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LC-Power LC-KEY-MECH-1-RGB - Preisbewusste RGB-Mecha mit Cherry Tastern im TRV-Check!
20.01.2019 - 09:00

Bereits im Jahr 2017 hatten wir die Gelegenheit, das mechanische Erstlingswerk aus dem Hause LC-Power auf Herz und Nieren zu testen. Die Mech-1 konnte uns damals über weite Teile mit ihrer soliden Verarbeitung, besonders jedoch mit dem umfangreichen Beleuchtungsmodus, cleveren Kabelmanagement sowie der softwarelosen Konfiguration überzeugen. Lediglich die Verwindungssteifigkeit des Gehäuses und die Ausleuchtung der Sonderzeichen konnten das hohe Niveau nicht halten. Bei einem Kaufpreis von 70 Euro ist es dem Hersteller unserer Meinung nach dennoch gelungen, die richtige Balance zwischen Ausstattung und Qualität zu finden, und so eine tolle Tastatur mit einem überragenden Preis-Leistungs-Verhältnis auf den Markt zu bringen. Als absolutes Highlight und Qualitätsmerkmal wurden zusätzlich MX-Switches des in Deutschland beheimateten Marktführers Cherry verbaut.


Zwischenzeitlich werden sämtliche Komponenten des umfangreichen Portfolios - die sich vorrangig an Spieler richten - unter dem Label AiRazor vermarktet. Die nächste mechanische Tastatur, die 2018 folglich unter der Gaming-Serie veröffentlicht wurde, hört auf den Namen Mech-1-RGB. Dabei handelt es sich weniger um einen Nachfolger als um eine sinnvolle Erweiterung des aktuellen Sortiments, denn optisch finden sich praktisch keinerlei Änderungen. Unter der Haube, beziehungsweise den Tastenkappen, schlummert unterdessen wieder erprobte Tastentechnik aus Auerbach in der Oberpfalz. Wie die Bezeichnung vermuten lässt, setzen diese nicht mehr auf eine einfarbige Beleuchtung, sondern auf eine Multi-Color basierende Ausleuchtung, die das gesamte Farbspektrum von 16,8 Millionen Farben abdeckt. Wir sind gespannt, ob die RGB-Variante die altbekannten Schwächen des Vorgängers ablegen konnte, und sich so eventuell wieder unseren heißbegehrten Preis-Leistungs-Award sichert.

Viel Spaß beim Lesen!


Danksagung

Wir danken der Firma LC-Power für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.










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Verpackung und Lieferumfang

Die vorwiegend in grau dekorierte Kartonage thematisiert auf der Vorderseite neben dem Abbild der Tastatur selbst vor allem dessen Kerneigenschaften. Dabei handelt es sich um die rote Schalter-Variante aus dem Hause Cherry, einem implementiertem Gaming-Modus, N-Key Rollover, eine vollständig programmierbare RGB-LED-Beleuchtung sowie Makro- und Medien-Funktionen. Für die technische Umsetzung der konfigurierbaren Elemente wird selbstverständlich eine Software bereitgestellt. Optisch soll die Mech-1-RGB zusätzlich mit ihrem Cover aus Aluminium für Aufsehen sorgen. Die Aufmachung der Verpackung definiert sich zum einen aus dem grünen Schriftzug, der das Produkt selbst benennt und zum anderen durch den Hinweis auf die neue AiRazor-Gaming-Serie in Form einer Rasierklinge. Trotz des großen Informationsflusses ist es LC-Power gut gelungen, einen sachlichen Aufbau mit einer ordentlichen Struktur zu kombinieren.


