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Noctua NF-A12x25 - Technische Wunderwerke im Test
02.07.2018 - 08:00

Der Platz für echte Revolutionen im Kühlungs-Sektor ist, zumindest unter Luft, praktisch nicht mehr zu finden. Zu ausgeklügelt sind mittlerweile viele Komponenten, zu bewährt viele der Methoden und das diese auch funktionieren, beweist ein kurzer Blick in etwaige Preisvergleiche. Die Unterschiede sind oftmals nur mehr kosmetischer Natur oder wollen den Preisunterschied rechtfertigen. Dabei existiert durchaus auch noch etwas Luft nach oben, denn das "perfekte" Produkt hat trotzdem noch kein Hersteller anbieten können. Meistens bewegt man sich in einem Dreieck aus Lautstärke, Leistung sowie Preis und kann natürlich nicht jedes Eck dieses Konstruktes genauso gut abdecken.


Noctua, eine österreichische Firma, hat zumindest das preiswerte Eck immer etwas vermieden und sich stattdessen auf hochwertige Technik, Spitzen-Performance und leisen Betrieb konzentriert. Jedoch mussten für verschiedene Szenarien des Lüfter-Einsatzes, wie Gehäuse oder Radiatoren, wieder zwei eigene Serien (Pressure und Airflow) entwickelt und geschaffen werden, um den Markt auch abzudecken. Das hat der Hersteller nun mit der A12x25-Serie geändert und laut eigener Aussage einen echten Allrounder erschaffen, den der Käufer bedenkenlos im Gehäuse montieren oder auf seinem Lieblings-Kühler einsetzen kann. Erreicht wird das unter anderem durch den extrem geringen Abstand zwischen Rotorblättern und dem verbesserten Rahmen, einzigartigem Lüfter-Lager und vielen, oftmals kleinen Verbesserungen im Detail, welche sich in Summe deutlich bemerkbar machen sollen.

Auf den nächsten Seiten schauen wir uns alle Modelle der neuen A12x25-Serie zuerst genauer an und testen sie natürlich auch auf ihre Performance. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!


Danksagung

Wir danken den Firmen Noctua und Rascom für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.









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Technische Daten

 Noctua A12x25 PWMNoctua A12x25 FLXNoctua A12x25 ULN
Abmessungen (L x B x H):120 x 120 x 25 mm
Anschluss:4-Pin PWM3-Pin
Kabel:20 cm, Sleeve
+30 cm über Verlängerung
Spannung:12 V, Regelung über PWM12 V
Stromstärke:
0,14 Ampere0,05 Ampere
Leistungsaufnahme:
1.68 W0.60 W
Drehzahl:bis 2000 U/minbis 1200 U/min
Förderleistung:bis 102,1 m³/hbis 55,7 m³/h
Geräuschentwicklung:bis 22.6 dB(A)bis 12.1 dB(A)
Lüfterblätter:9
Lager:SSO2 Öldruck-Gleitlager
Lebensdauer (MTBF):Mindestens 150.000 Stunden
Besonderheiten:Minimaler Laufradspalt, Umfangreiches Zubehör, Entkoppler, Sterrox-Flüssigkristallpolymer als Material
Preis:ca. 30 Euro
Preisvergleich:
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Der A12x25, eine etwas abenteuerliche Abkürzung für 120 Millimeter Rahmenbreite und 25 Millimeter Tiefe, erscheint in drei Ausführungen: PWM, FLX und ULN. Noctua war so freundlich, uns alle drei Versionen für dieses Review zur Verfügung zu stellen. Die PWM-Version hat, wie bereits der Name vermuten lässt, die Eigenschaft, dass die Ansteuerung über die Pulsweitenmodulation und den damit verbundenen potenziellen Vorteilen einhergeht. FLX (Flexible) und ULN (Ultra Low Noice) werden dagegen, ganz klassisch, über die Spannung geregelt und haben daher einen 3-Pin-Stecker. Dadurch sind natürlich die Motoren, beziehungsweise deren Steuerungseinheit, etwas anders aufgebaut, das Lager und die damit verbundenen Eigenschaften hingegen bleiben gleich, was bei Noctua und deren bisherigen Ergebnissen auf eine positive Überraschung hoffen lässt. PWM und FLX besitzen dafür die gleichen Leistungswerte. So drehen beide Lüfter bis maximal 2000 U/min, erzeugen eine Förderleistung von knapp über 100 Kubikmeter pro Stunde und schlucken nur leicht über 1,60 Watt. Bei der ULN-Version liegt die Obergrenze hingegen schon bei 1200 U/min, was in einem entsprechend niedrigeren Fördervolumen mündet, dafür aber eine niedrigere Leistungsaufnahme und die niedrigste Geräuschentwicklung hat.


