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Fünf gegen Fermi: High End Luftkühler im Vergleich
19.05.2011 - 17:30








Sommer, Sonne, Sonnenschein, da wär ein neuer Kühler fein. Insbesondere, wenn Nvidia mit der neuen Produktpalette aka "Thermi" allen Grund dafür - und nebenbei ein paar Argumente pro Atomkraft gibt. Wir haben deshalb die Crème de la Crème der Luftkühler in unserer Redaktion versammelt und auf eine GTX480 Grafikkarte gezwungen. Schließlich gibt es keine andere GPU, die derartig viel Strom verspeist und damit Wärme erzeugt. Dabei spielte die offizielle Kompatibilität keinerlei Rolle - teure Kühler müssen viel leisten können! Entsprechend fanden neben den "üblichen Verdächtigen", d.h. dem Arctic Cooling Xtreme Plus, dem Thermalright Shaman und Zalman VF3000f auch der Scythe Setsugen 2 und Prolimatechs MK-13 Verwendung.



Wer nun gerade bei den letzten beiden Probanden auf ein dem Wetter gemäßes Grillfest hofft, liegt möglicherweise falsch. Denn nicht nur der Furmark, auch Metro 2033 durfte mit einer anspruchsvollen Spieleszene unserer Fermi-GPU einheizen. Welcher Kühler für welchen Einsatzzweck geeignet ist und ob "nicht kompatibel" tatsächlich auch so gemeint ist, haben wir auf den folgenden Seiten herausgefunden. Außerdem wollten wir einmal wissen, was DirectExhaust wirklich bringt: Schließlich wird in Internetforen immer vor dem Aufheizen des Gehäuses durch Alternativkühler gewarnt.

Danksagung

Wir bedanken uns bei Caseking und PC-Cooling.de für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung der Testmuster!












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Arctic Cooling Xtreme Plus

Arctic Cooling kennt sich mit Extremen aus. Zumeist mit "extrem günstig" bei gleichzeitig hoher Leistung. Die "Xtreme"-Serie setzt jedoch schlicht und schnörkellos auf maximale Leistung bei kleinstmöglichem Preis. Erfahrung mit hoher TDP ist dabei mehr als genug vorhanden. Die Produkte mit der stylischen Bezeichnung waren schon immer vorrangig für Karten mit der jeweils größten Abwärme vorgesehen: ATIs HD2900 etwa oder die Dual-GPU Monster 4870X2 und HD5970. Die Variante Plus bietet im Vergleich zu den in den letzten Monaten erschienenen Vorgängern im Prinzip nur eine einzige, aber dafür sehr sinnvolle Neuerung: Verkauft wird der Kühler selbst nur als Basismodell, nackt. Ohne alles. Passende Kühlkörper samt einer zu dem jeweiligen PCB passenden Halterung werden separat verkauft. Das soll für extreme Flexibilität und Variabilität sorgen, denn der "Plus" kann mittels eines günstigen VRM-Kits für etwa 5,- € auch auf künftigen GPUs thronen und dennoch Spannungswandler bestmöglich kühlen. Ob der 35 Euro teure Extremist eine Zukunft hat, durften wir herausfinden.



Die Verpackung gereicht dem Namen zur Ehre: Extrem eng, extrem spartanisch, extrem durchsichtig. Neben den generellen Rahmendaten in sage und schreibe neun Sprachen sind auf der Unterseite noch ein paar mehr Details gelistet. Ansonsten weisen kleine Schilder auf sechs Jahre Garantie und die - laut Hersteller - äußerst geringe Lautstärke von nur 0,5 Sone hin, einem der eigenen Atmung entsprechendem Geräuschniveau. Das VRM-Kit hingegen wird noch eine Nummer unscheinbarer geliefert. Modell Nummer 4 für die GeForce GTX480 kommt in einem knallengen braunen Karton. Im Inneren finden sich Kühlkörper für RAM und die Spannungswandler, die passende Montagehalterung und zwei Schrauben zum Befestigen selbiger. Außerdem gibt es eine Tube Wärmeleitkleber. Tatsächlich hat sich Arctic Cooling die Beschwerden über abfallende Kühlkörper wohl zu Herzen genommen - nun gehen sie nach einer Stunde Trockenzeit nie wieder ab. Xtreme! Für unser Roundup haben wir daher "altmodische", selbstklebende Kühlkörper verwendet, um die nicht ganz risikolose Demontage einzusparen. Der beigefügten Anleitung fehlt leider jeglicher Hinweis zu diesem Punkt.

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Durch den hautengen Plastikkarton des eigentlichen Kühlers passt nichts an Zubehör hinein. Ein Tütchen mit Schrauben zur Befestigung und eine vormontierte Standard-Halterung mit 5,4 mm Lochabstand sind die wichtigsten Beigaben. Zusätzlich darf man noch eine Slotblende ausbauen, was allerdings aufgrund des sehr weichen Materials nicht in funktionsfähigem Zustand möglich ist. Weiterhin liegt ein Adapter auf 4-Pin Molex und 12 bzw. 7 Volt Versorgungsspannung bei, wobei der Xtreme Plus eigentlich direkt an der jeweiligen Grafikkarte angeschlossen und über deren Lüftersteuerung geregelt wird. Die ebenfalls von Arctic Cooling stammende Wärmeleitpaste MX-4 ist bereits aufgetragen.

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Dominiert wird das Monster von den drei 92mm-PWM-Lüftern mit je elf Lüfterblättern, die in einer Plastikabdeckung fixiert sind. Ein Austausch ist also ohne Weiteres nicht möglich, wenngleich die Haube nur eingeklippst wurde. Ganz abwegig dürfte der Gedanke nicht für Jedermann sein, denn alle drei Lüfter liefen mit minimalen Nebengeräuschen. Die Stromversorgung dieser Arbeiter erfolgt im Normalfall direkt über den Anschluss auf der Grafikkarte. Deshalb setzt Arctic Cooling auf einen Mini-4- bzw. Mini-3-Pin-Stecker, sodass der Xtreme Plus mit jeder Grafikkarte, die über eine Lüftersteuerung verfügt, verbunden werden kann. Wie üblich in der Preisklasse sind die Heatpipes nicht nachbehandelt, sondern naturbelassen. Gleiches gilt für die Lamellen und deren Fixierung. Nasen zum gegenseitigen Abstützen fehlen völlig. Dennoch erweisen sie sich als ausreichend robust gegen Verformungen: Zum einen kommt man selten in direkten Kontakt mit ihnen, da bei der Montage die Verkleidung "zum Greifen nah ist", zum anderen weil die fünf auf ganzer Kühlerlänge durchgängigen Heatpipes keine großen Flächen unfixiert lassen.

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Ohne die lediglich mit Plastikhaken befestigte Haube sieht der Xtreme Plus deutlich unspektakulärer, um nicht zu sagen "unscheinbarer" aus. Als einzige Auffälligkeit bleibt ein parallel zu den Heatpipes ausgerichtetes Lamellensegment. Die Verarbeitung ist - mit der Lupe betrachtet - nicht perfekt. Das wird nach der Montage aber keinem User je auffallen.


Technische Daten



Kompatibilität:

nVIDIA:
GeForce 9800GTX(+), GTS250, GTX260, GTX275, GTX280, GTX285, GTX460, GTX 560 Ti, GTX470, GTX480

AMD: Radeon HD3850, 3870, 4830, 4850, 4870, 4890, 5850, 5870, 6870, 6950, 6970

Anmerkung: Die Kompatibilität ist ggf. abhängig vom gewählten VRM-Kit und namentlich der darin enthaltenen Halterung.


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Arctic Cooling Xtreme Plus II

Bei der Montage gilt: Zunächst die Halterung wechseln. Das ist dank zweier Schrauben ein kurzes und aufgrund der fixierenden Ecken ein schnelles Vergnügen. Verwirrend ist lediglich, dass dem VRM-Kit ebenfalls Schrauben mit den selben Abmaßen beiliegen, die man der Standardhalterung ebenso entnehmen könnte. Zudem müssen die beigelegten Kühlkörper für die Spannungswandler angebracht werden. Dies ist nicht arbeits-, wohl aber zeitaufwendig, denn der Wärmeleitkleber braucht eine gute Stunde zum Trocknen.