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Rückseitig wird der übersichtliche Aufbau konsequent weitergeführt, mit dem Unterschied, dass die Features der Tastatur visuell erklärt werden. So dient beispielsweise eine Grafik der Mech-1-RGB dazu, die zahlreichen FN-Funktionen detailliert aufzulisten. Außerdem ist es möglich einen ersten Blick auf die optionale Applikation zu werfen. Abschließend werden in einer Tabelle sämtliche Ausstattungsmerkmale sowie die technischen Daten zusammengefasst. Im Inneren erwartet uns eine Schutzhülle aus Kunststoff, welche die Mecha sicher umhüllt, und demnach ideal vor äußeren Einflüssen schützt. Seitlich wurde sie zusätzlich mit Schaumstoff gepolstert, um einen sicheren Transport zu garantieren. Unter ihr befinden sich die hervorragend dokumentierte Bedienungsanleitung, die dem Anwender sämtliche Konfigurationen einfach erklärt, sowie eine CD mit der Software.


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Technische Daten

LC-Power LC-KEY-MECH-1-RGB
Abmessungen (L x B x H): 458 mm x 165 mm x 39,5 mm
Layout: 105 DE-ISO
Zusatztasten: -
Gewicht:
1001 g
Kabel: 1,80 m, USB 2.0 
Schalter:
Cherry MX-RGB-Red
Key Rollover: NKRO
Tasten: Zylindrisches Profil aus ABS-Kunststoff, Beschriftung per Laser cut-Verfahren
Ausstattung: Makro-Profile, Medien-Funktionen, Gaming-Modus
Beleuchtung: RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung,
Diverse Beleuchtungsmodi
Preis: 100 Euro
Preisvergleich:
Geizhals Deutschland




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Tastatur im Detail

Wie schon beim Vorgänger hat sich LC-Power dazu entschieden, äußerlich die Mech-1-RGB hauptsächlich durch verschiedene optische Akzente sowie eine hochwertige Verarbeitung zu definieren. Besondere Aufmerksamkeit erhascht daher sofort die aus Aluminium gehaltene Oberfläche, die der Tastatur zu einer edlen Erscheinung verhilft. Auffällig sind ebenfalls die frei stehenden Tastenkappen, welche gekonnt den markanten und unverwechselbaren schwebenden Look vermitteln. Abgerundet wird die Optik mit dem AiRazor-Schriftzug auf der Auflagefläche. Zusätzlich wurden weitere Design-Elemente verarbeitet, die wiederum dem Gaming-Look mehr als gerecht werden. Zuerst macht es den Anschein, als ob eine Handballenauflage integriert sein könnte. Bei näherer Betrachtung bemerkt man schnell, dass die Fläche viel zu klein ist, um sie wirklich sinnvoll nutzen können. Da aber nicht mit diesem Feature geworben wird, geht das unserer Meinung nach auch so in Ordnung. Als etwas nachteilig könnte sich diese Bauweise durchaus bei dem Gebrauch einer separaten Handballenauflage erweisen, da diese so nicht bündig an das Tastaturgehäuse angelegt werden kann. Desweiteren befindet sich an den Seitenflächen des Gehäuses jeweils ein weiterer Standfuß. Da sie den Schreibtisch nicht vollständig berühren, stellt man schnell fest, dass es sich um reine Zierelemente handelt, die über keine weitere Funktion verfügen, wie beispielsweise die Rutschfestigkeit weiter zu verbessern. Auch an die Freunde der Ordnung wurde gedacht, da dem Anwender rückseitig mit einem Kabelmanagement die Möglichkeit geboten wird, das USB-Kabel auf drei verschiedene Arten zu verlegen, sehr gut!