Lieferumfang

Drei verschiedene Ausführungen bedeuten auch genauso viele Verpackungen und Möglichkeiten, den jeweiligen Lieferumfang anders zu gestalten. Wenden wir uns aber zuerst einmal dem Äußeren zu. Die Vorderseite wird durch eine Abbildung des Lüfters im Bereich der Lüfterblätter und des Rahmens dominiert, die Farbgebung orientiert sich in diesem Bereich, typisch Noctua, an Brauntönen. Oberhalb und links davon ist der Produktname zu sehen, fast mittig platziert eine kleine Liste mit den wichtigsten Eigenschaften. Links kann man die jeweilige Version (PWM, FLX, ULN) sehr einfach ablesen und im rechten oberen Viertel wurde ein silbern schimmernder Kreis mit ebenfalls derselben Information platziert.
Ein Herstellerlogo findet sich dagegen im unteren rechten Eck der Vorderseite. Auch wenn sich das nach sehr viel anhört, wirkt es nicht überladen und die Farbmischung aus weiß, schwarz und braun ist stimmig. Selbiges gilt, zumindest bei der visuellen Erscheinung, auch für die Rückseite. Hier zählt Noctua in sieben Sprachen die wichtigsten Vorzüge und Eigenschaften in einem Fließtext auf, deren Schriftgröße für unseren Geschmack etwas zu klein geratener ist. Links davon darf man eine kleine Tabelle mit den gröbsten technischen Daten und unterhalb den Lieferumfang nachlesen. Diese Angaben sind in Englisch gehalten. Die beiden Seiten werden von dem Produktnamen, einer Menge an Strich- und QR-Codes gefüllt und sind zum großen Teil weiß gehalten, wenn man von einem blauen Streifen auf der linken und der schwarzen Fläche auf der rechten Seite absieht.


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Die Verpackung lässt sich sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite aufklappen, vermittelt dadurch einen sehr willkommenen Premium-Touch und gibt so viele weitere Eigenschaften der Lüfter preis. Von vorne eröffnet sich sofort der Blick auf die Lüfternarbe und den Ansätzen der Rotorblätter, links davon einer der vier Entkoppler und oberhalb eine kurze Auflistung und vor allem Darstellung des Lieferumfangs, welcher sich bei allen drei Modellen im Detail unterscheidet. Links findet sich ein etwas kompliziertes Diagramm, welches erklärt, dass die neue A12x25-Serie im idealen Performance-Bereich für Radiatoren, CPU-Heatsinks und auch für Gehäuse liegt und somit ein echter Allrounder ist.
Die aufgeklappte Rückseite offenbart dem Käufer (und uns natürlich auch) die 14 wichtigsten Eigenschaften des Lüfters. Darunter fallen unter anderem niedrige Lautstärke, besonders hochwertige Materialen und neueste Technologien sowie der Hinweis auf die vorbildliche Garantielaufzeit von sechs Jahren ohne Registrierungszwang; im Zusammenspiel mit dem typischerweise sehr kompetenten Support von Noctua eine ausgezeichnete Sache. Alle Texte sind dabei erneut in Englisch gehalten, dafür aber mit kleinen Darstellungen links der Schrift versehen, welche zumindest den Hinweis darauf geben, welcher Punkt gerade behandelt wird.


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Allen Versionen liegen vier Schrauben, genauso viele Entkoppler, eine Anti-Vibrationsummantelung, das schon angesprochene Verlängerungskabel mit 30 Zentimetern Länge sowie ein Low-Noice Adapter bei. Letzterer beschränkt die Drehzahl bei PWM und FLX auf 1700 U/min und in der ULN-Ausführung auf 900 U/min. Zusätzlich besitzt die FLX-Ausführung noch einen Ultra-Low-Noice Adapter, womit eine Obergrenze bei 1350 U/min eingezogen wird. Einzig beim PWM-Lüfter liegt ein Y-Kabel bei um damit zwei Exemplare an einen Steckplatz des Mainboard anschließen zu können. Einen Adapter von 3-Pin auf 4-Pin Molex findet man bei der FLX und ULN Version, da jene den passenden Anschluss haben. Insgesamt liefert Noctua hier einen überzeugenden Lieferumfang ab, egal, welchen A12x25 man erwirbt.


