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MasterKeys Pro S - Cooler Masters Eier legende Wollmilchsau?
06.04.2016 - 08:00

Im Jahr 2015 stellte Cooler Master bereits zum ersten Mal seine neue Maker-Serie vor, die nicht nur eine einheitliche Namensgebung für die Premium-Produkte einläuten sollte, sondern gleichzeitig mit mutigen Entscheidungen und weiteren innovativen Ideen frischen Wind in das bestehende Sortiment bringt. Um dies zu realisieren, setzt man deshalb auf eine hohe Individualität, um viele Anwender ansprechen zu können. Umgesetzt wird dies beispielsweise mit der Möglichkeit, die Hardware in gewissem Maße zu personalisieren und seinen Präferenzen anzupassen. Über Gehäuse und den darin befindlichen Komponenten, bis hin zur Wärmeleitpaste soll das Portfolio zukünftig reichen. Unter dem Slogan Make It Yours erreicht die Marke nun auch den Schreibtisch und bietet zukünftig Eingabegeräte in Form der MasterKeys Pro L und Pro S an.


Hierfür wird zum ersten Mal auf das gesamte RGB-Farbspektrum und die Verwendung einer Software gesetzt, um die Farbprofile komfortabel erstellen zu können. Wie gewohnt sollen sich jedoch der Beleuchtungsmodus sowie die Makro-Profile weiterhin direkt auf der Tastatur realisieren lassen, um dem Anwender weiterhin die komplette Freiheit der eigenen Präferenzen zu lassen. Gepaart mit einem schlichten Äußeren und weiteren Modifikationen unter der Haube soll die neue Mecha nicht nur im eigenen Sortiment das Prädikat Premium erfüllen, sondern in der obersten Liga der Eingabegeräte erfolgreich mitmischen. Ob das Unterfangen gelingt und am Ende möglicherweise mehr als 16.8 Millionen gute Gründe für einen Kauf sprechen, wird unser ausführlicher Test der "S" Version (Tenkeyless-Variante) klären.

Viel Spaß beim Lesen!


Danksagung

Wir danken der Firma Cooler Master für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.










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Lieferumfang

Die Verpackung ist wie von Cooler Master gewohnt schlicht in Schwarz gehalten und optisch ansprechend gestaltet. Mittlerweile werden die Eingabegeräte nicht mehr nur unter dem Label CM Storm vertrieben. Dieser Umstand macht sich bereits auf der Vorderseite der Verpackung bemerkbar, die, wie wir finden, positiv von dem Make It Yours inspiriertem Design profitiert. Neben der erstmals verwendeten RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung und den verbauten Tastenmodulen lassen sich keinerlei weitere Informationen entnehmen. Diesen Part übernimmt die Rückseite, welche einen kurzen Einblick über die vollständige Ausstattung, die verfügbaren Beleuchtungsmodi und die technischen Details gewährt.


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Im Inneren hingegen erwartet uns, wie wir es bereits von den CM Storm Tastaturen kennen, eine schonende Schutzhülle aus Stoff, welche die MasterKeys Pro S umhüllt. Unter ihr befindet sich wie ebenfalls gewohnt die Bedienungsanleitung. Das modulare USB-Kabel sowie ein hochwertiger Keycap Puller, mit dem sich die Tastenkappen besonders schonend entfernen lassen, wurden derweil zweckmäßig unter der Kartonhülle verstaut.


