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Noctua HT-H2, HT-H1, NA-SCW1: Wärmeleitpasten und Reinigungstücher im Check
04.05.2019 - 08:00

Einer der wohl bekanntesten Premium-Hersteller für die PC-Kühlung ist die österreichische Komponenten-Schmiede Noctua, welche uns in letzter Zeit bereits mehrere Male positiv mit neuartigen Lüftern und leistungsstarken Kühlern überzeugen konnte. Um die Wärme allerdings auch in die aufwendigen Lamellen- und Heatpipe-Konstruktionen weiterzuleiten, kommt man um die richtige Wärmeleitpaste nicht herum. Genau diese ermöglicht erst den effektiven Abtransport und stellt damit einen zentralen Faktor dar. Damit erscheint es auch logisch, dass Noctua seit längerer Zeit genau eine solche Paste unter dem Namen NT-H1 anbietet. Nach fast elf Jahren am Markt bewährt sich jene immer noch, doch im High-End-Segment zeigen die Mitbewerber genauso, was sie können. Um dort wieder ein gewichtigeres Wort mitreden zu dürfen, entwickelte Noctua eine neue Wärmeleitpaste unter dem Namen NT-H2 und die Auslieferung begann bereits Anfang Februar. Während die Leitfähigkeit generell einen kleinen Schritt nach vorne macht, hat Noctua ein genaues Auge auf abwärmestarke Komponenten geworfen und den Neuzugang entsprechend dahingehend optimiert, um bei hohen TDP-Angaben mit ebenfalls verbesserter Ableitung ebenjener Wärme hervorzustechen




Gleichzeitig wurde dem hausinternen Vorgänger NT-H1, welcher auch weiterhin am Markt bleibt und den Kühlern beiliegen wird, ein Facelifting verpasst. Anstelle des Plastik-Blisters setzt Noctua nun auf eine deutlich höherwertig wirkende Schachtel und bietet zusätzlich zu der bekannten Variante mit 3,5 Gramm nun auch eine Tuben-Version mit stolzen zehn Gramm Inhalt an. Für die Entfernung der alten Wärmeleitpaste auf dem Heatspreader respektive des Dies gibt es nun von Seiten Noctuas auch eine eigene Lösung. Unter dem Namen NA-SCW1 liegen die Reinigungstücher auf Alkoholbasis der neuen NT-H2 bereits bei oder können separat in einer 20-Stück Packung erworben werden. Hervortun sollen sie sich durch eine starke Reinigungskraft sowie einer einfachen Handhabung.

Wie gut die neue Wärmeleitpaste NT-H2 die entstehende Wärme weiterleitet, ob die NT-H1 mithalten kann und welche Erfahrungen wir mit den Reinigungstüchern NA-SCW1 gemacht haben, lest ihr auf den folgenden Seiten.

Wir wünschen viel Spaß dabei!


Danksagung

Wir danken der Firma Noctua für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.









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NT-H2 Verpackung und Lieferumfang

Bei der Verpackung kommt eine hübsche, informative und zudem noch kompakte Schachtel zum Einsatz. Auf der Vorderseite stehen neben dem Produktnamen, der Mengenangabe und natürlich einem Herstellerlogo noch die wichtigsten Eckdaten über die NT-H2. Farbtechnisch handelt es sich um das bekannte, braun-weiße Noctua-Schema, welches nicht zuletzt für einen hohen Wiedererkennungswert sorgt. Die Rückseite wartet nochmals mit einer übersichtlichen Tabelle der technischen Daten sowie einer englischen und deutschen Beschreibung der Wärmeleitpaste auf. Das gilt sowohl für die 3,5 Gramm als auch die 10 Gramm Version. Bei Letzterer ist die Verpackung eine Spur dicker, ansonsten jedoch identisch.


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Die Version mit geringerem Inhalt kommt dementsprechend auch in einer kleineren Spritze sowie mit weniger Reinigungstüchern beim Käufer an, genau genommen liegen hier drei Stück dabei. Die NA-SCW1 getauften Tücher in der braunen Verpackung finden in einem kleinen Raum hinter der eigentlichen Paste ihren Platz. Generell ist alles sicher, ordentlich und schön präsentiert verpackt und kann, nach dem Öffnen der Verpackungsseite, sehr einfach herausgezogen werden.