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Im Detail

Bei den Außenabmessungen orientiert sich Noctua an dem beliebten und viel genutzten 120 Millimeter Format mit der genauso populären Dicke von 25 Millimeter. Die Farbgebung ist dabei, wie wäre man es von Noctua anders gewohnt, im beige-braun gehalten, wobei der Rahmen die hellere Komponente ist und die Rotorblätter, von denen es neun Stück gibt, den dunkleren Anteil bilden. Die Ecken sind von Haus aus mit kleinen Gummi-Entkopplern ausgestattet, welche auf Radiatoren und Kühlkörpern für die notwendige Entkopplung sorgen sollen. Für beispielsweise Gehäuse liegt ein großer Gummi-Rahmen bei, da hier oftmals größere Berührungsflächen zwischen Rahmen und Metall vorliegen. Zusätzlich können auch die Gummi-Entkoppler eingesetzt werden, um eine maximale Geräuschminimierung zu erreichen.


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Noctua hat auch an dem im ersten Blick etwas unscheinbaren Punkt des Rahmendesigns gearbeitet. Durch den vom Hersteller selbst entwickelten Einlass mit Abstufungen in der Schräge und feinsten Strukturen rund um den Rotor herum soll der A12x25 erneut effizienter arbeiten, also leiser sein und besser kühlen. Natürlich ist das nicht das eine große Wundermittel, aber in Summe wirken sich die unzähligen, kleinen Neuerungen auch positiv auf die Leistung aus. Auch an den Lüfterblättern selbst gibt es Strömungskanäle, die dafür zuständig sind, den Luftstrom vorwiegend in den wichtigen äußeren Regionen zu erhöhen, um die Effizienz zu steigern und Verwirbelungsgeräusche auf ein Minimum zu bringen.


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Eine der größten Neuerungen betrifft den minimierten Abstand zwischen Impellerspitze und Rahmen, der nur mehr 0.5 Millimeter beträgt. Vorteile ergeben sich durch die bessere Ausnutzung der gegebenen Rotorfläche und erhöhtem Luftdruck aufgrund des verringerten Spaltmaßes zwischen Impeller und Rahmen. Mit herkömmlichen, bisher genutzten Materialen, war es Noctua jedoch nicht möglich, diesen Abstand dauerhaft sicherstellen zu können. Das rührt daher, dass sich die bekannten Kunststoffe unter Belastung (sprich bei Verwendung) ausdehnen und sich vor allem auf lange Sicht auch dauerhaft verformen können. Dies ist natürlich beim Arbeiten an Limits äußerst ungünstig und kann im schlimmsten Fall zum Ausfall des Lüfters führen. Deshalb hat Noctua das Flüssigkristallpolymer "Sterox" entwickelt, dass sich als besonders hitzebeständig, verformungsfest und auch geräuschreduzierend herausstellte, aber auch deutlich teurer ist als bisher verwendete Materialien und damit zum knackigen Preis von 30 Euro beiträgt.


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Das Lüfter-Lager stammt ebenfalls aus dem Hause Noctua und hört auf den Namen "self-stabilising oil-pressure bearing generation two", oder kurz und deutlich griffiger "SSO2“, was übersetzt in etwas "Selbststabilisierendes Öldrucklager zweiter Generation" bedeutet. Im Prinzip ist es ein hydrodynamisches Lager, welches Öl als Schmiermittel verwendet, das entsprechend gekapselt gelagert wird, um ein Auslaufen zu verhindern. Zusätzlich verbaut Noctua noch einen Magneten, dessen Feld die Rotor-Achse stabilisiert. Im Unterschied zur ersten Generation dieses Typs wurde um den Motor herum eine Metallummantelung angebracht und in Kombination mit neuen Spritzgusstechniken konnte auch der Magnet näher an der Achse platziert werden, was die Stabilisierung und damit die wichtige Laufruhe positiv beeinflusst.