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Bei der Verarbeitung geht man so gut wie keine Kompromisse ein, denn die Haptik der Tastatur wirkt auf uns wirklich hochwertig. So zeugen die Spaltmaße des Gehäuses durch ihre Gleichmäßigkeit von einer hohen Qualität. Leider konnte die Verwindungssteifigkeit nicht ganz überzeugen, da die Mecha mit ihren 1001 Gramm Gewicht – wenn auch etwas geringer als noch bei der Mech-1 - selbst bei leichtem Druck relativ stark nachgibt. Werksseitig sind auf der Unterseite vier Rutschsicherungen angebracht, welche zuverlässig für einen festen Stand sorgen. Angestellt wusste die Haftung der Tastatur ebenfalls zu überzeugen, da man auch den Verstellfüßen eine Gummierung spendiert hat. Zwar lässt sie sich nun etwas leichter verschieben, es ist, wie wir finden, jedoch vollkommen konform. An dieser Stelle gibt es keinerlei Grund zur Kritik. Mit einer Gesamtlänge von 1,80 Meter ist das fest installierte und hochwertig gesleevte USB 2.0 Kabel ausreichend lang dimensioniert, des Weiteren und zum Schutz vor Oxidation wurden die Kontakte des Steckers noch zusätzlich vergoldet.


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Um die Übersicht der Konfiguration beibehalten zu können, haben wir für Euch eine kleine Liste der Funktionen erstellt. Diese lassen sich, wie man es bereits von Notebooks her kennt, mit der FN-Taste aktivieren.
  • F1 bis F4 – Makro-Funktionen (Standardbelegung Browser, E-Mail, Arbeitsplatz, Taschenrechner)
  • F5 bis F8 - 4 verschiedene Beleuchtungsmodi
  • Pfeiltasten Links und Rechts – 7 Hintergrundfarben
  • Pfeiltasten Oben und Unten – 4 stufige Leuchtintensität
  • F9 bis F12 und Sechserblock – Medien-Funktionen (Start/Pause, Stop, vorheriger Titel, nächster Titel, lautlos, leiser lauter)
  • Druck – Media Player
  • Rollen – Gaming-Modus
  • Pause - LED-Hintergrundbeleuchtung

Wie von ähnlich ausgestatteten Mechas gewohnt, lassen sich sämtliche Funktionen komfortabel über die Tastatur selbst steuern. Von den Medien-Befehlen über den Gaming-Modus, der sämtliche Windows-Tasten zuverlässig deaktiviert und damit verhindert, plötzlich und unvorhergesehen aus einer Spiele-Session geworfen zu werden, bis hin zu dem Anlegen der persönlichen Makro-Profile wurde alles sinnvoll als Zweitbelegung implementiert. Diese lassen sich erst programmieren, sobald FN + Strg und eine der Tasten F1 bis F4 (Funktionstaste blinkt) betätigt wurden. Nach der Eingabe wird selbige mit der identischen Tastenkombination abgespeichert (Funktionstaste blinkt nicht mehr), und mit der Tastenkombination FN + F1 bis F4 ausgeführt. Um die Standard-Makro-Einstellungen wiederherzustellen, genügt die Tastenfolge aus FN + Strg + P. Das Key Rollover wird dementsprechend mit der identischen Kombination eingestellt. Mit FN + Strg + G wird NKRO (Standardeinstellung) präferiert, mit dem Buchstaben N - 6KRO.

Hinweise: Pro Makro können insgesamt bis zu 32 Zeichen gespeichert werden, deren Zeitintervall maximal fünf Sekunden beträgt.

Im Gaming-Modus können die Makros ohne das Drücken der FN-Taste aktiviert werden.


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Als besonderes Gimmick lassen sich sogar sämtliche Tasten mit der Kombination FN + Esc deaktivieren. Sobald sich die Tastatur in diesem Modus befindet, blinkt zur Information die Taste Esc auf. Zur technischen Umsetzung und Speicherung der anwenderbezogenen Einstellungen dient ein Onboard-Speicher, mit dem die Mech-1-RGB vorbildlich für das Anlegen der vier verfügbaren Profile ausgestattet wurde. Ohne Software lassen sich bereits vier Hintergrundmodi und sieben Farben konfigurieren, mit Hilfe der Software stehen dem Anwender weitere Modi und der gesamte RGB-Farbraum zur Verfügung, doch dazu später mehr.