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Anschließend wird der Kühler einfach aufgesetzt und mit vier Schrauben samt Unterlegscheiben fix befestigt. Hilfreich ist zudem, dass das Gewinde der Halterung bis auf das PCB reicht, was das Ansetzen und die Positionsfindung enorm vereinfacht. Zwischen PCB und Kühler bleiben gute anderthalb Zentimeter Raum.

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Als einziger Kühler des Testfeldes ist der Xtreme Plus tatsächlich 2,8 cm länger und etwa einen Zentimeter höher als das PCB der GTX480. Eine durchaus reife Leistung. Trotz der nun definitiv vorhandenen Überlänge passt die Karte samt Kühler noch problemlos in unseren PC60FN Midi-Tower von Lian Li - allerdings nur knapp. Dennoch besteht kein Grund zur Sorge. Sollte der PCIe-Slot höher angeordnet sein, liegen die Enden der Heatpipes im 5,25"-Schacht anstatt knapp darunter. Zu einer Kollision kann es also nicht kommen. Der Platzverbrauch ist mit drei Slots realistisch, was den Betrieb in einem Multi-GPU Setup erleichert bzw. gerade erst möglich macht.

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Thermalright Shaman & VRM-G2

Thermalright ist eines der Urgesteine im High-End-Bereich. Trotzdem wurden die GPU-Kühler durch leistungsstärkere Konkurrenz an den Rand des Geschehens gedrängt. Das Werk böser Geister? Der Shaman soll sie offenkundig vertreiben. Um nicht mystischen Wankelmütigkeiten ausgesetzt zu werden, hat Thermalright an nichts gespart: Ein 140mm-Lüfter, acht Heatpipes und Kompatibilität zu nahezu allen erhältlichen Grafikkarten sind keine Ansage, sondern ein wütender 58,- € teurer Kampfschrei! Sollte das nicht reichen, besteht immer noch die Möglichkeit, einen Kühler aus der VRM-Serie - in unserem Falle den VRM-G2 - zur Unterstützung heranzuziehen. Zwei Heatpipes und ein optionaler 80mm-Lüfter versorgen für 24,- € recht brachial die Spannungswandler. Ob das ausreicht und ob der VRM-Kühler überhaupt Auswirkungen auf irgendetwas hat, konnten wir in diversen Seancen in Erfahrung bringen.



Corporate Identity und Understatement: Obwohl die Papp-braunen Thermalright-Kartons für den flüchtigen Beobachter alles enthalten können, vermag der Kenner aufgrund des schwarzen Herstellerlogos auf den hochwertigen Inhalt zu schließen -oder natürlich wegen der kleinen Produktbezeichnung, die dezent auf den Seitenflächen platziert ist. Die übliche Zurschaustellung diverser Produkteigenschaften unterbleibt völlig.

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Auch die Polsterung, weißer Schaumstoff, begrüßt den Tester in typischer Thermalright-Manier. Neben einer exzellenten, weil einsprachigen englischen Bedienungsanleitung mit großen, übersichtlichen Bildern liegt ein hauseigener TY-140-Lüfter mit PWM-Steuerung samt Montageklammern bei. Außerdem darf man sich über ein kleines Tütchen mit Kühlkörperchen freuen - gerade genug für eine Karte samt Spannungswandlern. Dafür waren die Klebeeigenschaften die Besten im gesamten Testfeld. Das Montagematerial ist leider streng abgezählt und passt genau, sodass besser kein Teil verloren gehen sollte. Lediglich die Gummistreifen, die den Lüfter einigermaßen vom Kühler entkoppeln sollen, sind doppelt vorhanden.

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Das Gleiche gilt im Prinzip für den VRM-G2: gute Anleitung, Montagematerial ohne Ersatz, kein Lüfter und zwei Klammern für ein 80mm-Modell. Die Wärmeleitpads sind für eine etwaige Remontage immerhin doppelt im Karton und auch die evasiven Unterlegscheiben haben eine Sicherheitsreserve. Leider ist keine der Tüten wieder zu verschließen. Nicht benötigte Teile können also nach dem ersten Auspacken nicht mehr sicher verstaut werden.

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Wie bei einem der teuersten VGA-Kühler überhaupt zu erwarten, darf die Verarbeitung als tadellos bezeichnet werden. Sowohl die Bodenplatte aus Kupfer als auch die Heatpipes und die Aluminiumlamellen sind vernickelt worden. Letztere sind natürlich wieder gegen unerwünschtes Verbiegen gesichert, sodass auch grobere Naturen frohgemut an den Einbau herangehen dürfen. Die auf den Bildern zu betrachtende Biegung des Kühlers, d.h. dessen Neigung zum Boden hin ist kein Fehler in der Verarbeitung, sondern sorgt für optische Parallelität erst in eingebautem Zustand.

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Die am Boden zusammengeführten Heatpipes sehen martialisch aus und stehen dichter zusammen als die pubertierenden Kleinwagenfahrer an der Kinokasse zu "Fast and Furious 5". Ist das bei den Lamellen eher unbedeutend, tauchen bei der Bodenplatte Schwierigkeiten auf, denn die Wärmeleiter sind nicht über-, sondern nebeneinander platziert. Das erzeugt eine große Oberfläche, die für maximale Leistung auch von einer großen GPU erwärmt werden muss. Gut für Fermi, nicht ganz so optimal für kleinere Karten. Die dann natürlich auch weniger Abwärme produzieren - trotzdem ist Hubraum ab einem gewissen Punkt eben doch zu ersetzen. Die Halterung des Shaman ist lobenswerterweise verschraubt und damit austauschbar, obwohl die mitgelieferte Version zu allen momentan gängigen GPUs passt. Somit dürfte auch dieser Kühler, etwas Produktpflege vorausgesetzt, ein langlebiger Geselle sein.

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Ein relatives Novum erlebt der Kunde beim Lüfter. Zunächst einmal ist das Vorhandensein eines solchen an sich für Thermalright eher neu. Denn in der Regel wurden Kühler, nicht Bundles verkauft. Zeiten ändern dich und Thermalright. Natürlich liegt ein hauseigenes Modell bei, der TY-140. Da bei gewissen Herstellern nichts Standard ist, gibt sich auch dieses Modell mit einem Lochabstand von 120 mm und einer Rahmenbreite von 26,5 Milimetern eher eigenständig. Das von uns getestete Exemplar war unterhalb von 1000 Umdrehungen ausnehmend schweigsam, mutierte darüber aber zum Dampfplauderer und neigte zum Klackern. Auch die Farbgebung ist eher eigenwillig geraten. Beige-Grau hat aber immerhin einen hohen Wiedererkennungswert! Der Sleeve am Kabel ist von guter Qualität und absolut blickdicht. Zudem ist er ordentlich verarbeitet, d.h. vor der Fixierung mit Schrumpfschlauch straff gezogen worden.

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Der VRM-G2 steht hinsichtlich seiner Verarbeitungsqualität in nichts nach. Sauber gearbeitet, komplett vernickelt - für 22,- €; darf man das auch erwarten. Schließlich hält sich der Materialaufwand im Vergleich mit VGA-Kühlern in Grenzen. Trotzdem werden die Spannungswandler üppig versorgt. Neben jeder Menge Oberfläche zum Abgeben der enormen Wärme setzt Thermalright auch auf ein mit zwei Heatpipes verbundenes Kühlelement, an das bei Bedarf sogar noch ein optionaler 80 mm Lüfter geklemmt werden kann.

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Die Lamellen sind in viele kleine Segmente unterteilt und nicht durchgehend. Die "Löcher" sollen die Luftzirkulation im (semi-)passiven Betrieb verbessern. So oder so ist das Ergebnis ausgesprochen solide.


Technische Daten



Kompatibilität:

nVIDIA:
8800 GTX & Ultra, 9800GTX(+), GTS250, GTX260, GTX275, GTX280, GTX285, GTX460, GTX470, GTX480, GTX570, GTX580

AMD: Radeon HD3850, 3870, 4830, 4850, 4870, 4890, 5850, 5870, 6950, 6970

Anmerkung: Die Kompatibiltät zur GTX460 schließt aufgrund sehr ähnlicher PCBs und identischer Lochabstände idR. die 560 mit ein. Der VRM-G2 ist ausschließlich zur GTX480 kompatibel.

