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Noctua NH-U12A: 100 Euro Alleskönner-Kraftpaket im Test
26.06.2019 - 08:00

Die österreichische Kühlerschmiede Noctua wird von einigen Anwendern aufgrund der geführten Preispolitik gegenüber Mitbewerbern häufiger mal kritisiert, das gewisse bisschen Extravaganz bei den Produkten macht das Portfolio aber eben unbestritten zu einem der spannendsten und erfolgreichsten am Markt. Neben sehr guten Wärmeleitpasten und den exzellenten Lüfter-Serien gibt es nun einen neuen High-End-Kühler, welcher erneut mit gewissen Konventionen bricht, welche man erwarten würde. Mit sieben Heatpipes, zwei NF-A12x25, Vollvernickelung und versprochenen hohen Leistungswerten hören sich die aktuellste Schöpfung noch nicht außergewöhnlich an. Allerdings verpackt der Hersteller das in einen Single-Tower mit nicht einmal 160 Millimeter Höhe und 125 Millimeter Breite für eine hohe Kompatibilität. Trotzdem will man sich mit den, nicht nur physikalisch, Größten am Markt messen können. Das zeigt nicht zuletzt auch der Preis, 99 Euro UVP sind ausgerufen und der Markt hält sich seit Einführung Anfang April auch daran. Um das aufzuwiegen, verspricht Noctua eine über alle Zweifel erhabene Verarbeitung, ein umfangreiches Zubehör sowie sechs Jahre Garantie.




Wie gut dieses Vorhaben gelingt und welche Vorzüge der kleine Kampfkoloss zum großen Preis bringt, klären wir in unserem Test. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen, euer TRV-Team!


Danksagung

Wir danken der Firma Noctua für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.








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Lieferumfang

Ganz Noctua-typisch gibt es eine schlichte, weiß-braun gehaltene Verpackung. Die Vorderseite schmücken der Produktname, eine Abbildung der Bodenplatte samt Heatpipes und die wichtigsten technischen Eckpunkte. Der letzte Punkt gilt auch für die Oberseite, wobei hier der Fokus in einem eigenen, schwarzen Bereich auf den Namen NH-U12A gelegt wird. Die Rückseite wartet mit einer achtsprachigen Erklärung über die vielen Vorzüge des neuen Kühlers auf, welche mittels kleiner Bilder auf einer der Seitenflächen noch einmal untermauert werden. Dazu zählen die beiden Lüfter aus der NF-A12x25 Serie, umfangreiches Zubehör und natürlich die, wie könnte es anders sein, hohe Leistung bei kompakter Bauart. Drei kleine Tabellen mit den Daten für Lüfter, Kühlkörper und Verpackungsumfang finden sich auf der gegenüberliegenden Seitenfläche.


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Nach dem Öffnen des Deckels kommt sofort die eigene Schachtel mit dem Zubehör zum Vorschein. Darunter liegt der Kühler sicher verpackt, samt bereits montierter Lüfter, und wartet darauf, das Licht der Welt respektive die RGB-Beleuchtung des PCs erblicken zu dürfen. Transportschäden oder ähnliche Unannehmlichkeiten schließen wir durch den guten Schutz aus, solange es bei einer entsprechend sachgemäßen Handhabung aller beteiligten Akteure bleibt. Positiv ist hierbei außerdem, dass Noctua für diesen Zweck komplett auf Papier/Karton setzt und somit kein Plastik verwenden muss. In Zeiten, wo so sehr über Klimaschutz diskutiert wird wie selten zuvor, eine gute Idee, zumindest in diesem Teilaspekt auf besser-recyclebare Ressourcen als Erdölprodukte zu setzen.


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Beim Zubehör hat Noctua wirklich nicht gespart, gleichzeitig fallen aber die überschaubare Teileanzahl für die Montage auf Intel- und AMD-Sockeln positiv auf. Das lässt auf wenige, unkomplizierte Schritte hoffen. Zudem wurden sämtliche Komponenten für die beiden CPU-Hersteller in eigene Verpackungen eingeteilt. Gemeinsam genutzte Elemente haben ihren eigenen Bereich, dazu zählen der Schraubendreher, Low-Noise-Adapter und das Y-Kabel, Wärmeleitpaste vom Typ NT-H1 sowie ein kleiner, überraschend gewichtiger und hochwertig wirkender Metall-Sticker für die Gehäusefront. Sehr hilfreich für das Anbringen ist und bleibt die gedruckten Anleitungen für Intel 115x, 2011/2066 und AMD AMx, welche in Englisch beiliegen, aber auch rein über die Bebilderung ihren Zweck erfüllen. Versionen in anderen Sprachen, darunter natürlich auch Deutsch, gibt es auf der Hersteller-Webseite.