Tastenkappen

Aufgrund der Beleuchtung sind die Tastenkappen vollständig aus transluzentem ABS-Kunststoff gefertigt und nachträglich mit einem schwarzen Coating überzogen worden. Die Beschriftung selbst hat man anschließend per Lasercut-Verfahren in den Kunststoff geschnitten. Um möglichen Haarrissen im Werkstoff entgegenzuwirken und dadurch gleichzeitig die Lebensdauer zuverlässig zu verlängern, wurde der Kreuzstempel darüber hinaus verstärkt. Die Form der Tasten selbst ist zylindrisch. Der Font der Mech-1 ist klar und deutlich lesbar, wirkt jedoch ehrlich gesagt etwas retro auf uns, da er den Redakteur an seine anfänglichen PC Zeiten aus den 1990ern erinnert. Das ist natürlich in keinster Weise negativ gemeint, aber spontan musste der zuständige Schreiberling sofort an die typischen grauen Kästen denken, die damals jeden Schreibtisch geschmückt haben. In Kombination mit dem auffälligen Design erreicht man dadurch - wie wir finden - einen unverwechselbaren Charme. Die Oberfläche erwies sich während des Tests leider als nicht sonderlich resistent gegen Schmutz, da diese den Staub etwas stärker anzieht als üblich.


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Schalter

Da die Zielgruppe der Mech-1-RGB hauptsächlich Gamer sind, bietet LC-Power die Tastatur, wie schon das Schwestermodel, ausschließlich mit Cherrys bewährten und langlebigen roten Tastern an. Diese Ausführung ist eine leichtgängigere Sonderform des MX-Black und zeichnet sich vor allem durch eine sehr niedrige Betätigungskraft aus. Daher eignet sich dieser Schaltertyp vor allem für Anwender, die viel Wert auf einen sehr hohen Komfort beim Spielen legen. Der Weg- und Kräfteverlauf ist deswegen linear und benötigt nur eine geringe Betätigungskraft von 45 Gramm. Das Auslösen erfolgt nach zwei Millimetern, der Gesamtweg beträgt insgesamt vier Millimeter. Der Druckpunkt selbst ist dabei aber nicht spürbar. Für eine höhere Stabilität wurden die großen Tasten zusätzlich mit Cherry-Stabilisatoren ausgestattet. Um die Tastenkappen besser ausleuchten zu können, kommt außerdem ein transparentes Schaltergehäuse zum Einsatz. Dadurch sollen nicht nur alle Farben in einer gleichbleibenden und zugleich hohen Qualität dargestellt werden, sondern auch alle Sonderzeichen sehr gut ablesbar sein. Im Detail gelingt dieses Unterfangen nur bedingt, die Sonderzeichen wurden zwar nicht sehr tief auf den Tastenkappen angeordnet, da die LED bauartbedingt aber oberhalb des Schalters platziert wird, ist der untere Teil – wie in diesem konkreten Fall - meistens nur unzureichend ausgeleuchtet.


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Folgend haben wir eine Tabelle angefertigt, welche die Unterschiede der verschiedenen Schalter-Varianten noch einmal in übersichtlicher Form für Euch aufzeigt:


Für Spieler
Cherry MX-Black   Cherry MX-Red  
Schalter: Linear Schalter: Linear
Umschaltpunkt: nicht spürbar Umschaltpunkt: nicht spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Klickpunkt: nicht spürbar Klickpunkt: nicht spürbar
Auslösekraft: 40-80g, 60g typisch Auslösekraft: 45g für den Federwiderstand allgemein
Datenblatt: PDF Datenblatt: PDF
       
Für Kombinierer
Cherry MX-Brown   Cherry MX-White/Clear  
Schalter: Taktil Schalter: Taktil
Umschaltpunkt: spürbar Umschaltpunkt: spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Klickpunkt: nicht spürbar Klickpunkt: nicht spürbar
Auslösekraft: 45g für Federwiderstand allgemein,
ca. 55g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Auslösekraft: 55g für Federwiderstand allgemein,
ca. 65g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Datenblatt: PDF Datenblatt: PDF
       
