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Enermax MAXPRO 500W
28.09.2015 - 08:00

Enermax ist einer der bekanntesten Hersteller von PC Netzteilen. Seit kurzem gibt es vermehrt Kritik, da sie die Produktion ausgelagert haben. Nun lässt die Firma, statt selbst zu produzieren, ihre Netzteile von einem großen Hersteller für Netzteile, CWT, fertigen. Damit reiht sich Enermax in die Liste der meisten anderen Anbieter ein. Von vielen kritisiert sehen wir diesen Schritt lieber neutral und warten ab, wie unser Test ausfällt. Wir haben heute nämlich ein MAXPRO 500 auf dem Prüfstand. Die MAXPRO Reihe richtet sich an Kunden, die ein preisgünstiges aber trotzdem leistungsstarkes Netzteil suchen.




Mit 49,94 € Marktpreis (gelistet auf Geizhals.de, Stand: 05.09.2015) liefert Enermax viel Leistung für wenig Geld ab. 456 Watt auf +12 Volt, ein leiser Lüfter und 80+ Zertifizierung sind die wichtigsten Eckdaten. Es reicht mit diesen Werten für jedes aktuelle Single-GPU Spielesystem aus – doch wie wird sich ein Netzteil aus Enermax Einsteigerklasse im Praxistest schlagen? Hat die Qualität der Firma wirklich nachgelassen, seit deren Produkte außer Haus gefertigt werden?

All dies werden wir für Euch auf den nächsten Seiten beleuchten und wünschen viel Spaß beim Lesen des Artikels.


Danksagung

Wir danken der Firma Enermax für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.










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Spezifikationen und Features

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Die Verpackung des Enermax MAXPRO 500 ist die wohl schlichteste, die wir bislang gesehen haben. Der Produktkarton besteht ausschließlich aus brauner Pappe mit schwarzem Aufdruck. Auf der Vorderseite finden wir lediglich das Enermax Logo, den Modellnamen, die Wattzahl, sowie das 80+ Zertifikat. Erst auf der Seite der Verpackung finden wir eine Tabelle mit den Strom- und Leistungsangaben der einzelnen Schienen. Hier sind diese Angaben für alle Modelle abgedruckt, unter anderem natürlich auch für das 500 Watt Modell, welches wir heute testen.


Schiene Maximaler Strom Maximale Leistung
+3,3V 18A
110W
+5V 18A
+12V 38A 456W
-12V 0,3A 3,6W
+5V Standby 2,5A 12,5W


So große Unterschiede zwischen maximaler Leistung auf der 12 Volt Schiene und der maximalen Leistung des Netzteils sprechen meist für ein gruppenreguliertes Netzteil. Als solches bezeichnet man ein Netzteil ohne eigene Schaltwandler für 5 Volt und 3,3 Volt. Alle Spannungen werden gemeinsam geregelt, und können nicht bei sehr asymmetrischen Lasten eigens geregelt werden. Wir werden später bei der Analyse der Elektronik sehen, dass das hier tatsächlich der Fall ist.

Das Netzteil hat im 230 Volt Stromnetz das 80+ Zertifikat ausgestellt bekommen, welches eine Effizienz von >82 % (bei 20 % und 100 % Last), bzw. >85 % (bei 50 % Last) voraussetzt.

Zu den Schutzschaltungen oder vorhandenen Steckern schweigt die Verpackung, diese behandeln wir aber später für Euch noch im Detail.






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Äußeres, Lieferumfang und Kabelausstattung

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In der Verpackung befinden sich, neben dem in Luftpolsterfolie verpackten Netzteil, ein Kaltgeräte-Netzkabel, vier Schrauben zur Montage des Netzteils im Gehäuse, sowie ein elfsprachiges Benutzerhandbuch.


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Das Netzteil ist, bis auf das Enermax Logo auf der Lüfterabdeckung und je einem "MAXPRO" Schriftzug pro Seite, komplett in mattem Schwarz gehalten. Der Lüfter hat die für Enermax charakteristische Form der Lüfterschaufeln ("batwing blades“), wie man sie zum Beispiel vom Enermax T.B.Silence kennt. Dieser ist daher eine Sonderanfertigung, kein einfacher "Lüfter von der Stange", wie man ihn in den meisten anderen Netzteilen antrifft. Er lässt auf einen leisen Betrieb hoffen. Auf der Unterseite des Netzteils finden wir noch einen Aufkleber, auf dem unter anderem die genaue Modellbezeichnung und erneut die Stromstärken/Leistungen pro Schiene angegeben sind.