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Technische Daten

technische Daten
HerstellerNoctua
Modellname
NH-U12A
Modell-Nr.-/-
Sockel-KompatibilitätIntel-Sockel:  1150 / 1151 / 1155 / 1156 / 2011(-3) / 2066
AMD-Sockel: AM2(+), AM3(+) AM4, FM1, FM2(+)
Gesamtmaße (Länge x Breite x Höhe)112 x 125 x 158 mm
Gesamtgewicht (ohne / mit Lüfter)760g / 1220g
TDP keine konkrete Watt-Angabe
MaterialienAluminium-Lamellen (verlötet und vernickelt), Kupferheatpipes (vernickelt), Bodenplatte (vernickelt), Oberste Lamelle mit Noctua-Logo




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Im Detail

Die Basis-Konstruktion hält sich an die klassische Bauweise eines Tower-Kühlers, daher wird von einer Bodenplatte über Heatpipes die Wärme in den Kühlturm, beziehungsweise in dessen Lamellen, geleitet, um dort von parallel zum Mainboard strömender Luft abtransportiert zu werden. Letztendlich wird durch die Anordnung ein Weitertransport der anfallenden Abwärme direkt zu einem Hecklüfter begünstigt. Für Noctua ist bei kompakten Abmessungen die maximale Kühlleistung bei moderater Lautstärke das oberste Ziel, weshalb es auch zu brachialem Materialeinsatz kommt.


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Trotz den Ambitionen, in der Topliga der Luftkühlung mitzuspielen, gestalten sich die Dimensionen vergleichsweise schlank. Mit 158 Millimeter Höhe passt der NH-U12A auch in viele Mini- und Midi-Tower, lässt gleichzeitig mit 125 Millimetern in der Breite auch noch einen vernünftigen Abstand zum ersten Erweiterungsslot. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Mainboardhersteller den Sockel nicht direkt neben den PCIe-Slot gesetzt hat. Das ist meistens auf MiniITX-Platinen der Fall, wobei bei solchen Systemen oftmals generell nicht der Platz für einen größeren Tower-Kühler vorhanden ist. Der benötigte Freiraum für die Dicke ist abhängig von der gewählten Lüfteranzahl, mindestens sollten aber 83 Millimeter einplant werden. Die beidseitiger Bestückung benötigt 108 Millimeter, womit der Aufbau fast quadratische Form annimmt.

Beim Material setzt Noctua grundsätzlich auf Aluminium für die Lamellen und Kupfer für die Heatpipes, versieht den Kühler, wie alle seine Produkte, aber mit einer zusätzlichen Vernickelung. Diese sieht, unserer Meinung nach, nicht nur super aus, sondern verleiht auch einen einheitlichen und wiedererkennbaren Look. Eine Anfälligkeit für Kratzer, wie wir sie bei manchen Kühlern mit beispielsweise schwarzer Beschichtung feststellen mussten, existiert hier nicht. Leider hinterlassen Fingerabdrücke beziehungsweise die fettigen Rückstände der Haut schnell ihre Spuren. Für den einwandfreien optischen Eindruck sollte man den Kühlkörper also entweder vorsichtig anfassen oder nach dem Einbau die entsprechenden Spuren abwischen.


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Um die Wärme auch vernünftig in den Kühlblock zu bekommen, steht eine massive, plane und aus dem Nickel herausgefräste Bodenplatte zur Verfügung. Jede der sieben, ebenfalls vernickelten, Heatpipes verlaufen dort dicht nebeneinander hinein. Das vorderste Exemplar liegt zentral und sehr knapp am Rand innerhalb des Lamellenturmes, die dritte und fünfte Wärmeleitung gehen mittig an die Seite. Nummer zwei und vier verlaufen fast schon zentral gelegen nach oben, die letzten beiden sind im hinteren Bereich des Turmes wiederum im vernünftigen Abstand etwas weiter außen platziert. Jene für die Montage des Kühlers benötigte Brücke ist mittels einer zentral platzierten Schraube bereits vorinstalliert. Sollte, aus welchem Grund auch immer, man jenes Bauteil einmal entfernen müssen, steht dafür eine ovale Öffnung im Kühlturm zur Verfügung. Diese ist exakt auf den beigelegten Schraubendreher ausgelegt und erfüllt ihren Job ausgezeichnet.


