Alter Sockel, neuer Chipsatz: ASRock P67 Transformer
16.07.2011 von Sebastian Latz
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Features
Neben den regulären Software-Beigaben liefert ASRock eine Reihe weitere Tools mit. Besonders interessant sind "XFast USB" und "Instant Boot", welche nicht weniger versprechen als schnellere Datenübertragung auf USB-Speichermedien und schnelleres Booten. Solche Marketingversprechen kennt man ja zu genüge und die wenigsten halten was sie versprechen, weswegen die Hoffnung in große Leistungsschübe vorneherein sehr gering waren.
Die Installation und Einrichtung ist dabei denkbar einfach. Von der Treiber/Software-DVD wird die Installation gestartet. Danach ist zumindest XFast USB bereits im Betrieb und läuft automatisch mit jedem Systemstart wieder. Eine weitere Einrichtung ist auch nicht nötig, denn sobald ein USB-Stick oder eine USB-Festplatte angesteckt wird, vollbringt das Tool sein Wunderwerk. Was genau die Software "unter der Haube" macht, erklärt ASRock nicht weiter. Um den Effekt zu testen nutzen wir den mittelmäßig schnellen "OCZ ATV" USB 2.0 Stick und kopieren je einmal eine große Datei (7zip Archiv) von 685 MB und einmal circa 1200 Bilder mit der Gesamtgröße von 700 MB. Der Vorgang wird je dreimal wiederholt und das Ergebnis gemittelt.
Scheinbar handelt es sich bei ASRock nicht nur um ein Marketingversprechen, denn ein deutlicher messbarer Vorteil tritt tatsächlich durch die Software ein. Das aus einem USB 2.0-Stick kein schnelleres USB 3.0-Pendant gezaubert werden kann, steht wohl außer Frage, allerdings sind eine 30-35% schneller Datenübertragung doch sehr beeindruckend. Aber jede Medaille hat seine Schattenseiten, wie auch hier. Wenn XFast USB aktiv war, zeigte sich im Test ein Problem mit dem Zugriff auf das externe Speichermedium. Bis sich das Tool mit dem Stick "angefreundet" hat, vergehen einige Sekunden. Greift man zu früh im Arbeitsplatz darauf zu, hängt sich die explorer.exe reproduzierbar auf. Bei der Verwendung des Tools sollten so am besten einige Sekunde gewartet werden, bevor auf das Speichermedium zugegriffen wird.
Instant Boot bedarf nach der Installation noch einer Einstellung, denn der passende Modus will gewählt werden. Zur Auswahl stehen der "Fast Mode" und der "Regular Mode". Der Hauptunterschied, welcher gerade aus Anwendersicht wichtig ist: Ersterer erfordert eine ständige Stromversorgung, das heißt dass der Rechner weder von dem Stromnetz getrennt werden darf, noch der Netzschalter umlegt werden sollte. Im Regular Mode stellt dies kein Hindernis dar. Wir testen natürlich beide Modi nebst deaktiviertem Instant Boot und messen die Bootzeit vom betätigen des Power-Tasters bis hin zum Windows-Desktop.
Das Ergebnis ist fast schon überwältigend. Angesichts der schon recht flotten Bootzeit dank UEFI, waren auch hier die Erwartungen im Vorfeld eher gering. Im Regular Modus erscheint der Desktop kosmetische 10% schnellere, aber im Fast Mode ist der PC in bereits unter sechs Sekunden Einsatz bereit. Zur Erinnerung: Wir verwenden eine normale magnetische Festplatte und keine SSD im Test! Das Funktioniert natürlich nur, und das ist auch der Grund dafür dass der Rechner nicht vom Stromnetz getrennt werden soll, weil alle erforderlichen Daten im Arbeitsspeicher "geparkt" werden. Der Modus ist also vergleichbar mit dem Standby und Ruhezustandsmodus von Windows, nur speichert Instant Boot keinerlei offene Arbeiten und Programme. Das Ganze funktioniert allerdings mit dem Tool etwas effektiver und schneller. Für Energiesparer auch wichtig, obwohl im Fast Modus die Stromversorgung nicht getrennt werden soll, liegt die Leistungsaufnahme hier im ausgeschalteten Zustand bei 0 Watt. Sollte beabsichtigt, oder nicht, doch einmal das System vom Stromnetz getrennt werden, geht natürlich nicht die Welt unter. In diesem Fall startet der PC ganz normal und ohne Fehlermeldungen, allerdings gewohnt "langsam".
