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MasterKeys Pro M - Cooler Masters Hybrid-Tenkeyless im Test!
31.10.2016 - 08:00

Pünktlich zur diesjährigen CeBIT stellte Cooler Master eine neue Serie mechanischer Tastaturen vor, welche erstmals über eine RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung verfügte. Im Test zur MasterKeys Pro S konnten wir uns besonders über eine verbesserte Soft-Touch Oberfläche und die bewährte softwarelose Konfiguration freuen. Lediglich die Farbvielfalt musste mit einem übersichtlichen Programm geregelt werden. Federn lassen musste die neue Mecha bei dem etwas zu kurzem USB-Kabel, der etwas zu dunkel geratenen weißen Farbwiedergabe sowie dem Coating der Tastenkappen. Dies waren zwar nur kleine Schönheitsfehler, in der Summe hat es damals jedoch nicht für eine uneingeschränkte Kaufempfehlung unsererseits gereicht.


Neben der Pro L kommt als zweite Lösung nicht die Pro S zum Einsatz, sondern die Pro M. Es handelt sich zwar immer noch um eine Tenkeyless-Variante, das Layout wurde jedoch etwas erweitert. Das Konzept ist nicht neu und wurde bereits bei der Quick Fire TK angewendet. Im Grunde treffen eine alte Idee und ein erweiterter Beleuchtungsmodus in der neuen MasterKeys aufeinander. Nachdem sie endlich den Weg in unser Testlabor gefunden hat, können wir klären, ob die Verarbeitungsqualität noch weiter verbessert werden konnte, und wie gut neue und alte Projektideen miteinander harmonieren. Wenn ihr jetzt auch so neugierig geworden seid wünschen wir euch an dieser Stelle viel Spaß beim Lesen.

Euer Team TRV!


Danksagung

Wir danken der Firma Cooler Master für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.











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Lieferumfang

Ganz nach MasterKeys Manier präsentiert sich die Verpackung: kühl, schlicht und natürlich wie so oft in Schwarz gehalten. Betrachtet man den Karton aber etwas genauer sticht die direkte Sachlichkeit einfach hervor. Denn neben den verbauten Schaltern und dem Tastaturlayout befinden sich keine weiteren Informationen auf der Vorderseite. Nur die Rückseite gewährt einen kurzen Überblick über die vollständige Ausstattung, den verfügbaren Beleuchtungsmodi und allen technischen Daten.


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Im Inneren erwartet uns eine Schutzhülle aus Kunststoff, welche die MasterKeys Pro M sichernd umhüllt. Unter ihr befindet sich die Bedienungsanleitung. Das modulare USB-Kabel und ein hochwertiger Keycap Puller, mit dem sich die Tastenkappen besonders schonend entfernen lassen, wurden derweil zweckmäßig unter der Kartonhülle verstaut.


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Technische Daten

Cooler Master MasterKeys Pro M
Abmessungen (L x B x H): 359 mm x 130 mm x 39 mm
Layout: 88 DE-ISO
Zusatztasten: 5
Gewicht:
930 g
Kabel: 1.50 m, USB 2.0 (modular)
Schalter:
Cherry MX-Brown
Key Rollover: NKRO
Tasten: Zylindrisches Profil aus ABS-Kunststoff, Beschriftung per Laser cut-Verfahren
Ausstattung: Makro-Profile, Medien-Funktionen, Gaming-Modus, Repeat-Rate
Beleuchtung: Weiße LED-Hintergrundbeleuchtung, Diverse Beleuchtungsmodi
Preis: 119 Euro
Preisvergleich:
Geizhals Deutschland