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Thermalright Shaman & VRM-G2 II

Die Montage geht absolut einfach von der Hand, zumal sie ohne jegliches Werkzeug auskommt. Nur das Eindrehen der Gewindeschrauben in die Halterung des Shaman ist etwas mühsam, da nicht alle Gewinde ganz sauber geschnitten wurden. Manche sind leichtgängig, manche erfordern Kraft beim Zusammenbau. Anschließend wird die Karte einfach auf den Kühler gelegt. Nun können Abstandshalter aus Gummi, die Backplate und Unterlegscheiben aufgefädelt werden - bis schließlich die Fixierung per Rändelmuttern erfolgt. Einen Anschlag gibt es nicht. Thermalright sieht "handfest" als Limit vor.

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Die Lüfterklammern sind sowohl für 120mm- als auch 140mm-Exemplare ausgelegt, womit das elendige Hantieren mit verschiedenen Größen ein Ende hat. Eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber enorm komfortabel in ihren praktischen Auswirkungen.

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Entsprechend seiner durch den 140mm-Lüfter bedingten Breite ragt der Shaman satte fünf Zentimeter über das PCB. Für Bauteile sind knapp 1,6 cm Luft.

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Der VRM-G2 wird wie der große Bruder ebenfalls komplett werkzeuglos, nur mit noch mehr Unterlegscheiben montiert. Dazu steckt man die Backplate durch die Bohrungen des Nvidia-Kühlers und setzt das Kühlmodul auf. Laut Anleitung sollen dazu die Wärmeleitpads zuerst am G2 angebracht werden, bevor dieser auf die Karte gestülpt wird. Da die Pads über keinerlei Klebeeigenschaften verfügen ein aussichtsloses Unterfangen. Wir haben die flutschigen Viecher daher direkt auf die VRMs gelegt. Ein Nachteil offenbart sich nach vollendeter Montage: Die Befestigung erfolgt wieder mit den bereits bekannten Rändelmuttern - nur leider auf der Vorderseite der Karte. Das bedeutet, dass die Höhe dieser Helferlein auf die des G2 geschlagen wird - unnötig und unnütz, denn auf der Rückseite ist ohnehin genug Platz. So entsteht eine Höhe von gut zwei statt anderthalb Zentimetern, was die Kompatibilität zu den meisten Kühlern am Markt ohne Modifikationen unterbindet.

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Hat der Shaman nicht nur 1,6 Zentimeter Luft zum PCB? Genau, hat er. Da laut Thermalright alle hauseigenen Kühler und Zusatzkühler untereinander und zueinander kompatibel sind, haben wir sie dennoch zusammen montiert. Passt, wackelt und hat Luft? Naja, nein, nein. Ein bisschen aufliegen tut der Shaman schon, dafür wackelt er nicht und Luft bleibt auch keine mehr. Diese Montagevariante bleibt umso unverständlicher, als das die anderen Modelle der VRM-Serie "richtig" verschraubt werden, d.h. über die Rückseite der Grafikkarte, was die Kompatibilität durch den halben Zentimeter gesparter Höhe um einiges steigert.

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Obwohl der Shaman dank seines satten Gewichtes von 674 Gramm mit Lüfter Bestwerte setzt, kann der VRM-G2 noch einmal weitere 183g an das PCB hängen - ohne den optionalen Lüfter. Mit dürfte man sich recht nahe bei einem runden Kilo aufhalten. Nicht gerade ein Pappenstil, denn auch ohne Zusätze biegt sich die GTX480 recht ordentlich. Nun zeigt sich auch der Sinn eines zum PCB gebogenen Kühlers: Montiert sitzt der Shaman absolut parallel zum Gehäuseboden, optisch nett anzuschauen. Der VRM-G2 ist bezüglich des Luftstroms optimal für Top-Blow-Kühler gebaut, die diesen aktiv mitbelüften. Kompatibilitätsprobleme mit Arbeitsspeicher und dessen Heatspreadern sind nicht zu befürchten, da der G2 auf der Linie des PCBs verbleibt.

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Zalman VF3000f

Eigentlich assoziiert man Zalman schon lange nicht mehr mit dem High-End Segment. Mit dem VF3000 soll sich dies aber wieder ändern. Grundlage dafür sind zwei grün beleuchtete 92mm-Lüfter, ein Drei-Slot-Kühlkörper und fünf Heatpipes. Obwohl die Baureihe universell einsetzbar ist, sind es die einzelnen Kühler nicht: Zalman passt jedes Modell an eine Chipserie an. Daraus resultiert eine fest montierte Halterung und damit eine begrenzte Anzahl an Lochabständen sowie spezialisiertes Zubehör. So soll sichergestellt werden, dass der Kühler optimal auf die jeweilige GPU und vor allem die Bauteile des PCBs zugeschnitten ist. Für AMD-Grafikkarten liegen die bekannten, selbstklebenden Kühlkörper bei, für Nvidia-Grafikkarten eine verschraubbare Bodenplatte. Je nach Plattform reichen die Preise von 30 bis zu dem von uns getesteten Modell für 50,- € mit dem Suffix "f", welches ausschließlich auf die GTX480 passt. Die Lochabstände des Kühlers lassen zwar auch eine Montage auf anderen GeForce-Grafikkarten zu, die Bodenplatte aber nicht.




Geliefert wird das Modell in einem stilsicher gestalteten Karton: Grau, schwarz und neongelb waren schon in den 70ern der Kracher. Der Tragegriff ist sogar aus Stoff - wow! Auf der Rückseite darf man noch die üblichen Lobhudeleien lesen: Ultra quiet, super Leistung und die Bauteile auf der Karte sollen auch gut versorgt werden.

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Im Lieferumfang befindet sich für Zalman nichts Ungewöhnliches. Neben vielerlei Montagematerial wie (Rändel-)Schrauben, Federn und diversen Unterlegscheiben aus Gummi und Plastik findet man auch eine große Tube Wärmeleitpaste (STG2) und die obligatorische FanMate-Lüftersteuerung. Diese soll leider außerhalb des Gehäuses montiert, d.h. verklebt werden. Funktional, aber nicht elegant. Sämtliches Montagematerial ist großzügig dimensioniert, d.h. mit Ersatz versehen.

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Im Bezug auf das bissige Design kann sich Zalman von der Konkurrenz abheben. Neben dem Logo des Herstellers und zwei stilisierten Flügeln richtet die grüne Haube vor allem den Luftstrom in Richtung der Lamellen. Die Aufschrift "Dual Turbine VGA Cooler" klingt für unsere Ohren, aber eher wie eine Drohung, nicht wie eine Kampfansage. Die fünf Heatpipes sind nicht durchgängig, sondern in Bereiche aufgeteilt. Rechnet man in Wärmeröhren pro Lamellenfläche landet der Zalman lediglich bei 2,6 der kleinen Helferlein! Etwas ärgerlich ist die nicht auszuwechselnde Halterung. Man kann seinen VF3000 nicht durch ein VRM-Kit wie bei Arctic Cooling auf eine neue Karte übernehmen. Für gute 50,- € dürfte man solche "Annehmlichkeiten" aber durchaus erwarten! Das gilt allerdings nur für das getestete Modell, die anderen beiden Varianten sind gute 20,- € günstiger. Auch andere optische Gadgets sind nicht vorhanden. Heatpipes, deren Enden und die Bodenplatte sind naturbelassen, also kupferfarben.

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Die Lamellen sind ebenfalls von den Segnungen des High-End Segmentes ausgeschlossen. Da sie nicht miteinander verbunden wurden, sind sie, sofern nicht durch die Nähe zur Verkleidung gestützt, "flexibel positionierbar". Zum Glück ist genug Materialstärke vorhanden, um solcherlei nicht leichtfertig eintreten zu lassen. Ein größeres Problem kann ohnehin nicht daraus werden, da man nie gezwungen ist, den VF3000 an den Lamellen zu berühren. Deren Abstand beträgt nur 1,8 Millimeter - was leider größere Effizienz bei höheren Drehzahlen nahe legt. Ein Austausch, der mit nur anderthalb Zentimeter sehr flach bauenden Lüfter, erweist sich nur mit Kabelbindern als gangbar. Deren Qualität scheint etwas zu schwanken, denn eines der beiden Exemplare machte sich mit einem leicht schleifenden Lager bemerkbar. Das andere war frei von Fehlern. Mit Strom werden beide Lüfter zusammen über ein einzelnes Kabel mit 3-Pin-Anschluss versorgt. Da eine Lüftersteuerung beiliegt, ist das kein Nachteil.