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Die Kabel sind - wie bei einem Einsteigermodell zu erwarten – nicht perfekt. Enermax hat alle Sleeves sauber mit selbstklebenden Schrumpfschläuchen abgeschlossen und auch die Kabelstücke zwischen den einzelnen Steckern (bei Laufwerkskabeln oder dem PCIe 6+2 Pin Kabel) ebenfalls gesleeved. Allerdings sind die Sleeves allesamt nicht straff gezogen und (mit Ausnahme des Sleeves des 20+4Pin Kabels) auch nicht wirklich blickdicht.


Bezeichnung der Kabel  Kabel-Länge in cm
ATX 24 Pin  50
CPU 4+4 Pin  50
PCI-E 6 Pin und 6+2 Pin  50 & 65
2 x SATA  50 & 65
2 x SATA  50 & 65
2 x SATA  50 & 65
2 x MOLEX  50 & 65







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Technik im Detail

Ein Hinweis vorweg:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr, wenn ihr ein Netzteil aufschraubt!

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Unter dem Deckel findet sich ein ziemlich kleines, schwarzes PCB. Wie bereits erwartet, verfügt das Netzteil über keine DC-DC Wandler. Es ist also gruppenreguliert. Der Lüfter ist ein Modell von Enermax selbst mit der Typenbezeichnung ED122512H-OD. Zu diesem spezifischen Modell konnten wir keine weiteren Angaben finden, außer den aufgedruckten 12 Volt und 0,30 Ampere. Von Hersteller gibt es verschiedene Lüfter, deren Typenbezeichnung mit ED122512H beginnt. Die genaue Klassifizierung wird dann durch die "Nachsilbe", -OD in unserem Fall, gemacht. 500-1500 U/Min Regelbereich ist aber allen gemeinsam, weshalb wir annehmen können, dass auch der hier verbaute Lüfter in diesem Bereich arbeitet.

Die Netzfilterung ist typisch für ein Netzteil dieser Leistungsklasse. Ein paar Informationen für die nicht ganz so Elektronikbegeisterten vorweg: Eine Drossel ist eine Spule. Primärseitig finden sich meist Drosseln mit zwei getrennten Spulen auf einem Kern, sodass beide "Pole" des Wechselstroms über eine Drossel fließen. X-Kondensatoren sind zwischen den beiden "Polen" des Wechselstroms eingelötete Kondensatoren, und Y-Kondensatoren zwischen jeweils einem Pol und dem Schutzleiter. Aus diesen drei Bauelementen kann man Filterglieder aufbauen, die, je nach Komplexität, unterschiedlich gut Störungen aus dem Stromnetz filtern.

Im MAXPRO 500W sind zwei Y-Kondensatoren sowie ein X-Kondensator sind direkt an der Netzbuchse angelötet. Auf dem PCB folgen eine Drossel, welche in Serie mit nur einem Leiter ist und eine Schmelzsicherung. Auf diese folgen ein Varistor als Überspannungsschutz zwischen den beiden Leitern, eine Drossel, ein X-Kondensator, eine weitere Drossel und noch zwei Y-Kondensatoren. Bis auf die eine Drossel in Serie zu nur einem der zwei Leiter, findet sich ein solches, oder sehr ähnliches Filterglied in fast allen aktuellen Netzteilen. Es ist problemlos im Stande, Störungen von außerhalb vom Netzteil fernzuhalten, und umgekehrt auch zu verhindern, dass das Netzteil andere Geräte stört. Der Varistor ist positiv hervorzuheben, denn leider verbauen nicht alle Hersteller einen solchen. Somit haben wir es hier mit einer einwandfreien Netzfilterung zu tun, die selbst in erheblich teureren Geräten noch angemessen wäre. Die Gleichrichtung des Wechselstroms wird von einem Brückengleichrichter übernommen auf den eine aktive PFC Schaltung folgt.


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Die aktive PFC und die PWM Steuerung des eigentlichen Schaltnetzteils werden beide von einem Champion CM6805B gesteuert. Diesem steht noch ein CM03X zur Seite. Laut Datenblättern umfasst Letzterer lediglich drei MOSFETs (elektronische Schaltelemente) in seinem Inneren, und kann - kombiniert mit einem passenden PFC Controller - dessen Effizienz steigern, wenn keine Last am Netzteil anliegt.