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Das Kabel besitzt einen Sleeve aus blickdichtem, schwarzen Kunststoff, welcher sehr gut anliegt und praktisch keinen Blick auf die einzelnen Adern ermöglicht, die bekanntlich sehr bunt sind. Damit stören jene auch nicht die oftmals sehr dunkel gehaltenen Innenräume eines PCs und sorgen für ein stimmigeres Gesamtbild. Je nach Lüfter kommt entweder ein 3-Pin oder respektive der 4-Pin Anschluss zum Einsatz. Ein nettes Detail am Rande: Die einzelnen Kanäle sind gemäß ihrer Zuständigkeit am Steckkontakt beschriftet, wenngleich auch nur als schwarzer Kunststoffguss, der zugegeben nicht so leicht zu lesen ist. Aber schön, dass hieran gedacht wurde.


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Technisch gesehen ist der A12x25 eindeutig im Spitzenfeld, was bei Lüftern aktuell möglich ist. Wir hoffen daher auf ebenso tolle Messergebnisse. Weiter geht es zuerst mit einer Vorstellung des Testsystems und der Räumlichkeiten, darauf folgen Temperaturen, Lautstärke und Drehzahlen.




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Grundlegende Information und Philosophie bezüglich des Testsystems

Auf diesem i7-System werden wir uns überwiegend mit Lüfter im 120 Millimeter-Format beschäftigen, die sich für die Montage und Abfuhr an Kühlkörpern eignen. Dazu befestigen wir das entsprechende Testobjekt an dem Kühlerkörper (Heatsink) des Noctua NH-U12P SE2. Dieser Kühlerblock ist zwar schon etwas älter, technisch dagegen noch immer auf einem ausgezeichneten Niveau mit einer Vollvernickelung aller Bauteile inklusive der Bodenplatte, aller vier Heatpipes und der vielen und großen Lamellen.


Testverfahren

Als Testverfahren zur Temperaturmessung haben wir uns ein Belastungsszenario mit durchgehend hoher Auslastung und damit verbundener Wärmeentwicklung ausgesucht, um die Lüfter an die Leistungs-Grenzen zu führen und dabei eventuelle Schachstellen aufzudecken, sowie Vergleiche zwischen den Produkten untereinander machen zu können. Als Programm verwenden wir hierzu CoreDamage, welches sich als thermisch zuverlässig erweist.

Alle Lüfter werden auf demselben Kühlkörper (NH-U12P SE2 Heatsink) und derselben Wärmeleitpaste (Noctua NT-H1) betrieben. Die umgebende Raumtemperatur des nicht schalldichten Raums beträgt ~23°C. Gemessen wird die Temperatur der CPU mittels "HWMonitor" und "CoreTemp" zweifach, um eventuelle Abweichungen durch ein Programm ausschließen zu können. Um unabhängig von der Umgebungsluft zu werden, welche allerdings meistens um die 23 Grad Celsius hat, geben wir das Ergebnis als Differenz zur Raumtemperatur in Kelvin an. Eine kurze Erklärung für Laien: Wenn es um ein Grad wärmer wird, sind das bei Celsius und Kelvin gleich viel, lediglich der Punkt, wo null Grad sind, unterscheidet sich. Um auch den Physikern gerecht zu werden, werden wir Temperatur-Differenzen in Kelvin angeben, da dies der korrekte Weg ist. Daher sind die Messwerte immer als "x Grad mehr als der Raum" zu lesen. Ein Beispiel: Ein Lüfter erreicht 40 Grad Kelvin, die Raumtemperatur liegt bei gemütlichen 23 Grad Celsius. Daher wird die CPU letztendlich 63 Grad heiß.

Die Lautstärke des Lüfters wird mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt. Hierbei messen wir die Lautstärke bei 100%, 75% und 50% Drehzahl des Lüfters. Die Messung erfolgt in einem Abstand von 50 cm vor dem Lüfter. Um möglichst alle Geräuschquellen bei den Lautstärke-Messungen zu vermeiden, nutzen wir ein passives Netzteil und eine SSD-Festplatte. Bei allen Messungen liegt das Mainboard frei auf dem Tisch, ohne weiteren Nebenlüfter. Die Ergebnisse der Lautstärkemessungen kann sich von Redakteur zu Redakteur unterscheiden. Wie kommt es zu den unterschiedlichen Messabständen bei den Redakteuren? Dies erläutern wir hier:


 Aufklappen

Das Testsystem

Testsystem-i7
Netzteil Seasonic Platinum Fanless 400W (passiv)
Mainboard MSI Z270M Mortar
Prozessor Intel i7-6700K (4x 4.0 GHz)*
Grafikkarte iGPU
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix 16 GB DDR4
Festplatte / SSD M.2 Samsung 960 Evo 256 GB
Betriebssystem Windows 10 Pro (64 bit)
MSI-Software zur Lüftersteuerung
MSI Command Center
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100
* Hinweis zur CPU: Unsere i7-6700K CPU wird vom Mainboard automatisch auf 4 Ghz bei Last auf allen Kernen getaktet und mit der passenden Spannung versorgt. Den letzten Wert haben wir unverändert gelassen, da er sich bei den Messungen praktisch im selben Rahmen bewegt und so Probleme verhindert werden.