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Bei den Lüftern kommt ein Modell in doppelter Ausführung aus dem eigenen Hause zum Einsatz, welches im Handel auf die Bezeichnung NF-A12x25 PWM hört. Jenen durften wir bereits im vergangenen Jahr testen und zeigte dort seine außerordentliche Brillanz in sämtlichen Bereichen. Von dieser Seite aus betrachtet halten wir die Wahl für sehr sinnvoll. Angesteuert wird der Lüfter im 120 Millimeter Format über ein PWM-Signal, die Obergrenze liegt bei 2000 Umdrehungen in der Minute. Zur Geräuschdämpfung sind bereits von Haus aus Gummientkoppler installiert. Noctua wäre natürlich nicht Noctua, hätte man die Farbgebung aus hellem Beige für den Rahmen und Braun für die Impellerblätter weggelassen. Was man nun davon halten mag, sei dahingestellt und fällt unter die Geschmackssache, der Wiedererkennungswert ist allerdings vorhanden und entgegen aller Trend findet sich keine einzige LED für Lichteffekte wieder. Nach unzähligen Tests mit den RGB-Spektakeln ist es auch schön zu sehen, dass die Hersteller auch auf die Käuferschichten mit schlichteren Ansprüchen noch Rücksicht nehmen.


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Mit den äußeren Werten sind wir überaus zufrieden. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, so etwas wie scharfe Kanten oder Verarbeitungsmängel lassen sich nicht mal im Ansatz finden. Hochwertige Lüfter und die rohen technischen Fakten des Kühlkörpers beeindrucken nachhaltig. Wir bleiben gespannt, wie gut der NU-U12A bei der Montage und in unseren Stresstests abschneidet.



Montage

Sehr erfreuliche Nachrichten gibt es bei der Montage, jene geht außerordentlich zügig und einfach von der Hand. Zuerst wird, in diesem Fall auf einem Intel-System, die Backplate direkt auf die Rückseite durch das Motherboard hindurch gesteckt, da die benötigten Stifte bereits fertig montiert sind. Von der Vorderseite folgen nun vier Kunststoff-Abstandshalter, die Haltebrücken sowie die dazu passenden Rendel-Schrauben. Das einfache Ansetzen und Anziehen gelingen problemlos mit der Hand, für die optimale Verschraubung empfehlen wir aber definitiv das beigelegte Werkzeug zu verwenden, welches generell bei allen dafür vorgesehenen Bauteilen ohne Probleme passt.
An dieser Stelle muss nun spätestens die Wärmeleitpaste auf dem Heatspreader verteilt werden, da ansonsten keine ausreichende Kühlung garantiert werden kann. Die Schutzabdeckung der Bodenplatte lässt sich außerordentlich leicht entfernen und, sollte der Kühler zurück in den Karton müssen, auch einfach wieder anbringen. Unserer Meinung nach stellt das die bessere Lösung als Klebefolien dar, nicht zuletzt eliminiert man so auch eine Quelle für Rückstände.


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Vor dem Festziehen des Kühlkörpers auf der CPU müssen beide Lüfter entfernt werden. Positiv fallen hier, wie später bei der erneuten Montage, das sehr gut austarierte Verhältnis zwischen Kraftaufwand und Anpressdruck auf. Weder ist eine übermäßige Anstrengung für das Entfernen/Anbringen notwendig, noch hat man das Gefühl, dass der NF-A12x25 einen zu lockeren Sitz hat. Um einem zu hohen Anpressdruck auf die CPU vorzubeugen, integriert Noctua je eine Feder in die Schrauben am Haltebügel. Erneut leistet der mitgelieferte Schraubendreher gute Dienste und lässt bei abwechselndem, beidseitigem Einsatz eine gefahrlose und sehr angenehme Montage zu. Zuletzt kommen noch die Lüfter wieder auf die Heatsink und werden über den Y-Adapter am Board angeschlossen. Bei Bedarf kann auch der Low Noise Adapter in die Verkabelung miteinbezogen werden, jener regelt über einen verbauten Widerstand automatisch die Lüftergeschwindigkeit und damit die Lautstärke nach unten, allerdings natürlich auf Kosten der Performance.