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Tastatur im Detail

Bei der Verarbeitung geht man keine Kompromisse ein und behält die Stärken der MasterKeys Pro S bei. Die Haptik der Tastatur wirkt ebenfalls hochwertig und kann von uns aufgrund der guten Verarbeitung nur bestätigt werden. So zeugen die Spaltmaße des Gehäuses durch ihre Gleichmäßigkeit ebenfalls von einer hohen Qualität. Bei der Verwindungssteifigkeit hinterlässt die Tastatur mit ihren fast schon minimalistischen 930 Gramm Gewicht einen sehr guten Eindruck, denn selbst bei hohem Druck gibt diese nur unwesentlich nach. Werksseitig sind auf der Unterseite vier Rutschsicherungen angebracht, welche auch den Verstellfüßen spendiert wurden. Während des Tests wusste die Rutschfestigkeit voll und ganz zu überzeugen, angestellt lässt sie sich jedoch etwas leichter verschieben. Aufgrund der geringen Größe und der daraus resultierenden geringen Masse wirkt sie auf dem Schreibtisch wie in Stein gemeißelt. An dieser Stelle gibt es zu unserer Freude keinen Grund zur Kritik, sehr gut!


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Auch die Soft-Touch-Oberfläche behält Cooler Master traditionell bei. So wurde das komplett in schlichtem Schwarz gehaltene Gehäuse der Tastatur um ein mattes Coating ergänzt. Zusätzlich integriert der Hersteller teilweise weitere Funktionen, oder bindet klassische Attribute wieder mit ein. Die Status-LEDs finden wieder auf der Vorderseite Anwendung und der Rückseite wurde ein gut durchdachtes und sinnvolles Kabelmanagement (Einkerbungen auf der Rückseite, die als Kabelführung dienen) spendiert. Als besonderes Highlight ist der Nummernblock zusätzlich in dem Layout integriert worden. Zur Umsetzung hat man dafür auf eine Hybrid-Lösung gesetzt, in dem man anstelle des Funktionsblocks und der Pfeiltasten den Ziffernblock auf der Mecha implementiert hat. Um die Funktionen der ersetzten Tasten aber nutzen zu können, muss zuerst "NUMLK" deaktiviert werden.


Um die Übersicht der Konfiguration beibehalten zu können, haben wir für Euch eine kleine Liste der Funktionen erstellt. Diese lassen sich, wie man es bereits von Notebooks her kennt, mit der FN-Taste aktivieren.
  • F1 - LED-Hintergrundbeleuchtung
  • F2 bis F3 - 5 stufige Leuchtintensität
  • F4 – Beleuchtungsmodi
  • F5 bis F8 – Repeat-Rate (1x bis 8x)
  • F9 – Gaming-Modus
  • F10 bis F12 – Makro-Funktionen (Beleuchtung, Aufnahme und Wiedergabe)
  • 1 bis 4 – Profilauswahl
  • Nummernblock – Makro-Funktionen (Einzelne Ausgabe, Wiederholung und Dauerschleife) und Medien-Funktionen (Start/Pause, nächster Titel, lauter, Stop, vorheriger Titel, leiser)

Wie gewohnt lassen sich sämtliche Funktionen über die Tastatur selbst steuern. Von den Medien-Befehlen über den Gaming-Modus, der sämtliche Windows-Tasten zuverlässig deaktiviert und damit verhindert, plötzlich und unvorhergesehen aus einer Spiele-Session geworfen zu werden, bis hin zu dem Anlegen der persönlichen Makro-Profile wurde alles sinnvoll als Zweitbelegung implementiert. Auch die Repeat-Rate lässt sich mit Hilfe der FN-Funktion komfortabel konfigurieren. Zur technischen Umsetzung und Speicherung der anwenderbezogenen Einstellungen dienen ein 32-Bit ARM Cortex-M3 Prozessor und ein Onboard-Speicher, mit dem die MasterKeys Pro M vorbildlich für das Anlegen der vier verfügbaren Profile ausgestattet wurde. Die Polling-Rate selbst kann nicht verstellt werden und liegt bei konstanten 1000 Hertz.