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Technische Daten



Kompatibilität:

nVIDIA:
GeForce GTX465, GTX470, GTX480 Serie

Anmerkung: Für die GTX4650 und 470 ist eine spezielle Version mit anderer Bodenplatte erhältlich. Der "f"-Kühler passt zwar auf alle genannten Karten, die Bodenplatte jedoch nicht! Unsere kann ausschließlich auf die GTX480 montiert werden.


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Zalman VF3000f II

Die Montage ist aufgrund der vielen Einzelkomponenten nicht so sehr fummelig als vielmehr langwierig geraten. Auf der Rückseite der Karte werden schwarze Plastikringe - wohl zum Schutz des PCBs vor den Spannfedern - verklebt. Die Bodenplatte muss mit Abstandshaltern bestückt werden, die zum Glück ebenfalls von selbst haften. Und schließlich sind alle Bauteile unter selbiger mit Wärmeleitpaste zu bedecken. Dosierung und Verteilung sind schon beim Einbau nicht ohne und ergeben bei der Demontage eine saftige Sauerei. Während die Montage des Kühlers völlig ohne Werkzeug möglich ist, braucht man für die Bodenplatte einen Schraubendreher.

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Ist der schwarze Riesenkühlkörper erst sicher verschraubt, kommt der VF3000 an die Reihe. Leider hat Zalman die Federn hier nicht mit den Rändelmuttern verbunden, weshalb man in der Regel mehrere Versuche braucht, bis alles richtig sitzt.

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Erst auf der Karte thronend fallen im Angesicht mit Monster-Fermi die "kompakten" Abmaße wirklich ins Auge. Zalmans Kühler ist kürzer als das PCB der GTX480 und genauso hoch, duckt sich also hinter der Platine.

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Im Gehäuse nimmt der VF3000f genau zwei zusätzliche Slots in Beschlag, verbraucht also mit der Grafikkarte zusammen deren drei. Die grünen LEDs halten sich selbst in voller Fahrt eher zurück. Durch das recht geringe Gewicht von 430 Gramm und der Bodenplatte, die das PCB stabilisiert, biegt sich die GTX480 kaum durch.









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Prolimatech MK-13

Seit dem furiosen Einstand des Megahalems hat sich Prolimatech auf dem Kühlermarkt etabliert und mit dem Genesis erst jüngst innovativ Maßstäbe gesetzt. Auch GPUs möchte man schockfrosten. Mittel der Wahl ist der MK-13, ein wahres Multi-Plattformmonster. Insgesamt fünf Slots benötigt Frankenstein, auch dank der Lüfter, die nicht am Kühler selbst, sondern an einer separaten Schiene verschraubt werden. Zumindest ein Rekord ist dem Monster also sicher. Preislich ist das Gerät immerhin schon bei 43,- € angelangt - ohne Lüfter, wohlgemerkt. Trotz des Materialaufwands will die GTX480 die theoretische Überlegenheit des MK-13 offiziell nicht anerkennen. Ein Problem, das die NATO derzeit in ihrem Umgang mit einem lybischen Regenten nur allzu gut kennt. Die Freigabe für das Single-Chip-Monster gilt nur mit zwei Lüftern deren Drehzahl mindestens bei 1500 Rpm liegt. Ob die Bodentruppen Fermi tatsächlich in Schach halten können?



Der knapp bemessene Karton in den Corporate-Farben ist von der geschwätzigeren Sorte: Neben einer Skizze des Produktes sind die Spezifikationen und die Features mit hilfreichen Bildern illustriert zusammen mit der Kompatibilitätsliste auf seine Hülle gedruckt. Im Inneren darf der von Thermalright bekannte Schaumstoff den Kühler polstern. Das wundert weniger, wurde Prolimatech doch von ehemaligen Thermalright-Angestellten gegründet. Die beiden Lüfter stammen von Xigmatek und hören auf den akustisch wohlfeilen Namen XLF-F1254 - das von uns getestete Bundle entspricht im Prinzip der bei Caseking erhältlichen "Overclocker-Edition" des MK-13, die auf hohe Kühlleistung ausgelegt ist. Der Unterschied liegt nur in der Ausführung der beiden Luftschaufler: Statt orangefarbener Lüfterblätter gibt's ein durchsichtiges Grau und weiße LEDs.

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Neben dem Kühler enthält die Packung eine große Tube Wärmeleitpaste (vermutlich PK-1) jede Menge Schrauben zur Montage, Kabelbinder, Kühlkörper aller Größen, einen speziellen VRM-Kühler für AMDs-HD58X0-Serie und die Halterung für die Lüfter. Die Tüten sind leider wie schon bei Thermalright nicht wieder verschließbar. Nicht jede Schraube ist in einer Überdosis, d.h. mit "Spare-Part" vorhanden - einige Arten sind abgezählt, die eigentlichen Montageschrauben, die durch die Backplate gejagt werden, haben hingegen eine Sicherheitsreserve. Nicht ohne Grund! Andererseits kann man mit Bordmitteln alle Einsatzbedingungen abdecken und mit Hilfe der Kabelbinder und dem gesamten Schraubenmaterial bis zu vier (!) Lüfter verwenden.

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Vom Aufbau her bietet der MK-13 klassisches und ähnelt hierin frappierend dem Thermalright T-Rad² ;. Lang und hoch, aber nicht breit, denn der Prolimatech steht nur minimal über das PCB. Die Verarbeitung bietet keinerlei Grund zur Kritik. Miteinander verschränkte Lamellen, vernickelte Heatpipes, Hochglanzfinish: So sieht Luxus aus. Neben weiteren Kühlrippen auf der Bodenplatte finden sich dort außerdem zwei Gummipuffer. Warum? So kann der Kühler nicht in Richtung des PCBs gebogen werden und behält konstant den selben Abstand bei.

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Rätsel geben die Einschnitte in den Lamellen auf. Eigentlich kennt man sie von Kühlern, die auf Lüfterklammern setzen. Ob die Befestigung kleinerer Exemplare direkt am MK-13 möglich wäre? Welche Klammern benötigt würden, bleibt unklar. Allerdings kämen ohnehin nur Modelle mit 92mm Durchmesser in Frage, was durch den Verzicht auf die Schienenlösung allenfalls Platz-, aber keinerlei Leistungsgewinn bringen würde.

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Technische Daten



Kompatibilität:

nVIDIA:
GeForce 7800GT(X), 7900GS & GT(X), 8800GT(S) (G92), 8800 GTX & Ultra, 9600GT, 9800GT, 9800GTX(+), GTS250, GTX260, GTX275, GTX280, GTX285, GTX460, GTX470, GTX570, GTX580

AMD: Radeon HD3850, 3870, 4830, 4850, 4870, 4890, 5850, 5870, 6950, 6970

Anmerkung: Für die GTX460 wird ein optionales Mounting-Kit für weitere ~5 € benötigt.


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Prolimatech MK-13 II

Die Montage gestaltet sich angenehm unspektakulär. Lediglich die richtige Halterung muss montiert werden - dank Haltenasen ist selbst das Ansetzen der Schrauben ein Kinderspiel, wonach der Kühler einfach durch die Backplate angeschraubt wird. Das Eindrehen kann dank Thumbscrews per Hand erfolgen. Für das Festziehen wird allerdings Werkzeug benötigt. Trotz des Anschlages ist jedoch Vorsicht geboten! Ohne auf spürbaren Widerstand zu stoßen, riss uns beim Festziehen eine Schraube ab. Das solide Gewinde hielt Stand - dank des beigefügten Ersatzes ließ sich das wiederborstige Gerät dennoch befestigen. Auf Unterlegscheiben, Distanzstücke oder ähnliches Beiwerk wird verzichtet.