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Insgesamt stellt uns die Montage sehr zufrieden. Neben den zügig zu absolvierenden und einfachen Montageschritten zeigt sich vor allem die Anleitung von ihrer besten Seite. In der Packung liegt sie zwar nur auf Englisch bei, online ist aber jederzeit auch die deutsche Fassung zu finden. Generell sei aber gesagt, dass die Bebilderung selbst wirklich gut gelungen ist und, in Kombination mit dem einfach gehaltenen Text, für eine mühelose Verschraubung des Noctua NH-U12A sorgt. Auch der erste RAM-Slot kann noch problemlos mit hohen Modulen bestückt werden. Jene blockieren dann natürlich ein bisschen den Airflow, wobei hier nicht mit Performanceverlusten zu rechnen ist.




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Grundlegende Information und Philosophie bezüglich des Testsystems

Auf diesem i7-System werden wir uns überwiegend mit Kühlern beschäftigen, die sich für die Abfuhr von großen Mengen an Wärme eignen. Dazu gehören vor allem Kühler im Tower-Design, mit vielen Heatpipes, 120 oder 140 Millimeter Lüftern, gerne auch in doppelter Ausführung. Bei der Bauhöhe bewegen wir uns mehrheitlich um die 160 Millimeter, jedoch sind auch Ausflüge darunter oder darüber zu erwarten.

Aber nicht nur neue Kühler werden getestet! Auch diverse, nicht mehr brandneue Produkte, die eventuell sogar nicht mehr im Hauptaugenmerkt liegen oder noch nie ins Auge gefasst wurden, haben wir im Hinterkopf und werden bei Gelegenheit den einen oder anderen Blick darauf werfen, schließlich können jene auch noch für die eine oder andere Überraschung gut sein. Somit entdeckt man vielleicht ein Modell, welches zwar schon älter, aber damit auch häufig kostengünstiger zu bekommen ist und für das geplante Hardware-Setting vollkommen ausreicht.


Testverfahren

Als Testverfahren zur Temperaturmessung haben wir uns ein Belastungsszenario mit durchgehend hoher Auslastung und damit verbundener Wärmeentwicklung ausgesucht, um die Kühler an die Leistungs-Grenzen zu führen und dabei eventuelle Schachstellen aufzudecken, sowie Vergleiche zwischen den Produkten untereinander machen zu können. Als Programm verwenden wir hierzu CoreDamage, welches sich als thermisch zuverlässig erweist.

Alle Kühler werden mit derselben Wärmeleitpaste (Noctua NT-H1) betrieben. Die umgebende Raumtemperatur des nicht schalldichten Raums beträgt ~23°C. Gemessen wird die Temperatur der CPU mittels "HWMonitor" und "CoreTemp" zweifach, um eventuelle Abweichungen durch ein Programm ausschließen zu können. Um unabhängig von der Umgebungsluft zu werden, welche allerdings meistens um die 23 Grad Celsius hat, geben wir das Ergebnis als Differenz zur Raumtemperatur in Kelvin an. Eine kurze Erklärung für Laien: Wenn es um einen Grad wärmer wird, sind das bei Celsius und Kelvin gleich viel, lediglich der Punkt, wo null Grad sind, unterscheidet sich. Um auch den Physikern gerecht zu werden, werden wir Temperatur-Differenzen in Kelvin angeben, da dies der korrekte Weg ist. Daher sind die Messwerte immer als "x Grad mehr als der Raum" zu lesen. Ein Beispiel: Ein Kühler erreicht 40 Grad Kelvin, die Raumtemperatur liegt bei gemütlichen 23 Grad Celsius. Daher wird die CPU letztendlich 63 Grad heiß.

Die Lautstärke des Kühlers wird mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt. Hierbei messen wir die Lautstärke bei 100%, 75% und 50% Drehzahl des Lüfters. Die Messung erfolgt in einem Abstand von 50 cm vor dem Lüfter. Um möglichst alle Geräuschquellen bei den Lautstärke-Messungen zu vermeiden, nutzen wir ein passives Netzteil und eine SSD-Festplatte. Bei allen Messungen liegt das Mainboard frei auf dem Tisch, ohne weiteren Nebenlüfter. Die Ergebnisse der Lautstärkemessungen kann sich von Redakteur zu Redakteur unterscheiden. Wie kommt es zu den unterschiedlichen Messabständen bei den Redakteuren? Dies erläutern wir hier:


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Das Testsystem

Testsystem-i7
Netzteil Seasonic Platinum Fanless 400W (passiv)
Mainboard MSI Z270M Mortar
Prozessor Intel i7-6700K (4x 4.0 GHz)*
Grafikkarte iGPU
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix 16 GB DDR4
Festplatte / SSD M.2 Samsung 960 Evo 256 GB
Betriebssystem Windows 10 Pro (64 bit)
Software zur Lüftersteuerung
MSI Command Center
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100
* Hinweis zur CPU: Unsere i7-6700K CPU wird vom Mainboard automatisch auf 4 Ghz bei Last auf allen Kernen getaktet und mit der passenden Spannung versorgt. Den letzten Wert haben wir unverändert gelassen, da er sich bei den Messungen praktisch im selben Rahmen bewegt und so Probleme verhindert werden.