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Technische Daten

Cooler Master MasterKeys Pro S
Abmessungen (L x B x H): 359 mm x 130 mm x 39 mm
Layout: 87 US-ANSI
Zusatztasten: -
Gewicht:
930 g
Kabel: 1,50 m, USB 2.0 (modular)
Schalter:
Cherry MX-Red (Brown)
Key Rollover: NKRO
Tasten: Zylindrisches Profil aus ABS-Kunststoff, Beschriftung per Laser cut-Verfahren
Ausstattung: Makro-Profile, Medien-Funktionen, Gaming-Modus, Repeat-Rate
Beleuchtung: RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung, Diverse Beleuchtungsmodi
Preis: 139 Euro
Preisvergleich:
Geizhals Deutschland




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Tastatur im Detail

Bei der Betrachtung fällt in erster Linie das kompakte Layout der Tastatur auf. Das Tenkeyless-Layout (TKL) wurde dazu von den gewöhnlichen 104 Tasten auf 87 Tasten reduziert. Im Gegensatz zu der amerikanischen US-ANSI Tastenbelegung, welche die getestete Mecha hat, verfügt die deutsche DE-ISO über 105 beziehungsweise 88 Tasten. Ersteres weist auf der vorletzten Tastenreihe des Buchstabenblocks eine größere Shift-Taste (Umschalttaste) auf und verzichtet auf die Taste mit den Vergleichszeichen (zwei gegenläufig zeigende, spitze Klammern) und dem Pipe-Symbol, da die bei uns beheimateten Umlaute keine Verwendung finden. Ursprünglich wurde diese Bauweise für besondere Anwendungsfälle vorgesehen, in denen nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht, beispielsweise auf den Knien von Rollstuhlfahrern. Heutzutage erfreuen sich die TKL Tastaturen auch in der Allgemeinheit immer größerer Beliebtheit, so dass sie nahezu jeder Hersteller in seinem Sortiment anbietet. Das komplett in schlichtem Schwarz gehaltene Gehäuse der Tastatur wurde, wie wir es von Cooler Master mittlerweile gewohnt sind, um eine matte Soft-Touch-Oberfläche ergänzt. Der Hersteller setzt seit vielen Jahren auf ein schlichtes Design, welchem traditionell ein Coating spendiert wird. Letzteres wirkt jedoch stark aufgewertet und im direkten Vergleich zu den CM Storm Vertretern qualitativ höherwertiger. Dennoch findet sich auf der Leertaste ein kleiner Mangel in Form einer kleinen, eingeschlossenen Luftblase wieder. Auf Nachfrage versicherte man uns jedoch, dass es sich um die gleiche Oberfläche handeln soll die zuletzt auf der XTi angewendet wurde. Weitere Verarbeitungsmängel bei der Tastenbeschichtung konnten wir nach einer Sichtprüfung definitiv ausschließen.


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Die Haptik der Tastatur zieht uns aufgrund ihrer sehr guten Verarbeitung sofort in ihren Bann und auch die Spaltmaße des Gehäuses zeugen aufgrund ihrer Gleichmäßigkeit von einer hohen Qualität. An dieser Stelle gibt es zu unserer Freude keinen Grund zur Kritik. Bei der Verwindungssteifigkeit hinterlässt die Tastatur mit ihren fast schon minimalistischen 930 Gramm Gewicht einen sehr guten Eindruck, denn selbst bei hohem Druck gibt die MasterKeys Pro S nur unscheinbar nach. Werksseitig sind auf der Unterseite vier Rutschsicherungen angebracht, welche auch den Verstellfüßen spendiert wurden. Während des Tests wusste die Rutschfestigkeit voll und ganz zu überzeugen, angestellt lässt sie sich jedoch etwas leichter verschieben. Aufgrund der geringen Größe und der daraus resultierenden geringen Masse wirkt sie auf dem Schreibtisch wie in Stein gemeißelt. Sehr gut!