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Die hier eingesparte Arbeitszeit geht dafür beim Anbau der Lüfterhalterung verloren. Die ansonsten eher einfache Montage wird unversehens etwas aufwendiger: Erst das Slotblendenmodul befestigen, dann mit einer durchaus sinnvollen Backplate sichern und schließlich die eigentliche Schiene mit angebrachten Lüftern hinzufügen. Die Weisheit der Schiene wird jedoch durch die fehlende Weisheit bezüglich ihrer Umsetzung konterkariert. Will man zwei Lüfter mit 120 Millimeter Durchmesser unterhalb der Karte anbringen, also die optimale Bestückung mit der optimale Position verbinden, wird der zweite Fächler aufgrund der eher kurzen Schiene mit nur einer Schraube gesichert. Das führt direkt zu dessen Abknicken. Sieht nicht nur schief aus, sondern ist auch so. Selbst unter Zuhilfenahme der beigelegten Kabelbinder ist eine waagerechte Montage nicht möglich. Trotzdem ist sicherer Halt gewährleistet, auch wenn das Ergebnis nicht ganz edel aussehen mag.

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Bezüglich seiner Masse bewegt sich der MK-13 im Mittelfeld. 515 g ohne Lüfter sind nicht wenig - zum Glück werden die Rotoren separat befestigt, ziehen also nicht zusätzlich am PCB.

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Im Gehäuse zeigt sich die Weisheit des zum PCB geneigten Thermalright Shaman. Der MK-13 ist exakt parallel ausgerichtet, nicht zuletzt dank der Abstandshalter. Durch die Neigung der Karte neigt auch er sich und verbraucht etwas mehr Platz als ohnehin schon. Fünf ganze Slots nimmt der MK-13 in Beschlag - wenn man die Lüfter unterhalb montiert. Dank der Schiene hat man die Qual der Wahl: Fixiert man sie oberhalb des Kühlers, d.h. im 90-Grad Winkel zu diesem, bleibt genug Raum für SLI mit zwei MK-13. Ein weiterer Slot geht aufgrund der Bauhöhe der Backplate und Schrauben verloren. Es sei denn, es stehen auf der Erweiterungskarte in diesem Bereich keine Bauteile wie Kondensatoren im Weg. 5+1 Slots also - da der erste Steckplatz in der Regel ein PCIe-x1-Modell ist, wird effektiv das gesamte Mainboard überbaut. Wohl dem, der keine Sound-, TV- oder sonstige Karte benötigt.

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Viel Platz, viel Raum: Der hohe Verbrauch bleibt nicht ungenutzt. Wären die Lüfter direkt am MK-13 befestigt und dieser noch etwas dichter am PCB, würde man locker einen weiteren Slot gewinnen. Wie die Dinge liegen, muss man sich mit den Vorteilen der gewählten Methode zufrieden geben. Einmal wird das PCB merklich entlastet, weil das Gewicht der Lüfter fehlt. Und zum anderen passt zwischen Platine und Kühlerunterkante ein halber Kleinbus. Hohe Bauteile oder gar hohe Kühler? 22 Millimeter überspringt kaum ein Hindernis. Damit ist der MK-13 der einzige Kühler im Testfeld, der voll kompatibel zum VRM-G2 von Thermalright ist. Der Shaman passt zwar rein technisch, stößt aber auch schon an den Rändelschrauben des "SpaWa-Monsters" auf.

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Scythe Setsugen 2 I

Scythe möchte mit der Setsugen-Serie einen kompakten und zugleich leistungsstarken Kühler anbieten. Obwohl gute Kühlung aus Japan dieser Tage etwas ironisch klingen mag, sieht Modell zwei dieser Baureihe vielversprechend aus. Allein der Platzbedarf ist nicht höher als bei den Referenzkühlern von AMD und Nvidia: Zwei Slots inklusive PCB. Dazu kommen vier Heatpipes und ein 120mm-Slipstream-Slim Lüfter mit Steuerung an einem Slotblenden-Potentiometer. Einen Schönheitsfehler hat der Proband jedoch: Er verfügt über keine Freigabe für unsere GTX480! Offiziell endet die Kompatibilität bei der GTX470. Was passiert, wenn man solcherlei Warnungen ignoriert, zeigen wir in unseren Benchmarks. Keine Angst: Es ist trotz des günstigen Preises von nur 36,- € alles unter Kontrolle - auch das kommt Japan-Beobachtern leise bekannt vor...



Obwohl die Verpackung durch ihre knallenge, quietschbunte Overkill-Bedruckung mit allerlei fremdartigen Schriftzeichen das Nervensystem kurzzeitig überlädt, steckt außerdem jede Menge im Inneren. Neben dem Kühler sowie dem montierten Lüfter mit Slotblenden-Steuerung finden sich zunächst zwei Beipackzettel, die Aufschluss über mögliche Nebenwirkungen der Kühlermontage geben. Neben einer ausführlichen aber leider unübersichtlichen Installationsanleitung wird außerdem die Nutzung der beigelegten Kühlkörper auf verschiedensten Karten gezeigt. Von der uralten 7900GT bis zur GTX470 und HD5870 sind alle relevanten und kompatiblen Modelle im Referenzdesign abgebildet. Erstklassig, weil gerade für Laien hilfreich. Diese wissen oftmals nicht, welche Bauteile zu kühlen sind. Zusätzlich fällt noch eine große Tüte Kühlkörperchen aller Größen und Höhen aus dem Karton. Somit lässt sich quasi jede Karte an jeder Stelle bekleben. Die Klebestreifen hier sind von guter Qualität und funktionieren ihrer Bezeichnung entsprechend auch ohne Zaubersprüche.

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Yeah: Japan-Zeichen! Hä?


Zusätzlich enthalten sind außerdem noch ein HSI und ein NVIO2 Kühler für Nvidias GeForce 8800GTX bzw. GTX 470, sowie ein verschraubbarer Kühler für die Spannungswandler der HD58X0 von AMD. Letzterer ist leider etwas sparsam ausgeführt. Wie immer bei Scythe liegt noch ein Kupferspacer im Karton - falls die GPU tiefer liegt als der Metallring um sie herum, kann so der Kontakt zum Kühler sichergestellt werden. Das geht allerdings auf Kosten der Leistung durch die zusätzliche Schicht Kupfer und Wärmleitpaste.

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Der Setsugen 2 selbst zeigt sich von Scythe und der Preisklasse gewohnt gut verarbeitet. Die vier Heatpipes sind zwar nicht vernickelt, aber die Optik hat in der Regel keinen Einfluss auf die Leistung - ein getunter Polo sieht zwar böse aus, mit 45 PS bleibt er aber trotzdem hinter Peters Mofa hängen.
Im Vergleich zum Vorgänger ist der Kühler um 45° gedreht worden - die Wärmeleiter zeigen nunmehr zum Heck der Karte wie es High-End Geräte seit langem vormachen. Außerdem ist der Lüfter wieder gut zugänglich über die Lamellen gewandert, was seinen Austausch erleichtert. Ein Exemplar mit 25 statt zwölf Millimeter Höhe muss allerdings mit Kabelbindern oder anderen Lüfterklammern befestigt werden. Die Lamellen selbst haben einen recht engen Abstand von nur 1,6 mm, was Stärken bei mittleren und hohen Drehzahlen nahelegt. So lässt sich mehr Oberfläche zur Wärmeabgabe auf einem engen Raum unterbringen, wobei allerdings die Luft mit Druck in die Zwischenräume "gepresst" werden muss. Da der Setsugen 2 sehr flach und kompakt gebaut ist, bleibt auch nur diese Methode übrig, um gute Leistung zu erzielen. Ebenfalls ein Zeichen der Mittelklasse: Die Lamellen sind nicht mit Haltenasen gegen Verbiegen gesichert. Normalerweise sorgt so selbst ein nicht übermäßig vorsichtiger Einbau für leichte Verformungen, wobei hier die Heatpipes noch stabilisierend gegenwirken. Obwohl der Kühler recht kurz baut, liegt für sehr kurze PCBs ein 8-Pin PCIe Verlängerungskabel bei.

