Corsair Obsidian 700D im Review: Der gar nicht so kleine Bruder betritt das Deck
27.05.2010 - 22:11
Es war Oktober, als Corsairs Gehäuseflaggschiff Obsidian 800D in unseren Hafen einlief. Das Testurteil unseres Redakteurs Matthias Schmitt fiel durchwachsen aus.
Zwar eignete sich das 800D sehr gut für interne Wasserkühlungen, doch bemängelte der Kollege damals einiges an Corsairs erstem Wurf.
Lesen Sie mehr dazu im Fazit des Obsidian 800D und im ganzen Testbericht.
Insofern waren wir gespannt ob sich in der Entwicklungsabteilung der US-Amerikaner etwas getan hat.
Immerhin soll sich das Obsidian 700D am Markt, neben dem großen Bruder, etablieren und preisbewusstere Enthusiasten überzeugen, die viel Platz im Rechner-Inneren benötigen.
Noch ein Wort zu den gezeigten Bildern:
Aufgrund der immensen Größe des Gehäuses war es unserem Redakteur nicht möglich seine gewohnte Foto-Umgebung zu nutzen. Stattdessen musste das Gehäuse auf dem Boden stehend fotografiert werden.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen des Reviews.
Danksagung
Wir bedanken uns herzlichst bei Alex Rüdinger und Corsair für die Bereitstellung des Testmusters.
Der erste Eindruck vom wuchtigen Karton: Er bietet potentiellen Lebensraum für einen voll funktionsfähigen Bienenstaat.
Soll heißen: Falls es jemals zu einem Atomkrieg kommen sollte, wäre statt eines Bunkers, die Umverpackung des Corsair Obsidian 700D des Redakteurs erste Wahl als Schutzraum, denn der Karton ist gigantisch.
Das Gehäuse selbst ist am Boden und Deckel mit Styropor geschützt, in Folie gewickelt und zusätzlich an den gebürsteten Alu-Teilen mit Schutzfolie abgeklebt.
So konnte das 700D die lange Reise aus den USA unbeschadet überstehen, auch wenn der Karton ein wenig gelitten hatte.
Der Lieferumfang zeigt sich vielseitig und bescheiden zugleich.
Neben einem kurzen, mehrsprachigen und bebilderten Faltblatt, das die Features des 700D zeigt, finden sich nützliche Kabelbinder, ein Gummirahmen zur Entkopplung eines 120 mm Lüfters, eine 8 Pin-CPU-Kabel-Verlängerung, wie auch Abstandhalter und diverse Schrauben im Lieferumfang.
Mehr liegt nicht im kleinen, weißen Karton.
Wir haben zumindest einen weiteren Festplattenrahmen im Lieferumfang vermisst, der den schnellen Tausch einer internen Festplatte erleichtern könnte.
Zunächst fällt natürlich die enorme Größe des 700D ins Auge.
Selten gab es solch große Gehäuse für den Heimanwender zu kaufen. Die Größe fordert mit den etwa 15 kg Leergewicht auch ihren Tribut.
Die Materialstärke ist durchschnittlich, für solch ein Gehäuse jedoch mehr als ausreichend, um es sehr stabil in Form zu halten. Allerdings zeigt die Konkurrenz in dieser Preisklasse, dass hier mehr möglich ist.
Die Optik der Gehäusefront strahlt Eleganz aus. Das gebürstete Aluminium wirkt sehr edel, die Linien sehr fein.
Man will die beinahe geschlossene Fläche kaum mit Laufwerken unterbrechen. Stealthmods, die die Laufwerksblenden von Brennern und ähnlichem verbergen, bieten sich hier an.
Das I/O-Panel ist hinter der obersten Schacht-Abdeckung versteckt und öffnet sich nach etwas Druck mit vornehmer Langsamkeit.
Hier finden sich insgesamt 4 USB-Ports, Klinkenanschlüsse für Kopfhörer wie auch Mikrofon, und eine Firewire-Schnittstelle. Die Reset-Taste ist ebenfalls unter der Blende verborgen.
Die Seitenteile und das Heck sind weder aus Aluminium noch sind sie gebürstet.
Schade eigentlich, denn immerhin ist man von der Konkurrenz in dieser Preisklasse zumeist anderes gewohnt.
Das einheitliche Schwarz wird lediglich vom weißen Corsair-Logo unterbrochen.
Ein Seitenfenster, wie es das Obsidian 800D hat, sucht man leider vergeblich.
Der Deckel ist für den Einsatz von einem sogenannten Triple-Radiator (3 * 120 mm) konzipiert und weist entsprechende Öffnungen auf.