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Auf Zusatz-Tasten wurde darüber hinaus komplett verzichtet, sodass sich der Anwender voll und ganz auf die umfangreiche und softwarelose Konfiguration konzentrieren kann. Auch die weiße Metallplatte ist wieder mit von der Partie, um den Tastenkappen während der Beleuchtung einen schwebenden Eindruck zu vermitteln. Mit einer Gesamtlänge von 1.50 Meter ist das modulare Micro-USB 2.0 Kabel unserer Meinung nach etwas zu kurz geraten, weiß dafür aber mit einem hochwertigen und blickdichten Sleeve zu begeistern. Um vor Oxidation zu schützen, wurden die Kontakte zusätzlich vergoldet. Der Tastenanstieg ist anatomisch geformt und äußert sich darin, dass die oberen Tastanreihen näher zum Anwender zeigen als die unteren. Der Grund dafür ist ziemlich simpel und einfach, da die meisten Tastenanschläge auf den mittleren Tastenreihen getätigt werden. So bietet diese Anordnung eine optimale Bewegungsfreiheit bei der Bedienung und einen sehr guten Halt auf den Tasten selbst, Stichwort: Ergonomie!


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Da der Anwender die Beleuchtung vollkommen seinen individuellen Vorstellungen anpassen kann, werfen wir natürlich auch einen kurzen Blick auf den umfangreichen Beleuchtungsmodus:
  • Statisch (Alle Tasten sind beleuchtet)
  • Farbwelle (Farbwelle von links nach rechts)
  • Kreuzmodus (X- und Y-Achse der jeweilig gedrückten Taste ist beleuchtet)
  • Einzelne Taste (Alle gedrückten Tasten leuchten kurz auf)
  • Gaming-Modus (Standard-Tasten bei spielen über WASD leuchten auf)
  • Sterneffekt (Zufällige Wiedergabe von einzeln beleuchteten Tasten)
  • Regentropfen (Zufällige Wiedergabe von Regentropfen)
  • Atmend (Alle Tasten sind pulsierend beleuchtet)
  • Welligkeit (Von gedrückter Taste breitet sich eine Lichtwelle an das linke und rechte Ende der Tastatur aus)
  • Spiel Snake (Wird mit den Pfeiltasten gespielt)


Die unterschiedlichen Helligkeitsstufen wurden von Cooler Master relativ gut gewählt und sorgen in jeder Umgebung für genügend Lichtstärke, lediglich bei maximaler Leuchtintensität vermag es den Nutzer etwas zu blenden. Die Ausleuchtung selbst ist bis auf die Sonderzeichen sehr gut, dabei reflektiert die weiße Metallplatte, welche verbaut wurde, das Licht sehr angenehm und stimmig.


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Tastenkappen

Aufgrund der Beleuchtung werden die Tastenkappen vollständig aus transluzentem ABS-Kunststoff gefertigt und nachträglich mit einem schwarzen Coating überzogen. Die Beschriftung wurde anschließen per Lasercut-Verfahren in den Kunststoff geschnitten. Um möglichen Haarrissen im Werkstoff entgegenzuwirken und dadurch gleichzeitig die Lebensdauer zuverlässig zu verlängern, wurde der Kreuzstempel darüber hinaus verstärkt. Die Form der Tasten selbst ist zylindrisch und der Font der MasterKeys Pro M ist, wie wir finden, gut in das gesamte Erscheinungsbild integriert, da er klar und deutlich lesbar ist. Anders als sonst üblich besitzen die Modifier-Tasten keine Zeichen, sondern wurden ausgeschrieben. Um der sonst so schlichten Tastatur abschließend doch noch ein optisches Highlight zu spendieren ziert das Herstellerlogo dezent die beiden Windows-Tasten. Die Oberfläche erwies sich zudem während des Tests als sehr resistent gegen Fingerabdrücke und Schmutz.


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Schalter

Cherry MX-Brown

Cherry MX-Brown
Schalter: Taktil
Umschaltpunkt: spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt:
2 mm ab Ausgangsposition
4 mm Hub gesamt
Klickpunkt: nicht spürbar
Betätigungskraft: 55 g
Lebensdauer: 50 Millionen Anschläge


Bei den Tastenmodulen setzt Cooler Master auf die bewährten und langlebigen Cherry MX-Switches und bietet hierzulande die MasterKeys Pro M ausschließlich mit Cherry MX-Brown Schaltern an. Leider hat sich der Hersteller dazu entschieden die Auswahl unnötigerweise einzuschränken. Es liegt zwar schon etwas länger im Trend eine Tastatur lediglich mit einem, maximal zwei Tastenmodulen auf den Markt zu bringen. An dieser Stelle geht man einen etwas ungewöhnlichen Weg. Während bei der Pro M die braune Ausführung verbaut wurde, hat man die Pro L mit der roten Variante ausgestattet. Daher muss der potentielle Kunde abwägen, ob das gewünschte Layout der Mecha mit dem bevorzugten Switch überhaupt erhältlich ist.