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Temperaturen

Beginnen wir mit den Temperatur-Messungen, also welche Wärmeabführleistung von dem hier getesteten Lüfter im Vergleich zu anderen Produkten erreicht wird. Dabei gilt klarerweise, dass weniger besser ist. Denn je kühler ein Prozessor bleibt, desto mehr Spielraum besteht für ein Herunterregeln des Lüfters und damit einhergehender reduzierter Lautstärke oder aber zusätzliche Kühl-Ressourcen bei Übertaktungen.

Um das Prinzip der Messungen noch einmal zu erläutern: Die angegebenen Temperaturwerte sind abzüglich der Raumtemperatur, um somit eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen und eine schwankende Raumtemperatur abfedern zu können. Die "reale" Temperatur ist daher der Messwert zuzüglich der jeweils beim Leser vorherrschenden Umgebungstemperatur, womit man sich auch auf die eigenen vier Wände bezogen ein gutes Bild machen kann, ob der Lüfter für die eigenen Bedürfnisse ausreicht oder nicht.






Die Messungen sprechen ein eindeutiges Bild: Noctua hat es geschafft, einen sehr leistungsstarken Lüfter zu entwickeln, der sich, egal ob einzeln oder in einer Zweier-Bespannung am Kühlerkörper, an die Spitze setzen kann. Etwas kurios ist allerdings, dass die FLX-Version bei allen Ergebnissen minimal schlechter abschneidet als die PWM-Ausführung und das reproduzierbar. Es liegt allerdings nicht an den Drehzahlen, da diese annähernd gleich sind. Außerdem konnten wir auch feststellen, dass es keinen merkbaren Unterschied mehr ausmacht, ob bei schneller drehenden Lüftern ein oder zwei Stück verbaut werden, die Kühlleistung ist in beiden Fällen praktisch gleich auf.

Bei der ULN-Ausführung messen wir, wie erwartet, etwas höhere Temperaturen, diese sind aber zu jeder Zeit noch völlig im unbedenklichen Rahmen und hier kann sich eine Doppelbestückung durchaus auszahlen, wenn man denn das letzte bisschen an Kühlleistung braucht (und trotzdem eine niedrigere Lautstärke gewünscht wird). Ansonsten können wir nur bestätigen, das Noctua, auch im Vergleich zu der vorherigen Generation aus dem eigenen Hause in Form des NF-P12 (redux) an Leistung zugelegt hat und die versammelten Mitstreiter in Form des Arctic F12 PWM und be quiet! Silent Wing 3 ausgezeichnet in Schach halten kann, was die Kühlleistung betrifft. Großes Lob dafür!




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Lautstärke

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Drehzahlen und Lautstärke-Ergebnisse. Alle Kühler wurden dabei natürlich auf dem selben System bei praktisch gleichen Umgebungsbedingungen getestet. Alle Lüfter mit einem 4-Pin Anschluss werden über das PWM-Signal geregelt, alle anderen Modelle über die Spannung. Eingestellt und gemessen wurde mit Hilfe des "Command Center" vom Mainboardhersteller MSI.

Allgemeiner Hinweis: Im normalen Nutzungsbetrieb erreichen die Lüfter von CPU-Kühlern nie den Drehzahlbereich von 100%.






Als nahezu perfekt könnte man die Lautstärke-Ergebnisse der A12x25 ULN beschreiben. Selbst unter der im Alltag unrealistischen vollen Geschwindigkeit knacken zwei (!) Stück nicht einmal die Schwelle von 34 dB(A) und sind damit aus einem geschlossenen Gehäuse heraus nicht wirklich wahrnehmbar. Ein einzelner Lüfter arbeitet dabei sogar bis 75% der Drehzahl noch unterhalb der Wahrnehmbarkeitsgrenze und ist auch für unser Messgerät nicht zu registrieren! Bei der PWM- und FLX-Version zeigen sich, vor allem in Einzelbestückung und halber Drehzahl, wirklich tolle Messwerte. Bei gesteigerter Drehzahl sind die Lüfter wahrnehmbar, aber nicht störend, da hier die bewegte Luft deutlich hörbarer ist als der Motor selbst und damit ein angenehmeres, tieferes Geräusch erzeugt als viele andere Lüfter. Bei 75% Drehzahl werden leider die Doppelbestückungen schon etwas nervig und bei voller Drehzahl erst recht deutlich hörbar. Glücklicherweise kommt man im Alltag nie in diese Drehzahlregionen und für OC-Versuche unter Luft stimmt dann die Kühlleistung.

