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  be quiet! Dark Rock 4 im Test: Leise Schönheit
be quiet! Dark Rock 4 im Test: Leise Schönheit
25.10.2018 von Simon Sternbauer





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Im Detail

Die Basis-Konstruktion hält sich an die klassische Bauweise eines Tower-Kühlers, daher wird von einer Bodenplatte über Heatpipes die Wärme in den Kühlturm, beziehungsweise in dessen Lamellen, geleitet, um dort von parallel zum Mainboard strömender Luft abtransportiert zu werden. Letztendlich wird durch die Anordnung ein Weitertransport der anfallenden Abwärme direkt zu einem Hecklüfter begünstigt. Be quiet! setzt aber natürlich auch mit vielen Kniffen alles daran, dieses bekannte Konzept in ihren physikalischen Grenzen auszureizen, um verbesserte Leistungswerte zu erreichen.


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Je nachdem, welche Seite des Kühlers betrachtet wird, ergibt sich eine andere Formgebung der schwarz beschichteten Lamellen. Auf der Seite, wo der Lüfter vorgesehen ist, sind alle Finnen in eine Wellenform geschnitten. Das soll laut dem Hersteller die Luftzirkulation und, daraus folgend, die Kühlleistung erhöhen und zeitgleich die Lautstärke reduzieren. Für die Rückseite werden die Lamellen in Dreiergruppen zusammengefasst, wobei abwechselnd je eine Gruppe mittig weiter heraussteht und sich dafür an den äußeren Enden zurückhält, während die nächste Gruppe wieder genau entgegengesetzt ausgeführt ist.


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Die schwarze Lackierung respektive Keramik-Beschichtung für eine verbesserte Wärmeübertragung ist natürlich ein optisches Highlight, umfasst sie doch alle sichtbaren Teile, abgesehen von der im verbauten Zustand ohnehin versteckten Bodenplatte. Daraus ergibt sich im Zusammenspiel mit der großen Abschlussplatte auf den Lamellen und den Kappen für die Heatpipes ein sehr durchdachtes und hübsches Produkt. Natürlich konnte es der Hersteller auch nicht lassen, sich selbst im Produkt zu verewigen und fertigt mittels des Diamond Cut Verfahrens den silbrig glänzenden be quiet! Schriftzug an. Dieser sitzt mittig und gut sichtbar auf der großen Finnen-Platte und kommt bei Gehäusen mit einem Seitenfester besonders gut zur Geltung. Mit knapp 160 Millimetern Höhe eignet sich der Dark Rock 4 zudem noch für den Einbau in die allermeisten Midi-Tower, selbst Mini-Cases bieten mittlerweile genug Stauraum für diese Größe.

Etwas Kritik müssen wir leider über die Kratzfestigkeit der schwarzen Beschichtung auf den Lamellen üben. Bei normaler und vorsichtiger Benutzung beschädigten wir an den Stellen, wo die Lüfterklammern eingehängt werden, dennoch sichtbar die Farbe. Da es im Laufe der Reviews mehrere Male der Fall war, dass wir den Lüfter demontierten und wieder anbrachten, was auch im Alltag nicht unüblich ist, stellt dies keine außergewöhnliche Belastung des Materials dar und sollte nicht passieren. Das helle Aluminium fällt leider auf und trübt somit etwas die ansonsten tolle Optik.


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Ein halbes Dutzend Heatpipes zu je sechs Millimeter Durchmesser verbinden die Bodenplatte mit den Kühllamellen. Das eigentliche Material unter der schwarzen Beschichtung ist natürlich Kupfer, welches sich durch die exzellente Wärmeleitfähigkeit einfach dazu prädestiniert. Interessant und funktional ist die Anordnung, in welcher die Heatpipes in den Turm münden. Abwechselnd verläuft zuerst ein Exemplar in der äußeren Reihe, nachfolgend ein Stück näher an der Mitte. Damit erreicht man eine bessere Verteilung der Wärme über die Kühlfläche, womit natürlich die Leistung des Wärmeabtransportes steigt.

Die vernickelte Bodenplatte ist ausgesprochen plan geschliffen worden. Auf unserem Modell fanden sich noch leichte Rückstände von Flüssigkeiten während der Herstellung oder des Klebers der Schutzfolie, damit beim Transport nichts passiert. Das ist natürlich unschön, lässt sich glücklicherweise aber einfach reinigen. Ein bemerkenswertes Detail findet sich auf der Oberseite der Bodenplatte. Dort sind, neben der mittigen ebenen Fläche für die Haltebrücke, seitlich auch kleine, grob strukturierte Kühlfinnen aus Metall eingearbeitet. Potenziell lässt sich mit jenen noch ein kleiner Temperaturvorteil herausholen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass die massive Heatpipe-Konstruktion die Wärme schnell genug abtransportiert, sodass es eigentlich zu keinem Hitzestau kommen sollte.