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Temperaturen

Beginnen wir mit den Temperatur-Messungen, also welche Wärmeabführleistung von dem hier getesteten Kühler im Vergleich zu anderen Produkten erreicht wird. Dabei gilt klarerweise, dass weniger Grade auf der CPU besser sind. Denn je kühler ein Prozessor bleibt, desto mehr Spielraum besteht für ein Herunterregeln des Lüfters und damit einhergehender reduzierter Lautstärke oder aber zusätzliche Kühl-Ressourcen bei Übertaktungen.

Um das Prinzip der Messungen noch einmal zu erläutern: Die angegebenen Temperaturwerte sind abzüglich der Raumtemperatur, um somit eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen und eine schwankende Raumtemperatur abfedern zu können. Die "reale" Temperatur ist daher der Messwert zuzüglich der jeweils beim Leser vorherrschenden Umgebungstemperatur, womit man sich auch auf die eigenen vier Wände bezogen ein gutes Bild machen kann, ob der Kühler für die eigenen Bedürfnisse ausreicht oder nicht.




Leistungstechnisch gesehen ist der NH-U12A eine Klasse für sich und kann sowohl im Einzelbetrieb und vor allem mit der standardmäßigen Doppelbestückung einen (deutlichen) Vorsprung herausholen. Bei sinkender Drehzahl zeigt das Potenzial der Doppelbestückung besonders, zwei Grad besser als mit einem NF-A12x25 und drei Grade vor der schärfsten Konkurrenz sprechen für sich. Beachtlich ist vor allem, dass Noctua auf 120er Lüfter setzt, während be quiet! ein 135 Millimeter Pendant verwendet, als auch den größeren Kühlkörper mitbringt und sich die österreichische Schmiede trotzdem an die Spitze setzen kann. Dieses Ergebnis zeigt vor allem, dass eine mächtige Heatsink, nicht zuletzt aus Platzgründen, nicht immer die bessere Wahl ist, sondern immer die Kombination aus Material und Lüfter betrachtet werden muss.





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Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Drehzahlen und Lautstärke-Ergebnisse. Alle Kühler wurden dabei natürlich auf demselben System bei praktisch gleichen Umgebungsbedingungen getestet. Das gesamte Testfeld wird über ein PWM-Signal geregelt. Eingestellt und gemessen wurde mit Hilfe des "Command Center" vom Mainboardhersteller MSI selbst.

Allgemeiner Hinweis: Im normalen Nutzungsbetrieb erreichen die Lüfter von CPU-Kühlern nie den Drehzahlbereich von 100%.




Um einen Leisetreter handelt es sich beim NH-U12A nicht zwingendermaßen, vor allem bei der doppelten Lüfterbestückung weiß Noctuas neueste Schöpfung durchaus auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich lässt sich keiner der Vergleichskandidaten bei voller Drehzahl als leise bezeichnen, viel mehr als störend. Aber auch bei 75% ist die Standardkonfiguration mit zweifacher Luftquirl-Auswahl noch immer einwandfrei hörbar und auf Dauer auch nervig. Bei halber Drehzahl oder weniger können wir jedoch entspannt Entwarnung geben. Exzellente Werte, knapp über der natürlichen Umgebungslautstärke, kommen aus einem Gehäuse in den meisten Fällen nicht mehr heraus. Mit nur einem Lüfter zeigen sich erwartungsgemäß deutlich bessere Ergebnisse, so sind bereits 75% Drehzahl bei weitem nicht mehr störend, die Temperaturen blieben dazu weiterhin ausgezeichnet.