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Der Lüfter selbst hätte eigentlich für Freudenlaute sorgen müssen, schließlich sind dieselben Exemplare auf dem Musashi mit 100mm Durchmesser durch ihr gutes Lager aufgefallen. Leider fällt der Apfel weit vom Stamm: Dieses Lager schleift etwas. Der angegebene Luftdurchsatz hingegen ist dank der typischen Slipstream-Rotoranordnung und der hohen Drehzahl gut. Somit sollte durch den flachen Lüfter nicht allzu viel Leistung verloren gehen. Lärmbewusste Personen können dank des mitgelieferten Drehreglers ohnehin ihre persönliche Schmerzgrenze ermitteln.

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Technische Daten



Kompatibilität:
nVIDIA: Geforce Fx5900 /6600 /6800 /7300 /7600 /7800 / 7900 /8500 /8600 /8800GTS (G92) /8800 GT (G92) 8800 (G80) /9600 GT /9600 GSO /9800 GT /9800 GTX /9800 GTX+ /GTS 250 /GTX 260 /GTX 275 /GTX 280 /GTX 285 /GTX 460 /GTX 465 /GTX 470

ATI: 9***, X***, X1300, X1600, X1650, X1800, X1900, X1950, HD 2600, HD 2900XT, HD 3650, HD 3850, HD 3870, HD 4770, HD 4830, HD 4850, HD 4870, HD 4890, HD 5750, HD 5770, HD 5830, HD 5850, HD 5870, HD 6950, HD 6970 (Bemerkung: Kühlkörper kompatibel mit HD 6850/6870, VRM Heatsink nicht vorhanden)


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Scythe Setsugen 2 II

Nachdem der Musashi mit einer kinderleichten Montage glänzte, hat Scythe diesen Punkt ebenfalls "verbessert" und eine echte motorische Herausforderung geschaffen. Der Spaß beginnt mit der praktischen U.M.C.P. (Universal Multi-Platform Compatibility Plate), die für die ellenlange Kompatibilitätsliste sorgt. Deren Lochbelegung ist erst auf der zweiten Anleitung enthalten, was sie auf einem Stück Papier platziert, das über die Bestückung verschiedener Layouts mit den beigelegten Kühlkörpern Aufschluss gibt. Die eigentliche Einbauanleitung hält sich weder mit derlei unnützen Informationen noch mit einem kleinen Hinweis darauf auf. Während also der User noch rätselt, welche der vielen Nummern und Ziffern zwischen 1-4 und A/B 1-3 nun die Richtige für seine Grafikkarte ist, muss wohl irgendwo ein Mensch ziemlich laut lachen. Die wirre Verteilung von Hinweisen auf zwei Stücke Papier ohne jeglichen Bezug zur Montageanleitung und -reihenfolge hätte man besser lösen können und müssen.

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A,B, what the hell?


Dieser Punkt mag nun nicht jeden betreffen, aber auch das ist nicht weiter schlimm. Denn nach Auswahl der richtigen Halterung müssen noch die richtigen Löcher getroffen werden, wobei man irgendwie durch die Mountingholes auf die Beschriftung späht. Schließlich hat sich Scythe die am Kühler zu verschraubenden Gewinde samt Rändelschrauben gespart. Nun wird der Kühler nicht mehr mit Gewinde einfach aufgesetzt, sondern durch die Backplate befestigt. Das bringt natürlich Platzgewinn: Der Slot oberhalb der Grafikkarte wird nun auf keinen Fall blockiert. Allerdings liegt die Backplate immer noch an nur einem Gummipunkt auf. Der Versuch, den durch Wärmeleitpaste glitschig gewordenen Kühler auf der GPU zu fixieren und gleichzeitig eine Schraube durch die Wackel-Backplate gerade in ein Gewinde zu führen, hat durchaus Ähnlichkeit mit Konstellationen, die Glatteis, eine enge Kurve und deutlich überhöhte Geschwindigkeit beinhalten. Es will einfach nicht passen. Ist dieser leicht fummelige Punkt überwunden, wird die restliche Montage ein Kinderspiel, denn sämtliche Schrauben verfügen über einen Anschlag. Überdrehen ausgeschlossen. Wir verwenden natürlich die längeren, welche für GPUs mit Heatspreader wie unsere GTX480 vorgesehen sind.

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Montiert ragt der Setsugen 2 etwa 5,5cm über das PCB unserer Testkarte hinaus. Für etwaige Kühlkörper oder andere Bauteile sind an der kleinsten Stelle 1,6 Zentimeter Raum. Der Platzverbrauch ist mit echten zwei Slots tatsächlich moderat, wenngleich der Raum unterhalb des Kühlers frei bleiben sollte. Durch das sich biegende PCB dürfte eine Steckkarte schwer zu montieren sein und überdies jegliche Luftzufuhr strangulieren.

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Testsystem und -methoden


Unser Testsystem nimmt in einem Lian Li PC60FN Gehäuse Platz. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir so praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine zu 100% übertragbaren Werte generiert werden können.

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Aufbau des Testsystems


Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter ersetzt und an eine Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe MF-12 S2 Luft, ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Beide Lüfter sind auf 650 Rpm gedrosselt. In die Front setzten wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 Rpm rotiert. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzen, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt. Als Testkarte nutzen wir eine EVGA GeForce GTX480 SC im Referenzdesign, die bereits serienmäßig über minimal erhöhte Taktraten verfügt.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,42GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • Evga GeForce GTX480 SC (725/1451/950 MHz)



Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf. Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Furmark in der Version 1.8.2 in einer Auflösung von 1680x1050 mit 4x MsAA. Da der "Xtreme Burning Mode" sowie "Post FX" die Spannungswandler enorm belasten, verzichten wir auf diese Optionen. Auch ohne generiert das Tool eine Belastung, die diejenige normaler Spiele meist um Längen übertrifft. Nach Ablauf der Zeit lesen wir die Temperaturen mit GPU-Z 0.5.2 aus. Bei denen des PCBs wird ein Mittelwert gebildet. Die Spannungswandler selbst verfügen leider nicht über Sensoren, sodass hier etwas robust gilt: Gut ist, was nicht zum Absturz führt. Dank eines Raumthermometers können wir 0-Werte ermitteln. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, haben wir für die Tests ausschließlich MX-4 Wärmeleitpaste von Arctic Cooling verwendet. Sämtliche Kühler mussten dabei zwei Runs über sich ergehen lassen. Für den zweiten haben wir mit dem MSI Afterburner in der Version 2.1 die Taktraten auf 850/1500/975 MHz erhöht und die Spannung von 1,013 auf 1,062 Volt angehoben. Ähnlich dem Benzinpreis sprangen Temperaturen und Stromverbrauch abrupt an die Decke. Im Gegensatz zu Autofahrern aber nicht zu unserem Missfallen! Entsprechend hätte der Standardkühler auch das Krisenmanagement in Fukushima leiten können: Er war völlig überfordert und kapitulierte. Eine gute Gelegenheit für die Luxuskühler, ihren Anschaffungspreis zu rechtfertigen! Da der gemessene Maximalverbrauch im Furmark unter diesen Bedingungen 100 Watt über den Standardtaktraten und mit 530 Watt knapp an der Auslastungsgrenze des Netzteiles lag, werten wir die Ergebnisse hier als Bonus. Sie fließen nicht in die Wertung ein, da es mit nahezu keiner anderen Grafikkarte möglich ist, in derartige Verbrauchsregionen vorzustoßen.

Zwar macht der Furmark ähnlich heiß wie ein guter Erotikstreifen, hat aber auch nur dessen (geringfügigen) Praxisbezug. Deshalb heizen wir Fermi außerdem mit Metro2033 ein. Das Tunnelspiel sieht nicht nur unverschämt gut aus, es sorgt auch für eine enorme Auslastung der Grafikkarte und liegt bezüglich des Stromverbrauches im gehobenen Segment. Mit Hilfe von zehn Loops der in Version 1.2 integrierten Benchmarkfunktion muss der Pixelbeschleuniger ordentlich schwitzen. Mit 1920 x 1080 Pixeln, maximalen Details mit Depth-of-Field und Antialiasing sowie dem Anisotropen Filter geben wir kein Pardon! Die Anzahl der Loops ist dabei völlig ausreichend, um ein stabiles Temperaturniveau zu erzeugen. Auch hier ist ein zweiter Run mit den erhöhten Taktraten zu bewältigen. Besonderer Bonus: Das Auslastungsszenario liegt im Rahmen des im Alltag üblichen oder vielmehr möglichen. So können wir herausfinden, wie gut sich die eigentlich "inkompatiblen" Setsugen 2 und MK-13 wirklich schlagen, wenn man es darauf anlegt! Aus diesem Grund ist der Metro2033-Benchmark der ausschließlich wertungsrelevante, denn die Furmark-Folter simuliert lediglich sehr extreme Einsatzszenarien bzw. Übertaktungen und interessiert nur einen geringen Useranteil.