Für Vielschreiber
Cherry MX-Blue    
Schalter: Taktil und mit ausgeprägtem Klickpunkt
Umschaltpunkt: präzise spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm Hub
Klickpunkt: spürbar
Auslösekraft: 50g für Federwiderstand allgemein,
ca. 60g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Datenblatt: PDF
Quelle: tomshardware.de
© Gifs: by "Leathel Squirrel" von Geekhack.org


Beurteilung des Redakteurs:

Um ein angenehmes Arbeiten und Spielen an der Mech-1-RGB zu ermöglichen, wurde die Tastatur von LC-Power handlich und ordentlich aufgebaut. Die Tasten haben einen gut gewählten Abstand zueinander und sind alle durchaus einfach zu erreichen. In der Praxis stellt sich die Rutschfestigkeit als befriedigend heraus, denn selbst bei Nutzung der Verstellfüße verweilt diese noch relativ sicher auf ihrem angestammten Platz. Bei Bedarf lässt sich die Mecha aber mit einem gezielten, leichten Druck und ohne größeren Aufwand sicher in eine neue Position verschieben. Selbst aufgestellt gestaltet sich die Nutzung über einen längeren Zeitraum als sehr angenehm und bequem, obwohl dies definitiv eine sehr subjektive Beurteilung ist, da jeder Anwender in dieser Hinsicht völlig unterschiedliche Präferenzen hat. Bei der Verwindungssteifigkeit des Gehäuses konnte sie uns mit ihren 1001 Gramm Gewicht jedoch nicht ganz überzeugen.

Die linearen Cherry MX-RGB-Red Switches wurden beim Auslösen aufgrund ihrer geringen Druckkraft von nur 45 Gramm als sehr ausgeprägt und direkt wahrgenommen. Ein doppelter Tastenanschlag lässt sich einfach und schnell umsetzen, und auch ein versehentlich ausgelöster kann mit etwas Übung (einer entsprechenden Eingewöhnungszeit vorausgesetzt) während der Eingabe schnell und sicher korrigiert werden.

Die individuellen Eindrücke über die Schalter sind die subjektiven Erfahrungen des zuständigen Redakteurs und demnach nicht direkt auf alle anderen Anwender übertragbar.


Software

Zwar kann die Tastatur mit vier Beleuchtungsmodi - Lichtpfad (Alle gedrückten Tasten leuchten kurz auf), Individuell ("WASD" ist beleuchtet), Statisch (Alle Tasten sind einfarbig beleuchtet) und Wellen (RGB-Farbwelle von links nach rechts) ohne Software konfiguriert werden, doch wie es sich für eine waschechte Gaming-Tastatur gehört, stehen mit der Software, die zusätzlich auf der Produktseite heruntergeladen werden kann, ganze sieben weitere Varianten zur Verfügung. Ebenfalls steigt die Farbauswahl von 7 Kombinationen auf den beachtlichen Vollausbau von 16,8 Millionen Möglichkeiten. Bearbeitet und konfiguriert werden kann diese unter dem gleichnamigen Reiter "Beleuchtung". Das Menü ist sehr einfach und verständlich gehalten sowie auf Anhieb intuitiv und ohne große Schwierigkeiten zu bedienen. Insgesamt lassen sich alle 4 Profile nach den persönlichen Präferenzen individualisieren. Neben der Farbauswahl selbst werden ebenfalls die Geschwindigkeit sowie die Helligkeit in vier Stufen angepasst.