Drehzahl



Bei den Drehzahlen hält sich Noctua relativ gut an die hauseigene Vorgabe von 2000 U/min mit einer leichten Übertretung. Angesichts der, im Vergleich zu be quiet! und generell restlichen Testfeld, hohen Rotationsanzahl sind auch die vorher besprochenen Lautstärkewerte als gut anzusehen. Etwaige Auffälligkeiten wie übermäßige Abweichungen oder besondere optimale Drehzahlbereiche konnten wir dabei nicht feststellen, wir können aber dazu raten, die Lüfter mittels des beigelegten Low-Noise-Adapter bereits hardwareseitig zu begrenzen. Jener verhindert das unnötig weite Hochdrehen der Lüfter und reduziert sehr effektiv damit auch automatisch die Lautstärke. Als Tipp kann man für eine Balance zwischen Lautstärke und Leistung anregen, nicht über 1200 U/min zu gehen.




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Fazit

Auch wenn es eigentlich sehr leicht sein sollte, für diesen Kühler eine Empfehlung auszusprechen, müssen wir das unter einem Vorbehalt angehen. Das liebe Geld darf in diesem Fall nicht der Dreh- und Angelpunkt für eine Kaufentscheidung darstellen, für Preis-Leistungsbewusste Kunden ist der Noctua NH-U12A definitiv nichts. Diesen Punkt sollte man jedoch auch nicht falsch verstehen, schließlich gibt es extrem viel Gegenwert.

Als größtes Aushängeschild dient die überragende Leistung, sowohl in der vorgesehenen Doppelbestückung als auch mit einem einzelnen, hochwertigen, hauseigenen Lüfter. Vor allem bei letzterem agiert der NH-U12A in den meisten Szenarien überaus leise. Sitzen beide Luftquirle am Kühler, steigt die Lautstärke prinzipiell an, jedoch kann man die Lüfterkurve auch entsprechend anpassen, dass die störenden Drehzahlbereiche erst gar nicht erreicht werden. Allgemein können wir an der Qualität der Einzelteile nichts aussetzen. Alle Kanten sind sauber entgratet, die vollstände Vernickelung ebenfalls tadellos umgesetzt. Mit der Montage hatten wir unsere Freude, nicht zuletzt durch die einfache Durchführung und den fast schon unheimlich gut austarierten Klammern, welche weder zu fest sitzen noch den NF-A12x25 Spielraum für Vibrationen lassen. Jene Lüfter tragen sicherlich einen guten Teil zum hohen Preis bei, ein Exemplar kostet im Einzelhandel bereits über 25 Euro. Für den Fall, dass es einmal zu Problemen mit den einzelnen Bauteilen kommt, garantiert Noctua sechs Jahre erstklassigen Support, sehr schön.

Ein kleiner, etwas nerviger Kritikpunkt stellt die Anfälligkeit für Fingerabdrücke dar. Entweder man passt beim Einbau besonders auf und wischt die verursachten Stellen wieder sauber oder es bleibt der Griff zu Handschuhen nicht erspart. Wichtig ist, dass es sich um eine mögliche optische, aber keine funktionale Einschränkung handelt. In geschlossenen oder nicht übermäßig hell beleuchteten Systemen fallen derlei kleine Makel vermutlich gar nicht erst auf.

Möchte man einfach den aktuell leistungsstärksten Kühler, besonders hochwertige Hardware oder macht man sich keine Gedanken um den Preis, stellt der Noctua NH-U12A eindeutig den Kühler der Wahl dar. Durch die kompakten Abmessungen passt er in fast alle gängigen Midi- und auch viele Mini-Tower, wahrt die Kompatibilität zu hohen RAM-Modulen und schränkt auch die Nutzung des ersten Erweiterungsslot nicht ein. Von unserer Seite gibt es daher eine Empfehlung, allerdings darf der Kaufpreis von 100 Euro im Hinterkopf behalten werden. Stört dieser nicht, heißt es zugreifen.




  • Brachial leistungsstark
  • Überragende Verarbeitung
  • Herrlich einfache Montage
  • Lüfterklammern sind genau richtig austariert
  • Hochwertige Lüfter (Einzelpreis 30 Euro je Stück)
  • Zweiter Lüfter kann auch als exzellenter Gehäuselüfter verwendet werden
  • Kompatibilität zu hohem RAM
  • Sechs Jahre Garantie





  • Material nicht resistent gegenüber Fingerabdrücken, dafür immun gegen Kratzer
  • Standardmäßig kein Leisetreter, durch niedrige Temperaturen aber ordentliches Potenzial





  • Einfach teuer, trotz der Qualität



Awards:


Links zum Produkt





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Simon Sternbauer


gedruckt am 23.09.2019 - 18:25
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