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Das Größte der Einheit? - HTC One X
23.05.2012 - 08:00

Neue Smartphones werden heute von Tag zu Tag vorgestellt, kauft man sich das von heute, ist morgen das nächste, bessere erhältlich - meist sogar vom selben Hersteller. Dass das langfristig die Kunden verärgert, hat der taiwanische Hersteller HTC wohl auch gemerkt und Anfang dieses Jahres angekündigt, nur noch eine klare Serie mit unterschiedlichen Leistungs- und vor allem Preisklassen zu produzieren.

Den Anfang macht hierbei die One-Serie, bestehend aus dem Einsteiger-Modell "V", der Mittelklasse "S" und dem Spitzen-Gerät "X". Letzteres bieten zum stolzen Einführungspreis von knapp 600 € als erstes erhältliches Smartphone einen Quad-Core-Prozessor. Dieser soll, gepaart mit einem Gigabyte an Arbeitsspeicher und dem neuen Android 4.0 aka "Ice Cream Sandwich" mit der hauseigenen Oberfläche Sense ein ganz neues Erlebnis bilden.

Doch kann das Gerät auch überzeugen? Tech-Review hat es getestet!




Danksagung

Wir danken getgoods.de für dieses Testgerät.









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Lieferumfang

Anstatt wie die meisten heutigen Smartphones in einem einfachen Karton geliefert zu werden, kommt das One X in einem an den Ecken abgerundeten daher, der keinerlei Informationen auf den Inhalt (vom Hersteller abgesehen) zulässt. Glücklicherweise gibt das dafür einen dünnen Ring aus Papier, der um den Karton gebunden ist.


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Wird dieser geöffnet, ist der Packungsinhalt auch wieder Standard: Smartphone liegt auf Anleitungen und Sicherheitshinweisen liegen auf Zubehör. Obwohl HTC auch beim One X mit dem "Beats-Sound" wirbt und auf der Rückseite des Gerätes das Logo vorhanden ist, sind dennoch nur die normalen Kopfhörer aus eigenem Hause beigelegt - schade!


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Entpackt sieht das Ganze dann so aus:


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Die allgemeinen Spezifikationen werden von HTC wie folgt angegeben:


HerstellerHTC
Modell:One X
System (ab Werk):Android 4.0 Ice Cream Sandwich"
Prozessor:Nvidia Tegra 3, 4 x 1,5 GHz
Arbeitsspeicher: 1 GB
Speicher:32 GB (nicht erweiterbar)
Display:4,7" SuperLCD-Display
Gehäuse-Material:Polycarbonat
Farbe (verfügbar):Polar Glamour Grey, Polar White
Maße:134 x 69,9 x 8,9(L x B x H)
Gewicht:130 g
Kamera:8 Megapixel
Akkukapazität:1800 mAh
Preis:~ 550 Euro
PreisvergleichGeizhals Deutschland









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Ersteindruck

Betrachtet man das One X, fällt als erstes die Größe auf, die - selbst wenn man sich nach dem Titan oder Sensation XL inzwischen daran gewöhnt haben sollte - wirklich enorm ist.


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Nachdem jedoch sowohl das Titan als auch das baugleiche Sensation XL nur ein "fast-Unibody-Gehäuse" (man konnte es öffnen) hatten, dass nur durch viel Druck auf einen Knopf geöffnet werden konnte, handelt es sich bei dem neuesten Gerät um einen echten Unibody. Unibody bedeutet, dass das Gerät nicht geöffnet werden kann und somit unempfindlicher gegen Stöße ist. Andererseits sorgt dies aber auch dafür, dass weder eine Erweiterung des Speichers, noch der Akkukapazität möglich sind. Apropos Speicher: dieser ist mit 32 GB sehr großzügig bemessen.

Dennoch ist die Bauweise dem bereits erwähnten indirekten Vorgänger optisch sehr treu geblieben, auch bei diesem befindet sich links der Micro-USB-Anschluss, oben die 3,5 mm Kopfhörer-Buchse und der Einschalter, sowie rechts die Wippe zur Regelung der Lautstärke. Zwar besteht das Gehäuse vollständig aus Polycarbonat, welches resistent gegen Fingerabdrücke und Kratzer ist - der Rand glänzt jedoch und bewirkt so das genaue Gegenteil.