Die 5 Volt Stand-by-Spannung wird von einem TNY177 bereitgestellt, welcher mit wenigen externen Komponenten bis zu 23,5 Watt zur Verfügung stellen kann.

Auf der Sekundärseite finden sich vier Dioden im Gleichrichter. Zwei 30L60CT sind für den 12 Volt Zweig zuständig. Diese sind Doppel-Shottky-Dioden, also zwei Dioden mit besonders geringen Verlusten in einem Gehäuse. Sie können je 15 Ampere pro Diode gleichrichten. Theoretisch wären bei zwei Halbleitern mit je zwei Dioden also 60 Ampere auf 12 Volt maximal möglich. Zu den Dioden der 5 Volt und der 3,3 Volt Schiene lässt sich kein Datenblatt finden. Wie sich aus dem Platinenlayout folgern lässt, sind auch diese beiden Doppel-Dioden, vermutlich ebenfalls Shottkys. Effizientere Netzteile nutzen zur Sekundärgleichrichtung meist einen aktiven Gleichrichter (vom PWM-Controller angesteuerte MOSFETs), da ein solcher die Effizienz steigert. Hier ist wohl auch einer der maßgebenden Gründe zu finden, warum das Netzteil nur 80+ erreicht und kein höheres Zertifikat.

Die Schutzschaltungen werden von einem Sitronix ST9S429 bereitgestellt. Wir konnten zu diesem kein Datenblatt im Netz finden, aber eine Liste mit den vorhandenen Schutzschaltungen: UVP, OVP und OCP auf bis zu zwei 12 Volt, einer 5 Volt und einer 3,3 Volt Schiene. Er scheint der Belegung nach baugleich zu sein mit dem Sitronix S3515

Als Shunts kommen für alle drei Schienen Spulen auf Stab-Ferritkernen zum Einsatz, welche auch mit dem Controller verbunden sind - OCP und OVP sind also auf allen Schienen implementiert. Eine OTP wäre über den PFC Controller implementierbar - da wir aber keinen Temperatursensor finden konnten, ist ungewiss, ob eine solche implementiert ist. In unseren Belastungstests gab das Netzteil aber keinerlei Anlass zur Sorge.
Primärseitig findet sich ein 330 Mikrofarad 400 Volt Elko aus der Nippon-Chemicon KMR-Reihe. Der Primärkondensator ist nicht so ausfallgefährdet wie die Kondensatoren der Sekundärseite, und hier handelt es sich um ein ziemlich hochwertiges Modell.

Sekundärseitig finden wir verschiedenste Kondensatoren. Die 12 Volt Schiene wird von zwei CapXon Kondensatoren aus der KF Serie geglättet. Daneben finden sich noch drei Samxon GF Elkos, je einer für 3,3 Volt, 5 Volt und 5 Volt Standby. Zudem finden sich noch ein CapXon GF und zwei Su'scon MF in der Glättung der 5 Volt Schiene. Alle sind nicht als sehr langlebige Kondensatoren bekannt. Die Auswahl an Kondensatoren ist allerdings dem Preissegment entsprechend und somit auch kein wirklicher Kritikpunkt. Wer hochwertige Kondensatoren erwartet, muss mehr Geld in die Hand nehmen und ein deutlich teureres Netzteil erwerben.


An der Lötqualität gibt es nichts auszusetzen, CWT hat an dieser Stelle sehr sauber gearbeitet.







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Testumgebung


Der Test wird an einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag bei diesem Test bei ungefähr 25° Celsius.


CPU: IntelCore i5-4670K @ 4,2 GHz 
CPU-Kühler: Prolimatech Super Mega (2x NoctuaNF-F12) 
Mainboard: Asus Z87 Gryphon 
Arbeitsspeicher: 2x 8GB G.Skill TridentX DDR3-2400CL10-12-12-31
Grafikkarte: Sapphire R9 290X Referenz (Morpheus mit 2xNoctua NF-12)
SSD / Festplatte: Samsung 840 Pro 256GB 
Netzteil: Siehe Test 
Bildschirm: Samsung S24B350H 


Die R9 290X ist aktuell eine der Karten mit dem höchsten Stromverbrauch, selbst >600 Watt Last waren kurzzeitig im Test kein Problem. Allerdings steigt die Temperatur des Chips dabei zu schnell (und damit auch die Leckströme), was selbst ein grobes Ablesen des Stromverbrauchs und damit der Effizienz unmöglich macht. Daher liegt das sinnvolle Limit bei ungefähren 450 Watt Aufnahme des Gesamtsystems.