Die unterschiedlichen Helligkeitsstufen wurden von LC-Power mit Bedacht gewählt und sorgen in jeder Umgebung für genügend Lichtstärke, ohne zu blenden oder blass zu erscheinen. Sofern die Schrift nicht zu tief auf den Tastenkappen angeordnet wurde, ist die Ausleuchtung auch sehr gut gelungen. Mit einer optimierten Belegung der Beschriftung hätte man die dunkel ausgeleuchteten Sonderzeichen unserer Meinung nach sinnvoll entschärfen können. Diese Problematik betrifft jedoch häufig Tastaturen, bei denen diese Tastentechnik zum Einsatz kommt. Daher ist dieses Phänomen ein genereller Makel bei beleuchteten Mechas, der je nach Hersteller und Modell unterschiedlich stark in Erscheinung tritt.


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Die sieben weiteren Beleuchtungsmodi im Überblick:
  • Dahinplätschern - Von gedrückter Taste breitet sich eine RGB-Farbwelle an das linke und rechte Ende der Tastatur aus
  • Atem-Modus – Alle Tasten sind pulsierend beleuchtet
  • Farbzyklus – Konstanter Farbwechsel
  • Kreuz-Modus – Jede Zeile wird in einer anderen Farbe beleuchtet, die Farben wechseln in dem jede Taste nacheinander aktiviert und wieder deaktiviert wird
  • Zwei-Farben-Hintergrund – Tastatur wird in zwei Farben beleuchtet, siehe Bild unter der Aufzählung
  • Bandlauf – RGB-Farbwelle von links nach rechts inklusive dynamischen Farbwechsel
  • Radar - Einfarbige Beleuchtung, in dem nur der Bereich aktiv beleuchtet wird, wo das Radar gerade aktiv ist


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Unter "Leistung" kann das Key-Rollover sowie die Repeat-Rate komfortabel angepasst werden. Während sich das KRO auch ohne Software problemlos ändern lässt, ist für das Einstellen der Wiederholrate die Software eine zwingende Voraussetzung.

Bei dem Abschnitt "Zuteilung" wird, sofern es der Nutzer möchte, die Tastenbelegung umfangreich konfiguriert. Neben vordefinierten Einstellungen wie zum Beispiel Multimedia- oder Windowsfunktionen können auch Befehle wie "Ausschneiden" und "Öffnen" ausgewählt oder sogar Programme gestartet werden. Für die Individualisierungsmöglichkeiten sorgt an dieser Stelle die Makro-Funktion, der Fantasie des Anwenders sind hier also so gut wie keine Grenzen gesetzt.


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Anti-Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt.

Unter den Begriff "Ghosting" versteht man das Problem, dass auf einer Tastatur einige Tastenkombinationen nicht mehr funktionieren, wenn man versucht mehrere Tasten zeitgleich zu drücken. Problematisch sind hier eigentlich alle Tastaturen, dessen Verschaltung der Tasten auf einer Spalten-Zeilen-Matrix basieren. Hierbei zeigen sich die Phänomene, dass sich bestimmte Tasten nicht oder nur sehr träge drücken lassen, oder eine Taste aktiviert wird, die garnicht gedrückt wurde (Ghost). Um ein Beispiel zu nennen: Wenn man die Tasten A und W gedrückt hält und versucht mit Q eine weitere Funktion aufzurufen so wird dies in den meisten Fällen ebenso verschalteter Modelle nicht gehen, oder es wird der Versuch mit der Taste S quittiert. Gefühlt sind die gedrückten Tasten in dem Moment nicht mehr existent (Jamming) oder wie von "Geisterhand", werden andere Tastenaktionen gestartet, welche nicht gewollt waren.

Im Bereich des Marketings werben die Hersteller oftmals mit Anti-Ghost-Technologie, was jedoch nicht bedeutet muss, dass dieses Problem garnicht mehr auftritt, sondern hier wird meist auf favorisierte Tastenbereiche oder bestimmte Tastenlimits gesetzt. So kann sich das Anti-Ghosting auf die Tasten der WASD beschränken oder auf die maximale Anzahl der gleichzeitig zu klickenden Tasten.