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Die 10 Gramm Ausführung geht hier einen etwas anderen, aber genauso praktikablen Weg. Nach dem Befreien aus der äußeren Verpackung hat Noctua das zehn Stück starke Kontingent an Reinigungstüchern nämlich unterhalb der Spritze verstaut. Zudem gibt es nun auch in der Verpackung einige sehr schön illustrierte Hinweise, welche Möglichkeiten des Auftragens auf die CPU/GPU Noctua selbst empfiehlt. Die verwendete Tropfen-Methode ist unserer Meinung nach dabei eine sehr gute Idee, da sie auch für einen Anfänger sehr einfach und unkompliziert angewendet werden kann. Lediglich auf die halbwegs richtige Menge kommt es an, den Rest löst der Anpressdruck des Kühlkörpers.


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Das äußere Design der Spritzen, egal welche Inhaltsmenge, hält sich angenehm zurück. Der Länge nach findet man Herstellername und die bekannte Noctua-Eule, dazu noch die jeweilige entsprechende Produktbezeichnung. Auf der gegenüberliegenden Seite der zylindrischen Hülle stehen zudem noch einige Sicherheitshinweise.

Unser Redakteur nutzt zum Auftragen der Wärmeleitpaste bevorzugt das Verstreichen, sowohl auf dem Heatspreader des Prozessors/oder CPU, sowie auf dem Siliziumchip der Grafikkarte, weshalb wir diese Methode auch zuerst ausprobiert haben. Auffällig war die, für eine WLP, geringe Zähflüssigkeit, womit die NT-H2 sich sehr einfach aus der Spritze drücken und verteilen lässt. Allerdings heißt es damit auch aufpassen, dass nicht zu viel verwendet wird. Ansonsten neigt die Wärmeleitpaste dazu, in den CPU-Sockelbereich zu fließen, was durch das Verdrecken und Verkleben der Pin-Kontakte Schäden am System zur Folge hat. Solange man es nicht gänzlich übertreibt, ist man als Anwender auf der sicheren Seite. Im Falle unseres Grafikchips verhält es sich so, dass der Hersteller bereits von Haus aus es viel zu gut meinte. Da es sich hier allerdings um einen fix verlöteten Silizium-Die handelt, ist es deutlich weniger kritisch, nur sehr umständlich und heikel zu reinigen. Für uns gilt, dass auf einer größeren Fläche das Auftragen etwas schwieriger ist als beim Vorgänger NT-H1, während es auf kleinen Flächen bei keiner der beiden Pasten zu Problemen kommt. Allgemein fällt die Dosierung beim Herausdrücken aus der Spritze, durch die geringe Zähflüssigkeit, eine kleine Spur schwerer aus wie gedacht. Anfänglich kam beim Redakteur ein viel zu großer Klecks Wärmeleitpaste heraus, als es nötig gewesen wäre. Nach dem zweiten oder dritten Versuch gelingt die Anwendung aber schon ohne Probleme.


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Rechtes Bild: Die rund um den Chip zu sehende, vertrocknete Paste befand sich bereits im Auslieferungszustand derart verteilt und ist durch die umliegenden SMD-Bauteile sehr schwierig zu entfernen, weshalb wir davon absahen. Sie stellt, da nicht leitend, aber keine Gefahr für das System dar.


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Bisher sind wir mit der Noctua NT-H2 sehr zufrieden. Die Verpackung ist gut gelungen, der innere Aufbau sauber strukturiert und das Auftragen auf den Heatspreader oder direkt auf den Die gelingt ohne echte Schwierigkeiten. Wir sind gespannt auf die Leistungswerte, ob jene den bis jetzt exzellenten Eindruck zusätzlich noch einmal untermauern können.


NT-H1 im Überblick

Keine Neuheit stellt die bekannte, unter anderem redaktionsintern sehr gerne verwendete, NT-H1 dar, welche mit einer neuen Verpackung ein kleines Face-Lifting bekommen hat. Anstelle des vorher verwendeten Plastikblisters verwendet Noctua jetzt ein der NT-H2 sehr ähnliches und damit auch hochwertiger wirkendes Transportbehältnis. Wie Eingangs schon geschrieben gibt es als Neuheit nun auch eine 10 Gramm Version für jene Nutzer, welche mehr als nur alle heiligen Zeiten eine Wärmeleitpaste wechseln müssen (und damit ideal für geschäftige Redakteure). Herstellerseitig wird eine Lagerzeit von maximal drei Jahren angegeben, sodass die Paste noch optimal genutzt werden kann.


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Die Verpackungen sind, abgesehen von verschiedenen Detailangaben, praktisch identisch. Die Vorderseite zeigt sich mittig mit dem bekannten Noctua-Braun, wobei eine stilisierte Grafik des Auftragens der Wärmeleitpaste als Hintergrund zu sehen ist. Dazu kommt natürlich der Produktname, Herstellerlogo sowie die wichtigsten Eigenschaften. Die Rückseite wird erneut in Braun gehalten, zusätzlich befindet sich dort eine Tabelle mit technischen Daten. In Englisch und Deutsch erklärt Noctua, worum es sich bei der NT-H1 genau handelt sowie die, sehr universell gehaltenen, Einsatzgebiete.