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Auf der Rückseite findet sich neben der Kamera, die mit 8 Megapixeln auflöst ein LED-Blitz, der auch - vorinstallierter App sei Dank - als Taschenlampe genutzt werden kann. Im Vergleich zum Sensation XL ist dieser jedoch nur noch in einfacher Ausführung verbaut. Die Kamera steht zwar leicht hervor, sie behindert jedoch aufgrund der Größe nicht. Das BeatsAudio-Logo über den vergleichsweise lauten Lautsprechern, ist, wie bereits in der Einleitung erwähnt, nur durch die Software-Lösung (siehe folgende Seiten) vorhanden.


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Einmal richtig herum gedreht, sieht man auf der Vorderseite die Front-Kamera, die leicht in das Gehäuse eingelassen wurde - ein idealer Staubfänger! Im Vergleich mit älteren Android-Geräten besitzt das One X nur noch drei Touch-Buttons unterhalb des Displays: Back, Home und Task-List.


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Das Zubehör fällt wie gewohnt knapp aus: USB-Kabel mit Steckdosenadapter und Kopfhörer. Letztere sind im Design leicht verändert worden und können, wie immer, durch eine gute Verarbeitung überzeugen. Zusätzlich befindet sich diesmal noch ein kleiner SIM-Slot-Öffner im Lieferumfang, der auch von der Größe her gleich zeigt, dass eine Micro-SIM-Karte für die Verwendung unabdingbar ist.


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Benutzung I

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der One-Serie um die ersten Geräte aus dem Hause HTC, die auf die neuste Version von Android, 4.0 alias "Ice Cream Sandwich" setzen; zusätzlich ist auch die neueste Variante der hauseigenen Oberfläche Sense mit von der Partie. Diese soll zwar auch einige Animationen bieten, jedoch deutlich eleganter und praktischer wirken. So werden wir im Review der Software immer den Vergleich mit dem Vorgänger zeigen.


Systematisch beginnt der Systemstart auf dem Lockscreen, welcher - je nach Einstellung - bereits vielerlei Informationen, beispielsweise das aktuelle Wetter, eine Diashow der eigenen Bilder oder die aktuellen Nachrichten des "FriendStream", einer Zusammenfassung von Facebook und Twitter, anzeiget. Keine Änderung.




Für ein "einfaches" Entsperren, das heißt, um in die aktuell geöffnete Anwendung zu gelangen, zieht man den Ring in die Mitte des Bildschirms. Gleichzeitig sind jedoch vier Anwendungen manuell festlegbar, welche als Shortcuts in der unteren Bildschirmhälfte angezeigt werden. Um diese nun zu nutzen, dreht man den Spieß einfach um und zieht die App in den Ring hinein - Schnellstart erfolgreich gelungen. Hier hat sich bis auf die Tatsache, dass die Icons für den Schnellzugriff nun denen der auf den Homescreens vorhandenen Leiste entsprechen, nichts geändert.




Sicherheit ist wichtig, alles sollte schwerer zugänglich sein. So erlaubt das HTC Sensation XL gleich eine Auswahl aus verschiedenen Methoden, darunter der übliche Zahlencode (vier Zeichen oder mehr), aber auch ein "normales" Passwort, welches bestenfalls aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen besteht. Weiterhin ist selbstverständlich auch das Pattern-Muster möglich, bei welchem ein Muster durch verschiedene Punkte gezogen werden muss. Keine Änderung.

Hat man das Telefon entsperrt, gelangt man - sollte man keine Anwendungen geöffnet haben - auf den "Haupt-Homescreen". Dies kann, wie alle der maximal sieben möglichen, sowohl aus diversen Widgets, als auch aus Apps bestehen. Will man auf einen anderen Homescreen gelangen, bleiben diverse Möglichkeiten: einerseits genügt ein einfacher Wisch nach rechts oder nach links, um den jeweils rechten oder linken zu Gesicht zu bekommen - einfacher ist jedoch der Druck auf den Home-Button oder eine Pinch-Out-Geste (zwei Finger zueinander bewegen). Bei der nun folgenden Übersicht kann der gewünschte Homescreen einfach angetippt werden. Der Übergang zwischen den verschiedenen Bildschirmen ist mit deutlich weniger Animation verbunden, die "360°-Drehung" wurde entfernt.




Die Widgets sind durchgehend interaktive Verknüpfungen, tippt man die linke Seite (Uhr) des sich standardmäßig auf der Startseite befindenden Uhr-Wetter-Widgets an, gelangt man zu allen mit der Uhr zusammenhängenden Möglichkeiten, einer Weltzeituhr und eines Weckers inklusive. Respektive führt der Tipp auf die rechte Seite (Wetter) in eine deutlich erweiterte Übersicht des aktuellen Wetters. Keine Änderung.