Die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems haben wir mit Hilfe eines Profitec KD 302 gemessen. Hierbei haben wir folgende Lastszenarios generiert:


Szenario1: Gesamtsystem im Idle
Szenario 2: CPU: Prime 27.7 (Blend Preset), Test Nr. 5
Grafikkarte: Idle
Szenario 3: CPU: Prime 27.7 (Blend Preset), Test Nr. 5
Grafikkarte: FurMark (500/700 MHz, -50 % PT, -193 mV)
Szenario 4: CPU: Idle
Grafikkarte: FurMark (1000/1250 MHz, -10 % PT, 0 mV)
Szenario 5: CPU: Prime 27.7 (Blend Preset), Test Nr. 5
Grafikkarte: FurMark (1000/1250 MHz, 0 % PT, 0 mV)


Die einzelnen Messwerte wurden entnommen, nachdem sich die Temperaturen der GPU eingependelt haben. Bei Testszenarien, in denen die Testlast mit Prime 95 erzeugt wurde, haben wir immer im Blend-Preset bei Test 5 gemessen, da die Leistungsaufnahme in Prime je nach Test stark abweichen kann.

Die Messwerte zur Spannungsregulation wurden mit einem Fluke 177 an einem unbenutzten MOLEX Stecker (12 Volt und 5 Volt), sowie an einem unbenutzten SATA Stecker (3,3 Volt) gemessen.

Die Lautstärkemessungen wurden in allen fünf Szenarien mit einem Voltcraft SL-100 in 50 Zentimetern Abstand zum Netzteil durchgeführt. CPU/GPU Lüfter wurden dabei angehalten, um die Messungen nicht zu verfälschen. Als Referenz dient dasselbe System im Idle mit einem BeQuiet! E9 480W, bei dem der Lüfter für die Messung angehalten wurde. Diese Messung wird als "System ohne Netzteil" bezeichnet.






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Effizienz

Kommen wir zu den Praxistests, um zu sehen, wie sich unser Testkandidat in einem realitätsnahen Test schlägt.








Wie man von einem 80+ zertifizierten Netzteil bereits erwarten konnte, ist die Effizienz in unserem Ranking am unteren Ende angesiedelt. Im niedrigen Wattbereich in dem das Netzteil angesiedelt ist, bleiben die Verluste allerdings noch im Rahmen und die Unterschiede zu 80+ Bronze (Antec HCG) sind nicht so deutlich. Trotzdem ist zu den 80+ Gold Geräten (BeQuiet E9, Cooler Master VSM, Corsair CSM) und auch zum 80+ Silber zertifizierten LC 6560 bereits ein Unterschied sichtbar.







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Spannungsregulation

Das Netzteil verfügt über keine DC-DC Wandler, sondern ist gruppenreguliert. Gruppenregulierte Netzteile haben üblicherweise etwas schlechter regulierte Spannungen als solche mit Indyregulierung (DC-DC Wandler), wo 12 Volt, 5 Volt und 3,3 Volt getrennt geregelt werden. Eine zu niedrige oder zu hohe Spannung kann Komponenten beschädigen, oder das System instabil werden lassen. Die Grenzen der Diagramme stellen die ATX-Norm dar. Werte, die außerhalb des Diagramms liegen, liegen somit auch gleichzeitig außerhalb der ATX-Norm.






Wie erwartet sind die Spannungen nicht perfekt – die Schwankungen auf der 12 Volt Schiene sind noch alle weit innerhalb der Normen und damit im grünen Bereich. Die 3,3 Volt Schiene schwankt fast gar nicht. Unangenehm fällt nur die 5 Volt Schiene auf. Mit einem Maximum von 5,272 Volt liegt diese im Szenario 5 um 0,017 Volt über der ATX Norm. Sehr ähnliche Werte hatten wir an unserem Testsystem auch schon mit einem BeQuiet E9 480W CM. Ohne Festplatten im System haben wir kaum Last auf der 5 Volt Schiene, womit viele gruppenregulierte Plattformen kaum umgehen können. Wir erzeugen mit unserem Testsystem ein Crossload-Worst-Case Szenario, das im normalen Betrieb in wenigen Systemen auftritt.