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Der Lüfter stammt natürlich aus dem Hause be quiet! und hat seine technischen Grundlagen der Silent Wings 3 Generation zu verdanken. Mit einem Durchmesser von 135 Millimeter zu 22 Millimeter Dicke und Halterung im 120er Format handelt es sich allerdings um ein sehr außergewöhnliches Produkt, welches es so gar nicht auf dem Markt zu kaufen gibt. Im Falle eines Defektes nach der dreijährigen Garantie muss dementsprechend auf einen Lüfter mit den richtigen Bohrungen gesetzt werden, jene sind dann aber in der Regel mit ihren 120 Millimeter entsprechend kleiner. Mit 300.000 Betriebsstufen unter Optimalbedingungen bleiben selbst im wärmeren PC-Gehäuse mehr als genug Reserve für eine lange Benutzung, womit das Szenario eines Ausfalles sehr unwahrscheinlich wird. Das hier vorliegende Exemplar lässt sich mittels PWM-Signals über den 4-Pin Stecker auf bis zu 1400 U/min hochsteuern.

Beim Lager setzt der Hersteller auf die sehr hochwertige "Fluid Dynamic Bearing" (kurz FDB) Ausführung. Grundsätzlich teilt sich das Lüfterlager in zwei Kategorien: Gleit- und Kugellager. Letztere Version kennen viele Leser sicherlich aus dem Bereich der Automobile oder der Antriebstechnik, diese gelten auch im IT-Sektor als besonders langlebig und hochwertig. Jedoch haben sie, durch den mechanischen Kontakt der Kugeln, auch eine gewisse Mindestlautstärke, welche nicht jedem gefällt. Das wird durch den Einsatz der Gleitlager verhindert. Hier reduziert ein Schmiermittel den Kontakt auf ein Minimum, was zumindest zu Beginn für ein sehr leises Betriebsgeräusch sorgt. Leider wird dieses Gleitmittel über die Zeit hin aufgebraucht und zugestaubt. Der Lüfter beginnt unruhig zu laufen, gibt störende Geräusche von sich oder stellt gar die Arbeit komplett ein. Um diesen Effekt möglichst lange zu verhindern, sind die Hersteller dazu übergegangen, diese Mittel speziell zu kapseln. Damit wird dem Verlust vorgebeugt und kombiniert so ein geringes Betriebsgeräusch mit einer hohen Lebenserwartung des Lagers. Diese Kombination nennt sich, wie bereits vorhergehend erwähnt, Fluid Dynamic Bearing und ist in unseren Augen eine ausgezeichnete Wahl.


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Von seinen äußerlichen Werten her, weiß uns der Dark Rock 4 bereits auf jeden Fall zu gefallen. Mit der massiven Kühlkonstruktion, die auf viele Lamellen und ganze sechs Heatpipes setzt, sind wir optimistisch, dass frostige CPU-Temperaturen bei niedriger Lautstärke erreicht werden. Außerdem ist die Optik sehr stimmig und durchdacht, lediglich kleine Schäden an der schwarzen Beschichtung entstehen schnell und trüben den Gesamteindruck durch das darunterliegende, helle Aluminium etwas.


Montage

Für die Montage wird im ersten Schritt die Backplate vorbereitet. Dafür müssen vier kleine Stifte an die richtige Position gesteckt und auf der anderen Seite mittels kleiner Gummiringe fixiert werden. Als Zweites kommt das Konstrukt auf die Rückseite des Mainboards und wird von der Vorderseite durch vier Metall-Abstandshalter mit Gewinden auf beiden Enden festgezogen. Das geht mit den Fingern zum Glück recht einfach und praktikabel. Mittels vier kleiner Schrauben sind die Metallbrücken, auf denen dann eine weitere große Halteschiene anzubringen ist, zu fixieren. Aufpassen muss man an dieser Stelle aber auf die Ausrichtung, damit der Kühler nachfolgend in die passende Richtung montiert werden kann. Leider war der Schritt mit dem vorhandenen Schraubendreher etwas anstrengend, da der Schraubkopf zu klein respektive das Kreuz am Werkzeug zu groß ist. Hier hätte der Hersteller unserer Meinung nach etwas mehr Sorgfalt walten lassen können, um eines der beiden Teile entsprechend anzugleichen.


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Bevor der Kühlkörper auf der CPU montiert wird, muss unbedingt die Schutzfolie von der Bodenplatte entfernt und Wärmeleitpaste auf den Heatspreader aufgetragen sein, da ansonsten keine ausreichende Kühlleistung garantiert ist. Danach kommt der Kühler auf den Prozessor und die Halteschiene wird über die Bodenplatte in die entsprechende Einkerbung gelegt. Anschließend braucht der Koloss nur mehr verschraubt zu werden. Dank des beigelegten Werkzeugs geht dies in diesem Fall problemlos von der Hand.


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Zum Abschluss wird noch der Lüfter am Metallkorpus angebracht. Empfehlenswert ist hierbei, zuerst die Klammern am Luftquirl einzuhaken, darauf am Kühlblock zu positionieren und zum Schluss seitlich einhängen. Danach sitzt alles sehr gut an seinem Platz, natürlich sollte aber der PWM-Stecker noch seinen Platz am CPU-Fan-Anschluss finden.


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Insgesamt gefällt uns die Montage gut, was auch an der leicht verständlichen, da bebilderten und sinnvoll beschrifteten, deutschen Anleitung liegt. Allerdings werden vergleichsweise viele Teile und Schritte benötigt, insbesondere, wenn man Systeme anderer Premium-Hersteller heranzieht. Trotzdem geht die Montage nun deutlich einfacher von der Hand und ist für unerfahrene Bastler gleichermaßen einfach zu bewältigen. Dass der mitgelieferte Schraubendreher nicht auf allen Schrauben perfekt passt, könnte kurioser nicht sein, stellt aber kein echtes Hindernis dar.




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