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Neben Zusatz-Tasten wurde darüber hinaus auf die sonst üblichen Status-LEDs verzichtet (Tasten leuchten stattdessen dauerhaft, wenn die entsprechende Funktion aktiviert wurde), sodass sich der Anwender voll und ganz auf die umfangreiche und softwarelose Konfiguration konzentrieren kann. Auch die weiße Metallplatte ist wieder mit von der Partie, um den Tastenkappen während der Beleuchtung einen schwebenden Eindruck zu vermitteln. Im direkten Vergleich zum CM Storm Vorgänger ist das Gehäuse sogar so schlicht, dass neben den sonst üblichen Schriftzügen, auch das Kabelmanagement (Einkerbungen auf der Rückseite, die als Kabelführung dienten) entfernt wurde. Dadurch fehlt leider die Möglichkeit, das Kabel nach seinen individuellen Vorstellungen zu verlegen. Mit einer Gesamtlänge von 1,50 Meter ist das modulare Micro-USB 2.0 Kabel unserer Meinung nach etwas zu kurz geraten, weiß dafür aber mit einem hochwertigen und blickdichten Sleeve zu begeistern. Eingesteckt sitzt es zudem etwas zu locker am Anschluss, löst sich jedoch nicht aus Versehen. Um vor Oxidation zu schützen, wurden die Kontakte zusätzlich vergoldet.


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Um die Übersicht der Konfiguration beibehalten zu können, haben wir für Euch eine kleine Liste der Funktionen erstellt. Diese lassen sich, wie man es bereits von Notebooks her kennt, mit der FN-Taste aktivieren.
  • F1 bis F3 - 10 stufige Farbintensität (Rot/Grün/Blau)
  • F4 – Beleuchtungsmodi
  • F5 bis F8 – Repeat-Rate (1x bis 8x)
  • F9 – Gaming-Modus
  • F10 bis F12 – Makro-Funktionen (Beleuchtung, Aufnahme und Wiedergabe)
  • 1 bis 4 – Profilauswahl
  • Funktionsblock – Makro-Funktionen (Einzelne Ausgabe, Wiederholung und Dauerschleife) und Medien-Funktionen (Start/Pause, nächster Titel, lauter, Stop, vorheriger Titel, leiser)

Wie gewohnt lassen sich sämtliche Funktionen über die Tastatur selbst steuern. Von den Medien-Befehlen über den Gaming-Modus, der sämtliche Windows-Tasten zuverlässig deaktiviert und damit verhindert, plötzlich und unvorhergesehen aus einer Spiele-Session geworfen zu werden, bis hin zu dem Anlegen der persönlichen Makro-Profile wurde alles sinnvoll als Zweitbelegung implementiert. Auch die Repeat-Rate lässt sich mit Hilfe der FN-Funktion komfortabel konfigurieren. Zur technischen Umsetzung und Speicherung der anwenderbezogenen Einstellungen dienen ein 32-Bit ARM Cortex-M3 Prozessor und ein 512 KB großer Onboard-Speicher, mit dem die MasterKeys Pro S vorbildlich für das Anlegen der vier verfügbaren Profile ausgestattet wurde. Die Polling-Rate selbst kann nicht verstellt werden und liegt bei konstanten 1000 Hertz. Für alle Nutzer, die viel Wert auf einen Nummernblock legen, bietet Cooler Master die MasterKeys Pro in der Version "L" zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 169,- Euro an. Wer sich jedoch nicht an der TKL-Variante stört, kann bei einem Kaufpreis von 139,- Euro immerhin beachtliche 30 Euro sparen. Der Tastenanstieg ist anatomisch geformt und äußert sich darin, dass die oberen Tastanreihen näher zum Anwender zeigen als die unteren. Der Grund dafür liegt darin, weil die meisten Tastenanschläge auf den mittleren Tastenreihen getätigt werden, so bietet diese Anordnung eine optimale Bewegungsfreiheit bei der Bedienung und einen sehr guten Halt auf den Tasten selbst.