Die braune Ausführung zeichnet sich vor allem durch seine vielseitige Einsetzbarkeit aus, und spricht so besonders die Anwender an, welche gleichermaßen Wert auf einen hohen Komfort beim Schreiben und Spielen legen. Der Weg- und Kräfteverlauf ist daher taktil und benötigt eine Betätigungskraft von 55 Gramm. Das Auslösen erfolgt nach zwei Millimetern, der Gesamtweg beträgt vier Millimeter. Der Druckpunkt selbst ist dabei aber spürbar. Für eine höhere Stabilität wurden die großen Tasten zusätzlich mit Cherry-Stabilisatoren ausgestattet. Um die Tastenkappen besser ausleuchten zu können, kommt ein transparentes Schaltergehäuse zum Einsatz. Dadurch sollen nicht nur alle Farben in einer gleichbleibenden und zugleich hohen Qualität dargestellt werden, sondern auch alle Sonderzeichen sehr gut ablesbar sein. Im Detail gelingt dieses Unterfangen auch recht gut, denn die Sonderzeichen wurden nicht zu tief auf den Tastenkappen angeordnet. Da die LED bauartbedingt oberhalb des Schalters platziert wird, ist der untere Teil der Kappe meistens aber nicht vollständig ausgeleuchtet. In Verbindung mit der weißen Metallplatte und der hohen Leuchtkraft der ausgewählten LEDs wird der negative Effekt der etwas schwächer abzulesenden Sonderzeichen jedoch etwas dezimiert.


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Folgend haben wir eine Tabelle angefertigt, welche die Unterschiede der verschiedenen Schalter-Varianten noch einmal in übersichtlicher Form für Euch aufzeigt:


Für Spieler
Cherry MX-Black   Cherry MX-Red  
Schalter: Linear Schalter: Linear
Umschaltpunkt: nicht spürbar Umschaltpunkt: nicht spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Klickpunkt: nicht spürbar Klickpunkt: nicht spürbar
Auslösekraft: 40-80g, 60g typisch Auslösekraft: 45g für den Federwiderstand allgemein
Datenblatt: PDF Datenblatt: PDF
       
Für Kombinierer
Cherry MX-Brown   Cherry MX-White/Clear  
Schalter: Taktil Schalter: Taktil
Umschaltpunkt: spürbar Umschaltpunkt: spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Klickpunkt: nicht spürbar Klickpunkt: nicht spürbar
Auslösekraft: 45g für Federwiderstand allgemein,
ca. 55g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Auslösekraft: 55g für Federwiderstand allgemein,
ca. 65g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Datenblatt: PDF Datenblatt: PDF
       
Für Vielschreiber
Cherry MX-Blue    
Schalter: Taktil und mit ausgeprägtem Klickpunkt
Umschaltpunkt: präzise spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm Hub
Klickpunkt: spürbar
Auslösekraft: 50g für Federwiderstand allgemein,
ca. 60g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Datenblatt: PDF
Quelle: tomshardware.de
© Gifs: by "Leathel Squirrel" von Geekhack.org


Beurteilung des Redakteurs:

Die Cooler Master MasterKeys Pro M ist sehr handlich, kompakt und ordentlich aufgebaut, um ein angenehmes Arbeiten und Spielen zu ermöglichen. Die Tasten haben einen optimal gewählten Abstand zueinander und sind alle sehr gut zu erreichen. In der Praxis stellt sich die Rutschfestigkeit der Tastatur als hervorragend heraus, selbst bei Nutzung der Verstellfüße verweilt die Tastatur sicher auf ihrem angestammten Platz. Bei Bedarf lässt sich Letztere mit einem gezielten Druck und ohne großen Aufwand sicher in eine neue Position verschieben. Sowohl ohne als auch mit Nutzung der Verstellfüße gestaltet sich das Arbeiten an der Tastatur als sehr angenehm und bequem. Auch bei der Verwindungssteifigkeit des Gehäuses schneidet sie trotz ihres geringen Gewichts mehr als nur positiv ab und wusste uns vollends zu überzeugen. Während des Einsatzes erwies sich die Tastatur als durchaus schmutzresistent. Wie sich die Soft-Touch-Oberfläche allerdings gegen Kratzer behaupten mag, konnte der Praxistest abschließend nicht klären. Im kompletten Testzeitraum blieb das Gehäuse jedoch frei von Kratzern.

Im direkten Vergleich zu der MasterKeys Pro S fiel uns noch ein weiterer Punkt auf, welcher Cooler Master endlich besser umsetzen konnte. Denn nun ist es dem Anwender möglich, selbst bei maximaler Repeat-Rate, einen sinnvollen Text zu verfassen. Bei älteren Mechas wurden nämlich die Buchstaben sonst mehrfach von der Tastatur ausgegeben, die Nutzung war vorher schlichtweg unmöglich. Natürlich müssen wir an dieser Stelle noch ein paar Worte über die Hybrid-Lösung verlieren. Da der Nummernblock nicht ergänzt, sondern vollkommen implementiert wurde, ist diese Tenkeyless-Variante unserer Meinung nach kein wirklicher Ersatz für Pfeiltastenspieler. Denn der Funktionsblock sowie die Pfeiltasten lassen sich nur anstelle des Ziffernblocks nutzen, nicht gleichzeitig, wie sich vielleicht so mancher im Vorfeld erhofft haben könnte. Die zusätzlichen Tasten fehlen also weiterhin im eigentlichen Sinne, und der vermeintliche Mehrwert eliminiert sich sofort wieder. Vielmehr soll dieses Layout dem Anwender alle Funktionen ermöglichen, auf die er normalerweise bewusst verzichtet. Wir finden diesen speziellen Schritt sehr interessant und könnten uns vorstellen, dass einige Nutzer diesen zusätzlichen Komfort dieses Nischenproduktes durchaus zu schätzen wissen.

Die taktilen Cherry MX-Brown Switches wurden beim Auslösen als direkt und klar wahrgenommen. Einsteigern in die Welt der Mechas sollte dieser Switch am ehesten entgegen kommen, da er einer mit Rubberdome-Technik ausgestatteten Tastatur am ähnlichsten ist. Zwischen dem Anwendungsbereich "Schreiben" und "Spielen" stellt der Schaltertyp zudem eine ausgewogene Auswahl dar.

Die individuellen Eindrücke über die Schalter sind die subjektiven Erfahrungen des zuständigen Redakteurs und demnach nicht direkt auf alle anderen Anwender übertragbar.




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Anti-Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt.

Unter den Begriff "Ghosting" versteht man das Problem, dass auf einer Tastatur einige Tastenkombinationen nicht mehr funktionieren, wenn man versucht mehrere Tasten zeitgleich zu drücken. Problematisch sind hier eigentlich alle Tastaturen, dessen Verschaltung der Tasten auf einer Spalten-Zeilen-Matrix basieren. Hierbei zeigen sich die Phänomene, dass sich bestimmte Tasten nicht oder nur sehr träge drücken lassen, oder eine Taste aktiviert wird, die garnicht gedrückt wurde (Ghost). Um ein Beispiel zu nennen: Wenn man die Tasten A und W gedrückt hält und versucht mit Q eine weitere Funktion aufzurufen so wird dies in den meisten Fällen ebenso verschalteter Modelle nicht gehen, oder es wird der Versuch mit der Taste S quittiert. Gefühlt sind die gedrückten Tasten in dem Moment nicht mehr existent (Jamming) oder wie von "Geisterhand", werden andere Tastenaktionen gestartet, welche nicht gewollt waren.

