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  Bretthart: Red Orchestra 2 - Heroes of Stalingrad
Bretthart: Red Orchestra 2 - Heroes of Stalingrad
14.10.2011 von Max Doll





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Historischer Hintergrund

Um das akkurat simulierte Szenario ausreichend in Szene zu setzen, haben wir den historischen Kontext im Folgenden grob skizziert. Daran nicht interessierte Leser können beruhigt weiterblättern.


Zweiter Weltkrieg, 1939-1945. 1941 überfällt das Dritte Reich seinen größten Nachbarn, die Sowjetunion unter klarer Missachtung sämtlicher geschlossenen Verträge und ohne vorherige Kriegserklärung. Die Planungen und Erwartungen gehen von einem weiteren „Blitzkrieg“ aus, der innerhalb von weniger als einem halben Jahr beendet sein soll - und einem Vernichtungsfeldzug, denn für die Bevölkerung der zu erobernden Gebiete ist keine Zukunft vorgesehen. Trotz riesiger Erfolge im ersten Kriegsjahr und einer Verdopplung der territorialen Fläche des dritten Reiches endet die Offensive im russischen Winter in den Vororten Moskaus. 1942 ändern sich die strategischen Ziele: Anstelle eines Sieges sollen die Voraussetzungen für eine langfristige Fortsetzung des Krieges geschaffen werden, sowohl gegen die Sowjets als auch Großbritannien und seit Dezember 1941 die Vereinigten Staaten von Amerika. Für eine Offensive auf gesamter Front fehlt nach den Verlusten im ersten Kriegsjahr Personal und Material. Ziel ist deshalb die Sicherstellung von Ressourcen – die Ölfelder von Baku im Kaukasus. Der „Türöffner“ zu dieser Region: Stalingrad. Als Verkehrsknotenpunkt verfügt die Stadt über große strategische, aufgrund ihres Namens zumindest für Hitler ideologische Bedeutung. Trotz erneuter Raumgewinne der Wehrmacht wiederholt sich der Erfolg des Vorjahres jedoch nicht mehr: Die Rote Armee hat aus den Niederlagen in den großen Kesselschlachten des Vorjahres gelernt, weicht zurück, minimiert personelle und materielle Verluste. Am 23. August beginnt die 6. Armee der Wehrmacht den Angriff auf die Stadt, ist jedoch erst am 8. November fast vollständig besetzt – der Kampf um Stalingrad wurde zu einer zermürbenden Abnutzungsschlacht um jede Straße, jedes Haus und jede einzelne Etage. Brennpunkte lagen unter anderem in den Industrieanlagen, etwa das Stahlwerk „Roter Oktober“ oder der Traktorenfabrik. Damit entstand ein Szenario, dass sich gerade ein insgesamt zahlenmäßig unterlegener Angreifer am wenigsten leisten kann. Auf die in der Stadt verblieben Zivilisten nahm keine Kriegspartei Rücksicht - die Schlacht um Stalingrad gehörte zu den blutigsten und brutalsten des Zweiten Weltkrieges.


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Quelle: Wikipedia


Ungeachtet der Kämpfe beginnt der Vorstoß in den Kaukasus, der die ohnehin dünn gestreckten deutschen Kräfte endgültig überdehnt. Die sowjetische Gegenoffensive am 19. November durchbricht daher die nur unzureichend gesicherten Flanken der 6. Armee und umschließt die Stadt. Ausbruchsversuche werden den Soldaten kategorisch untersagt, die Versorgung aus der Luft scheitert jedoch – nicht einmal ansatzweise können die benötigten Nachschubmengen eingeflogen werden, was die tägliche Nahrungsration drastisch drückt – bereits im November 1942 erhielt ein Soldat lediglich 300 Gramm Brot pro Tag - bei eisiger Kälte im russischen Winter. Nachdem ein Entsatzversuch scheitert und die Versorgungslager immer kritischer wird, kapituliert die 6. Armee am 2. Februar 1943. Von ursprünglich etwa 280.000 Soldaten gehen etwas über 100.000 in Gefangenschaft – knapp 5000 kehrten schließlich in die Heimat zurück. Die Verluste auf russischer Seite liegen – nach offiziellen Angaben - bei 320.000 Toten und noch einmal der selben Anzahl an Verwundeten. Auch wenn Stalingrad als Anfang vom Ende des Dritten Reiches gilt – vom unbestrittenen psychologischen Schock abgesehen war der Krieg bereits ein Jahr zuvor absehbar verloren, als sich materielle und personelle Ressourcen, d.h. die Machtbalance, durch die Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten endgültig zu Ungunsten des Dritten Reiches verschoben. Es ging also letztlich schon in den Jahren 1942/1943 nicht mehr um einen möglichen Sieg, sondern nur noch um den Zeitpunkt der Niederlage.




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