Das Heck des Korsaren zeigt sich ebenso schlicht wie der Rest, verrät teilweise allerdings schon das Konzept des Innenraumes.
So sitzt das Netzteil im Gehäuseboden, während Schlauchdurchführungen für Wasserkühlungen im oberen Drittel zu finden sind.
Es fallen neben dem Platz für den 140 mm Hecklüfter auch die drei durchlöcherten Flächen über dem Netzteil, an der linken Seite, und unter dem Deckel auf.
Offenbar soll hier zusätzlich frische Luft angesaugt, bzw. erwärmte Luft wieder abgegeben werden.
Ein Highlight stellt das Verriegelungssystem der Seitenteile dar.
Die beiden mechanischen Knöpfe an den beiden Seiten des Hecks entriegeln das jeweilige Seitenteil, sodass es ohne Werkzeugeinsatz abgenommen und wieder angebracht werden kann.
Die Seitenteile sitzen erstaunlich fest.
Der Standfuß ist sehr robust und verhindert sämtliches Verrutschen.
Auch hier wird die immense Größe des Gehäuses deutlich, und auch das schwarze Erscheinungsbild des Äußeren setzt sich im Inneren fort.
Könnten PC-Komponenten sprechen, befänden sie sich an den beiden Enden des Gehäuses kaum noch in Ruf-Weite.
Immerhin können im 700D auch E-ATX – Mainboards verbaut werden.
Für alle verbaubaren Mainboard-Größen sind insgesamt 11 gummierte Kabeldurchführungen am Mainboard-Tray vorhanden.
Das Tray selbst hat eine große Aussparung, die sich über die Rückseite öffnen lässt.
Das ist ein sehr nützliches Feature, da es erlaubt, den CPU-Kühler zu wechseln ohne das Mainboard auf dem es verschraubt ist, ausbauen zu müssen.
Alle Kanten sind abgerundet, sodass keinerlei Verletzungsgefahr bei Bastelarbeiten besteht.
Weitere zwei Kabeldurchführungen findet man im „Keller“ des Gehäuses.
Dieser Platz wird durch die sogenannte Midplate vom Rest des Gehäuses getrennt. Somit bleibt das Netzteil im Verborgenen.
Die beiden Öffnungen für die Kabel sollten für alle zu verlegenden Kabel ausreichend sein.
Als problematisch könnten sich lediglich Netzteile mit Überlänge erweisen.
Immerhin überragen diese die erste Durchführung beinahe komplett, sodass nur noch eine Öffnung zur Verfügung steht. Unter Umständen könnte es hier dann eng werden. Doch in den meisten Szenarios reichen die zwei Kabelöffnungen locker aus.
Das Netzteil wird leider nicht entkoppelt und steht direkt auf zwei Stahlschienen.
Hier wären z.B. vier kleine Gumminoppen bereits ausreichend gewesen um eine Übertragung der Netzteilschwingungen auf das Gehäuse zu vermeiden.
Am anderen Ende des Kellerabteils befindet sich ein kleiner Käfig für zwei Festplatten.
Befestigt werden die Datenträger mit einem einfachen Schienensystem.
Einfach deswegen, weil es einerseits einfach zu handhaben ist, immerhin werden die Festplatten nur in die vorgesehenen Schienen gesteckt.
Einfach andererseits weil die Materialauswahl nicht die Erwartungen erfüllt, die man an ein Gehäuse in dieser Preisklasse stellt.
Verwendet wurde auch hier, wie im 800D einfaches Plastik, das sich extrem leicht verbiegen lässt.
Das erleichtert zwar das Hineinsetzen einer Festplatte in eine solche Schiene, wirkt jedoch alles andere als robust.
Die Platten selbst werden nur marginal entkoppelt. Kleine Gummirädchen an der Befestigung sollen verhindern, dass sich die Vibrationen der Festplatte auf das restliche Gehäuse übertragen.
Das gelingt leider mehr schlecht als recht. Hier wäre eine durchdachtere Lösung wirklich angebracht.
Wandert man ein Gehäuse-Stockwerk hoch, findet sich die gleiche Festplattenbefestigung auch direkt unter den Laufwerksschächten.
Allerdings sind die Schienen so angeordnet, dass die Festplatten seitlich liegen. Hier lassen sich jedoch gleich vier Datenspeicher installieren.
Über diesem Festplattenkäfig befindet sich der Schacht für die 5 ¼“-Laufwerke.
Diese werden mit einem Schnellverschluss-System befestigt, was recht einfach von der Hand geht.