In unserem Test verließ die 5 Volt Schiene nur im sehr Leistungshungrigen FurMark die ATX Norm – im normalen Spielebetrieb blieben alle Spannungen innerhalb des vorgegeben Rahmens. Wir haben bei unserem Testkandidaten bereits im Leerlauf eine eher hohe 5 Volt Spannung, was vermutlich auch der Grund dafür ist, dass es unter Volllast die Spezifikationen verlässt. Wir können das mangels anderer Modelle nicht bestätigen, vermuten aber, dass die 5 Volt Spannung einer gewissen Serienschwankung unterliegt, und unser Testmodell eine zu hohe vorweist.






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Lautstärke








Der Lüfter blieb in allen Szenarien angenehm leise und unaufdringlich. Erst im letzten Szenario hat er etwas aufgedreht, wobei die Grafikkarten- und CPU Lüfter das Netzteil immer übertönt haben, wenn man diese nicht (wie für unsere Lautstärkemessungen) angehalten hat. Das MAXPRO hat sich in unserem Praxistest zwar nicht als unhörbar, aber als sehr leise erwiesen. Aus einem geschlossenen Gehäuse sollte man es selbst bei sehr leisem Restsystem kaum wahrnehmen können.






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Fazit

Mit dem MAXPRO 500 hat Enermax ein solides und kostengünstiges Netzteil abgeliefert. Es ist leise und die Verarbeitung ist vorbildlich für diese Preisklasse. Technisch stemmt es fast jedes aktuelle System ohne größere Probleme. Allerdings haben wir durchaus auch einige Kritikpunkte: Die Sleeves sind, wie so oft bei billigeren Geräten, nicht perfekt. Die Technik ist akzeptabel, aber heute, wo fast jeder Hersteller immerhin Bronze im Einstiegssektor bietet, nicht mehr wirklich zeitgemäß. Die Kondensatorbestückung ist auf dem selben Niveau wie bei den meisten anderen Netzteilen im Budget-Segment. Ein sehr langlebiger Primärkondensator gepaart mit weniger langlebigen Kondensatoren in der Glättung der Sekundärspannungen. Einige Jahre sollten aber auch diese problemlos laufen und bei größeren Umstellungen der Hardware empfehlen wir generell ein neues Netzteil, da sich die Anforderungen der Hardware schnell ändern. Die Spannungsregulierung der 5 Volt Schiene ist alles andere als gut umgesetzt und verlässt bei stark asymmetrischen Lasten (zum Beispiel Spielesystemen mit nur einer SSD, ohne Festplatten, und mit starken Grafikkarten) die ATX Norm. Mit ein bis zwei Festplatten im System ist das Problem allerdings nicht mehr vorhanden. Es ist ein unschöner Makel der Elektronik, der für das System im Normalfall jedoch wenig Gefahr darstellt. Für Systeme, die mehr als 500 Watt verbrauchen, würden wir das Maxpro allerdings keinesfalls mehr empfehlen (also für SLI/Crossfire Gespanne), da die Abweichungen bei mehr Last immer stärker werden. Wer zwei leistungsstarke Grafikkarten einbaut, sollte sich unserer Meinung nach eher bei Netzteilen im Preissegment von 100,- € aufwärts umschauen.

Anzeichen, dass die Verarbeitungsqualität unter CWT stark nachgelassen habe, können wir keine feststellen. Die Lötqualität ist sehr gut, die verwendeten Bauteile sind dem Preissegment angemessen und anderweitige Mängel an der Elektronik konnten wir auch keine finden.

Wem der etwas höhere Stromverbrauch des Gerätes nicht stört, der kann mit dem MAXPRO ein solides und zuverlässiges Netzteil mit leisem Lüfter erwerben. Leute, deren Rechner viel läuft, oder die den Stromverbrauch gering halten wollen, sollten lieber einige Euro Aufpreis investieren und ein Netzteil mit höherer Effizienz erwerben.




  • Lautstärke
  • Preis
  • Alle Kabelstücke sind gesleeved...





  • ...aber nicht wirklich blickdicht
  • Effizienz
  • Spannungsregulierung der 5 Volt Schiene verlässt im Crossload mit FurMark die ATX Norm





Awards:

Links zum Produkt







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M.Plattner


gedruckt am 23.10.2019 - 18:31
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