Wie sollte es auch anders sein gibt es natürlich auch bei Instant Boot eine Schattenseite. So wunderbar und schnell das Booten damit auch von statten geht, das herunterfahren wird nervig. Soll das System abgeschaltet werden, startet es zunächst einmal neu. Wieder auf dem Desktop angelangt dauert es einige Sekunden bis das System schlussendlich wirklich abgeschaltet wird. Welchen der beiden Modi gewählt wurde spielt dabei übrigens keine Rolle, die Prozedur ist stets identisch.
Overclocking
Ein Hauseigenes Overclocking Tool scheint mittlerweile auch gang und gäbe zu sein, so auch bei ASRock. Die Software des taiwanischen Herstellers hört auf die Bezeichnung "AXTU" und bietet gewohnte Kost. In die fünf Untermenüs "Hardware Monitor", "Fan Control", "Overclocking", "OC DNA" und "IES" Unterteilt, trägt die Software übersichtlich alle wichtigen Werte zusammen. Hardware Monitor offenbart eine Auflistung sämtlicher Taktraten, Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehzahlen. Letzt genannte können unter Fan Control konfiguriert und gesteuert werden. Die Auswahl ist dabei identisch zu der im UEFI. Der Reiter Overclocking gibt die Schaltzentrale zu Spannungen und Taktraten frei, welche allesamt komfortabel via Schieberegler justiert werden können. Die Settings zum Übertakten und zur Lüftersteuerung lassen sich durch das Anklicken der Checkbox links unten ganz einfach mit jedem Programmstart laden. Tut man dies nicht, sind alle Einstellungen spätestens beim nächsten Neustart wieder weg. Unter OC DNA lassen sich genauso wie im UEFI bis zu drei Profile direkt abspeichern, darüber hinaus werden noch einmal Mainboard und UEFI-Version angezeigt. Das letzte Menü IES birgt den "Intelligent Energy Saver", welcher es erlaubt, die Spannungsphasen im Idle zu reduzieren. Eine messbare Verbesserung konnten wir nicht verifizieren, die Abweichungen lagen in der Messtoleranz.
Das AXTU-Tool macht insgesamt einen guten und übersichtlichen Eindruck. Änderungen werden prompt und korrekt übernommen bis man es mit dem Übertakten etwas übertreibt. Dann friert in der Regel gleich das gesamte System und ein Neustart ist nötig.
So viel zur Theorie. In der Praxis mit einem Core i5-750 stellte sich keine nennenswerte Abweichung zu anderen Platinen dar. Grund solide könnte man sagen. Den BCLK konnten wir mit alltagstauglichen Spannungen bis auf 221 MHz hochtreiben, was ein guter Durchschnitt ist. Ein anheben des PCI-Express-Taktes wie bei Sockel 1366 CPUs ist bei Lynnfield Prozessoren nicht hilfreich und erhöht den maximalen BCLK in unserem Fall auch nicht weiter. Aber halt! P67-Chipsatz mit weit über 200 MHz BCLK? Genau! Das ist ein Indiz dafür dass das geringe Potential bei Sandy-Bridge-Prozessoren gar nicht an der Plattform liegt, sondern einfach an der CPU. Gemunkelt wird darüber bereits länger, endgültig klären können wir es aber nach wie vor nicht. In der Mission Gesamttakt erreichen wir mit 1,35 V die magischen 4 GHz. Die in Relation hohe Spannung ist ein Tribut an ein eher mittelmäßiges i5-750 Modell und geht mit Tests auf anderen Platinen konform. Die Spannungstreue ist, sofern eine zuverlässige Aussage ohne Messpunkte möglich, sehr gut. Bei Eingestellten 1,35 V zeigt uns CPU-Z 1,352 V an. So muss das sein!