Doch leider muss die vordere Blende, d.h. die komplette Alufront des Gehäuses, entfernt werden, sobald ein Laufwerk installiert werden soll. Anders lassen sich die Laufwerksblenden nämlich nicht entfernen.
Ein Kritikpunkt, der beim Kollegen Schmitt schon beim 800D für Kopfzerbrechen gesorgt hat, ist hier leider mit dabei: Die Schienen im Laufwerksschacht sind fest angebracht und leider so ausgefallen, dass unter Umständen Hardware, die zwei oder mehr Schächte beansprucht, nicht eingebaut werden kann.
Dies betrifft z.B. Wasserkühler für Festplatten, die mehrere Datenträger aufnehmen können.
In einem Gehäuse, das sich vorwiegend an Wasserkühlungs-Enthusiasten richtet, leider ein dicker Schnitzer.
Zwischen Mainboard und Gehäusedeckel ist massig Platz vorhanden.
Die drei vorgefertigten Öffnungen in Reihe bieten sich dafür an, einen Radiator für Wasserkühlungen zu montieren.
Wer keine Wasserkühlung nutzt, kann bei Bedarf drei 120 mm Lüfter montieren.
Doch dazu mehr in den entsprechenden Kapiteln.
Hier geht Corsair einen recht eigenen, wenn auch nicht besonders ungewöhnlichen Weg.
Das werksseitige Belüftungskonzept sieht vor, dass frische Luft über den Boden des Kellers angesaugt und über die Midplate- und Festplattenkäfig-Lüfter ins Gehäuse-Innere geblasen wird.
Der Heck-Rotor soll einen Teil der erwärmten Luft nach draußen befördern.
Der sogenannte Kamineffekt, bei dem erwärmte Luft aufsteigt, wird durch die Öffnungen im Gehäusedeckel begünstigt und kann auf Wunsch mit entsprechenden Lüftern auch verstärkt werden.
An den Stellen, an welchen aktiv Luft eingesaugt wird, nämlich im Gehäuseboden, ist ein Staubfilter vorhanden, der sich bei Bedarf einfach entfernen und auswaschen lässt.
Bei den Öffnungen im Heck gibt es keinen Staubschutz.
Im Idealfall sollte dieser auch kaum notwendig sein, zumal staubfreie, oder zumindest staubarme Luft vom Gehäuseboden ins Innere gelangt und über einen leichten Unterdruck nach außen befördert wird.
Der Unterdruck entsteht allerdings erst, wenn mehr nach außen blasende als nach innen ziehende Lüfter vorhanden sind.
Insofern läuft man leider Gefahr, dass Staub über den Gehäusedeckel ins Innere fällt, sofern sich dort keine Lüfter befinden.
Gelangt auf diese Weise Staub nach innen, setzt sich dieser unter Umständen am Heckrotor fest.
Das Netzteil kann auf verschiedene Weisen montiert werden.
Wir empfehlen die Montage mit dem Lüfter zum Gehäuseboden.
So muss sich das Gerät nicht mit warmer Luft, die bereits von anderen Komponenten aufgeheizt wurde, begnügen.
Ein weiterer Vorteil ist der, dass das meist sperrige 24 polige ATX-Kabel gleich neben den Kabeldurchführungen verläuft und wesentlich einfacher verlegt werden kann.
Alle Lüfter sind mit einem 3 poligen Stecker ausgestattet und übertragen ein Tachosignal, das z.B. von einer Lüftersteuerung ausgelesen werden kann.
Der Rotor zwischen den HDD-Käfigen lässt sich, ebenso wie die anderen Lüfter auch, auswechseln. Hierfür muss der Caddy, auf dem er montiert ist, einfach herausgezogen werden.
Hier werden sich die Geister scheiden.
Während der Kollege im Test des 800D die lauten Corsair-Lüfter bemängelte, empfand der Verfasser dieser Zeilen die Lüfter bis auf eine Ausnahme als erstaunlich leise.
Das ist aus mehreren Gründen interessant.
Zum Einen verwendet Corsair die exakt gleichen Lüfter sowohl im 800D als auch im 700D.
Der Eindruck der Lautheit ist doch recht subjektiv oder mit einer Serienstreuung der Lüfter zu erklären.
Der Allgemeinheit werden die verbauten Propeller jedoch kaum schlaflose Nächte bereiten.
Doch nun im Detail:
Alle Lüfter sind mit Gummi-Rahmen entkoppelt - sehr vorbildlich!
