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  Intels Serie 67: Vier Mainboards im Vergleich
Intels Serie 67: Vier Mainboards im Vergleich
06.03.2011 von Max Doll





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UEFI


Der neue Sockel bringt neben vielerlei Optimierungen auch einen großen zwar weniger neuen aber immerhin hochinteressanten Punkt mit sich: UEFI. Das Unified Extensible Firmware Interface als Nachfolger des klassischen blauen BIOS. Viele User werden den Namen bzw. den des Vorgängers EFI schon einmal gehört haben. Letzter wurde schon 1999 von Intel ins Leben gerufen, fristete aber ein Nischendasein. Erst 2005 wurde noch einmal Anlauf genommen, um den Standard in der Weiterentwicklung "Unified" endlich marktfüllend durchzusetzen. Dabei waren ziemlich alle namhaften Hersteller und OEMs. In der Folge erschienen zwar tatsächlich einige Mainboards mit der Neuentwicklung, waren aber auf wenige Serien beschränkt und rückten schnell wieder aus dem Bewusstsein der User.

Mit dem neuen Intel-Sockel soll nun aber durchgestartet werden. Der plötzliche Sinneswandel ist durch vielerlei Notwendigkeiten bedingt. Einmal limitiert das BIOS moderne Rechner-Architekturen zunehmend, indem es z.B. bei HDDs mit mehr als 2 TB Kapazität Schwierigkeiten macht. Das lässt sich zwar umgehen, aber die Anzahl der benötigten Workarounds steigt. Zudem möchte Microsoft, dass sein nächstes Betriebssystem schneller startet - ein fixer Rechnerstart ist mit einem BIOS aber nicht möglich. Zudem ist der Neuling nicht mehr auf die x86-Architektur beschränkt sondern unabhängig von der Hardware. Endlich also, UEFI. Gegenüber dem BIOS aus der prä-DOS Ära fallen aber noch eine Menge anderer handfester Vorteile ab: Wie schon erwähnt startet der heimische PC deutlich flotter, etwa 30 Sekunden spart man nun ein - kein Marketingzauber sondern Realität. Etwa 1:15 Minuten benötigte unser Testsystem mit frisch installiertem Windows 7 inklusive allen Updates beim Hochfahren mit dem BIOS der Gigabyte H67 Platine. Das Elitegroup-Pendant mit UEFI lag bei 35 Sekunden, ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Damit noch nicht genug: UEFI unterstützt direkt Netzwerk- und Grafikkarte, außerdem die Maus. Das bedeutet in der Praxis, dass nun optische Spielereien wie beim MSI GD65 möglich sind. Zumindest aber sorgt dies für hochauflösende Schrift wie bei Biostar und Elitegroup, die beim klassischen "Textmodus" bleiben. Das DOS-Blau mit Pixelauflösung ist nun definitiv passé. Außerdem können über die Netzwerk- beziehungsweise Internetverbindung direkt Updates heruntergeladen und eingespielt werden. Möglich wäre aber auch ein Einsatz zur Fernwartung oder Fernsteuerung.

Ansonsten ändert sich nicht viel. Nach wie vor ruft man UEFI mit der "Entf"-Taste auf, wobei dafür dank des stark verkürzten Bootvorganges deutlich weniger Zeit zur Verfügung steht. Auch der CMOS-Reset bleibt erhalten. Trotz aller Neuerungen fühlt sich das Neue nicht wirklich fremd an.


Wo Milch und Honig fließen... der Alltag

Was nun bringt des User's heil'ger Gral? Dies hängt eindeutig von der jeweils herstellerseitigen Umsetzung ab. Nach wie vor sind viele Funktionen und Einstellungen teils unterschiedlich benannt. Neu ist, dass die Menüstrukturen nun stärker voneinander abweichen können. Biostar mit klassischer Textübersicht sorgt für einen fließenden Wechsel. Die hohe Auflösung sorgt für schärfere Schrift und größere Übersicht, schwarz auf grau. Funktional, aber nicht schön. Die einzelnen Optionen sind mit weitestgehend bekannten Namen versehen, sodass man sich schnell zurechtfindet. Umständlicher löst diesen Punkt Elitegroup. Obwohl die Platine dank des Fehlens jeglicher OC-Funktionalität eigentlich weniger Einstellmöglichkeiten bietet, hat man UEFI labyrinthartig verschachtelt. Unterpunkt um Unterpunkt erschweren die Übersicht. Ansonsten orientieren sich die Entwickler am klassischen BIOS.

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Siamesisches BIOS, hier von Gigabyte


MSI hingegen fährt die volle Bandbreite an Möglichkeiten auf. Bereits zum Einstieg wird der User von einer bunten, grafischen Oberfläche mit Mausunterstützung begrüßt. Ein wenig "laggy" beim Einstellen der diversen Optionen ist das Vergnügen allerdings noch. Wir haben in den drop-down Menüs öfter falsche Werte ausgewählt, teils ohne überhaupt geklickt zu haben. Auf das Mausrad muss leider verzichtet werden.

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UEFI in Mauer-Grau


Gigabyte setzt nach wie vor auf ein Award-BIOS, UEFI soll noch dieses Jahr nachgereicht werden. Lediglich Hersteller, die bisher ein AMI-BIOS verwendet haben, können dies für den neuen Sockel nicht mehr implementieren und wurden zur Modernisierung gezwungen. Das Vorgehen von Gigabyte ist allerdings kein Nachteil und lässt auf eine ausgereifte, sinnvolle UEFI-Umsetzung hoffen. Im Vergleich zum Elitegroup-Produkt hat man so eine übersichtliche Menüstruktur gewährleistet, alle möglichen OC-Funktionen integriert und damit runde Sache inklusive funktionsfähiger Lüftersteuerung geschaffen. Selbstverständlich ist bei einem Multiplikator von +4 chipsatzgemäß der Spaß vorbei, aber immerhin ist Übertakten so möglich. Lediglich auf den Boot-Boost muss man verzichten.

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Bunt, nett, MSI


Insgesamt zeigt sich UEFI daher durchwachsen. Die Bootgeschwindigkeit ist ein must-have, die konkrete Umsetzung aber noch teils stark verbesserungswürdig. Zu 100% nutzt noch kein Hersteller die theoretisch gegebenen Möglichkeiten bei gleichzeitiger Übersichtlichkeit aus. Man könnte fast meinen, nach mehr als zehn Jahren wären sie kalt erwischt worden...






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