Auch sehr interessant sind die sozialen Widgets wie der Facebook-Chat, welcher gleich eine Einstellung des aktuellen Status (online, away, offline) erlaubt, sowie alle sich gegenwärtig im Netz befindenden Freunde. Auch eine Mail-Anzeige darf nicht fehlen, es darf sogar für jeden Account eine eigene auf die Homescreens gesetzt werden. Klickt man jedoch darauf, wird man ins Mail-Hauptprogramm geleitet - unabhängig von welchem Account man nun kommt. Keine Änderung.














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Benutzung II

Nun ja, ein Homescreen ist ja schön und gut, auch sieben sind ja super! Doch im "Market" - inzwischen mit dem Ausdruck und Logo "Play" bekannt - gibt es schließlich mehrere Tausend, mehr oder weniger (OK, meist weniger) sinnvolle, Apps. Also wie hin zu denen? Auf den bereits ausführlichst beschriebenen Homescreens findet sich links unten der Button, der zur Übersicht führt. Was? Übersicht? Selbstverständlich ist eine Anordnung nach Alphabet oder nach Nutzungsstatus ohne Probleme möglich. Obwohl das System zwar meist flüssig läuft, gibt es beim Start einer App und dem Scrollen von Listen einiges an Rucklern zu betrachten - bei dem "super-mega-hyper-starken" Quad-Core wirklich unverständlich! Leider kommt es - gerade im Vergleich zum Vorgänger - auch gerne einmal zu einem mehrere Sekunden andauernden Einfrieren. Mehr Ruckler, zählt das als Änderung?




Apps, ein gutes Stichwort. Installiert werden sie aus dem bereits oben erwähnten "Google Play" (Android Market). Bereits auf der Startseite finden sich Angebote und verschiedene Möglichkeiten der Sortierung. App ist App, da ändert sich nicht viel. Kompatibilitätsprobleme ließen sich in unserem Test nicht erkennen.




Hat man viele Apps installiert, senden bestimmt auch einige von ihnen Benachrichtigungen, sei es nun Facebook, Twitter, Skype oder WhatsApp. Diese lassen sich durch einen einfachen Wisch vom oberen Bildschirmrand nach unten aufrufen. Durch einen Druck auf den Settings-Button gelangt man ohne Umwege in die Einstellungen. Leider wurde das nützliche Register der Schnell-Einstellungen entfernt, sodass man sich nun mit einem weiteren Homescreen für die Schnell-Einstellungen, wie beispielsweise den Flugzeugmodus, Abhilfe schaffen muss.




In dieser Ansicht fehlen zudem noch die zuletzt gestarteten Anwendungen - hierfür gibt es jedoch den dritten der sich unter dem Bildschirm befindenden Buttons. Durch einen Druck auf diesen wird eine Web-OS-ähnliche Ansicht geöffnet, in welcher durch einen Wisch nach rechts oder links die geöffneten Anwendungen betrachtet werden können.




Bis zu diesem Punkt noch vollständig fehlend ist der Multimedia-Teil. "Erst die gute oder erst die schlechte Nachricht?" - eine Frage, die in dieser Form zu häufig gestellt werden muss. Um mit einem positiven Eindruck ins Fazit zu wechseln, beginnen wir mit der Schlechten: die Kopfhörer sind mies. Nicht gerade verwunderlich, werden beim One X doch wieder die normalen HTC- und keine Beats-Kopfhörer beigelegt. Leider ist auch das dem weiterhin vorhandenen Logo verdankende Audio-Profil bei weitem nicht das Gelbe vom Ei: der Bass wird übersteuert und macht die Musik dadurch teilweise kaputt. Hier lohnt sich ein manueller Equalizer doch deutlich mehr.

Was fehlt für ein gutes Musik-Erlebnis, wenn die Hardware stimmt? Richtig, die Software. Und hier schneidet der Musik-Player des Sensation tatsächlich sehr gut ab. Ist die Musik einmal gestartet, kann man sie von (fast) jedem Ort aus ändern: auf dem Lockscreen werden das Cover und die wichtigsten Kontroll-Elemente angezeigt, es gibt ein Widget, das direkt in die App verlinkt und man kann in der Benachrichtigungs-Anzeige natürlich ebenfalls das Nötigste ändern.

