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  Karlumne: Noch eine Woche kalter Entzug...
Karlumne: Noch eine Woche kalter Entzug...
29.07.2011 von Karl Koreander

Ich traue mich schon nicht mehr öffentliche Verkehrsmittel zu benutzten. Auch die Öffentlichkeit generell meide ich. So ich es kann. Könnte ich in der Wohnung bleiben. Ich würde es tun. 24 Stunden am Tag. Oder länger. Ich werde angestarrt. Überall. Von jedem. Männlein, Weiblein, Justin Bieber, Tokio Hotel. Alle schauen.

Liegt es an meinem überragenden Äußeren? Sicherlich, aber das habe ich ja seit Jahren. Am Boss-Anzug? Auch! Aber an die neidischen Blicke der Männer und die willigen der Frauen habe ich mich gewöhnt. Doch diesmal ist es anders…

Man sieht mir den Entzug an. Kalter Entzug. Am 15. Mai endete die Bundesliga-Saison 2010/2011. Ok, für einige Fans von Borussia Mönchengladbach nach überstandener Relegation erst später, aber das ist kein Trost. Fast elf Wochen ist es her, dass in deutschen Fußballstadien ernsthaft gegen den Ball getreten wurde. ELF WOCHEN. Klar: Zwischendurch war Mikado-Weltme… Ähhh… Frauen-WM. Aber ich rede hier von ernsthaftem Fußball – siehe auch (Karlumne: Stell dir vor es ist Fußball und ich schaue nicht zu). Doch ich bin auf Entzug.

Meine Finger zittern wie bei einem Drogensüchtigen, der drei Tage keinen Schuss hatte. Warum denke ich jetzt an Amy Winehouse? Ich weiß auch nicht. Zurück zum Thema. Meine Augen flackern wie die von Dieter Didi Hamann vor dem Anstoß. Billard in den Augenhöhlen.




Kalter Schweiß läuft mir vom Haaransatz den Rücken hinunter. Egal ob wir 30 Grad oder für einen Juli eher ungewöhnliche 15 Grad haben, die sich aber deutlich kälter anfühlen. Dieser sammelt sich dann erfreulicherweise zwischen Schritt und Podex. Zur Freude meiner Mitmenschen. Ich muss wirken wie der gewalttätige Bruder von Jack Torrance, der Hauptfigur aus Shining.

Die Vereine und die Verbände versuchen die unerträglichen Schmerzen zu lindern. Mit Veranstaltungen wie dem DFB-DFL-Sponsorname-Spielername-Ehren-Super-weiteres-Adjektiv-Pokal. Oder man lädt sich ein, zwei Topteams ein, die aus dem Urlaub zum Freundschaftskick anreisen. Untrainiert, übergewichtig, unmotiviert. Schließlich geht es um die Goldene Ananas – und manchmal sogar um noch weniger bei diesen Spielen.

Eine Woche muss ich noch durchhalten. Eine Woche bis es wieder um Punkte, Tore, Zweikämpfe – um die Bundesliga geht. Ja, am Wochenende ist Pokal, aber das ist auch nur lustig, wenn sich ein Favorit bei einem Außenseiter blamiert. Aber die Woche danach, da startet sie wieder: Die Bundesliga. Und bis dahin bleibe ich in meiner Wohnung – ich versuch‘s zumindest. Und falls ihr mich seht: Ich tu nix, ich will nur spielen…


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