Der 140 mm Lüfter in der Midplate erzeugt bei 12 Volt Spannung, also bei voller Drehzahl, ein nicht aufdringliches Luftrauschen, das man aus 50 cm jedoch noch wahrnehmen kann.
Ein ganz leises Rattern des Lagers ist herauszuhören, wenn man näher heran geht.
Als absolut silent-tauglich erweist sich derselbe Lüfter im Betrieb mit 7 V. Hier ist er aus einem halben Meter Entfernung kaum wahrnehmbar.
Anders zeigt sich der Lüfter, der zwischen den beiden Festplattenkäfigen eingebaut ist.
Er erzeugt einen Luftstrom, der vom darüberliegenden Käfig verwirbelt wird und damit leider Geräusche verursacht, die aus 50 cm Entfernung leider recht deutlich hörbar sind.
Auch hier handelt es sich um ein Luftrauschen. Allerdings ist es in diesem Fall wesentlich aufdringlicher als beim Midplate-Lüfter.
Bei 7 Volt Spannung ist nur noch ein leises Rattern zu hören.
Der Luftumwälzer im Heck zeigt sich ebenso wie der in der Midplate: mit einem leisen Rauschen bei 12 Volt, und Silent-Tauglichkeit bei 7 Volt.
Manch einem werden die Lüfter zu laut sein – gerade Wasserkühlungs-Enthusiasten sind darauf aus, ihre PCs möglichst leise zu betreiben. Sie werden die Lüfter mit Sicherheit tauschen. Normalanwender werden schon schlimmere werksseitig verbaute Lüfter erfahren haben. Alles in allem sind die verbauten 140 mm Modelle für vormontierte Gehäuselüfter erstaunlich zurückhaltend.
Dank des enormen Platzangebotes ist es eine wahre Freude, Hardware mit dem Obsidian 700D zu verheiraten.
Selbst übergroße Mainboards finden viel Platz auf dem großzügig gestalteten Tray.
Festplatten lassen sich schnell und sicher dank des Rahmensystems in den Käfigen montieren.
Die Anschlüsse der Platten können nach hinten zeigen, was zwar der Optik dient – allerdings muss man bei einem Festplattenwechsel dann jedoch auch die zweite Seitenwand abnehmen, um an die Kabel kommen zu können.
Hier muss jeder selbst entscheiden ob Optik oder Praxis wichtiger ist.
Laufwerke sind, theoretisch, ebenso schnell montiert. Einzig die Tatsache, dass die Gehäusefront abgenommen werden muss um die Laufwerksblenden entfernen zu können, stößt ein wenig sauer auf.
Allerdings ist auch dieser Schritt mit wenigen Handgriffen zu erledigen. Die Frontplatte wird mit sechs gut erreichbaren Schrauben fixiert.
Der Keller unter der Midplate bietet genügend Platz auch für überlange Netzteile.
Auf den Bildern sehen Sie zwei Modelle, je ein Enermax Liberty Eco II, das die Formatvorgaben des ATX-Standards einhält, und ein Enermax Revolution 85+, welches Überlänge hat.
Bei keinem gibt es Probleme beim Einbau. Der Lüfter in der Midplate hat auch genügend Platz, wenn ein solches Netzteil-Monstrum im Keller einzieht.
Lediglich eine der Kabeldurchführungen wird von solch langen Geräten teilweise verdeckt, sodass die Verkabelung unter Umständen etwas fummelig ausfallen könnte.
Neben dem Netzteil bietet sich der Platz an, einen zusätzlichen Lüfter am Gehäuseboden zu installieren. Doch hierfür sieht das 700D leider keine Möglichkeit vor, da entsprechende Bohrungen fehlen. Allerdings wäre ein weiterer Lüfter sicherlich nicht notwendig.
Stattdessen steht der Platz für andere Hardware, wie z.B. Pumpen zur Verfügung, doch dazu im nächsten Kapitel mehr.
Die rückwärtige Seite des Obsidian 700D ermöglicht die einfachste Verlegung aller im Tower befindlichen Kabel. Hier dürften selbst komplex verkabelte Systeme kein Hindernis darstellen.
Lediglich die Kabellängen könnten unter Umständen zum Problem werden.
Immerhin sind die Distanzen ziemlich groß und manch ein Netzteilkabel könnte zu kurz ausfallen.
Im Falle der 8 Pin-CPU-Versorgung hat Corsair mitgedacht und dem Zubehör eine entsprechende Verlängerung beigelegt.
Der Korsar fühlt sich auf See am wohlsten.
Der Hardware-Enthusiast wird einer Wasserkühlung auch nicht abgeneigt sein.