Die Ursache dieses Problems liegt in der Schalt-Matrix der Tastatur: So ist es bei normalen Folien-Tastaturen Gang und Gebe, dass man nicht jedem einzelnen Kontakt (Taste) eine separate Leitung zur Klick-Auswertung spendiert, sondern dies in Form von Spalten und Zeilen samt Kontaktflächen auf einer Folie ermittelt. Beim Drücken einer Taste erkennt hierbei ein Controller das sich ergebene Muster (Pattern) anhand der kurzgeschlossenen Spalten und Zeilen und kann diese entsprechend interpretieren da es damit eine direkte Zuordnung gibt.


Eine vereinfachte Darstellung:


Hierbei wird nur eine Taste gedrückt. Der Controller interpretiert den richtigen Befehl anhand des Kurzschlusses der Spalte Y mit der Zeile X.


Dieses hier soll das Drücken von zwei Tasten darstellen, die alle noch voneinander leitungstechnisch getrennt sind.


Beim Drücken von zwei Tasten in einer Spalte, also einer Leitung, ist es schon komplizierter, aber durch die Zeilenkennung noch kein Problem.





Erst beim Drücken von drei beieinanderliegenden Tasten, wobei jeweils zwei auf einer Spalte oder Zeile liegen, ist für den Controller die eindeutige Zuweisung schon nicht mehr machbar und das Ghost/Jamming-Phänomen geschieht. Man darf sich so eine Matrix nämlich nicht wie ein Schachfeld vorstellen, wo jede Leitung noch zusätzlich in einzelne Felder unterteilt ist. Zur Erkennung eines Tastenschlages wird bei einer Rubberdome- oder Folientastatur die komplette Leitung kurzgeschlossen, was bedeutet das mehrere Tastenschläge auf derselben Leitung (z.B. in einer Spalte) nur noch durch die Zusatzangabe der Zeile erkannt wird. Fehlt diese Zusatzinformation, indem zum Beispiel mehr als eine Taste je Leitung gedrückt wird, kann der Controller die Zuordnung nicht mehr umsetzen.


Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten einzeln verschaltet und meist durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten.

Dies hat zur Folge, dass der Anwender mit zwei Händen eigentlich nicht in der Lage sein sollte, eine fehlerhafte Tastenschlagzuweisung zu erreichen und die Anzahl der gleichzeitig möglichen Tastenschläge damit bis ins Unendliche geht. In unserem Test gab es jedenfalls keinen entsprechenden Fehlerfall, denn die Mech-1-RGB verfügt über eine ma­kel­lose Ausgabe.




Mitmachtest: Aufklappen

PS2 / USB und Polling-Rate

Auch hier müssen wir wieder mit langweiliger Theorie nerven: Bei Tastaturen die noch über PS2 angeschlossen wurden, geschah die EVA, also das Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip in Echtzeit, da dieses Gerät einem festen Interrupt im System zugeordnet wurde, der durch kein anderes Gerät belegt sein konnte. Hierbei hat das Gerät beim Auftreten eines Ereignisses dieses selbstständig an den Computer in Echtzeit übermittelt. Bei einem USB-Anschluss teilen sich aber viele Geräte diese universelle Schnittstelle. Hier werden nun innerhalb eines gewissen Zeitabstands periodisch alle angeschlossenen Geräte abgefragt, ob neue Befehle vorliegen. Dieser festgelegte Zeitabstand wird Polling-Rate genannt. Bei den Befehlen kann es sich dabei um Tastenschläge, Druckeraufträge und ähnlichem handeln, die von den Geräten chronologisch in eine Art Zwischenpuffer gespeichert werden. Dieses Interrupt-Paket ist in seiner Aufnahmekapazität aber begrenzt. Um diese Begrenzung zu Umgehen und einen möglichst geringen Abtast-Intervall zu erreichen kann man bei USB vom Gerät her nun so tun, als seien es mehrere Geräte (Devices).

