Sennheiser PC 320 G4ME im Tech-Review Check
24.12.2011 von Kevin Holtmeier
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Testbedingungen
Da wir nicht über professionelle Räumlichkeiten und Messgeräte verfügen, spiegeln unsere Ergebnisse den Klangeindruck des Redakteurs wieder. Eine subjektive Komponente lässt sich daher nicht vermeiden, auch wenn der Tester schon einige Systeme aus dem PC- sowie HiFi-Bereich angetestet hat. Als Referenz dienen ein Paar Magnat Quantum 557 die an einem Yamaha RX-V650 angeschlossen werden, sowie ein Ultrasone HFI-580 Kopfhörer. Der Testraum misst 4 m x 6 m, bei einer Deckenhöhe von 2,20 m. Die Wände der kürzeren Seiten bestehen aus Dachschrägen, welche bis knapp 30 cm an den Boden reichen. Musikstücke liegen als MP3 Dateien mit mindestens 256 kbit/s vor und Filme als DVDs. Alle Klangtests werden bei 75-85 dB (gemessen aus 50 cm Entfernung) vorgenommen und ohne jegliche Klangverfälscher wie Equalizer durchgeführt. Zum Testen wurden klanglich möglichst anspruchsvolle Titel der verschiedensten Genres ausgewählt, um die Stärken und Schwächen des Systems klar herausstellen zu können. Jedes Musikstück wird mit Punkten von 1-100 bewertet, wobei 1 am schlechtesten und 100 am besten ist. 100 Punkte entsprechen dabei einem vergleichbaren Klangniveau unserer Referenzkomponenten.
Einzelbetrachtung von Musikstücken
Adele - Rolling In The Deep (Pop - Halleffekt, Stimmwiedergabe, Volumen)
Das Sennheiser PC 320 soll laut Verpackungsaufschrift klar auf "Gamer" zugeschnitten sein, aber auch musikalisch erhält der Käufer solide Kost. Die Tonbereiche zeigen sich relativ ausgewogen ohne große Tendenzen in die ein oder andere Richtung, jedoch offenbart der Hörer auch einige Schwächen: Uns fehlt es vor allem an räumlicher Differenzierung. Zwar erhalten alle Instrumente einen Platz zugeordnet, aber eine klare Kontur bleibt der Hörer schuldig.
55/100
Nickelback - Fight For The Wrong Reasons (Rock - Dynamik, Auflösungsvermögen, Bass)
Bei Nickelback machen die guten Mitten des PC 320 sofort auf sich aufmerksam. Die Stimme des Frontmannes Chad Kroeger klingt ungemein natürlich, seine charakteristische Klangfarbe kommt gut zur Geltung. Auch die E-Gitarren werden aufgrund dieser Stärke voluminös abgebildet. Defizite findet man aber eindeutig im Tiefton, denn die Treiber des PC 320 vermögen es nicht, den Bassbereich angemessen tief und druckvoll wiederzugeben.
52/100
Revolverheld feat. Marta Jandova - Halt dich an mir fest (Pop & Rock - Natürlichkeit, Auflösungsvermögen)
Ähnlich dem vorigen Teststück sticht die sehr realitätsgetreue Stimmwiedergabe positiv hervor. Des Weiteren überzeugt uns das offene Bauprinzip, was eine gute Lokalisation der Instrumente ermöglicht. Insgesamt stört aber ein etwas verwaschener Eindruck unser Empfinden während des Hörens. Hier kann man eine Parallele zu "Rolling in the deep" finden, besonders im Refrain wäre eine präzisere Definierung wünschenswert gewesen.
54/100
Xavier Naidoo - Sie sieht mich nicht (Pop - Räumlichkeit, Stimmwiedergabe, Natürlichkeit)
Hier kann das PC 320 wiederrum vollends punkten: Die homogene Abstimmung erzeugt ein harmonisches Klangbild, wodurch sowohl Xaviers Stimme, als auch das hintergründig spielende Klavier sehr glaubhaft präsentiert werden. Einzig kleine Details wie der erklingende Trommelwirbel oder der Gong könnten noch etwas besser herausgestellt und auf der sonst so breiten Bühne eingeordnet werden.
57/100
Lil Jon feat. Eastside Boyz (Hip-Hop - Bass, Räumlichkeit)
In Lil Jon's "Get low" aus dem "Need for Speed Underground" Soundtrack kann das Sennheiser Headset allerdings gar nicht überzeugen. Der heftige Tiefbass dieses Songs wird in keiner Weise zufriedenstellend abgebildet: Es offenbart sich ein starkes Tiefbassloch, der Ton wird also nur sehr leise und auch nicht weit genug im Frequenzkeller abgebildet.
42/100
Johannes Oerding - Reparier'n (Pop - Stimmwiedergabe, Auflösungsvermögen, Volumen)
Ganz anders zeigt sich unser Proband im folgenden Teststück: Die ausgewogene Wiedergabe, die das Sennheiser PC 320 bietet, ist bei Headsets dieser Preisklasse schon wirklich ordentlich, sodass die Aufgabe dieses Stück abzubilden befriedigend bewältigt wird. Trotzdessen fehlt es einfach etwas an Auflösung und Differenzierung in nahezu allen Tonlagen, was aber gemessen an der Preisklasse nicht erwartet werden kann.
56/100
Klang in Spielen und Filmen
Widmen wir uns nun dem Bestimmungsgebiet des Sennheiser PC 320 G4ME, den Computer-Spielen. So haben wir uns neben dem üblichen Titel Battlefield Bad Company 2 auch das Spiel des auf der Rückseite erwähnten Counter-Strike: Source Profis Hossa von mTw angehört. Nach ausgiebigen Spiele-Sessions stand für uns fest, dass das Sennheiser in diesen Bereichen wirklich gut abschneidet. Auf den riesigen Schlachtfeldern Battlefields überzeugt die breite Darstellung des offenen Headsets. Dank der homogenen Abstimmung klingen vor allem Fahrzeuge in Form von Panzern oder Helikoptern ungemein realistisch. Man muss jedoch auch den fehlenden Tiefbass unseres Testprodukts kritisieren, denn so manche virtuelle Explosion hätte für unseren Geschmack noch besser akzentuiert werden können.
Bei Counter-Strike: Source benötigt man vor allem eine gute Ortung, um erfolgreich das gegnerische Team zu dezimieren und selbst dabei nicht allzu oft das Zeitliche zu segnen. Hierbei kann man den eher hintergründigen Bass sogar als Vorteil auslegen, denn so werden nie Schritte von Schüssen überlagert und bleiben stets ortbar. Dementsprechend gut ist die Lokalisation auf den kleinen Maps dieses Spiels, denn Gegner sind sowohl im 360 Grad Winkel gut zu orten als auch die Entfernung lässt sich gut abschätzen. Unser Counter-Strike erprobter Testredakteur mit nahezu 600 Spielstunden hat deshalb auch in Punkto Ortung nichts zu meckern.
Für den ein oder anderen Film zwischendurch taugt unser Proband ebenfalls: Die Stimmverständlichkeit bewegt sich auf hohem Niveau, die breite Bühne erzeugt ein gutes mittendrinn Gefühl, aber richtig packend mutet es selten an. Dazu fehlt es einfach im Tieftonbereich an Präsenz.