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Tastenkappen

Aufgrund der Beleuchtung werden die Tastenkappen vollständig aus transluzentem ABS-Kunststoff gefertigt und die Beschriftung per Lasercut-Verfahren in den Kunststoff geschnitten. Um möglichen Haarrissen im Werkstoff entgegenzuwirken und dadurch gleichzeitig die Lebensdauer zuverlässig zu verlängern, wurde der Kreuzstempel darüber hinaus verstärkt. Die Form der Tasten selbst ist zylindrisch und der Font der MasterKeys Pro S ist, wie wir finden, gut in das gesamte Erscheinungsbild integriert, da er klar und deutlich lesbar ist. Anders als sonst üblich besitzen die Modifier-Tasten keine Zeichen, sondern wurden ausgeschrieben. Um der sonst so schlichten Tastatur abschließend doch noch ein optisches Highlight zu spendieren ziert das Herstellerlogo dezent die beiden Windows-Tasten. Die Oberfläche erwies sich zudem während des Tests als sehr resistent gegen Fingerabdrücke und Schmutz. Anders als gewohnt ist diesmal nicht die Programmierung, die ohne zusätzliche Software auskommt, alleiniges Highlight, sondern die RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung, die mit deren Hilfe umfangreich angepasst werden kann. Aus diesem Grund begutachten wir den Beleuchtungsmodus in Verbindung mit der Anwendung erst im weiteren Verlauf unseres Tests.


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Schalter


© by "Leathel Squirrel"


Cherry MX-Red

Cherry MX-Red
Schalter: Linear
Umschaltpunkt: nicht spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt:
2 mm ab Ausgangsposition
4 mm Hub gesamt
Klickpunkt: nicht spürbar
Betätigungskraft: 45 g
Lebensdauer: 50 Millionen Anschläge


Bei den Tastenmodulen setzt Cooler Master auf die bewährten und langlebigen Cherry MX-Switches und bietet die MasterKeys Pro S hierzulande neben den Cherry MX-Red zusätzlich mit MX-Brown Schaltern an. Die rote Ausführung ist eine leichtgängigere Sonderform des Cherry MX-Black und zeichnet sich vor allem durch eine sehr niedrige Betätigungskraft aus. Daher eignet sich dieser vor allem für Anwender die viel Wert auf einen sehr hohen Komfort beim Spielen legen. Der Weg- und Kräfteverlauf ist daher linear und benötigt eine geringe Betätigungskraft von nur 45 Gramm. Das Auslösen erfolgt nach zwei Millimeter, der Gesamtweg beträgt vier Millimeter. Der Druckpunkt selbst ist nicht spürbar. Für eine höhere Stabilität wurden die großen Tasten zusätzlich mit Cherry-Stabilisatoren ausgestattet. Um die Tastenkappen besser ausleuchten zu können, kommt ein transparentes Schaltergehäuse zum Einsatz. Dadurch sollen nicht nur alle Farben in einer gleichbleibenden und zugleich hohen Qualität dargestellt werden, sondern auch alle Sonderzeichen sehr gut ablesbar sein.


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Folgend haben wir eine Tabelle angefertigt, welche die Unterschiede der verschiedenen Schalter-Varianten übersichtlich aufzeigt:


Für Spieler
Cherry MX-Black   Cherry MX-Red  
Schalter: Linear Schalter: Linear
Umschaltpunkt: nicht spürbar Umschaltpunkt: nicht spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Klickpunkt: nicht spürbar Klickpunkt: nicht spürbar
Auslösekraft: 40-80g, 60g typisch Auslösekraft: 45g für den Federwiderstand allgemein
Datenblatt: PDF Datenblatt: PDF
       
Für Kombinierer
Cherry MX-Brown   Cherry MX-White/Clear  
Schalter: Taktil Schalter: Taktil
Umschaltpunkt: spürbar Umschaltpunkt: spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm oberhalb Boden
Klickpunkt: nicht spürbar Klickpunkt: nicht spürbar
Auslösekraft: 45g für Federwiderstand allgemein,
ca. 55g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Auslösekraft: 55g für Federwiderstand allgemein,
ca. 65g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Datenblatt: PDF Datenblatt: PDF
       