Innerhalb der äußeren Verpackung liegt die Spritze, dank eines stabilen Kartonrahmens gut gegen äußere Einflüsse beim Transport geschützt. Weiteres Zubehör, wie die Reinigungstücher NA-SCW1, gibt es jedoch nicht. Das Design der Spritze sieht, erneut wenig überraschend, dem Neuzugang im Hause Noctua sehr ähnlich. Neben dem Firmenlogo steht noch die Bezeichnung sowie die Menge auf der braun-schwarzen Ummantelung, nebst der Sicherheitshinweise.


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Preislich beginnt die 3,5 Gramm Version bei zirka sieben Euro, für die größere Ausführung sind aktuell mindestens 13 Euro ausgerufen. Der Preis je Gramm ist damit, und so soll es sein, bei der größeren Version um den Faktor vier besser und stellt damit, falls die Menge auch benötigt wird, dass attraktivere Angebot dar. Für all diejenigen, welche nur von Zeit zu Zeit einen Klecks Wärmeleitpaste benötigen, gilt die kleinere Ausführung als die bessere Option. Selbst eine hochwertige Paste beginnt mit der Zeit in der Tube etwas zäher bis bröckelig zu werden, vor allem, wenn die Spritze einmal geöffnet wurde.




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NA-SCW1 Reinigungstücher im Detail

Alte Wärmeleitpaste will natürlich spätestens beim Kühlerwechsel auch ordentlich entfernt und erneuert sein, weshalb die bei der NT-H2 bereits beigelegten Reinigungstücher auch separat in einer größeren Packung mit 20 Stück im Handel zu finden ist. Geliefert werden die praktischen Helferlein in einer schwarzen Schachtel, wo es frontal das Herstellerlogo und die Bezeichnung zu sehen gibt. Rückseitig sind Gebrauchs- und Sicherheitshinweise, zwei praktische QR-Codes für eine Videoanleitung sowie anderssprachige Varianten der Instruktionen aufgedruckt. Auf einer Längsseite folgen zudem erneut Produktname, Bar-Codes und zwei Vermerke zu Abmessung und Stückzahl. Innen liegen die, klarerweise, eingepackten Tücher in zwei Stapeln zu jeweils zehn Stück, getrennt durch eine kleine Papier-Zwischenwand.


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Designtechnisch hält es Noctua beim Nötigsten, aber gleichzeitig auch bei bekannten Stilmitteln wie dem geliebten respektive von manchen Menschen geschmähten Braunton. Frontal sieht man zudem die Hersteller-Eule. Rückseitig wiederholen sich die Sicherheitshinweise von der Verpackung noch einmal. Wichtig erscheint uns hier, neben den sehr logischen Dingen wie "nicht zu sich nehmen", dass die SCW-1 auf Alkoholbasis arbeiten und damit Personen mit einer diesbezüglichen Unverträglichkeit besonderer Vorsicht walten lassen müssen. Der Umwelt und den Kläranlagen zuliebe dürfen die Tücher außerdem nur im Hausmüll (Restmüll) und nicht über das Abwassersystem entsorgt werden.


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Der Einsatz gestaltet sich sehr einfach und absolut problemlos. Nach dem Öffnen, beziehungsweise Aufreißen, der Verpackung entnimmt man das Reinigungstuch, faltet es auf und nutzt eine Seite für den Kühler sowie die andere für die CPU und/oder GPU. Der ganze Ablauf geht erfreulich einfach, da die einzelnen Tücher auch groß genug dimensioniert wurden, um mehrere Flächen reinigen zu können. Außerdem wirkt das Reinigungsmittel zudem sehr effektiv, so dass meistens einmaliges Wischen schon zum gewünschten Ergebnis führt. Als kleinen Tipp können wir empfehlen, den Hauptanteil der eigentlichen Wärmeleitpaste bereits vorher mit einem Taschentuch oder einem Stück Toilettenpapier zu entfernen und die Endreinigung an die SCW-1 zu übergeben. Durch den verwendeten Alkohol können von diesen im getrockneten Zustand kleine, sichtbare Rückstände auf den einzelnen Flächen zurückbleiben, jene sind allerdings vollkommen unproblematisch und führen, so Noctua, zu keiner Beeinträchtigung der Kühlleistung. Wer seine CPU etc. gänzlich ohne Rückstände haben möchte, dem sei empfohlen direkt nach der Reinigung mit einem Tuch die Flüssigkeitsreste abzutupfen. Nach der Verwendung und Entsorgung sollten man selbst noch abschließend die eigenen Hände waschen, um etwaige Überbleibsel auf den Händen zu eliminieren. Das hat einen hygienischen Effekt als auch einen gesundheitlichen, schließlich möchte man nicht unbedingt seine sämtlichen Gegenstände und Wertsachen mit dem nicht immer geeigneten Reinigungsmittel in Kontakt bringen.