Zusammengefasst überrascht die ULN-Version durch den, für die erreichte Kühlleistung, praktisch geräuschlosen und einwandfreien Betrieb. Die PWM- sowie FLX-Ausführung erreichen ebenfalls gute Resultate bei ausgezeichneter Kühlleistung.


Drehzahl





Die Drehzahlen zeichnen das Bild weiter und vollenden es. Auch wenn die Werte im Vergleich oftmals höher sind als bei der Konkurrenz, stimmt doch die Lautstärke und beweisen, dass Noctua es geschafft hat, auch höhere Umdrehungszahlen leise zu bekommen. Außerdem ist es sehr schön zu sehen, wie genau all unsere Lüfter sich an die Drehzahlgrenzen halten. Insgesamt sind wir überaus zufrieden.




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Fazit

Zusammengefasst hat Noctua einen faktisch einwandfreien Lüfter gebaut, der abgesehen des Preises eine aktuell fantastische Mischung beziehungsweise Balance aus Lautstärke und Kühlleistung erreicht. Den Anwendern, welche Wert auf absolute Stille legen, können bei der ULN-Version beherzt zugreifen, auch wenn leichte Abstriche in der Leistung zu vernehmen sind. Für alle andere Interessenten können wir, je nach gewünschtem Anschluss, die PWM oder FLX Ausführung empfehlen, die im absoluten Spitzenfeld der Leistung liegen und gute Lautstärkeergebnisse abliefern.

Allen Ausführungen liegt ein umfangreiches Zubehör bei, dass bei der notwendigen Kabelverlängerung anfängt, über diverse Adapter geht und bei Gummi-Entkoppler respektive gleich dem ganzen Rahmen aufhört. Die Produktqualität ist faktisch über alle Zweifel erhaben. Mängel, kleine Fehler oder auch nur irgendeine Form von Ungereimtheiten lassen sich nicht blicken. Auch technisch liefert Noctua ein absolut überragendes Produkt ab, vor allem der überaus geringe Abstand zwischen Lüfterblätter und Rahmen und das deswegen notwendig gewordene Flüssigkristallpolymer Sterox sind eine echte Neuerung am Markt. Zusammen mit dem bewährten und verbesserten Lager, vielen kleineren Optimierungen an Lüfterblättern, Rahmen und vielem weiteren ist die A12x25-Serie am aktuellsten Stand der Technik. Zusätzlich, wie man es von Noctua gewohnt ist, kommt auch die sehr lange Garantielaufzeit von sechs Jahren ohne zusätzliche Eskapaden wie einem Registrierungszwang hinzu.

Der Preis ist natürlich ein schöner Brocken, 30 Euro für einen Lüfter lässt viele wohl zwei Mal nachdenken, bevor sie zugreifen. Dafür sei gesagt, es gibt technisch und leistungsmäßig keinen Grund, nicht zuzugreifen. Daher eine klare Kaufempfehlung unsererseits!




  • Ausgezeichnete Kühlleistungen für PWM- und FLX-Version und angenehm leise
  • ULN-Ausführung faktisch unhörbar bei guter Kühlleistung
  • Technisch über alle Zweifel erhaben
  • Entkoppler, Gummi-Ecken und Rahmen enthalten
  • Verlängerungskabel, Low-Noise und 4-Pin Molex-Adapter beigelegt
  • Verarbeitung ausgezeichnet
  • Edles Design und "Premium-Touch"
  • Sechs Jahre Garantie ohne Registrierungs-Zwang
  • Anleitung und Daten auf der Webseite auch in Deutsch ...




  • ... Verpackung und Anleitung faktisch nur Englisch
  • Teuer


Awards:


Links zum Produkt





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Simon Sternbauer


gedruckt am 23.09.2019 - 22:51
http://www.tech-review.de/include.php?path=content/content.php&contentid=167305