Für Vielschreiber
Cherry MX-Blue    
Schalter: Taktil und mit ausgeprägtem Klickpunkt
Umschaltpunkt: präzise spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition
4 mm Hub
Klickpunkt: spürbar
Auslösekraft: 50g für Federwiderstand allgemein,
ca. 60g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes
Datenblatt: PDF
Quelle: tomshardware.de
© Gifs: by "Leathel Squirrel" von Geekhack.org


Beurteilung des Redakteurs:

Die Cooler Master MasterKeys Pro S ist sehr handlich, kompakt und ordentlich angelegt, um ein angenehmes Arbeiten und Spielen zu ermöglichen. Die Tasten haben einen optimal gewählten Abstand zueinander und sind alle sehr gut zu erreichen. In der Praxis stellt sich die Rutschfestigkeit der Tastatur als hervorragend heraus, selbst bei Nutzung der Verstellfüße verweilt die Tastatur sicher auf ihrem angestammten Platz. Bei Bedarf lässt sich Letztere mit einem gezielten Druck und ohne großen Aufwand sicher in eine neue Position verschieben. Sowohl ohne als auch mit Nutzung der Verstellfüße gestaltet sich das Arbeiten an der Tastatur als sehr angenehm und bequem. Auch die Verwindungssteifigkeit des Gehäuses schneidet für ihr geringes Gewicht mehr als nur positiv ab und wusste uns vollends zu überzeugen. Während des Einsatzes erwies sich die Tastatur als durchaus schmutzresistent. Wie sich die Soft-Touch-Oberfläche allerdings gegen Kratzer behaupten mag, konnte der Praxistest abschließend nicht klären. Während des Tests blieb das Gehäuse jedoch frei von Kratzern. Bei maximaler Repeat-Rate war es dem Redakteur unmöglich einen Text zu verfassen, da die Buchstaben mehrfach von der Tastatur ausgegeben wurden.

Die linearen Cherry MX-Red Switches wurden beim Auslösen aufgrund ihrer geringen Druckkraft von nur 45 Gramm als sehr ausgeprägt und direkt wahrgenommen. Ein doppelter Tastenanschlag lässt sich einfach und schnell umsetzen, auch ein versehentlich ausgelöster doppelter Tastenanschlag kann, mit etwas Übung, während der Eingabe schnell korrigiert werden, da man dies sehr genau als haptisches Feedback über die Schalter vermittelt bekommt.

Die individuellen Eindrücke über die Schalter sind die subjektiven Erfahrungen des zuständigen Redakteurs und demnach nicht direkt auf alle anderen Anwender übertragbar.


Software

Nun widmen wir uns dem Programm, mit dem der Anwender die Beleuchtung seinen individuellen Vorstellungen anpassen kann. Bevor wir damit beginnen, werfen wir einen kurzen Blick auf den sehr umfangreichen Beleuchtungsmodus:
  • Statisch (Alle Tasten sind einfarbig beleuchtet)
  • Farbwelle (RGB-Farbwelle von links nach rechts)
  • Kreuzmodus (X- und Y-Achse der jeweilig gedrückten Taste ist beleuchtet)
  • Einzelne Taste (Alle gedrückten Tasten leuchten kurz auf)
  • Anpassung (Individuelle Anpassung der Farbe für jede einzelne Taste)
  • Sterneffekt (Zufällige Wiedergabe von einzeln beleuchteten Tasten)
  • Regentropfen (Zufällige Wiedergabe von Regentropfen)
  • Farbkreis (Konstanter Farbwechsel von allen RGB-Farben)
  • Atmend (Alle Tasten sind pulsierend beleuchtet)
  • Welligkeit (Von gedrückter Taste breitet sich eine Lichtwelle an das linke und rechte Ende der Tastatur aus)
  • Mehrschichtig (Individueller Modus der mit der Software konfiguriert wird)
  • Spiel Snake (Wird mit den Pfeiltasten gespielt)
  • Systemstatus (Equalizer oder CPU-Auslastung wird auf der Tastatur angezeigt)
  • Aus (Beleuchtung ist außer den Status-LEDs komplett deaktiviert)


