Bling-Blinkt - Enermax ETS-T40
24.09.2011 von Max Doll
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Technische Daten im Detail und Lieferumfang
einzel
Modell
Enermax ETS-T40-VD
Preis
~32 €
Besonderheiten
Luftstrom besonders geführt
Gesamtmaße (B x H x T)
139 x 160 x 93 mm
Gewicht mit Lüfter
735 g
Überbaute RAM-Slots (mit Lüfter)*
0
Lamellenabstand
2 mm
Heatpipes
4 - Ø 6 mm
Lüfter
T.B. Apollish Vegas
Anschluss
4-Pin PWM
Kabellänge
500 mm
Geschwindigkeit
800 - 1800 U/Min
Förderleistung**
56,51 - 129,09 m³/h
dB [A]**
16 - 26
Kompatibilität
LGA 1366, 1156, 1155, 775 AM3, AM2+, AM2
* Slots sind bei Modulen mit hoch bauenden Heatspreadern (z.B. Corsair Dominator) versperrt ** Herstellerangaben
Enermax wählt für seine CPU-Kühler einen weißen Karton mit blauen Akzenten. Die wichtigsten Features finden sich wie immer auf der Verpackung, inklusive der groß gedruckten Angabe, über 200 Watt Abwärme verknuspern zu können. Im Lieferumfang befinden sich neben der Universal-Backplate Halterungen für AMD- und Intel-Sockel inklusive einer Ersatz-Unterlegscheibe ein Schraubenschlüssel, ein zweites Paar Lüfterklammern samt selbstklebenden Gummientkopplern und Wärmeleitpaste von Dow Corning, Modell TC-5121. Deren Qualität bleibt aber eine Unbekannte, denn Erfahrungs- oder Testberichte gibt es dazu keine.
Der ETS-T40 soll ein Kühler für preisbewusste Kunden sein, ohne dies auf Kosten der Leistung zu realisieren. Je nach Ansprüchen des Kunden hat Enermax deshalb verschiedene Bundles geschnürt: Mit dem einfachsten Lüfter, dem T.B. Silence ohne Beleuchtung kostet der T40 etwa 27 €, mit optisch schicker Vernickelung und einfarbig-blauen Lüfter-LED's 32 €, also genauso viel wie die getesteten Version mit dem Spitzenmodell der Lüfterserie. Hier bietet der Hersteller statt der Verschönerung des Kühlkörpers durch 36 verschiedenfarbige Leuchten und verschiedene Farbschemata ein Retina-Spektakel. Die Rahmendaten des Kühlklotzes sowie die des Lüfters bleiben jedoch stets identisch.
Besonderen Wert hat Enermax auf die Strömung des verwendeten Kühlmittels gelegt: In der Mitte der Lamellen befinden sich vier zentriert zwischen den Heatpipes platzierte "Spoiler" - eine kuriose Bezeichnung - durch die die warme Luft der CPU-nahen Kühlerregionen in die weiter entfernten und damit kühleren entweichen soll. Das nennt Enermax "Stack Effect Flow", ist aber eigentlich nur das immer mehr in Mode kommende Konvektionsprinzip, d.h. der Zirkulation von Luft "im" Kühler selbst und findet sich unter anderem beim Cooler Master Hyper 612S oder dem HR-02 von Thermalright. Außerdem wird der ETS-T40 mit "Vortex Generator Flow" beworben. Hier kommen die kleinen Löcher, "Vortex Generatoren" ins Spiel, die direkt um die Heatpipes herum angeordnet sind. Sie sollen die Luft verwirbeln und so auf die Rückseite der Hitzeröhren führen, was deren Effizienz bei der Wärmeabgabe verbessert. Den dritten Effekt im Bunde, den "Vacuum Effect Flow", erreicht Enermax durch das fast vollständige Abdichten der Kühlerseite. So können die Lamellen nicht nur stabilisiert, sondern durch den im Betrieb entstehenden Druckunterschied auch mit nachströmender Frischluft zu Kühlzwecken versorgt werden. Neu allerdings scheint hier nur der Name: Das Funktionsprinzip konnte der Endanwender schon bei der Freezer 13-Serie von Arctic beobachten.
Neben den Strömungsfeinheiten gibt Enermax den Lamellen auch durch die Form ein ungewöhnliches Aussehen: Sie umfassen den Lüfter zwar außen, werden dann aber zur Rotornarbe hin mit eckigen Abstufungen immer dünner. Überbreit sind die Kühlfinnen aber an keiner Stelle. Da die vier Heatpipes mit nur sechs Millimetern Durchmesser nur dem gängigen Standard dieser Preisklasse entsprechen, muss das Strömungstuning eine Menge leisten können - eine Herkulesaufgabe. Allerdings lässt ebenso der Boden des T40 kaum die Muskeln spielen: Enermax nutzt die HDT, d.h. die Heatpipe Direct Touch-Technologie. Das bedeutet: Die Hitzeröhren liegen direkt auf der CPU und nicht wie sonst üblich in einen Kupferblock eingelassen. Theoretisch verbessert das die Wärmeabgabe durch den Wegfall der letztlich isolierenden Metallschicht, praktisch hingegen ergeben sich Auslastungsprobleme, da die Heatpipes nicht die gesamte Oberfläche des Prozessors bedecken und die Zwischenräume mit Aluminium gefüllt werden. Dieses ist Kupfer im Hinblick auf die Ableitung von Wärmeenergie deutlich unterlegen, spart jedoch wie das gesamte Verfahren Kosten. Auf der Rückseite des Kühlerbodens hat Enermax zwar nichts für die Wärmeabgabe, aber für den Komfort getan: Die beiden Vertiefungen verhindern ein Verrutschen des Haltebügels und erleichtern so die Montage.
Einen weiteren, wichtigen Eckpfeiler des T40-Konzeptes stellt der jeweilige Lüfter dar - und das nicht nur wegen der möglichen Festbeleuchtung. Auch das verwendete Twister-Lager gehört zu den besseren am Markt, was für einen recht laufruhigen Betrieb sorgt. Mit 120 Millimetern Durchmesser setzt Enermax aber nicht auf das sich langsam etablierende 140er-Format. Ein hoher Luftdurchsatz wird deshalb über die Maximaldrehzahl von satten 1800 U/Min realisiert - stille Nacht liefert der rotierende Christbaum also nicht. Dafür kann man ihn ziemlich frei aufstellen, denn die beiden Kabel bieten mit 50 Zentimetern Länge ziemlichen Spielraum. Zwei Kabel? Einmal verfügt der Apollish Vegas-Ventilator über einen 4-Pin PWM-Stecker mit schwarz gesleevtem Kabel. Der wurde zwar sauber ausgeführt, lässt aber gelegentlich noch das eigentliche Kabel durchschimmern. Der andere Stromleiter in silbernem Gewand mündet in einem Schalter, der dem Wechseln der Farben und Farbmuster dient. Auch hier bieten 50 Zentimeter Länge jede Menge Spielraum beim Verlegen. Blau, Rot, Violett sowie eine "kreisende", zeitlich versetzte Aktivierung der LEDs stehen zu Wahl, die die transparenten Lüfterblätter in buntes Licht tauchen. Wer mag, kann das Spektakel komplett deaktivieren. In diesem Fall lohnt sich der Aufpreis vom Basis- zum Testmodell allerdings nicht, denn die Lager der Lüfter sind grundsätzlich identisch.