Das Corsair Obsidian 700D verspricht, für den Einsatz einer solchen ideal vorbereitet zu sein.
Und tatsächlich: einige sinnvolle Features sind vorhanden und machen das Gehäuse Wasserkühlungs-tauglich.
Immerhin lassen sich ab Werk 360er Radiatoren für drei 120 mm Lüfter im Deckel montieren.
Leider hat Corsair, ebenso wie schon beim 800D den Zug verpasst und setzt nicht auf die neuen 420er Radiatoren, die drei 140er Lüfter aufnehmen können.
Das ist äußerst bedauerlich. Immerhin waren die entsprechenden Radiatoren schon lange angekündigt und erfreuen sich seit Erscheinen großer Beliebtheit.
Man kann es nicht anders ausdrücken: Corsair hat es leider verpasst, ein konkurrenzloses Feature zu integrieren.
Wir hoffen auf die nächste Gehäuse-Generation der Piraten.
Weitere Radiatoren lassen sich, mit Ausnahme eines 140ers im Heck, leider nur mit Modifikationen am Gehäuse installieren.
Würde man den unteren Festplattenkäfig entfernen, hätte man weiteren Platz für einen Wärmetauscher. Entsprechende Modding-Projekte des 800D sind in den Weiten des Internets zu bestaunen.
Die beliebten Ausgleichsbehälter in Röhrenform finden bequem neben dem Mainboard Platz. Immerhin stehen hier über 40 cm Platz zwischen Tray-Oberkante und Midplate zur Verfügung.
Im Keller finden Pumpen genügend Platz.
Hohe Pumpen, wie z.B. die Aquacomputer Aquastream, passen samt Anschlussadapter stehend hinein. Wer auf zusätzliche Entkopplungen setzt, wird eine Aquastream jedoch vielleicht hinlegen müssen.
Kompakte Pumpen wie die Laing können dank des geräumigen Platzangebotes Bodenturnen betreiben.
Die Durchführungen für die Schläuche sind geräumig genug für Schläuche mit 16 mm Außendurchmesser.
Sogar 19er Schlauch passt hindurch. Allerdings braucht man dafür ein wenig Kraft, denn die Schongummis müssen hierfür erst gedehnt werden.
Das Corsair Obsidian 700D ist zweifelsohne ein mehr als solides Gehäuse – sowohl die allgemeine Verarbeitung als auch die gebotenen Features wissen zu überzeugen.
Das enorme Platzangebot ist ein Traum für jeden PC-Bastler und die Erfüllung vieler schlafloser Modder-Nächte.
Allerdings ist die See, in der das 700D segelt, nicht nur schön, sondern auch rauh.
Immerhin leistet sich das Gehäuse einige Schnitzer, die wirklich nicht hätten sein müssen.
Der wenig durchdachte Laufwerksschacht verhindert unter Umständen den Einsatz von mehrstöckigen Wasserkühlern für Festplatten. Bei einem Gehäuse, das speziell auf die Bedürfnisse von Wasserkühlungs-Fans zugeschnitten wurde, darf so etwas eigentlich nicht passieren.
Ebenso darf man von einem Gehäuse in dieser Preisklasse bessere Entkopplung von Netzteil und Festplatten erwarten. Hier hält sich der Mehraufwand für den Hersteller sicherlich in Grenzen.
Die Optik vermittelt zwar Eleganz, hat aber einen Bruch, da nur die Front aus gebürstetem Aluminium besteht.
Ebenso hätten wir uns für ein Gehäuse, das ein solch grandioses Kabelmanagement bietet, auch ein Seitenteil mit Fenster darin gewünscht.
Auch die Befestigung der Festplatten lässt zu wünschen übrig. Das verwendete Plastik ist dem Preis nicht angemessen.
Alles in allem ist das Corsair Obsidian 700D jedoch ein sehr gutes Gehäuse und sicherlich für viele Wasserkühlungs-Enthusiasten die erste Wahl.
Wer derzeit knapp über 200 Euro für ein Gehäuse ausgeben will, ist mit den Corsair Obsidian 700D sicherlich gut beraten.
Unseren Redakteur hat es überzeugt.
Daher erhält das 700D den Editor’s Choice Award unter den wasserkühlungstauglichen Gehäusen.
sehr viel Platz für Hardware
gute Raumaufteilung
durchdachtes Belüftungskonzept
großartiges Kabelmanagement
sehr gute Verarbeitung
entkoppelte Lüfter
Laufwerksschacht evtl. inkompatibel mit großen Geräten
Festplatten und Netzteil kaum, bzw. gar nicht entkoppelt