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  LC-Power LC6560GP3 V2.3 Green Power
LC-Power LC6560GP3 V2.3 Green Power
23.06.2015 von M.Plattner





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Technik im Detail

Ein Hinweis vorweg:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr wenn ihr ein Netzteil aufschraubt!

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Nach dem Öffnen erwartet uns ein simples und übersichtlich wirkendes, beiges PCB. Schön zu sehen ist die kleine senkrecht stehende Platine mit den DC-DC Wandlern nahe den Ausgangskabeln, sowie der tatsächlich aus grünem Kunststoff gefertigte Lüfter. Im Internet finden sich keine weiteren Angaben zu diesem Lüfter. Bekannt ist nur, dass es ein 140 mm Lüfter ist, gefertigt von Shenzhen Dong Wei Feng Electronic Technology Co., mit maximal 300 Milliampere Stromaufnahme spezifiziert.

Die Netzfilterung ist für ein Netzteil dieser Leistungsklasse typisch aufgebaut: Zwei Y-Kondensatoren und ein X-Kondensator direkt an der Netzeingangsbuchse, gefolgt von einer Sicherung und einem NTC-Widerstand (ein Widerstand, der umso besser leitet, je heißer er wird) auf der Platine. Erstere dient natürlich dem Abschalten im Falle eines Defekts, Letzterer dient dem vermindern von starken Stromstößen beim Einschalten. Dass der NTC nicht (wie im auf derselben Plattform aufbauenden Corsair CS550M) von einem Relais kurze Zeit nach dem Einschalten überbrückt wird, ist etwas ungewöhnlich, aber bei den hier fließenden Strömen bei richtiger Auslegung des NTCs technisch problemlos. Da der NTC allerdings nie einen Widerstand von 0 Ohm erreicht, verringert das die Effizienz des Netzteils leicht. Auf diese Schutz-Bauteile folgt dann ein weiteres Filterglied bestehend aus einer Drossel, zwei Y- sowie einem X-Kondensator und einer weiteren Drossel. Anschließend wird der Wechselstrom von einem Brückengleichrichter gleichgerichtet und an die PFC Schaltung übergeben.


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Der PFC Controller ist ein Champion CM6500, ein häufig in ATX Netzteilen eingesetzter Chip. Den Schaltwandler steuert ein Champion CM6901, welcher (je nach anliegender Last) zwischen verschiedenen Betriebsmodi umschalten kann, um immer maximale Effizienz zu gewährleisten. Zusätzlich zu den Leistungstransistoren der Halbbrücke, welche die Endstufe des Primärkreises bildet, steuert er auch den aktiven, synchronen Gleichrichter an. Ein Solcher hat, verglichen mit einem klassischen Gleichrichter aus Dioden, eine höhere Effizienz. Der Temperatursensor zur Lüftersteuerung (und wohl auch für die OTP) hängt am Kühlkörper des Gleichrichters, weshalb dieser wohl auch die meiste Abwärme abführen muss.

Die 5 Volt Stand-by-Spannung wird von einem TNY277 zur Verfügung gestellt, einem vollintegrierten Schaltwandler, welcher mit wenig externer Beschaltung ein eigenes, kleines Schaltnetzteil darstellt. Laut Datenblatt ist er auf bis zu 23,5 Watt ausgelegt.

Die 5 Volt und 3,3 Volt Schienen werden von je einem DC-DC Wandler auf der vorhin angesprochenen senkrechten Platine aus den 12 Volt erzeugt. Der Controller ist ein Anpec APW7159, welcher bei wenig externer Beschaltung aus 12 Volt Eingangsspannung zwei galvanisch nicht getrennte Ausgangsspannungen (hier 5 Volt und 3,3 Volt) zur Verfügung stellen kann. Galvanisch nicht getrennt bedeutet, dass eine elektrische Verbindung zwischen den verschiedenen Spannungen besteht. In diesem Fall hängen alle drei Spannungen an der gemeinsamen Masse-Leitung. Das Beispielschaltbild im Datenblatt stellt je 30 Ampere auf 5 Volt und 3,3 Volt zur Verfügung. Eine eigene Überstromabschaltung ist nicht im Controller implementiert.

Die Schutzschaltungen werden von einem Sitronix ST9S429 bereitgestellt. Ein Datenblatt von diesem findet sich leider keines im Netz, aber eine Liste mit den vorhandenen Schutzschaltungen: UVP, OVP und OCP auf bis zu zwei 12 Volt, einer 5 Volt und einer 3,3 Volt Schiene. Er scheint der Belegung nach baugleich zu sein mit dem Sitronix S3515.

An der Stelle, wo die Shunts für die 12 Volt Leitungen am PCB vorgesehen wären, findet sich nur eine dicke Lötbrücke an der Unterseite. Da die vorgesehenen Widerstände sehr niederohmig sind, nehmen wir an, dass der Widerstand der Aluminium-Lötbrücke als Ersatz dient, und, dass die OCP damit voll einsatzfähig ist. OTP sieht der Sicherungschip keine vor, ob eine solche anderweitig eingebaut wurde, konnten wir nicht feststellen - das Netzteil wurde nie auch nur annähernd so warm, dass eine OTP nötig gewesen wäre.

Primärseitig finden sich zwei 150 Mikrofarad 450 Volt Elektrolytkondensatoren von Elite, während sekundärseitig eine Mischung aus Teapo und Elite Elkos, sowie Feststoffkondensatoren ohne aufgedrucktes Firmenlogo zum Einsatz kommt. Letztere sind, unabhängig vom Hersteller, sehr langlebig und belastbar und puffern auf allen drei Schienen die stärksten Stromschwankungen nahe den Wandlern. Elite hingegen steht nicht unbedingt im Ruf, qualitativ hochwertige und langlebige Kondensatoren herzustellen. Dank den Feststoffkondensatoren, die ihnen zur Seite stehen, sollten aber alle Elektrolytkondensatoren in diesem Netzteil etliche Jahre ohne Probleme laufen. In dieser Preisklasse ist die Bestückung Durchschnitt, hochwertigere Kondensatoren bekommt man meist erst in höheren Preisklassen.


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An der Lötqualität gibt es bei diesem Netzteil nichts auszusetzen. Auf dem PCB finden sich keine unsauberen Lötstellen und keine überstehenden Kontakte. Great Wall hat hier sauber gearbeitet und die Platine ordentlich bestückt.

An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass die Angaben für die Strombelastbarkeit der Schienen vom Aufkleber nicht den tatsächlichen Werten entsprechen. Diese wurden noch vom alten LC6560GP3 Bronze übernommen, aber hier arbeitet eine komplett andere Plattform im Inneren. Es ist nur eine 12 Volt Schiene vorhanden, nicht zwei, wie angegeben. Da die Elektronik fast perfekt mit der des Corsair CS550M übereinstimmt, vermuten wir, dass die Belastbarkeit weitestgehend identisch ist:
+3,3 V - 25 A, +5 V - 20 A, +12 V - 43 A

3,3 Volt und 5 Volt dürfen zusammen mit maximal 120 Watt belastet werden.
Diese Werte haben wir nur von dem CS550M abgelesen. Die beiden Netzteile sind sich elektronisch sehr ähnlich, stimmen aber nicht bis ins letzte Detail überein. Daher müssen diese Werte nicht genau auf das LC6560GP3 zutreffen.

Zum Vergleich hier nochmal die auf dem LC6560GP3 angegebenen Leistungsdaten:
+3,3 V - 25 A, +5 V - 27 A - +12 V (1) - 21 A, +12 V (2) - 23 A






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