne & Schott GbR - Copyright © 2002-2004