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Die Ausleuchtung der Sonderzeichen könnte wirklich besser umgesetzt werden. Da die LED aber nach wie vor oberhalb des Schalters platziert ist, kann man immer noch einen klaren, wenn auch kleineren, Unterschied bei der Farbstärke wahrnehmen. Die weiße Farbwiedergabe ist unserem Geschmack nach etwas dunkel geraten, trübt jedoch den sonst durchweg positiven Eindruck der Beleuchtung kaum. Die Software ermöglicht es dem Nutzer außerdem, die Firmware zu aktualisieren, sofern diese nicht bereits auf dem aktuellsten Stand sein sollte.

Unseren Lesern sollten bereits viele dieser Funktionen bekannt vorkommen, da diese schon bei vielen Tastaturen aus dem gleichen Hause zum Einsatz gekommen sind. Da Bilder aber bekanntlich oft mehr als tausend Worte sagen, hat Cooler Master ein Tutorial veröffentlicht, welches wir euch an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten wollen.




Die Software ist ebenfalls sehr einfach sowie schlicht gehalten und dient lediglich dazu, die verschiedenen Modi individuell anzupassen. Bei der MasterKeys Pro S werden die Profile allerdings auf den Tasten 1 bis 4 aktiviert und nicht wie im Video zu sehen auf den Zusatz-Tasten oberhalb des Nummernblocks, da dieser Teil beim verwendeten Layout schlichtweg fehlt. Im LED-Modus kann der Anwender die Farbe für die verschiedenen Effekte auswählen und der Mecha somit seinem ganz persönlichen Stil verpassen. Über das Farbfeld, oder die RGB-Regler, kann die Intensität der Farbe ausgewählt werden. Zusätzlich lässt sich die Geschwindigkeit der Effekte mit dem S-Regler nach eigenem Belieben anpassen. Speichern kann der Anwender die Konfigurationen in bis zu vier verschiedenen Profilen, die unter dem Reiter Bibliothek exportiert, importiert oder gelöscht werden können.








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Anti-Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt.

Unter den Begriff "Ghosting" versteht man das Problem, dass auf einer Tastatur einige Tastenkombinationen nicht mehr funktionieren, wenn man versucht mehrere Tasten zeitgleich zu drücken. Problematisch sind hier eigentlich alle Tastaturen, dessen Verschaltung der Tasten auf einer Spalten-Zeilen-Matrix basieren. Hierbei zeigen sich die Phänomene, dass sich bestimmte Tasten nicht oder nur sehr träge drücken lassen, oder eine Taste aktiviert wird, die garnicht gedrückt wurde (Ghost). Um ein Beispiel zu nennen: Wenn man die Tasten A und W gedrückt hält und versucht mit Q eine weitere Funktion aufzurufen so wird dies in den meisten Fällen ebenso verschalteter Modelle nicht gehen, oder es wird der Versuch mit der Taste S quittiert. Gefühlt sind die gedrückten Tasten in dem Moment nicht mehr existent (Jamming) oder wie von "Geisterhand", werden andere Tastenaktionen gestartet, welche nicht gewollt waren.

Im Bereich des Marketing werben die Hersteller oftmals mit Anti-Ghost-Technologie, was jedoch nicht bedeutet muss, dass dieses Problem garnicht mehr auftritt, sondern hier wird meist auf favorisierte Tastenbereiche oder bestimmte Tastenlimits gesetzt. So kann sich das Anti-Ghosting auf die Tasten der WASD beschränken oder auf die maximale Anzahl der gleichzeitig zu klickenden Tasten.