Bis auf den VF3000 von Zalman wurden bei allen Kühlertests die Spannungswandler mit normalen RAM-Kühlkörperchen bestückt und unverändert durchgetestet. Abgesehen von der Klebefähigkeit gibt es allein aufgrund der Größe eher optische Unterschiede zwischen den einzelnen Varianten. Die eher spezielle Lösung des Xtreme Plus wurde aufgrund des Wärmeleitklebers nicht verwendet. Wegen ihrer größeren Oberfläche dürfte sie die VRMs noch einmal etwas besser versorgen. Da wir die Temperatur dieser kleinen Regulatoren aber nicht auslesen können, ist das kein Nachteil und nicht wertungsrelevant. Der Thermalright Shaman wurde zudem ein zweites Mal mit dem VRM-G2 Kühler aufgeheizt. Neben der GPU wurden auch die Sensoren für das PCB der Karte aufgenommen.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 Zentimetern Entfernung zum PCB der Grafikkarte bei offenem Gehäuse auf Höhe der Grafikkarte mittels eines Statives fixiert. Abgelesen wurde zur Minimierung von Interferenzen aus einer Entfernung von einem guten Meter vom SL-100. Um Nebengeräusche zu minimieren, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung ("Dorf") vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten konnten. Alle Messungen wurden im Idle ausgeführt; Lastdrehzahlen unter der originalen Lüftersteuerung mittels des MSI Afterburners nachgestellt.












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Furmark: Standardtakt

Trotz allen Materialaufwandes kann der Xtreme Plus den Thermalright Shaman locker in die Tasche stecken. Bei maximaler Drehzahl ist der Unterschied dabei geringer als mit reduzierter, wo der Shaman recht stark wegbricht. In jedem Fall allerdings reicht die Leistung, um den VF3000f von Zalman auf Abstand zu halten. Die beiden "nicht kompatiblen" Modelle MK-13 und Setsugen 2 bleiben im Furmark hinter dem Standardkühler zurück und knacken die 100-Grad-Grenze. Mit reduzierter Drehzahl sind sie nicht mehr konkurrenzfähig. Allerdings gilt zu beachten, dass der Verbrauch des Gesamtsystem bei immensen 430 Watt liegt. Zum Vergleich: Mit einer HD5850 lag das ansonsten unveränderte System im Furmark bei 310 Watt.

In allen Benchmarks ist der Xtreme Plus außerdem einmal komplett über die Grafikkarte geregelt gelaufen - also mit der originalen Regelungskurve. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile: Gut ist, dass die Drehzahl laut GPU-Z lediglich zwischen sehr leisen 44 und maximal 51% schwankte. Schlecht ist, dass der Kühler nie langsamer als 44% drehte, obwohl jede Menge Reserven vorhanden waren - gerade im Idle - und unter Last quasi nicht schneller wurde. Letzteres liegt klar an der Zieltemperatur der Lüftersteuerung. Nvidia peilt 80 und mehr Grad an, die mit dem Xtreme Plus schwerlich erreicht werden - selbst mit 44 % Drehzahl. Mehr Leistung unter Last und weniger Lautstärke im Leerlauf wären also gut möglich, sind aber immer abhängig von der jeweiligen Steuerung, die von Karte zu Karte schwankt.

Der Thermalright Shaman hingegen überrascht angesichts der hohen Erwartungen etwas. Rein von der Leistung gesehen, liegt er auf Platz 2 des Testfeldes, bietet aber gleichzeitig die geringsten Lautstärkeemissionen. Da uns die Ergebnisse dennoch seltsam vorkamen, haben wir nach Rücksprache mit Thermalright und PC-Cooling ein zweites Exemplar des Kühlers erhalten. Dieses brachte allerdings keinerlei Besserung. Der daraufhin zur Sicherheit noch einmal gebenchte Xtreme Plus lieferte ebenso reproduzierbare Werte. Insofern bleibt nur ein Schluss: Die Resultate entsprechen den Möglichkeiten der Kühler in unserer Testumgebung in vollem Umfang.

Unsere Furmark-Tests dienen dem Abdecken extremer Leistungsszenarien wie dem Übertakten mit Spannungserhöhung und sind daher nicht wertungsrelevant.




















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Furmark: Drehzahlverlauf & OC

Mit fixen Drehzahlen wendet sich das Bild. Nun kann der Shaman zum Xtreme Plus aufschließen und vorbeiziehen, sofern er mit dem VRM-G2 bestückt ist. Ohne liegt er knapp zurück - gerade außerhalb der Messtoleranz. Der VF3000f fällt im Vergleich deutlich ab. Seine 92mm Lüfter brauchen Drehzahl. Mit 500 Rpm lief Furmark mit keinem Kühler mehr. Der VF3000 ließ sich nicht weit genug herunterregeln und stoppte einen Lüfter. Beim Xtreme Plus, der über die Grafikkarte gesteuert wurde, verhinderte der Afterburner mit einer Minimaldrehzahl von 800 Rpm jede Messung. Der Shaman hingegen wurde mit 500 Umdrehungen der Abwärme nach etwa zehn Minuten nicht mehr Herr. Das im Furmark allerdings kein negativer Punkt.









Kühlleistung: OC

In übertaktetem Zustand, d.h. mit 850/1700/950 MHz bei 1,06 Volt wird Furmark dann eine echte Grillparty. 530 Watt gibt unser Energiekosten-Messgerät aus, also eine Steigerung um etwa 100 Watt oder 24%. Das generelle Ranking verändert sich hierbei nicht - nur die Abstände werden größer. Überraschend ist, wie gut der Xtreme Plus selbst dieses absolut irre Verbrauchsniveau wegsteckt. Der Shaman folgt mit einem gewissen Abstand, wird der Massen aber auch noch Herr. Zumindest in Verbindung mit dem VRM-G2 - wie bei allen Kühlen, die dieses Szenario gemeistert haben, war eine direkte Belüftung oder bessere Kühlung der Spannungswandler notwendig. Hierbei bietet das Thermalright-Bundle unbestritten die meisten Reserven - ausreizen lässt sich die Karte ohne Weiteres im Rahmen der für den Alltagsbetrieb sinnvollen Spannungen.














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Metro2033: Standardtakt

In unserem fordernden Alltagsszenario bestätigt sich die Rangfolge des Testfeldes. Bis 75% Drehzahl ist jeder Kühler in der Lage, mit der Fermi-Abwärme fertig zu werden. Der MK-13 pirscht sich dabei an den VF3000 von Zalman heran, macht aber weniger Lärm. Der Setsugen schlägt sich zwar beachtlich, nimmt aber dennoch etwas abgeschlagen die Position des Schlusslichtes ein. Wohlgemerkt sind weder MK-13 noch das Scythe-Produkt offiziell für die GTX480 freigegeben! Erst bei 50% Drehzahl fällt der Sensenkühler mit über 100 Grad aus dem Rahmen. Bemerkenswert ist, dass der Xtreme Plus über die Karte gesteuert die Drehzahl konstant bei etwa 50% hält - leise und völlig ausreichend.







Mit fixen 800 Rpm ergibt sich nur eine Änderung im Testfeld: Der VF3000 bricht völlig ein und fördert kaum noch Luft. Das macht sich negativ bei den Temperaturen des PCBs bemerkbar, das ebenso warm wie die GPU selbst wird. Außerdem kann der Thermalright Shaman wieder mit dem Xtreme Plus gleichziehen und liegt auf Augenhöhe.













