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  Loupedeck Plus: Schaltzentrale für Lightroom & Co im Test
Loupedeck Plus: Schaltzentrale für Lightroom & Co im Test
19.11.2018 von Simon Sternbauer





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Im Detail

Beim verwendeten Material setzt Loupedeck auf schwarzen Kunststoff, sowohl bei den vielen Schaltern und Reglern, als auch beim Gehäuse selbst. Die Beschichtung ist dabei sehr gut umgesetzt, matt gehalten, aber auch hierdurch lassen sich etwaige Fingerabdrücke leider trotzdem nicht ganz vermeiden. Was das verwendete Material und den Schutz vor Abdrücken anbelangt, so ist dessen Umsetzung in dieser Preisklasse echt etwas schade. Genau wie bei hochwertigen Gaming-Tastaturen hätten wir uns an dieser Stelle für die großen Flächen doch eher z.B. gebürstetes Aluminium gewünscht. Leider merkt man es dem Produkt beim Handling auch etwas an, dass hier kein Metall zum Einsatz kommt und das Loupedeck+ dadurch auch nicht wirklich so hochwertig wirkt, wie es hätte sein können.


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Verständlicher ist die Auswahl von Kunststoff auf der im Betrieb nicht sichtbaren Unterseite. Dank insgesamt sechs Gummi-Füßen, jeweils zwei an den Seiten und zwei Stück mittig platziert, bleibt das Loupedeck+ auf dem Tisch an Ort und Stelle stehen, auch wenn die Regler mal etwas hektischer bedient werden sollten. Für die Kabelführung hat der Hersteller zwei Kanäle im Gehäuse eingelassen, die entweder auf der linken oder der oberen Seite münden. Das ist insofern praktisch, da hiermit in den meisten Fällen die Verbindung bereits an der richtigen Stelle unter dem Loupedeck hervorkommt und somit für weniger Kabel-Wirrwar auf dem Schreibtisch sorgt, sehr gut.


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Die vielen, wenngleich den Tasten in ihrer Anzahl unterlegenen, Drehregler stellen eines der hervorstechensten Features dar. Jene lassen sich sowohl durch das sehr feinfühlige, aber gut kontrollierbare Rotieren auch als Klickfunktion mit einem Druck auf den Schalter selbst bedienen. Mit Letzterem kann ein zuvor durch Drehung eingestellter Wert wieder auf null zurückgestellt (resettet) werden. Die beiden Regler D1 und D2, einmal links der Mitte, neben dem großen Rad, und zum anderen rechts unten platziert, haben prinzipiell keine fix zugewiesene Funktion. Allerdings finden sich in den bereits vorhandenen Software-Profilen (später mehr dazu) für Beide schon Zuweisungen an eine bestimmte Eigenschaft innerhalb der unterstützen Programme. Zu Beginn wird man als Anwender von den vielen Funktionen beinahe erschlagen, dennoch erweist sich die bewusst gewählte Anordnung nach einiger Einarbeitung durchaus als sehr durchdacht. Das Material ist erneut Kunststoff, fühlt sich dafür sehr gut an und die Regler sind durch die Rillungen mit den Fingern angenehm zu bedienen.

Prinzipiell sind alle Beschriftungen in Englisch gehalten, was insofern nicht verwundert, da es sich beim Loupedeck um ein international vertriebenes Produkt handelt und es im Gegensatz zu Tastaturen kein fixes Layout gibt. Bei den vielen doch eher spezielleren Begriffen aus der Bildbearbeitung mag es für einen Anfänger zuerst etwas verwirrend sein, durch viele gleichklingende Namen in beiden Sprachen oder das simple ausprobieren findet man sich allerdings schnell zurecht. Es sind dabei vordefinierte Schalter für folgende Optionen verbaut:
  • Klarheit
  • Belichtung
  • Schatten
  • Lichter
  • Schwarzwert
  • Weißwert
  • Farbtemperatur
  • Dynamik
  • Sättigung
  • Färbung



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Auf der linken Seite bietet das Loupedeck Plus eine geballte Auswahl an verschiedenen Tasten, sehr dominant an dieser Stelle ist natürlich das große Kontroll-Rad, welches prinzipiell wie alle anderen Drehregler funktioniert, sich jedoch vielfach frei belegen/programmieren lässt. Generell können - auch wieder abhängig vom eingesetzten Programm - recht viele Tasten frei nach den eigenen Vorlieben mit einer gewünschten Funktion belegt werden. Eine schöne Sache wie wir finden, macht es das Mischpult dadurch sehr individuell einsetzbar. Ebenfalls überaus praktisch sind die beiden Schalter für Rückgängig und Wiederholen (Undo/Redo), womit dem Anwender der Griff auf die Tastatur mit Strg+Z/Strg+Y erspart bleibt, wenn einem die getroffene Auswahl oder Einstellung mal doch nicht so zusagt, wie erhofft. Mit der Taste "Clr/BW" lässt sich beispielsweise in Lightroom zwischen dem Schwarz/Weiß- und Farb-Modus umschalten. Letzteres ist ein gutes Stichwort, denn mit den drei Schaltern gleich rechts daneben (Hue/Sat/Lum), inklusive dreier LEDs, wechselt man für die acht Farben zwischen Tönung, Sättigung und Luminanz durch. Damit ist es möglich die einzelnen Werte sehr fein abzustimmen und das Bild Schritt für Schritt zu optimieren oder verändern.