Die Ursache dieses Problems liegt in der Schalt-Matrix der Tastatur: So ist es bei normalen Folien-Tastaturen Gang und Gebe, dass man nicht jedem einzelnen Kontakt (Taste) eine separate Leitung zur Klick-Auswertung spendiert, sondern dies in Form von Spalten und Zeilen samt Kontaktflächen auf einer Folie ermittelt. Beim Drücken einer Taste erkennt hierbei ein Controller das sich ergebene Muster (Pattern) anhand der kurzgeschlossenen Spalten und Zeilen und kann diese entsprechend interpretieren da es damit eine direkte Zuordnung gibt.


Eine vereinfachte Darstellung:


Hierbei wird nur eine Taste gedrückt. Der Controller interpretiert den richtigen Befehl anhand des Kurzschlusses der Spalte Y mit der Zeile X.


Dieses hier soll das Drücken von zwei Tasten darstellen, die alle noch voneinander leitungstechnisch getrennt sind.


Beim Drücken von zwei Tasten in einer Spalte, also einer Leitung, ist es schon komplizierter, aber durch die Zeilenkennung noch kein Problem.





Erst beim Drücken von drei beieinander liegenden Tasten, wobei jeweils zwei auf einer Spalte oder Zeile liegen, ist für den Controller die eindeutige Zuweisung schon nicht mehr machbar und das Ghost/Jamming-Phänomen geschieht. Man darf sich so eine Matrix nämlich nicht wie ein Schachfeld vorstellen, wo jede Leitung noch zusätzlich in einzelne Felder unterteilt ist. Zur Erkennung eines Tastenschlages wird bei einer Rubberdome- oder Folientastatur die komplette Leitungen kurzgeschlossen, was bedeutet das mehrere Tastenschläge auf derselben Leitung (z.B. in einer Spalte) nur noch durch die Zusatzangabe der Zeile erkannt wird. Fehlt diese Zusatzinformation, indem zum Beispiel mehr als eine Taste je Leitung gedrückt wird, kann der Controller die Zuordnung nicht mehr umsetzen.


Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten einzeln verschaltet und durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten.

Dies hat zur Folge, dass der Anwender mit zwei Händen eigentlich nicht in der Lage sein sollte, eine fehlerhafte Tastenschlagzuweisung zu erreichen und die Anzahl der gleichzeitig möglichen Tastenschläge damit bis ins Unendliche geht. In unserem Test gab es jedenfalls keinen entsprechenden Fehlerfall, denn die MasterKeys Pro S verfügt über eine auslöschungsfreie Ausgabe.




Mitmachtest: Aufklappen

PS2 / USB und Polling-Rate

Auch hier müssen wir wieder mit langweiliger Theorie nerven: Bei Tastaturen die noch über PS2 angeschlossen wurden, geschah die EVA, also das Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip in Echtzeit, da dieses Gerät einem festen Interrupt im System zugeordnet wurde, der durch kein anderes Gerät belegt sein konnte. Hierbei hat das Gerät beim Auftreten eines Ereignisses dieses selbstständig an den Computer in Echtzeit übermittelt. Bei einem USB-Anschluss teilen sich aber viele Geräte diese universelle Schnittstelle. Hier werden nun innerhalb eines gewissen Zeitabstands periodisch alle angeschlossenen Geräte abgefragt, ob neue Befehle vorliegen. Dieser festgelegte Zeitabstand wird Polling-Rate genannt. Bei den Befehlen kann es sich dabei um Tastenschläge, Druckeraufträge und ähnlichem handeln, die von den Geräten chronologisch in eine Art Zwischenpuffer gespeichert werden. Dieses Interrupt-Paket ist in seiner Aufnahmekapazität aber begrenzt. Um diese Begrenzung zu Umgehen und einen möglichst geringen Abtast-Intervall zu erreichen kann man bei USB vom Gerät her nun so tun, als seien es mehrere Geräte (Devices).

Werden mehrere Devices in einem Gerät emuliert, erhöht sich natürlich auch der Abtastvorgang und damit verringert sich die Zeitspanne zwischen Auftreten des Ereignisses (z.B. Tastendruck) und der Weiterleitung an das System.

