Corsair Obsidian 800D – Corsair entert den Gehäusemarkt. Mit Erfolg?
22.10.2009 von Matthias Schmitt
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Fazit
Die Erwartungen waren hoch, sehr hoch. Corsair verbinden wir mit kompromisslosen, makellosen High-End Produkten. Sei es Speicher, seien es die makellosen Netzteilen oder jetzt eben das Corsair Obsidian 800D.
Leider erfüllt Corsair diese Erwartungen beim Einstieg in den Markt der High-End Gehäuse nicht zu Genüge.
Nach der Devise: „Wo viel Licht ist, ist auch Schatten“, müssen wir am Obsidian viel bemängeln.
Die Materialstärke des Gehäuses dürfte für ein Gehäuse dieser Preisklasse, etwas dicker sein. Der Deckel, Zwischenboden und Mainboardträger gibt für unseren Geschmack zu sehr nach. Von einem der Mitbewerber sind wir für runde 220€ Besseres gewohnt.
Es ist natürlich eine Frage der Kosten, wir aber sind der Meinung, daß ein Obsidian aus dem selben, ansehnlichen, gebürstetem Alu, mit dem die Frontblenden verkleidet und der Rest der Stirnseite gefertigt ist, einen Aufpreis von 30-40€ wert wäre.
Die ärgerlichsten Mängel stellen aber ohne Zweifel die nicht vorhandene Festplattenentkopplung, die billigst Qualität des eingesetzten Kunststoffs (Abdeckungen der Lüfter, Klappe im Mainboardtray) und die miserable Qualität der eingesetzten Lüfter. Wir würden uns sehr freuen, wenn Corsair dabei mit Noiseblocker kooperieren würde. Auf die Menge an abgesetzten Gehäuse, würde dies sicher nur einen geringen Aufpreis, aber einen gewaltigen Anstieg der Qualität bedeuten.
Schade auch, dass Corsair die seit Anfang des Jahres angekündigten 420er Radiatoren nicht berücksichtigt hat. Es wäre technisch sehr leicht gewesen, Triple 120 und Triple 140mm Radiatoren simultan zu ermöglichen. Da so ein Gehäuse, eine mehr als 12 monatige Entwicklungszeit hinter sich bringt, darf man diesen Aspekt aber nicht in die Wertung einfliessen lassen.
Baute Corsair das Gehäuse nur 3-5 cm länger, wäre es sogar möglich, das Gehäuse für den Deckeleinbau eines Quad 140mm Wärmetauschers, ohne Metallarbeiten vorzubereiten. Damit hätte das Chassis ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Soviel nur als Anregung Richtung Corsair.
Im oberen Teil der Rückwand befinden sich Schlauchdurchführungen. Die Konstruktionsabteilung wählte damit leider einen denkbar ungünstigen Platz, wenn man einen dicken Radiator montiert. Wir meinen, dass so etwas besser im „Keller“ über bzw. neben dem Netzteil aufgehoben wäre.
Den schlimmsten Schnitzer erlaubt sich Corsair aber beim Design der 5,25" Laufwerksschächte. Die fest eingebauten Führungsstege haben dort nichts verloren. Jemand der 240€ für ein Gehäuse auf den Tisch legt, montiert sich auch, wie in unserem Fall, Festplattenkühler die sich über zwei oder drei Laufwerksschächte erstrecken. In einem Case, das soviel Geld über die Ladentheke wandern lässt, darf es keine Inkompatibilitäten geben. Besonders nicht, wenn sich diese auf den Einbau einer High-End Wasserkühlung auswirken und das Produkt damit beworben wird.
Wie zuvor schon beschrieben, setzen wir vier Festplatten ein. Leider befindet sich aber nur die gleiche Anzahl Wechselrahmen im Lieferumfang. Wir würden uns sehr freuen, wenn Corsair 1-2 Rahmen zusätzlich in den Karton legen oder diese Rahmen als Zubehör anbieten würde. Backups mit extern gelagerten Platten würden so erleichtert.
Nun aber genug der Kritik. Es gibt nämlich auch einiges Gute am Corsair.
Besonders gut gefallen hat uns das enorme Platzangebot, dass einen sehr stressfreien und einfachen Einbau der Hardware ermöglicht. Die sehr saubere, komplette mattschwarze Lackierung, innen wie außen.
Herzuheben ist auch die einzigartige, wundervoll einfache Verlegung der Kabel. Wo wir sonst Stunden darüber grübelten, wie die Kabelstränge ideal zu verstecken seien, brauchte dieser Schritt im 800er nur einen Bruchteil der Zeit.
Sehr pfiffig auch die Schlauchdurchführungen im Zwischenboden, die platzsparende Zusammenfassung der Festplattenstromversorgung, das sehr gute Belüftungs/Raumkonzept, die tadellose allgemeine Verarbeitung (ohne scharfe Schnittkanten o.Ä.) oder die Vorbereitung auf den Einbau eines Triple Radiators im Deckel.
Dass man die Klappe des HDD Schacht zu beiden Seiten öffnend ansetzen kann und das sanfte Aufgleiten der Verkleidung der externen Anschlüsse kann man auch positiv anmerken.
Das Corsair macht viele Punkte, teilweise sogar revolutionär, richtig. Unerfreulicherweise aber auch beinahe ebenso viele Punkte falsch. Wenn Corsair die Schwächen des 800D ausmerzt und weiter an Details arbeitet, hat das Gehäuse ohne Zweifel das Potential der Traum eines jeden, mit Wasser kühlenden Schraubers zu werden.
Wir meinen, dass Corsair auf dem richtigen Weg ist, begeistert das Obsidian mit seinen positiven Punkten doch jetzt schon. Mit Spannung erwarten wir die geplante, hoffentlich stark verbesserte zweite Version der schwarzen Schönheit und sind sicher, dass Corsair den eingeschlagenen Kurs zur Zufriedenheit aller weiter steuert.
enorm viel Platz
komplett schwarze Lackierung
Lackierung sehr sauber ausgeführt
revolutionäres Kabelmanagement
gutes Zubehör (CPU Stromverlängerung, viele Schrauben)
Schlauchdurchführungen im Zwischenboden
sehr gutes Belüftungskonzept
tadellose Verarbeitung
schicke Alu Front
Festplatte Hot-Swap fähg montiert
kinderleichter Einbau eines Triple 120 Radiators ohne Metallarbeiten
leicht herausnehmbarer Staubfilter im Boden
alle Lüfter entkoppelt
inkompatibel mit Geräten, die mehr als einen Laufwerksschacht nutzen
Materialstärke könnte besser sein
nur Front aus Alukorpus (hinter den Blenden Plastik, Rest massiv)
Festplatte nicht entkoppelt
Kunststoffteile entsprechen bei Weitem nicht dem ansonsten wertigen Gesamteindruck
Lüfter von billigster Qualität
Keine Vorbereitung für Triple 140mm Radiatoren oder sogar Quad Wärmetauscher