Ganz links außen positioniert sind die drei kleinen Taster L1 bis L3, genauso wie C1 und C2 auf zwei Schaltern im rechten unteren Bereich, die allesamt vom Benutzer genau wie jene an anderen Stellen des Loupedeck+ (C3 bis C6 sowie D1 und D2) mit eigenen Funktionen frei belegbar sind. Auffällig ist, dass die Positionen der verschiedenen Tasten und Regler über das gesammte Board verteilt liegt, dazu kommen noch die unterschiedlichen Formen der Tasten, welche sich an die jeweilige Umgebung anpassen. So wurden C1 und C2 als große Schalter ausgeführt, um sich mit in die anderen, gleichförmigen Bedienelemente rund um ihre Position einzufügen. Copy und Paste, zwei sehr beliebte Funktionen, hat das Loupedeck natürlich auch mit an Bord, allerdings dank eines kleinen Tricks mit doppelter Belegung. Durch einen einfachen Druck auf Copy werden alle aktuellen Bearbeitungen in den Zwischenspeicher kopiert, um jene mittels Paste auf ein weiteres Objekt anzuwenden, beispielsweise die Belichtungswerte eines Bildes. Mit dem kleinen, runden Fn-Schalter unten links als zusätzliche Auswahl zu Copy/Paste erstellt der Benutzer hingegen eine Kopie des aktuell geöffneten Bildes und fügt jenes mit der entsprechenden Kombination von "Fn+Paste" wieder ein.

Für die letzten sechs Tasten gibt es eine sehr interessante Zusatzbelegung: Standardmäßig können über die rote, gelbe, grüne, blaue und violette Taste in der Lightroom-Bibliothek Bewertungen für die verschiedenen Bilder vorgenommen werden, entweder mittels der Farbcodes oder durch einen bis fünf Sterne. Es existiert jedoch auch die Beschriftung mit "Shift, "Ctrl", "Command-Key" (Apple-Pendant zur Windows-Taste), "Alt" und "Tab", jene Funktionen werden durch ein Umschalten mittels "Fn + --/Col" aktiviert. Damit verhalten sich diese Schalter nun wie auf einer Tastatur und entsprechende, bekannte Windows-Funktionen wie das Wechseln zwischen den einzelnen Programmen und Fenstern mittels "Alt + Tab" sind erreichbar. Zu Beginn ist es etwas ungewohnt, dass die Positionierung anders ist als jene auf den uns bekannten Eingabegeräten, allerdings insofern nicht unpraktisch, da hiermit schnell und komfortabel zwischen einzelnen Fenstern unter Windows durchgeschalten wird. Beispielsweise befindet man sich so zuerst noch in Lightroom und wechselt, ohne umgreifen zu müssen, in Aurora HDR oder Premiere Pro, um dort weiterzuarbeiten.


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Die obere Mitte dominieren acht Scrollräder und genauso viele P-Tasten. Mit Ersteren, welche sich wie ein Mausrad anfühlen, kann einer der verfügbaren Farbtöne verstärkt oder aus dem Bild herausgenommen werden. Mit einem Druck (Klick) setzt sich der Wert, wie bereits bekannt, auf null zurück. Die P-Schalter sind für Stimmungs-Presets, daher Voreinstellungen zu Beleuchtungswerten, in den Programmen vorbehalten, zum Beispiel in Adobe Lightroom. Rechts oben im Eck befinden sich drei Tasten „Before After/Screen Mode/Export“. Mit der Ersten aktiviert sich eine Vorher-Nachher Ansicht des Bildes. Der zweite Schalter zeichnet sich für die Aktivierung des Vollbild-Modus verantwortlich, um die Bilder oder Videos ungestört von Menüs in voller Größe zu sehen. Über "Export" öffnet sich eine entsprechendes Fenster in den Programmen, wo eine Bild/Videodatei aus der Bearbeitung erzeugt wird. Das unterscheidet sich insofern vom normalen Speichern, da hier anstelle des, sofern verwendeten, programmeigenen Dateiformates eine reguläre, mit anderer Software problemlos zu öffnen, Bild oder Video-Datei erzeugt wird. Unterhalb der Farbregler (C3, C4) und bei den vier Pfeiltasten (C5, C6) gibt es nochmals die Möglichkeit, eigene Funktionen auf die Buttons zu legen. Mit den Pfeiltasten wechselt man beispielweise zwischen den Bildern, wählt eines der Presets aus oder springt durch die Video-Zeitleiste.