Werden mehrere Devices in einem Gerät emuliert, erhöht sich natürlich auch der Abtastvorgang und damit verringert sich die Zeitspanne zwischen Auftreten des Ereignisses (z.B. Tastendruck) und der Weiterleitung an das System.

Bei der Tastatur wird dieser Trick erfolgreich angewendet und im Betriebssystem weitere USB-Geräte emuliert, durch die sich die Abtastrate damit automatisch erhöht hat, ohne direkt im System etwas zu verändern.




Die meisten Controller verwenden eine Polling-Rate von rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. Viele Hersteller (speziell im Gaming-Bereich) bieten eine Option an, die maximale Abtast-Rate auf 1000 Hertz einzustellen - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde. "Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät. Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Daten-Lags" kommen, welche sich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können. Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt. Dennoch ist die Kompatibilität zur dieser hohen Abtastrate als sehr positiv zu werten.




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Fazit



Nachdem LC-Power bereits im Jahr 2017 mit dem Vorgänger (Mech-1) einen tollen Einstieg in die Welt der Mechas feiern konnte, klären wir abschließend, ob die Mech-1-RGB den hohen Erwartungen nun überhaupt gerecht werden konnte. Vor dem eigentlichen Test des Produktes könnte man schon davon ausgehen, dass es sich um genau die gleiche Tastatur handelt könnte, der lediglich ein RGB-Upgrade spendiert wurde. Doch wir wurden zu unserer Freude eines Besseren belehrt! Denn neben dem aktualisierten AiRazor-Schriftzug hat sich im Detail doch noch einiges getan. Dem Kabel wurde ein blickdichtes und sehr hochwertig verarbeitetes Sleeve spendiert. Ansonsten gleicht die Tastatur optisch dem Vorgänger wie ein Ei dem anderen. Die Design-Elemente und die Oberfläche aus Aluminium verleihen der äußeren Erscheinung einen besonderen Charakter und hebt sie gleichzeitig deutlich von ihren Mitbewerbern ab. Trotz der äußerlichen Details bleibt sie für das 105 DE-ISO Layout wirklich kompakt. Auch das Kabelmanagement würde zum Glück beibehalten. So können die Nutzer das USB-Kabel ganz nach ihren Vorlieben verlegen, und so die Ordnung auf dem heimischen Schreibtisch besser bewahren.

Besonders gut gefallen hat uns die RGB-LED-Beleuchtung inklusive der leicht zu bedienenden Software. Die unterschiedlichen Beleuchtungsmodi bieten für jeden Geschmack das passende Feature, selbst für Individualisten steht ein eigener Modus bereit. Einzig die Ausleuchtung der Sonderzeichen sowie die Verwindungssteifigkeit des Gehäuses passen nicht gänzlich zum Gesamtpaket und konnten uns daher nicht vollkommen überzeugen. Wer über diese zwei kleinen Mängel hinwegsehen kann und auf der Suche nach einer Multi-Color beleuchteten Tastatur mit Schaltern aus dem Hause Cherry ist, sollte definitiv einen Blick auf die Mech-1-RGB werfen. Denn diese ist in dieser Kombination mit einem Kaufpreis von aktuell rund 100 Euro sogar eine der günstigsten Mechas im Preisvergleich. Daher können wir diesem Preis-Leistungs-Wunder eine klare Kaufempfehlung aussprechen, weiter so LC-Power!




  • Solide Verarbeitung…
  • Sehr umfangreicher Beleuchtungsmodi
  • Kabelmanagement
  • Komfortabel zu bedienende Software




  • …mit leichten Schwächen bei der Verwindungssteifigkeit
  • Ausleuchtung der Sonderzeichen


Awards:


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Daniel Figiel


gedruckt am 19.06.2019 - 04:41
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