Bei der Tastatur wird dieser Trick erfolgreich angewendet und im Betriebssystem weitere USB-Geräte emuliert, durch die sich die Abtastrate damit automatisch erhöht hat, ohne direkt im System etwas zu verändern.




Die meisten Controller verwenden eine Polling-Rate von rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. Viele Hersteller (speziell im Gaming-Bereich) bieten eine Option an die maximale Abtast-Rate auf 1000 Hertz einzustellen - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde. "Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät. Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Daten-Lags" kommen, welche sich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können. Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt. Dennoch ist die Kompatibilität zur dieser hohen Abtastrate als sehr positiv zu werten.




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Fazit



Abschließend könnte man meinen die MasterKeys Pro S läuft Gefahr sich im Multi-Color Dschungel der mechanischen Tastaturen zu verirren, doch ist die Tenkeyless-Variante der neue Stern am Mecha Himmel. Hierbei wird erstmals ein schlichtes und dennoch markantes Design mit dem sehr umfangreichen Beleuchtungsmodus und einer RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung vereint. Sofern Letzteres ein entscheidendes Kaufkriterium ist, profitiert Cooler Masters neuer Schützling zusätzlich sehr stark von der Vielzahl an Effekten, die ein wenig Verspieltheit auf den Schreibtisch bringen. Außerdem ist sie sehr kompakt gehalten, was ihr sehr gut zu Gesicht steht. Unabhängig von den Funktionen und der Qualität hat der Ableger einen weiteren entscheidenden Vorteil, und zwar die Auswahl. Denn sollen die Schalter aus dem Hause Cherry mit 16.8 Millionen Farben kombiniert werden, gibt es mit der Corsair Gaming K65 RGB derzeit nur eine weitere Alternative, die hingegen auf optische Akzente setzt und aktuell etwas teurer ist.

Gröbere Mängel fanden wir während des Tests nicht, jedoch entdeckt man an vielerlei Stellen kleinere Schwächen. Da wäre zum einen das mit 1,50 Meter zu kurz geratene USB-Kabel, welches leider auch etwas locker sitzt, zum anderen wusste die weiße Ausleuchtung auch nicht komplett zu überzeugen. Das Coating der Tastenkappen hat sich sehr verbessert, wies bei unserem Exemplar auf der Leertaste jedoch einen optischen Mangel auf, der bei dieser Preisklasse natürlich nicht entstehen darf. Zu guter Letzt fragen wir uns immer noch, warum der Kabelkanal wieder eingespart wurde, da somit nicht mehr die Möglichkeit besteht, das Kabel ordentlich zu verlegen.

Auf der Habenseite steht definitiv die hervorragende Verarbeitung, die wir in dieser Form schon lange nicht mehr gesehen haben. Auch die softwarelose Konfiguration wusste wieder einmal zu überzeugen und die sehr einfache sowie unkompliziert gehaltene Software motiviert uns andauernd den virtuellen Tuschkasten auszupacken. Am Ende ist es dem Hersteller gelungen, sehr nah an die perfekte Tastatur heranzukommen. Wer an dieser Stelle über die kleinen, aber doch vorhanden, feinen Mängel hinwegsehen kann, für diejenigen sprechen wir gerne eine Kaufempfehlung aus. Weiter so, Cooler Master!



  • Kompaktes Gehäuse mit ansprechendem Design
  • Softwarelose Konfiguration
  • Verbesserte Soft-Touch Oberfläche
  • Sehr solide Verarbeitung


  • Sehr kurzes USB-Kabel
  • Weiße Farbwiedergabe ist etwas dunkel geraten
  • Coating der Tastenkappen mit leichten Schönheitsfehlern

    Awards:


    Links zum Produkt




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  • Daniel Figiel


    gedruckt am 24.10.2017 - 08:01
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