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Metro2033: OC

Mit unseren OC-Taktraten steigen zwar generell die Temperaturen, die Reihenfolge unseres Testfeldes ändert sich jedoch zunächst nicht. Der Setsugen 2 fällt nun schon bei 75% Drehzahl aus, wohingegen der MK-13 dies erst bei 50% tut. Für Verbrauchswerte, die mit Luftkühlung kaum zu bändigen sind, ein gutes Ergebnis.



















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Lautstärke

Mit voller Drehzahl ist mit Ausnahme des Xtreme Plus und des Shaman kein Lüfter wirklich akustisch angenehm - unabhängig von den Dezibel-Messungen. Insbesondere die Zalman-Drehlinge klingen schrecklich schrill und neigen zum Surren. Scythe und Xigmatek wird ihr bei einer hohen Umdrehungszahl eher raues Lager zum Verhängnis, wobei beim MK-13 freie Lüfterwahl besteht. Wer mag, kann nutzen, was immer er möchte.

Bei noch langsamerer "Schlagzahl" verbleibt der VF3000 als Kreischkuh - nicht einmal mit 50% Drehzahl wird er so richtig unauffällig. Das wiederum schafft zumindest bei 50% der Maximalleistung sonst das gesamte Testfeld, wobei auch hier Shaman und Xtreme Plus subjektiv am meisten Ruhe verbreiten. Wie schon bei der Leistungsmessung ist bei der Lautstärke für die Bewertung das Mittel aus den nachfolgenden drei Tabellen relevant.








Betrachtet man das Testfeld bei fixen Drehzahlen, steht der Shaman auf einmal weitaus schlechter dar. Kein Wunder, liegt die Maximaldrehzahl des 140 mm-Boliden doch bei nur 1300 Rpm, wohingegen die meisten seiner Konkurrenten in diesem Vergleich unterhalb von 50% ihrer möglichen Umdrehungen rennen. Zudem setzt das 140mm-Exemplar deutlich mehr Luft pro Umdrehung um - und bewegte Luft sorgt also solche bereits unvermeidbar für Geräusche. Bei 800 Rpm fördern die meisten Teilnehmer aufgrund ihrer flachen 92-mm-Ventilatoren kaum noch in nennenswertem Umfang Luft.







Da sich nicht alle Lüfter auf nur 500 Umdrehungen herunterregeln lassen wollten, präsentiert sich das Testfeld hier ausgedünnt. Aus dem laufenden System heraus ist spätestens jetzt kein Modell mehr wahrzunehmen.




Mythos Direct-Exhaust

Die direkte Beförderung der durch die GPU erwärmten Luft aus dem Gehäuse, so liest an allenthalben in Internetforen, sei vielleicht nicht die beste Art eine Grafikkarte zu kühlen, würde aber für deutlich bessere Temperaturen im Gehäuse sorgen. Was liegt also näher, als mit einer verbrauchsstarken Karte nachzuprüfen? Theoretisch sollte das Unterfangen klare Ergebnisse bringen. Denn bis zur GeForce 7X00-Serie hatte u.a. Arctic Cooling solche Alternativkühler im Programm. Das sie wieder aus dem Portfolio verschwunden sind, sollte eigentlich allein schon Bände sprechen.

Für unseren Versuch setzen wir einmal auf den Standardkühler der GTX480, ergänzt durch den Thermalright Shaman mit VRG-G2. Für die Messungen haben wir uns mit Hilfe von RealTemp 3.41 auf die CPU unseres Testsystems, einen ebenfalls nicht verbrauchsarmen Core i7 920 (3,4 GHz Taktfrequenz) beschränkt. Weil es primär aber nicht um die Verlustleistung des Prozessors, sondern der Grafikkarte geht, diente der Auslastung des Rechners Furmark in den bisher genutzten Settings. Schließlich soll die Grafikkarte ja das Gehäuse bzw. die verbauten Komponenten möglichst stark erwärmen. Das Lian Li PC60FN ist zudem ein für solche Vorhaben äußerst unvorteilhafter Käfig: Es verfügt nur über einen Gehäuselüfter im Heck sowie einen in der Front. Beide drehen zudem sehr langsam. Deckel und Seitenteil bieten keinerlei Öffnungen, sodass die Luft sich tatsächlich "stauen" könnte.



Selten war ein Ergebnis so schön glatt: In unserem Fall ergibt sich eine zusätzliche Erwärmung des Prozessors um drei Grad. Für das gewählte Szenario kein sehr hoher Wert und definitiv im Rahmen des Vertretbaren. Denn wenn selbst eine GTX480 mit ihrem exorbitant hohen Verbrauch lediglich eine fast schon belanglose Erwärmung verursacht, wird der Effekt mit sparsameren Karten noch weitaus marginaler.










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Leistungsranking


Leistung: Avg. Werte in Metro2033 mit 100, 75 und 50 % Drehzahl



Lautstärke: Avg. Werte mit 100, 75 und 50 % Drehzahl













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Fazit

Nach wortwörtlich schweißtreibenden Stunden mit Furmark-warmer Zimmertemperatur springt das Ergebnis des Round-Ups förmlich aus der Torte. Das Konzept des Xtreme Plus von Arctic Cooling geht voll auf. Beste Leistungen im Testfeld bei einem gleichzeitig moderaten Preis sichern sowohl einen Quality-Check als auch den Preis-Leistungs-Award. Dank der passenden Kühlkörper-Kits ist das Monster zudem mit jeder erhältlichen Grafikarte kompatibel. Da man jedoch mit dem Erwerb eines Kits nur die Montage auf bestimmten Kartentypen sicherstellt, gibt es Abzüge in der B-Note. Wir testen ja nicht alle VR-Kits, sondern nur eines, so wie der Kunde. Die tatsächliche Kompatibilität kann man daher nur bewerten, wenn man den Kühler mit allen Kits vorliegen hätte - mit deutlicher verschlechterung der Preis-Leistung. Da das nicht praktikabel ist, bekommt der Xtreme Plus nur 7 von 15 maximal möglichen Punkten in der Austattungsnote. Der Thermalright Shaman punktet hingegen mit piekfeiner Verarbeitung und frei wechselbarem Lüfter. Wenn es um kompromisslos geringe Lautstärke geht, führt also kein Weg an diesem etwas ausladenderen Kühler vorbei, was trotz der guten, aber nicht besten Leistung zum Testsieg reicht! Mit VRM-G2 erweitert Thermalright zudem das Limit für Spielereien mit der Spannung. Der Preis für das Rundum-Sorglos-Programm ist mit 78,- € angesichts der dann eingeschränkten Kompatibilität (nur GTX480) aber hoch. Im Vergleich zum Spitzenduo fällt der Zalman VF3000f ab. Den Platz an der Sonne haben die Koreaner zu Recht verloren. Zwar ist der Kühler kompakt und zeigt gute Leistungen - aber auf Kosten der Lautstärke! Mit voller Drehzahl ist das Modell geradezu unerträglich laut, was durch die schlechte Kompatibilität und die fixere Montagehalterung nicht unbedingt versüßt wird. Für 45,- € gibt es Besseres.



Die beiden anderen Testteilnehmer schlagen sich erstaunlich gut. Nicht kompatibel? Nicht direkt. Beide waren zumindest ohne Übertaktung in der Lage, die GTX480 in Alltagsszenarien zu meistern, wobei der MK-13 rein theoretisch mehr Reserven hätte - wenn er nicht bei einer gewissen TDP einfach einbrechen würde. Das allerdings ist in Alltagsszenarien ohne Übertaktung ein unwahrscheinlicher Fall. Als einzige wirkliche Nachteile können neben diesem Punkt die wahrhaft epischen Ausmaße ins Feld geführt werden. Ansonsten beeindrucken die Verarbeitung, das exzellente Design samt Verarbeitung, die Kompatibilität und das reichhaltiges Zubehör. Die beiden letzten Punkte gelten ebenso für den Scythe Setsugen 2. Statt auf die Punkte Verarbeitung und Leistung setzt die Sensenfirma lieber auf eine beeindruckende Zubehörliste und mit nur zwei Slots auf extrem kompakte Abmaße. Dafür ist die Kühlleistung für eine GTX480 nur gerade so ausreichend. Viele Reserven verbleiben - gerade im Hochsommer - nicht.





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Max Doll


gedruckt am 26.10.2014 - 07:39
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