Auch die Bibliothek ist erfreulich übersichtlich geblieben, eine Sortierung nach Interpreten, Alben, Genres und Stücken ist problemlos möglich. Hier ist jedoch wichtig, dass alle ID3-Tags korrekt sind, ansonsten werden Alben mit demselben Namen auch gerne einmal doppelt angezeigt.




Überraschender Weise ist die Kamera des One X tatsächlich ganz gut. Zwar lange nicht perfekt, aber welche Smartphone-Kamera ist das schon? Im Dunkeln kann sie - trotz einfachem LED-Blitz - zwar nur für Schnappschüsse verwendet werden, im Hellen ist sie jedoch richtig gut! Zudem ist es möglich, während der Aufnahme eines Filmes ein (Stand)-Bild zu machen.












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Benchmarks

Letztlich ist das Highlight und der eigentliche Kauf-, bzw. Entscheidungsgrund für das One X jedoch die Leistung. Ein Quad-Core-Prozessor gepaart mit einem Gigabyte an Arbeitsspeicher, da muss das Gerät doch rennen! Leider ist uns aufgefallen, dass bei der täglichen Nutzung (Homescreens, Musik, Mails und Apps) das System manchmal ruckelt und / oder einige Sekunden nicht mehr auf Eingaben reagiert. Zudem wird das Smartphone deutlich wärmer als andere. Doch theoretisch ...

Wir haben eine ganze Reihe an Benchmark-Tools verwendet, um eine möglichst hohe Vielseitigkeit zu bieten und eventuelle Mess-Probleme auszuschließen. Zuerst kam BenchmarkPi, welches sich auf einen Kern beschränkt, zum Einsatz.




Schon hier zeigt sich die Leistung des One X: es lässt sogar das Galaxy S2 ohne Probleme hinter sich. Als nächstes wurde Linpack verwendet, dass auch auf mehreren Kernen läuft. Hier rechnen die vier Kerne fast doppelt so schnell wie die zwei des S2.




Beim grafischen Benchmark macht sich bemerkbar, dass Nvidia eigentlich Grafikkarten herstellt: 48 FPS sind immer noch zwei mehr als das S2.













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Fazit

Das HTC One X ist leistungstechnisch ein absolutes Spitzen-Smartphone, es schlägt - zumindest augenblicklich - alle anderen auf dem Markt erhältlichen. Jedoch wird es, vermutlich aufgrund der Leistung sehr warm, sodass es schnell unangenehm werden kann, die obere Hälfte der Rückseite des Smartphones anzufassen. Das ist bei den aktuellen Temperaturen von ca. 20 Grad zwar kein Problem - doch die Sommer werden immer heißer, will man da wirklich noch ein so heißes Smartphone in der Hand halten?

Doch leider kann diese Rechenleistung vom neuen Android 4.0 "Ice Cream Sandwich" nicht genutzt werden: es kommt häufig zu Rucklern und kurzzeitigen Aussetzern. Wahrscheinlich ist dies ein Software-Fehler, der sich mit Updates (diese erscheinen fast wöchentlich) wohl fixen lassen sollte. Ansonsten ist das Betriebssystem in Verbindung mit der hauseigenen Oberfläche jedoch sehr performant und fühlt sich auch im direkten Vergleich mit dem Vorgänger deutlich praktischer und vor allem ästhetischer an.

Sollte man also ein leistungstechnisch starkes Smartphone suchen, dass sich zugleich auch noch gut bedienen lässt, kann man beim One X bedenkenlos zuschlagen, ist inzwischen der Preis auch um mehr als 50 € gefallen. Sollte die Oberfläche "Sense" jedoch nicht zusagen, lohnt sich das Warten auf das Galaxy S3, welches vermutlich auf einer Liga mit dem One X sein wird.



  • wahnsinnig gute Leistung
  • gute Qualität der Kamera im Hellen
  • sehr hochwertiges Polycarbonat-Gehäuse




  • Bedienung augenblicklich teilweise sehr ruckelig
  • BeatsAudio nur ein Audioprofil und somit nur die vergleichsweise schlechten HTC-Kopfhörer
  • glänzender Rand anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer
  • hohe Temperatur



    Links zum Produkt





  • Rasmus Kriest


    gedruckt am 20.06.2013 - 07:37
    http://www.tech-review.de/include.php?path=content/content.php&contentid=15046