Im Zeichen des Zorns: RAGE!
01.11.2011 von Max Doll
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Fazit
Die gute Nachricht zuerst: Das Handwerk verlernt hat id auf keinen Fall, denn die actionreichen Shootersequenzen machen dank der guten KI, der abwechslungsreichen Umgebung und den schönen Animationen im düsteren Setting wirklich Spaß. Nur - dazugelernt hat id ebenso wenig, was angesichts der Entwicklung im Genre nicht wenig erstaunt. Das bewährte Rezept, das Rage trotz allem Beiwerk verfolgt, ist mittlerweile einfach nicht mehr zeitgemäß. Meteorit und Armageddon als Sinnbild - vielleicht würden Arks diesem vom Aussterben bedrohten Oldie ja auch hier helfen, denn in 109 Jahren wäre das Konzept vielleicht schick retro.
Statt dem zögerlichen, fast ängstlichen getippel weg vom klassischen Shooter wäre ein großer Schritt besser gewesen, zumal das Potential eindeutig vorhanden ist. Mehr bzw. überhaupt eine nennenswerte Story, mehr lebendige Welt, anspruchsvollere Rennen mit echter Fahrphysik und mehr Entdeckungsmöglichkeiten - mehr Öffnung, mehr Freiheit. Das alles halbherzig zu simulieren tut dem Spiel nicht immer gut, da der Spieler des Öfteren in seine Grenzen gewiesen wird und werden muss - schade. Auch die Nebenmissionen wirken unschön lieblos - sie kochen in der Regel Missionen aus den Storyquests wieder auf, wenngleich mit neuen Gegnern. Darüber hinaus patzt die Engine auch noch mit nahen Objekten, die aussehen wie zu id's Hochzeiten um die Jahrtausendwende, sowie der flüssigen Einstellung der Texturgröße. So sehr gelegentlich über die schicke Optik gestaunt werden kann, so sehr gibt sie an anderen Stellen Anlass zum verwunderten Staunen - so wahr die riesige Unterschied ist, so wenig sollte er sein. Der Multiplayer bleibt hingegen kurzweilig unterhaltsames Beiwerk, ebenso traditionsgemäß für id.
Natürlich macht Rage unter dem Strich Spaß. Das gilt zumindest dann, wenn ein absolut linearer Shooter erwartet wird - wirklich gute Gefechte und stete Abwechslung sorgen für Unterhaltung, sofern man die schwankende Grafikqualität akzeptieren kann. Der erhoffte Impulsgeber für das Genre ist aber nicht einmal annähernd herausgekommen - auf dem Friedhof der verpassten Chancen lässt sich problemlos ein großes Plätzchen für das Werk finden. RAGE!