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Insgesamt wissen die SCW-1 Reinigungstücher zu gefallen. Die einfache, aber klar verständliche Verwendungshinweise tragen ihren Teil dazu bei und Rückstände von Wärmeleitpasten werden problemlos entfernt. Preislich liegt man bei 20 Stück bei aktuell um die 10 Euro, was angesichts der guten Ergebnisse ein fairer Preis ist. Als Alternative können wir auch den Griff zu Brennspiritus oder Isopropanol, einem Lösungsmittel, anraten, welche beide in größeren Mengen günstiger kommen.




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Unser Testsystem

Im Hinblick auf diesen Test haben wir in unserem Testsystem eine weitere Komponente hinzugefügt, namentlich die Sapphire RX470 Nitro+. Da natürlich auch bei GPUs Wärmeleitpaste zwischen dem Die und der Kühlkonstruktion von Nöten ist, werden alle teilnehmenden Testkandidaten sowohl hier als auch auf der CPU getestet. Als starken Partner für die Wärmeabfuhr vom Prozessor setzen wir auf einen Noctua NH-U12P mit zwei NF-P12 Lüfter (120 Millimeter).

Die umgebende Raumtemperatur beträgt ~23° Celsius. Gemessen wird die Temperatur der CPU mittels "HWMonitor" und "CoreTemp" zweifach, um eventuelle Abweichungen durch ein Programm ausschließen zu können. Bei der GPU haben wir uns für eine Kombination aus der integrierten Anzeige von Furmark sowie dem MSI Afterburner entschieden. Um unabhängig von der Umgebungsluft zu werden, geben wir das Ergebnis als Differenz zur Raumtemperatur in Kelvin an. Eine kurze Erklärung für Laien: Wenn es um einen Grad wärmer wird, sind das bei Celsius und Kelvin gleich viel, lediglich der Nullpunkt unterscheidet sich. Physikalisch gesehen korrekt ist die Angabe bei einem Delta der Temperatur in Kelvin, weshalb wir auch diesen Wertebereich verwenden. Daher sind die Messwerte immer als "X Grad addiert zur Umgebungstemperatur" zu lesen. Ein Beispiel: Eine Wärmeleitpaste ermöglich eine Temperaturdifferenz von 40 Grad, die Raumtemperatur liegt bei gemütlichen 23° Celsius. Daher wird die CPU respektive die GPU letztendlich 63° Celsius heiß.


Testsystem-i7
Netzteil Seasonic Platinum Fanless 400W (passiv)
Mainboard MSI Z270M Mortar
Prozessor Intel i7-6700K (4x 4.0 GHz)*
Grafikkarte Sapphire Radeon RX 470 Nitro+
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix 16 GB DDR4
Festplatte / SSD M.2 Samsung 960 Evo 256 GB
Betriebssystem Windows 10 Pro (64 bit)
Software zur Lüftersteuerung
MSI Command Center
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100
* Hinweis zur CPU: Unsere i7-6700K CPU wird vom Mainboard automatisch auf 4 Ghz bei Last auf allen Kernen getaktet und mit der passenden Spannung versorgt. Den letzten Wert haben wir unverändert gelassen, da er sich bei den Messungen praktisch im selben Rahmen bewegt und so Probleme verhindert werden.


Temperaturen im Vergleich



Unter anhaltender Last kann die NT-H2 einen knappen Sieg verbuchen und setzt sich vor den Mitstreiter aus dem eigenen Haus, aber auch den beiden Konkurrenten. Liegen alle Wärmeleitpasten bei 100% PWM noch gleichauf, beginnt Noctuas neue Kreation bei sinkender Drehzahl langsam, aber sicher mit dem Aufbau eines kleinen Vorsprunges. Diese Beobachtung deckt sich gleichzeitig auch mit der Aussage seitens des Herstellers, dass die NT-H2 keine neuen Weltrekorde aufstellt, sondern als eine Weiterentwicklung der NT-H1 gesehen werden muss und der gewillte Käufer damit leichte Vorteile bei höheren Temperaturen erzielen kann. Grundsätzlich zeigen aber alle aufscheinenden Pasten eine gute Wärmeleitfähigkeit, vor allem das von uns leider nicht näher bestimmbare No-Name-Produkt kann sehr gut mithalten.