Im Bereich des Marketing werben die Hersteller oftmals mit Anti-Ghost-Technologie, was jedoch nicht bedeutet muss, dass dieses Problem garnicht mehr auftritt, sondern hier wird meist auf favorisierte Tastenbereiche oder bestimmte Tastenlimits gesetzt. So kann sich das Anti-Ghosting auf die Tasten der WASD beschränken oder auf die maximale Anzahl der gleichzeitig zu klickenden Tasten.

Die Ursache dieses Problems liegt in der Schalt-Matrix der Tastatur: So ist es bei normalen Folien-Tastaturen Gang und Gebe, dass man nicht jedem einzelnen Kontakt (Taste) eine separate Leitung zur Klick-Auswertung spendiert, sondern dies in Form von Spalten und Zeilen samt Kontaktflächen auf einer Folie ermittelt. Beim Drücken einer Taste erkennt hierbei ein Controller das sich ergebene Muster (Pattern) anhand der kurzgeschlossenen Spalten und Zeilen und kann diese entsprechend interpretieren da es damit eine direkte Zuordnung gibt.


Eine vereinfachte Darstellung:


Hierbei wird nur eine Taste gedrückt. Der Controller interpretiert den richtigen Befehl anhand des Kurzschlusses der Spalte Y mit der Zeile X.


Dieses hier soll das Drücken von zwei Tasten darstellen, die alle noch voneinander leitungstechnisch getrennt sind.


Beim Drücken von zwei Tasten in einer Spalte, also einer Leitung, ist es schon komplizierter, aber durch die Zeilenkennung noch kein Problem.





Erst beim Drücken von drei beieinander liegenden Tasten, wobei jeweils zwei auf einer Spalte oder Zeile liegen, ist für den Controller die eindeutige Zuweisung schon nicht mehr machbar und das Ghost/Jamming-Phänomen geschieht. Man darf sich so eine Matrix nämlich nicht wie ein Schachfeld vorstellen, wo jede Leitung noch zusätzlich in einzelne Felder unterteilt ist. Zur Erkennung eines Tastenschlages wird bei einer Rubberdome- oder Folientastatur die komplette Leitungen kurzgeschlossen, was bedeutet das mehrere Tastenschläge auf derselben Leitung (z.B. in einer Spalte) nur noch durch die Zusatzangabe der Zeile erkannt wird. Fehlt diese Zusatzinformation, indem zum Beispiel mehr als eine Taste je Leitung gedrückt wird, kann der Controller die Zuordnung nicht mehr umsetzen.


Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten einzeln verschaltet und meist durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten.

Dies hat zur Folge, dass der Anwender mit zwei Händen eigentlich nicht in der Lage sein sollte, eine fehlerhafte Tastenschlagzuweisung zu erreichen und die Anzahl der gleichzeitig möglichen Tastenschläge damit bis ins Unendliche geht. In unserem Test gab es jedenfalls keinen entsprechenden Fehlerfall, denn die MasterKeys Pro M verfügt über eine auslöschungsfreie Ausgabe.




Mitmachtest: Aufklappen

PS2 / USB und Polling-Rate

Auch hier müssen wir wieder mit langweiliger Theorie nerven: Bei Tastaturen die noch über PS2 angeschlossen wurden, geschah die EVA, also das Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip in Echtzeit, da dieses Gerät einem festen Interrupt im System zugeordnet wurde, der durch kein anderes Gerät belegt sein konnte. Hierbei hat das Gerät beim Auftreten eines Ereignisses dieses selbstständig an den Computer in Echtzeit übermittelt. Bei einem USB-Anschluss teilen sich aber viele Geräte diese universelle Schnittstelle. Hier werden nun innerhalb eines gewissen Zeitabstands periodisch alle angeschlossenen Geräte abgefragt, ob neue Befehle vorliegen. Dieser festgelegte Zeitabstand wird Polling-Rate genannt. Bei den Befehlen kann es sich dabei um Tastenschläge, Druckeraufträge und ähnlichem handeln, die von den Geräten chronologisch in eine Art Zwischenpuffer gespeichert werden. Dieses Interrupt-Paket ist in seiner Aufnahmekapazität aber begrenzt. Um diese Begrenzung zu Umgehen und einen möglichst geringen Abtast-Intervall zu erreichen kann man bei USB vom Gerät her nun so tun, als seien es mehrere Geräte (Devices).