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Die äußeren Werte sind beeindruckend, unter anderem auch, weil die Verarbeitungsqualität stimmt, wenngleich die Materialauswahl besser sein könnte und sollte. Beim Preispunkt von über 200 Euro wäre zumindest für die Oberseite als Werkstoff Aluminium toll gewesen. Mit den vielen Schaltern und Möglichkeiten zur Kombination dank zusätzlicher Belegung über die Fn-Taste lassen sich extrem viele und unterschiedliche Funktionen unterbringen. Je nach eingesetzter Anwendung können sich diese Programmierungen auch unterscheiden. So kann ich einer Taste bei der Bildbearbeitung eine andere Funktion verpassen, als sie z.B. im Videoschnitt zum Tragen kommt. Dank einer passenden Beschriftung der Drehregler muss man sich zudem nicht alle Funktionen merken, sondern kann bei Bedarf auch einfach, ohne die englische Bedienungsanleitung, direkt auf dem Loupedeck+ nachschauen.


Software

Um das Loupedeck überhaupt betreiben zu können, muss die dazu passende Software heruntergeladen und installiert werden. Das geht sehr schnell von der Hand und nach dem Start begrüßt einem direkt eine große Übersicht der Steuerkonsole mit den geladenen Voreinstellungen für das jeweilige Programm. Zum Umschalten zwischen den aktuell vier unterstützen Video- und Bildbearbeitungs-Software-Typen (Aurora HDR, Adobe Lightroom, Caputer One und Premiere Pro) steht im rechten oberen Eck eine Drop-Down Liste zur Verfügung. Besitzt man mehr als ein Loupedeck, kann auch das entsprechende Gerät ausgewählt werden.

Prinzipiell sind je nach Programmauswahl unterschiedlich viele Tasten frei belegbar, diese sind dann optisch mit einer violetten Umrandung versehen. In Aurora HDR, welches aktuell noch keine vollständige Anpassung unterstützt, beschränkt sich dies nur auf wenige Stück, während in Premiere Pro fast jeder Schalter frei belegt werden kann. Von Haus aus verfügt jedoch jede Steuereinheit bereits über eine Funktion, wird also nicht leergelassen und erspart dem Benutzer einiges an Aufwand, sehr gut.


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Durch den Klick auf einen konfigurierbaren Schalter öffnet das Programm ein weiteres Fenster, wo, abhängig vom Programm, eine Palette von verfügbaren Funktionen zur Auswahl stehen. Für unser Beispiel haben wir die C und L-Tasten, insgesamt neun Stück, hergenommen. Links sieht man die aktuellen Einstellungen, also welche Aktion mit dem Drücken aktuell ausgeführt würde. Rechts davon gibt es die Übersicht, welche möglichen Funktionen zur Verfügung stehen. Zum neu belegen wählt man zuerst die gewünschte Taste aus, beispielsweise C1, und entscheidet sich danach für die gewollte Eigenschaft.
Über FN kann in vielen Fällen auch noch eine Zweitbelegung erreicht werden. Um diese zu bearbeiten, legt man den Regler im linken, unteren Eck mit der passenden Beschriftung um. Daraufhin ändern sich als optischer Indikator auch diverse Farbelemente von Violett auf Türkis, sodass erkennbar ist, welche zusätzliche Funktion gerade bearbeitet wird. Das Vorgehen für eine Umwidmung sieht von der Schritt-Abfolge dabei genauso aus, wie es für die Erstbelegung der Fall ist.


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Von Programm zu Programm unterschiedlich ist auch der Modus, in welchem das Loupedeck betrieben wird. Für Aurora HDR stehen beispielsweise drei Möglichkeiten zur Auswahl (Brush, Gradient und Radial), eine genaue Beschreibung dazu oder welche Auswirkungen es hat, konnten wir leider nicht ausmachen. Allerdings gibt es für den letzten Modus mehr Schalter zur freien Konfiguration. Für Lightroom gibt es im Gegensatz dazu gleich zwei sprechende Namen, einmal "Develop" für die Bearbeitung und zum anderen "Library" für die Bilder-Bibliothek innerhalb des Programmes. Spannend ist, dass für das Zuschneiden von Bildern ein eigener Tab mit eigenen Funktionen bereitsteht.

Die Einstellungen der Software sind sehr unspektakulär, es können die Konfigurationen einerseits exportiert als auch importiert werden, womit ein Wechsel des Computers oder eine Neuinstallation glücklicherweise nicht den Verlust aller Einstellungen bedeutet.


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Zusammengefasst ist die Software einerseits sehr mächtig und besticht durch einen großen Umfang und vergleichsweise viel Freiheit bei der Belegung, andererseits aber auch sehr hübsch gestaltet und halbwegs übersichtlich entworfen. Ein kleiner Wehmutstropfen ist jedoch, dass nicht jede Funktion auf jede Taste gelegt werden kann, verfügbare Modifikationen sind fix vorgegeben. Neutral sehen wir jedoch, dass nicht in jedem Programm alle Module frei einstellbar sind, schließlich macht es wenig Sinn, die bereits auf der Hardware beschrifteten Regler mit anderen Funktionen einzustellen und damit im Fall des Falles nur für Verwirrung zu sorgen.




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