Wie beworben hat Noctuas neues Produkt seine Stärken im High-TDP-Bereich und kann jene unter einer Grafikkarte, also direkt zwischen Silizium und Kühler, ausspielen. Lässt man erneut vom Szenario mit 100% Drehzahl außen vor, welches vor allem bei Grafikkarten als eher unrealistisch gelten sollte, setzt sich die NT-H2 leicht ab. Der hauseigene Vorgänger liegt nur knapp dahinter und fast gleichauf mit der offensichtlich ebenfalls hochwertigen No-Name Wärmeleitpaste. Lediglich die Pictum 2 kann hier nicht gänzlich überzeugen. Erneut gibt es jedoch keinen Totalausfall unter allen Produkten. Zusammengefasst weiß die Kühlleistung der NT-H2 auf CPU und GPU zu gefallen, da die versprochenen Vorteile auch tatsächlich eingehalten werden und darüber hinaus auch klar im Messbetrieb nachzuvollziehen sind.





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Fazit NT-H2

In der NT-H2 findet die NT-H1 eine sehr sinnvolle Weiterentwicklung und Ergänzung in der Produktpalette, aber keinen vollständigen Ersatz. Das hat auch Noctua so kommuniziert, da die ältere Wärmeleitpaste weiterhin den Kühlern aus eigenem Hause beiliegt. Interessant ist der Neuzugang allerdings für diejenigen, welche mit abwärmestarken Komponenten wie den Threadripper-CPUs oder schnellen Grafikkarten hantieren. Je höher die Wärmeentwicklung, desto mehr kann die HT-H2 ihre Qualitäten ausspielen. Für den normalen Anwender mit einem klassischen Mainstream-Prozessor wie Core i5/i7 oder Ryzen 5/7 reicht die NT-H1 hingegen weiterhin völlig aus, welche es nun auch in schönerer Verpackung und zudem auch in einer 10 Gramm Version gibt. Allgemein gilt, dass die größere Spritze für diejenigen, welche tatsächlich so viel Wärmeleitpaste gebrauchen können, bei beiden Produkten ein attraktives Angebot darstellt. Der Preis je Gramm reduziert sich locker um mehr als die Hälfte. Die 3,5 Gramm Version kostet aktuell etwas über 10 Euro, die größere Ausführung kommt auf das Doppelte.

Zusammengefasst ist die Noctua NT-H2 eine gute Wärmeleitpaste, welche in höheren TDP-Regionen ihre Vorteile auszuspielen weiß, für den Mainstream-Benutzer aber durch den höheren Preis gegenüber dem Vorgänger eine nicht allumfassende Empfehlung einheimsen kann. Trotzdem, wenn das große Potenzial nutzbar ist, lohnt sich der Griff. Ansonsten freuen wir uns, die NT-H1 auch weiterhin zu empfehlen.




  • Gute Wärmeleitfähigkeit
  • Einfach aufzutragen, aufgrund geringer Viskosität
  • Reinigungstücher mit dabei
  • 3,5 und 10 Gramm Version erhältlich




  • Für Mainstream CPUs fast keine Vorteile gegenüber der NT-H1, aber preislich höher




  • Allgemein teuer in der Anschaffung



Awards:


Fazit Reinigungstücher NA-SCW1

Ein interessantes Produkt sind die Tücher auf jeden Fall, nicht zuletzt, weil jene der neuen High-End Paste von Noctua schon beiliegen oder eben auch separat in einem 20er-Pack gekauft werden können. Die Handhabung ist einfach, alle relevanten Nutzungshinweise stehen auf der Packung und die SCW1 sind auch groß genug, um mehrere Bauteile auf einmal reinigen zu können. Damit stellen sie eine sinnvolle Ergänzung für die Kundschaft dar, welche keine Lösungsmittel wie Isopropanol oder oder einen einfachen Brennspiritus zu Hause stehen haben und jene auch nicht in der großen Menge brauchen würden. Preislich sind die ausgerufenen 10 Euro unserer Meinung nach angemessen und unterstützen, bei sporadischer Nutzung keine große finanzielle Belastung, den Reinigungsprozess sehr sinnvoll.




  • Reinigen gut
  • Groß genug für mehrere Flächen auf einmal
  • Angemessene Stückzahl (20) für den Preis




  • Im Vergleich zu Reinigungsalkohol teuer



Awards:



Links zum Produkt





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Simon Sternbauer


gedruckt am 21.11.2019 - 20:31
http://www.tech-review.de/include.php?path=content/content.php&contentid=167338