Werden mehrere Devices in einem Gerät emuliert, erhöht sich natürlich auch der Abtastvorgang und damit verringert sich die Zeitspanne zwischen Auftreten des Ereignisses (z.B. Tastendruck) und der Weiterleitung an das System.

Bei der Tastatur wird dieser Trick erfolgreich angewendet und im Betriebssystem weitere USB-Geräte emuliert, durch die sich die Abtastrate damit automatisch erhöht hat, ohne direkt im System etwas zu verändern.




Die meisten Controller verwenden eine Polling-Rate von rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. Viele Hersteller (speziell im Gaming-Bereich) bieten eine Option an die maximale Abtast-Rate auf 1000 Hertz einzustellen - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde. "Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät. Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Daten-Lags" kommen, welche sich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können. Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt. Dennoch ist die Kompatibilität zur dieser hohen Abtastrate als sehr positiv zu werten.




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Fazit



Im April haben wir an dieser Stelle noch darüber geschrieben, dass die 16.8 Millionen Farben in Kombination mit den zahlreichen Effekten insbesondere bei TKL Tastaturen ein gutes und innovatives Konzept sind, welches uns aufgrund von unterschiedlichen und kleineren Mängeln am Ende nicht vollends zu überzeugen wusste. Die MasterKeys Pro M macht in dieser Hinsicht vieles besser. Zwar wurde die RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung gestrichen und durch eine weiße Farbausgabe ersetzt, die auch eine Minimierung der Auswahl an Effekten zur Folge hatte, doch der Beleuchtungsmodi ist nach wie vor sehr umfangreich gestaltet.

Die schon vorher auf hohem Niveau angesiedelte Verarbeitung wurde zusätzlich verbessert. Zwar ist das USB-Kabel mit seinen 1.50 Meter immer noch kurz geraten, der Sitz ist aber nicht mehr zu locker sondern optimal. Als positiver Nebeneffekt findet sich auch ein Kabelkanal auf der Rückseite des Gehäuses wieder, um das Kabel seinen persönlichen Präferenzen entsprechend verlegen zu können. Die weiße Ausleuchtung konnte uns diesmal besser überzeugen, ist auf höchster Leuchtkraft allerdings etwas hell geraten. Das Coating der Tastenkappen hat sich sehr verbessert und war diesmal frei von sämtlichen Mängeln. Auch die softwarelose Konfiguration wusste uns wieder einmal zu überzeugen. Zu guter Letzt empfanden wir die Möglichkeit den Nummernblock bei einer Tenkeyless-Tastatur nutzen zu können sehr interessant. Allerdings ist dies keine wirkliche Alternative für Pfeiltastenspieler, sondern vielmehr ein gehobener Komfort für TKL Liebhaber, der uns an dieser Stelle eine klare Kaufempfehlung wert ist. Die mögliche Auswahl der Schalter-Varianten stößt uns am Beispiel der MasterKeys Pro White Serie abschließend etwas sauer auf. Anstatt dem Anwender für beide Layouts Cherry MX-Brown und MX-Red anzubieten, hat der Nutzer im Gegensatz zu den RGB-Varianten keinerlei Entscheidungsgewalt mehr.



  • Sehr gut lesbarer Font
  • Kompaktes Gehäuse mit ansprechendem Design
  • Cleveres Kabelmanagement
  • Softwarelose Konfiguration
  • Hervorragende Verarbeitung




  • Fragwürdige Auswahl an Schalter-Varianten innerhalb der Produktreihe
  • Sehr kurzes USB-Kabel


    Awards:


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  • Daniel Figiel


    gedruckt am 21.10.2017 - 21:39
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